Vollstopp. Endlich. Der Bundesrat hat entschieden. Nachdem wir am Freitag nur ausgebremst wurden – wir wollten für ein Weekend nach Davos zum Ski fahren und daraus wurde nix. Wir sind zwar nach Davos gefahren, aber Ski fahren ist seit Samstag nicht mehr möglich. Und das bei besten Schneeverhältnissen und Traumwetter. Jammerschade. Und doch bin ich über all diese getroffenen Massnahmen froh. Ich bin auch froh, dass andere Regierungen wie zum Beispiel Österreich sehr klar und unaufgeregt, aber schnell und fürs ganze Land einheitliche und drastische Regeln und Massnahmen beschliessen und kommunizieren. Ganz ehrlich – das habe ich vom Bundesrat vermisst. In der momentanen Situation ist es absolut unangebracht, dass jeder Kanton selber entscheidet. Aber sie tun es, weil der Bundesrat nicht klar und schnell kommuniziert. Und wir sind zu lasch, was das Abriegeln der Grenze betrifft. Hätte man da auf den Schutz, die Gesundheit und die Sicherheit der eigenen Bevölkerung geschaut, wie dies andere Länder sehr dezidiert getan haben, dann würde die Schweiz heute nicht abgeriegelt, sondern hätte proaktiv grad selber abgeriegelt. Die Wirkung: Die Schweiz hätte aus einer Position der Stärke gehandelt. Nun denn, der Vollstopp ist nun kommuniziert und wir können und müssen uns organisieren.

Den Alltag neu organisieren

Ich stehe nun vor der Herausforderung den Alltag neu zu planen. Homeoffice ist grundsätzlich kein Problem. Ich bin mich das gewohnt, da ich es bis anhin schon 2 Halbtage pro Woche gemacht habe. Ich selber bin im Krisenstab und allzeit verfügbar, wir haben uns über Microsoft Teams organisiert und werden ab sofort so miteinander kommunizieren und arbeiten. Das grundsätzlich Neue an der Situation ist, dass meine Süsse nun auch daheim ist und ich in meinem Homeoffice meine Süsse beschäftigen muss.

Tipp 1: Ein bisschen Lernen muss sein

Ich habe mir also überlegt, wie wir die Tage füllen können und am Abend beide müde und zufrieden sind. Ich weiss auch noch nicht, welche Informationen oder Materialien von der Schule kommen, damit sie etwas üben und lernen könnte. Schulisch dürfen wir definitiv nicht stehen bleiben und es gibt im Internet Unterrichtsmaterial zum Downloaden oder Apps mit Übungen nach Schulklasse und Fach geordnet und auch SRF/myschoool hat das Angebot ausgebaut. Wir werden also sicher etwas rechnen, schreiben und lesen. Fürs Lesen werden wir gemeinsam eine gemütliche Leseecke einrichten und wir werden gemeinsam ein Buch lesen, das uns über die nächsten Wochen begleiten soll.

Tipp 2: Bewegung in den eigenen vier Wänden

Bewegung muss auch in den eigenen vier Wänden sein. Wir werden singen und tanzen – als Hobby gehört das sowieso zu den Lieblingsbeschäftigungen meiner Süssen. Vielleicht wird sie uns eine Vorstellung vorbereiten. Fantasie hat sie ganz viel und wir freuen uns auf die Tanz- und Singvorführung. Solange es möglich ist, werden wir natürlich nach draussen gehen zum Velo fahren, spazieren, bräteln oder in unserem Garten spielen. Müssen wir dann unsere Aktivitäten nach innen verschieben, werde ich ihr Decken und Stühle zur Verfügung stellen, dass sie Hütten bauen kann und sich mit Kasperli verkriechen. Oder wir werden gemeinsam basteln und malen, um all den lieben Menschen, die wir jetzt nicht sehen können, selbstgemachte Dinge zu schicken.

Tipp 3: Gemeinsam kochen und backen

Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit wird gemeinsames Backen und Kochen sein. Meine Süsse interessiert sich immer sehr mit mir zusammen in der Küche zu stehen. Ob Guetzli, Cookies, Waffeln oder Kuchen, wir werden beschäftigt sein und auch werde ich in Zukunft unter der Woche Mittagessen und Abendessen vorbereiten – am liebsten zusammen mit ihr. Dafür haben wir auch einige Kinderkochbücher oder neu littlefooby.ch, das Coop-Rezeptangebot für die Kleinen mit einfachen Anleitungen und Ideen.

Tipp 4: Putzen und entrümpeln

Und zu guter Letzt werden wir alle zu Hause auch mehr Dreck und Schmutz veranstalten. Was mich zu meinem letzten Beschäftigungspunkt bringt. Ab sofort werden wir gemeinsam putzen. Mit etwas Augen zu und durch wird’s auch sauber und meine Süsse ist mit etwas Neuem beschäftigt – denn bisher hat einfach die Putzfrau für Sauberkeit gesorgt. Auch der Frühlingsputz als Erweiterung kann daher zum gemeinsamen Beschäftigungsprogramm werden. Weiter bietet sich nun die beste Gelegenheit endlich mal alten Gerümpel auszumisten und Spielsachen auszusortieren, mit denen meine Süsse nicht mehr spielt oder aus denen sie herausgewachsen ist.

Eine aussergewöhnliche Zeit als Chance für jeden einzelnen

Ich denke, man darf diese ausserordentliche Zeit und doch ungewohnte Situation als Chance nutzen. Als Chance sich auf das Kleine zu konzentrieren im engsten Familienkreis, in den eigenen vier Wänden. Wir dürfen uns jetzt bewusst werden, was wirklich wichtig ist im Leben. Wir dürfen jetzt achtsam sein mit uns, denn alles wird langsamer, alles wird in einem viel kleineren Umkreis stattfinden, unser Leben wird sich auf das wesentliche im Aussen beschränken – einkaufen, arbeiten, Familienzeit, daheim in den eigenen vier Wänden. Wir dürfen lernen, wie wir ohne all die Unterhaltung und die Konsummöglichkeiten uns selber beschäftigen können. Welch eine Chance, bei all dem Schlimmen und Beängstigenden, das derzeit draussen passiert. Bleibt gesund und munter.