In den letzten Tagen war ich nicht so glücklich, ehrlich gesagt richtig down und mir haben die Worte gefehlt. Ich konnte nichts Schönes mehr erkennen. Mir fehlten auch Ideen für meinen Blog – alles war irgendwie öde. Ich konnte nicht erkennen, wo denn die schönen oder tollen Dinge sind in meinem Alltag. Gut, es muss ja nicht alles immer heiter Sonnenschein sein. Aber ich bin doch immer so positiv und fröhlich und kann andere damit anstecken – ich sprudle über vor Ideen und Plänen und Dingen, die ich machen möchte. Ich hab ja sowas von gelernt, dankbar zu sein, zufrieden mit mir. Und doch – ich wars einfach nicht.

Leben und leben lassen

Erstaunlich – Ende letzter Woche war plötzlich alles weg davon. Und jetzt nach einigen Tagen des Grübelns und In-mich-gekehrt-seins fliesst plötzlich alles wieder und vieles ist klar. Ich kann die Lösung oder die Richtung der Lösung sehen und letztlich formulieren. Und dann kommt mein Lachen wieder, meine generelle Fröhlichkeit und Zufriedenheit. Dieses feine Lachen im Hintergrund in meinem Inneren. Dieses leichte Strahlen. Und dann die Frage, wie konnte mich das Erlebte so runterziehen. Ich weiss doch wer ich bin, was ich erreicht hab und was ich kann. Eigentlich sollte mich daher das Erlebte ja nicht so leicht aus der Bahn werfen.

Ich hab ja gelernt, andere so zu lassen wie sie sind – mein Kredo lautet «Leben und leben lassen» – doch was wenn die anderen einem einfach nicht leben lassen wollen? Ich reagiere dann nicht souverän und direkt, sondern verhalten und es zieht mich runter. All die Stärke und positive Einstellung oder Laune geht um solche Menschen flöten. Und ich werde zu der Person, die ich nicht bin oder sein will. Und es erstaunt mich, dass ich mich so runterziehen und fertigmachen lasse und eigentlich all die Prinzipien und Werte, die mir so wichtig sind plötzlich völlig vergesse.

Lernen genau hinzuschauen

Jetzt im Nachhinein sehe ich, was mich hätte glücklich machen können und irgendwie auch gemacht hat: Zum Beispiel das Wiedersehen mit meiner Freundin – ja ich wollte sogar absagen und mich unter die Wolldecke aufs Sofa verkriechen. Und der Ruck trotzdem zu gehen, etwas Hübsches anzuziehen und mich chic zu machen, hat viele Überwindung gekostet. Und dann – es hat so gut getan sie zu sehen, fein zu essen, etwas Gutes zu trinken und auch ihre Geschichten zu hören und auszutauschen, Pläne zu schmieden und Zeit zusammen zu verbringen. Diese Freundschaft zu pflegen. Ich durfte wieder erkennen, wie wichtig Freundschaften sind und dass es eben unsere engen Freundschaften, unsere Familie, der Partner, das Kind sind, die das Leben so lebenswert machen. Und dass man genau darauf bauen sollte. Darauf basiert unser Seelenwohl. Das hat mich gerade dazu bewogen, einer anderen Freundin ein kurzes Hallo zu schreiben und zu fragen, wann wir uns sehen.

Auch die Zeit übers Wochenende mit meinem Schatz – Einkaufen, Kaffee trinken, gemeinsam Joggen gehen, die Wohnung in Herbst-Stil zu dekorieren, abends Freunde zum Znacht treffen. Zuhören, reden, lachen – sich Zeit nehmen und es geniessen. Das hat mir geholfen Abstand zu finden. Oder etwas völlig anderes zu machen – einen Golf Schnupperkurs – einige Stunden in eine andere Welt eintauchen und den Kopf mit anderen Dingen als dem drängenden, ungelösten Gedankenkarussell zu beschäftigen.

Irgendwann hatte ich dann den Plan. Den habe ich aufgeschrieben. Die Dinge, die mich beschäftigen, formuliert und dann war sie wieder da die positive Einstellung, die gute Laune, die innere Zufriedenheit. Alles war plötzlich wieder im Fluss.

Finde deine Energie und schwimm darin

Es wird viel über die Energie gesprochen, in der man selber schwimmt, lebt oder die einem Umgibt. Diese Energie scheint uns zu beeinflussen. Wenn ich also in einer negativen Energie bin oder mein Umfeld, dann zieht mich das runter. Wenn ich aber mich nicht davon beeinflussen lasse – kann mich diese negative Energie nicht runterziehen und ich evtl. andere sogar positiv beeinflussen. Doch wie grenze ich mich ab. Wie lasse ich diese Energie nicht zu? Obwohl ich die Dinge kenne, die mir guttun, um mich abzugrenzen. Auch ich hab nicht immer den Fokus. Daran muss ich noch arbeiten…

Mein Partner hat mir gestern gesagt, es sei wahnsinnig mit wie viel Freude und positiver Energie ich doch meinen Job erledige, wie freundlich ich am Telefon sei, wie hilfsbereit und gut gelaunt für jeden ein nettes Wort hätte. Das ist es was ich ausstrahlen will und ich muss mich selber an der Nase nehmen, dass die Menschen um mich – ich habe mir ja nicht alle ausgesucht – mich so runterziehen und mich partout nicht sehen wollen. Dieses Verhalten irritiert mich dermassen, dass ich selbst mit der Erledigung ganz simpler Aufgaben und der Wahrnehmung meiner Fähigkeiten durcheinandergerate und unsicher werde.

Die Frage lautet also, in welcher Energie möchte ich leben? Dieser Frage gehe ich jetzt nach.

Wenn Gedanken schweifen…

Ihr kennt bestimmt alle das Sprichwort – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – man lernt uns ja seit klein auf, mal still zu sein, den Mund zu halten, zu schweigen. Ich muss mich ständig an der Nase nehmen, denn auch ich tendiere dazu meiner Süssen zu sagen, sie soll doch mal ruhig sein. Und ja, es gibt Momente, da ist es tatsächlich besser man schweigt. Momente, in denen es einfach nichts bringt, seinen Senf noch dazuzugeben und somit eine Diskussion anzuheizen oder nochmals zu entfachen. Ich habe gelernt zu schweigen. Als ich klein war, hab ich auch kaum was gesagt – vor allem nicht in der Schule. Und wenn ein Lehrer mich aufgefordert hat, mich zu irgendwas zu äussern, habe ich höchstens gesagt, dass ich mich nicht gemeldet hätte und dann wieder geschwiegen.

Eigentlich erstaunt es daher umso mehr, dass ich heute in der Kommunikation arbeite und somit von Berufes wegen schon viel reden sollte. Ich diskutiere und philosophiere fürs Leben gern. Ich kann das stundenlang. Hingegen sind politische Diskussionen nicht so mein Ding – wenn ich auch dazu eine sehr dezidierte Meinung habe. Aber politische Diskussionen geraten meist schnell unter die Gürtellinie und das mag ich nicht.

Wie wichtig es ist – statt zu schweigen zu reden – habe ich in den letzten Jahren immer wieder erfahren. Ich tendierte dazu eben zu wenig zu sagen, runterzuschlucken, mich rumschubsen zu lassen und dem Konflikt, der Konfrontation oder dem Problem so aus dem Weg zu gehen. Das hat dann dazu geführt, dass ich irgendwann explodiert bin und alles ungefiltert, emotional und in einem Schwall ohne Weg zurück oder nur erschwert aus mir rausgekommen ist. Aus Angst, das Gegenüber könnte mich ablehnen oder aus Angst vor den Konsequenzen bin ich still gewesen. Angst war ein zentraler Treiber. Und egal ob im Job oder privat, das war nicht gut und hat mich zum Teil fast krankgemacht. Ich bin so an Burnouts- oder Depressionen vorbeigeschrammt.

Zum Glück vorbeigeschrammt. In der Zwischenzeit habe ich gelernt meine Meinung zu sagen und nicht mehr einfach still zu sein. Ich kann es nicht mehr und es ist viel besser so. Geholfen hat mir die Erfahrung aus den letzten 5 Jahren. Der Schmerz, die Tränen, die Verzweiflung, die Ratlosigkeit, die Hilflosigkeit. Ich hatte Angst. Doch heute ist die weg. Ich bin gewachsen und stärker geworden an allem was ich durchlebt hab und ich weiss heute – ich kanns allein. Ich brauche niemanden und muss auch vor niemandem Angst haben. Und egal was kommt – ich schaffs! Diese Erkenntnis macht mich noch stärker.

Für mich und meine Bedürfnisse einstehen, meine Meinung sagen – das ist wohl meine grosse Leistung in den letzten Jahren. Und wenn mich etwas beschäftigt oder bedrückt nicht zuwarten, sondern es direkt ansprechen – egal wers ist und was passieren könnte. Puh, das kostet mich immer noch Überwindung. Aber dieses Verhalten zeigt mir, es ist der bessere Weg, als alles in mich hineinzufressen. Und der glücklichere. Denn ich ernte Verständnis. Ich erlebe, dass ich erreiche, was ich will. Dass ich so authentisch bin und ganz ich.

Mein Partner und ich reden ständig. Seit wir uns kennen, ist das Reden eine wichtige Basis unserer Beziehung. Es fasziniert und begeistert mich, wie gut wir miteinander reden können. So offen, direkt und ehrlich war noch keine meiner Beziehungen. Und egal wann und wo, wir haben uns immer etwas zu erzählen, etwas zu besprechen oder uns gemeinsam weiterzuentwickeln, wenn wir unterschiedliche Bedürfnisse oder Wünsche abstimmen, verstehen und ernstnehmen müssen. In der Beziehung zu schweigen, wenns mal nicht so läuft, oder wenn latent etwas in der Luft liegt, geht bei mir gar nicht mehr. Und ich kann nicht anders als es ansprechen. Und auch wenn es mich auch Überwindung kostet, diese Harmonie und Entspannung, die sich nach einem Gespräch ausbreiten, ist unglaublich wertvoll.

Entspannen an der Promenade des Anglais

Im August war ich noch voll im Ferienmodus – gestartet sind wir in den Monat mit den Tagen am Gardasee. Nochmals Zweisamkeit, entspannen, erholsame Tage im schönen Italien mit feinem Essen und gutem Wein. Im Büro ging es gemächlich zu – Ferienstimmung und meine Süsse war noch beim Papa. Und beendet haben wir den Monat und wohl den Sommer mit 2 Tagen am Meer in Nizza. Ein Kraft-Tank-Energie-Auflade-Wochenende in meinem 2. Zuhause. Wir waren an der Promenade des Anglais am Castel Plage – einem Privat-Strand vor allem bei Schwulen beliebt und haben einfach nichts getan. Gelesen, gebadet, geredet, gesünnelet und genossen. Es war perfekt. 2 Tage Sommer, Sonne, Meer – mehr brauch ich nicht. Abends sind wir in unser Lieblingsrestaurant und haben Moules et Frites gegessen. Und am Sonntag sind wir nach dem Aufstehen nach Villefranche gejoggt. Erst abends sind wir wieder heimgefahren. Das Wochenende war wunderbar erholsam.

Mitte August ging die 2. Klasse los und meine Süsse war recht aufgeregt. Aber sie ist toll gestartet. Halt schon ne Grosse. Die Abläufe sind jetzt bekannt, die Klassenkameradinnen und –kameraden kennt sie und sie läuft wieder mit den Nachbarsmädchen in die Schule. Halleluja und bin ich dankbar. Ich begleite sie nur noch kurz nach draussen – sage Tschüss und sie marschiert los. Ich bin schon sehr stolz auf meine Süsse. Und ich hoffe, dass sie sich weiter so entwickelt.

Gute Vorsätze bis Ende Jahr

Ich habe einiges neu angefangen, zusammen mit dem neuen Schuljahr. So habe ich mir vorgenommen wieder mehr Sport und Fitness zu machen und auch mit dem monatlichen MBSR-Training begonnen. Dieser Moment der Ruhe mit Meditation, Gedanken und Yoga hat mir im August geholfen mich ganz auf den Augenblick zu fokussieren. Einfach mal eine Stunde praktisch ohne Gedanken nur für mich. Zeit für keine Gedanken. Zeit einfach am Körper zu arbeiten, hineinzuhören wie es gerade ist und zu spüren, dass es eben gerade gut ist. Ich freue mich bereits auf den nächsten MBSR-Moment. Im Alltag mache ich seit 4 Wochen neu Pilates. Auch dort erstaunt mich im Moment noch, dass ich eine Stunde lang Körperarbeit machen kann ohne gross zu denken oder abzuschweifen und ich spüre bereits wie gut mir diese Bewegungen tun. Wie ich sicherer, stärker und stabiler im Rumpf werde. Gleichzeitig habe ich mein Jogging-Programm intensiviert und gehe nun 2-3 Mal die Woche meine Runden drehen in der Reussebene. Ich habe dies jetzt 4 Wochen durchgezogen und bereits stellt sich eine schöne Routine ein und mein körperliches Wohlbefinden ist gestiegen.

Wenn man versteht wie man sich verhält, kann man entsprechend lenken und dirigieren.

Nach den Sommerferien sind nun alle wieder zurück bei der Arbeit – erholt und voller Energie. Bei meiner Arbeit merkt man auch, dass alle wieder mit Volldampf das 2. Halbjahr in Angriff nehmen. Und ich muss mir im Arbeitsumfeld noch einige strategische Gedanken machen, wie ich mich selber positioniere und wohin ich in den nächsten 6 Monaten noch gehen rsp. welche Prioritäten ich setzen möchte. Ich lerne beständig – wie ich mich in der Organisation orientiere, welche Vorgaben nun mal im Grossunternehmen vorgegeben sind, wie ich mich da einbringen oder dort zurücknehmen kann. Es waren Monate der Eingewöhnung seit April. Die groben Rahmenbedingungen stimmen für mich als Mami. Homeoffice und das 80%-Pensum sind mir wichtig, damit ich genügend Zeit für meine Süsse habe und doch eine Tätigkeit in der ich gefordert und gefördert werde. Grundlegend habe ich mir in den letzten Tagen aber Überlegungen zu meinem Verhaltensstil und dem von anderen gemacht. Wer bin ich im Beruf, wer bin ich privat? Nur allein diese Erkenntnis bestätigt auch meine Sicht von mir – über die Adjektive, wer ich denn bin – habe ich hier schon einige Male geschrieben. Zusammengefasst zeigen die Adjektive meinen Verhaltensstil. Ich weiss jetzt, weshalb ich mich wann wie einbringe oder weshalb ich wann wie reagiere. Und das konnte bereits erfolgreich umsetzen – wenn man versteht wie man ist, kann man sich entsprechend einbringen und lenkend in die richtige Richtung dirigieren. Geholfen bei meiner Selbsterkenntnis hat mir mein Schatz und ein Buch, das er mir freundlicher weise geschenkt hat.

Es darf auch leicht sein

Im Moment läuft es gerade sehr ruhig. Sozusagen im Westen nichts Neues – und wenn alles so im Fluss ist, fehlen einem manchmal etwas die Worte. Alles ist im Fluss – keine gröberen Probleme im Job, kein Streit wegen der Betreuung oder der Scheidung – die ist ja durch. Kein Stress sonst wo, die Beziehung ist im Fluss, wir verbringen schöne Momente zusammen, aber auch mit vielen Freunden und Bekannten. Wir sind offen und knüpfen schnell Kontakte. Ja, wir fühlen uns wohl zusammen. Und das sich wohl fühlen, trifft auch auf mich alleine zu. Ich fühle mich wohl, geerdet, ruhig, bei mir und reagiere gelassener auf Dinge, die mich vor einigen Monaten noch völlig aus der Bahn geworfen hätten. Ich weiss wer ich bin, ich kenne meine Grenzen, habe eine klare Meinung und vertrete diese. Das gibt mir ein Gefühl der Stärke ohne zu kämpfen. Ich bin bei mir. Ja, es ist gerade leicht. Und es darf leicht sein. Nach Jahren, die gespickt waren mit Problemen, Schmerz und Tränen, ist dieses Gefühl der Leichtigkeit, des Angekommen seins und des inneren Friedens – wunderschön und gleichzeitig nicht fassbar.

Bereit für einen gemütlichen Abend

Am Samstag war es wieder mal Zeit für eine weitere tolle Essenseinladung. Ich habe unsere Gäste mit einem sommerlich-provenzalischen Menü verwöhnt. Und so fein es war, so einfach und schnell lässt es sich zubereiten. Mir ist es immer wichtig, Zeit für meine Gäste zu haben, nicht noch stundenlang in der Küche oder beim Abwasch zu stehen, während sie am Tisch sitzen und reden. Ich möchte dann gerne bei ihnen am Tisch sitzen. Deshalb bereite ich nachmittags immer alles soweit wie möglich vor, damit die Küchenzeit am Abend möglichst kurz ist.

Und wie so oft ist auch beim Kochen die gute Planung und Vorbereitung das halbe Leben. Ich bereite mich schon rund eine Woche vor dem Anlass darauf vor. Schmökern in Kochbüchern, Kochheften oder Online-Rezepten gehören sozusagen zu meinem Hobby und Ideen begleiten mich drum ständig etwas. Ich stelle etwa eine Woche vor dem Anlass das Menü zusammen, suche nach Rezepten, verfeinere Rezepte oder integriere meine Ideen. Dann kaufe ich meist am Vortag frische, lokale Produkte ein. Zur genauen Zeitplanung hilft mir, dass ich die Rezepte genau studiere, damit ich etwa weiss, wie viel Zeit ich einplanen muss, wie schwierig die Zubereitung ist und welche Gerichte ich wann zubereite. So hat sich die Zubereitungszeit für das Menü vom Wochenende auf 2.5 Stunden beschränkt.

Mein Schatz ist beeindruckt, wie ich da wie ein emsiges Bienchen, Schritt für Schritt aus einem grossen Berg Zutaten die einzelnen Gerichte zubereite und dies still für mich, ganz vertieft in die Arbeit. Für mich ist Kochen wie Yoga oder Meditation. Ich kann darin völlig aufgehen. Die Handgriffe sitzen und mit Geduld, Freude und Ausdauer stört es mich daher nie stundenlang in der Küche zu stehen. Ich habe einfach unglaublich grosse Freude dabei. Und wenn es dann allen noch schmeckt und wir uns gut unterhalten, dazu ein feines Glas Wein trinken, dann bin ich einfach sehr happy- meist noch Tage danach. Ich liebe es und je länger je mehr wünsche ich mir, in gezielter Regelmässigkeit Rezepte auszuprobieren, Menüs zu kochen und Gäste zu bewirten. Wie hat doch Aristoteles gesagt: das höchste Glück ist im Tun. Und so happy wie ich bin, ist es unbeschreiblich.

Das sommerlich-provenzalische Menü sah so aus:

Apéro mit Oliven & Flammkuchen-Schnecken dazu Prosecco

Peperoni-Tonnato mit Nussbrot

Thymian-Schweinefilet aus dem Ofen mit Ratatouille und neuen Kartoffeln

Marinierte Aprikosen mit Mascarpone-Haube

Apéro

Flammkuchen-Schnecken (vier Personen)

1 Flammkuchenteig

Wenig Crème Fraiche bestreichen

2 kleine rote Schalotten in feinen Streifen verteilen

1 Päckchen Speckwürfel verteilen

Denn Flammkuchen aufrollen und dann in 1 cm breite Rädchen schneiden.

Backen bei 200°C, Ober- / Unterhitze

Noch warm servieren

Vorspeise

Peperoni-Tonnato (vier Personen)

4 rote Peperoni halbieren, kerne entfernen, mit Schnittfläche nach unten bei 250° C backen bis sich dunkle Blasen bilden

Für das Tonnato

1 Dose Thon, abgetropft

2 Sardellen-Filet, abgespühlt, getrocknet in groben Stücken

1 EL Kapern

1 EL Zitronensaft

2 EL Olivenöl

0.5 dl Gemüsebouillon

Salz und Pfeffer

Alle Zutaten fein pürieren

Peperoni häuten, in 2cm breite Streifen schneiden, auf Platte verteilen, Tonnato darüber verteilen, mit Schnittlauch dekorieren. Dazu Baguette oder Nussbrot servieren

Hauptgang

Thymian-Schweine-Filet

Klarsichtfolie

Roh-Essspeck

600 gr. Schweine-Filet

Salz und Pfeffer

1.5 Bund Thymian

Blätter fein hacken und auf ein Stück Klarsichtfolie verteilen. Filet drauflegen und Thymian gut andrücken. Roh-Essspeck ums Filet wickeln und mit Küchenschnur anbinden und in eine feuerfeste Form legen. Dann 20 Minuten bei 200°C, Unter- & Oberhitze, backen, Temperatur erhöhen auf Grill-Funktion grossflächig, ca. 5 Minuten braten.

Ratatouille

1 Mittlere Zucchetti

2 Auberginen

2 farbige Peperoni                               

Alles in mittelgrosse Stücke schneiden

2 kleine Zwiebeln fein hacken

2 Knoblauch fein hacken

Rosmarin fein hacken

1-2 EL Tomatenpüree

1 dl Gemüsebouillon

Salz und Pfeffer

Zwiebeln und Knoblauch andämpfen, Gemüse dazugeben und stark andämpfen, Rosmarin und Tomatenpüree beigeben, ablöschen mit Gemüsebouillon, 20-25 Minuten, zugedeckt bei mittlerer Hitze kochen, Abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Gedämpfte neue Kartoffeln dazu servieren

Dessert

Marinierte Aprikosen mit Mascarpone-Haube (vier Personen)

500 gr. Aprikosen, entsteint halbiert

75 gr. Rohzucker

1 TL Vanillepaste

Alles mischen und 30 min marinieren

250 gr. Mascarpone

200 gr. Magerquark

1.5 dl Halbrahm geschlagen

50 gr. Rohzucker

1 TL Vanillepaste

Alles verrühren und kühl stellen.

20 gr. Butter in Bratpfanne erwärmen, Aprikosen 3-4 Minuten anbraten 1 dl Dessertwein dazu giessen, kurz kräftig aufkochen 2 EL Pistazien beigeben, etwas auskühlen lassen.

Lauwarm in Gläser oder Dessertschalen füllen, Mascarpone-Creme darauf verteilen.

Das Dessert lässt sich im Herbst auch wunderbar mit Zwetschgen zubereiten oder im Winter mit Mandarinen oder Orangen.

Ich wünsche viel Freude beim nachkochen und selber experimentieren. PS. Für die Weinberatung ist mein Schatz zuständig.

Der malerische Hafen von Torri

Ich habe so eine Bucket- oder Wunschliste von Orten, die ich einmal sehen möchte und Dingen, die einmal machen möchte.

Einmal an den Gardasee fahren, war schon länger der Plan. Überhaupt Italien bereisen und mehr vom Dolce Vita kennenlernen. Mit dem Zug kommt man in Italien zwar sehr weit, aber es gibt Orte oder Gegenden, die bereist man besser mit dem Auto. Und alleine stundenlang im Auto sitzen, finde ich irgendwie nicht so toll, deshalb musste der Gardasee warten. Einzig Verona hatte ich schon mal gebucht und dann wieder abgesagt, das Bauchgefühl hat irgendwie nicht gestimmt damals. Letztes Jahr bin ich dann endlich in diese Gegend gekommen – unsere ersten Pärchen-Ferien haben wir über den 1. August dort verbracht mit dem Höhepunkt Aida in der Arena in Verona. Richtig, das stand auch auf der Liste!

Über den 1. August verreise ich gerne einige Tage – um meine Sommerferien zu verlängern, so war ich schon in Lissabon oder eben letztes Jahr am Gardasee und in Verona.

Während der Gardasee vor allem im Norden für Wandertouren und Mountainbike-Trails bekannt und im Süden mit Freizeitparks auftrumpft, gibt es auch die weniger Massentouristen-Orte. Genau das wollte ich sehen.

Die Burg von Torri

Wie letztes Jahr haben wir wieder im Hotel Lido in Torri del Benaco übernachtet. Das Hotel liegt gleich an der Fähranlegestelle und man hat einen tollen Blick auf den See und das Dorf. Es hat viele Restaurants an der Seepromenade, einige kleine öffentliche Strände und Einkaufsmöglichkeiten. Alles ist noch ruhiger und beschaulicher als im Nachbarsdorf Garda. Dort wimmelt es vor allem am Freitag, dem Markttag von Autos und Menschen und ein Durchkommen ist fast unmöglich.

Garda

Wir haben letztes Jahr die Gegend noch erkundet und sind mal halb um den See gefahren, auch ins bekanntere Sirmione. Wurden aber eher enttäuscht vom Tourismus und den vielen Leuten und Autos. Wir mögens lieber ruhig und schätzen es, wenn wir mit Einheimischen in Kontakt kommen und nicht von der Schwemme an Touristen mitgesogen werden.

Klein aber fein – in einer Seitengasse ganz unscheinbar gibts wunderbaren Wein und Bresola-Flammkuchen statt Chips.

Für uns ist es am Gardasee einfach zum Geniessen und Erholen. Abends in den Apéro und dann fein essen. Gemütlich die Stunden zu zweit verbringen, ohne grosses Programm. Und so sind wir auch ganz früh morgens schon auf unseren Abstecher nach Garda an den Markt und haben den Rest des Tages im Hotel rsp. in Torri verbracht.

In der Umgebung gibt es natürlich viele Dinge zu entdecken und Verona ist nicht weit weg und lässt sich wunderbar kombinieren. Wer einmal in der Arena eine Oper schauen möchte, sollte dies unbedingt tun. Wir haben Aida geschaut. Bei 30 Grad nachts um 10 eher ungewohnt und doch herrlich. Aber die Aufführung, das Bühnenbild, die Musik und die Choreographie waren unglaublich eindrücklich. Und wir erzählen immer noch mit Begeisterung davon. Die Aufführung war lang und wahnsinnig farbig und schön. Wir werden bestimmt mal wieder dorthin fahren.

Wir haben wieder unsere Koffer gepackt und sind Anfang Juli für 2 Wochen in die Ferien gefahren. Wieder führte uns unsere Reise nach Nizza in unsere liebgewonnene kleine Wohnung mit dem Traumblick auf den Hafen und das Meer. Für uns also nichts Neues, doch diesmal sind wir mit meinem Schatz zu dritt gewesen. Und trotz aller Vorfreude, wie so die ersten Ferien als Paar sind und dann noch als Familie, tja, das weiss man nicht wirklich im Voraus.

Um dem Stau und Verkehr etwas aus dem Weg zu gehen, haben wir beschlossen in den frühen Morgenstunden loszufahren. Geplant war 4 Uhr. Letztlich waren wir bereits um 3 Uhr unterwegs, da wir vor lauter Aufregung und Vorfreude nicht schlafen konnten – weshalb also wälzend im Bett liegen, wenn die Strasse ruft! Ohne Verkehr und vor der grossen Hitze, haben wir das Mittagessen bereits in Nizza einnehmen können.

Die Tage waren harmonisch, unkompliziert, friedlich. Wir waren im Flow und jeder von uns ist auf seine Kosten gekommen. Wir haben viel gebadet im Pool, sind rumgewandert in Nizza, haben neue Orte, Quartiere, Restaurants und Museen entdeckt. Es war perfekt und trotzdem so normal und unspektakulär. Wir haben Freundschaften geschlossen – wir grossen und die kleine.

Highlight der Gare du Sud

In Nizza gibt es seit Mai den Gare du Sud ein Foodmarkt im ehemaligen Gare de la Provence. Die Idee und das Konzept sind toll. An zig verschiedenen Ständen kann man, wie z.B. auch in Lissabon, sich nach Lust und Laune den Bauch füllen. Es gibt alles was das Herz begehrt. An zwei grosszügigen Bars gibt’s eine grosse Getränkeauswahl. Das alles inmitten der Stadt in einem Quartier, das vorher sicher nicht ganz so touristisch war. Uns hat es voll gut gefallen, dass wir gleich mehrmals dort gelandet sind. Auf alle Fälle ein Highlight in Nizza.

Kloster Cimiez und der Park

Ein Besuch des Quartiers Cimiez mit dem Kloster aus dem 12. Jahrhundert ist auch überaus lohnenswert. Neben dem hübschen Kloster, in welchem immer noch 7 Franziskanermönche leben, gibt’s einen grossen Klostergarten, der einem den Blick über die Stadt, den Chateau-Hügel und das Meer frei lässt.

Nizza und seine Museen – hier Matisse

Gleich angrenzend befindet sich das Musée Matisse. Und mit dem Ticket – welches 24 h gültig ist, haben wir nicht nur Matisse angeschaut, sondern auch noch das Archäologische Museum in Cimiez, die Palais Lascaris in der Altstadt und das MOMAC. Somit habe ich Museen gesehen, für 10 Euro, welche ich sonst nie besucht hätte. Aber ich kann dieses Ticket nur empfehlen.

Lavendelfelder bei Sault

Und weil es uns so gefallen hat, nach unserer tollen Reise in die Provence vom letzten Jahr, sind wir dieses Mal für 1 Nacht nach Roussillon gefahren und haben neben dem Okker-Garten auch die Abtei Notre-Dame de la Sénanque und Sault und die Lavendel-Felder besucht. Wir haben wieder im selben Hotel – dem Maison d’Ocre übernachtet und im selben Restaurant Znacht gegessen. Die Kellnerin konnte sich sogar noch daran erinnern, dass meine Süsse eine riesige Lasagne gegessen hat. Was sie auch dieses Jahr wieder tat. Über unsere erste Reise in die Provence und die Lavendelfelder inkl. der Tour mit Hotel-Tipps, berichte ich hier.

Abtei Notre-Dame de la Sénanque

Es darf auch leicht sein

Mir wurde auf dieser Reise oder in diesen Sommerferien bewusst, wie viel ich bisher allein gestemmt habe. Mit meiner Süssen letztes Jahr alleine in die Provence fahren und zurück, jeden Tag schauen, dass sie auch auf ihre Kosten kommt, ohne dass mir Schwimmhäute wachsen oder ich eine Erkältung einfange, vom stundenlangen im Wasser stehen und mit ihr schwimmen üben. Schauen, dass es ihr gut geht, Spass macht und auch ich es geniessen, mal Abstand gewinnen kann, vielleicht mal auswärts essen oder einen Apéro trinken. Bisher bin ich Abends nicht so weg mit ihr, wenn wir in Nizza waren. Auch Kontakte habe ich somit nicht so viele geknüpft oder eher im Zusammenhang mit meiner Süssen. Aber in diesem Jahr war alles leicht. Die Reise an sich, das Einkaufen, Kochen, Putzen, Organisieren. Abends öfter weg und Apéro trinken, fein essen gehen, auch mal Zeit haben, um ein Buch lesen. Ich wurde überall getragen und unterstützt. Ja, wir haben sogar Einheimische kennengelernt und meine Süsse hat Freundschaften mit drei kleinen Schweizerinnen geschlossen und die Mamas grad dazu. All dies konnte ich nur, weil jemand da war, der mir etwas abgenommen hat von all dem was ich gestemmt hab. Und ich muss auch ehrlich zugeben, das finde ich nicht selbstverständlich. So eng zu sein, eine Familie zu werden. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist das noch wertvoller, wieder jemanden zu finden, der bereit ist, sich mit Haut und Haar, kopfüber ins Abenteuer Familie und Beziehung zu stürzen. Das macht daher diese Ferien und die gemeinsame Zeit, die wir zu dritt erlebt haben, so kostbar und wertvoll. Und das Gefühl und dass alles auch Leicht sein darf und ist, ist unbeschreiblich.

Einatmen – ausatmen, sich immer wieder auf das Atmen besinnen, zur Ruhe kommen, sich mit sich und dem Körper befassen, ihn wahrnehmen, die Gedanken wahrnehmen. Einfach wahrnehmen ohne zu bewerten. Es ist. Nur reagieren, wenn es für einen stimmt. Auch nicht reagieren. Einfach einatmen – und wieder ausatmen.

8 Wochen lang habe ich einen Achtsamkeitskurs der Mirgros-Klubschule in Baden besucht. Wir haben zu verschiedenen Situation und Themen Achtsamkeit geübt. Wir haben mit Meditation, Yoga und anderen Techniken gelernt, sich wahrzunehmen, sich zu spüren, ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Es ist. Mir hat geholfen, sich Zeit zu nehmen. Für mich Zeit zu haben. Immer dienstags dort zu sein, zu trainieren. Und auch der Achtsamkeitstag, der einen ganzen Tag dauert, an welchem man einfach schweigt, den ganzen Tag ruhig bei sich ist und einfach die Übungen trainiert. Das hat mir geholfen und sehr gut getan. Es hat mir gezeigt, dass ich schon sehr Achtsam und bei mir unterwegs bin. Dass ich vieles richtiggemacht habe und mache und dass ich mich nun beruhigen kann, das festigen darf, was ich begonnen habe vor mehr als 5 Jahren.

Mein bestes Ich

Ich habe 5 schwierige Jahre hinter mir. Trennung. Scheidung. Kind plötzlich allein erziehen. In Abgrenzung zum Vater Grenzen setzen. Eine gute und stabile Beziehung zum Kind aufbauen. Single sein. Probleme im Job. Jobwechsel. Wieder eine schwierige oder anspruchsvolle Jobsituation. Vieles oder alles war sehr emotional und hat mich zum Teil nochmals an meine Grenzen gebracht. Mir war von Anfang an klar. Die Beziehung zu meiner Tochter ist das Wichtigste. Dies muss stabil sein und ein gutes Fundament haben. Dazu und damit ich ihr ein Vorbild sein kann, musste ich an mir arbeiten. Meine Werte, Grenzen, Prinzipien kennenlernen. Herausfinden wer ich bin, um ihr mein bestes Ich auf den Weg mitzugeben.

Als Single hatte ich viel Zeit, um mich mit mir zu beschäftigen. Ich habe auch zum Thema Beziehung und wie ich sie denn mal leben möchte, Gedanken gemacht. Und viele Wochenenden oder Abend war ich allein zu Hause und hatte Ruhe und Zeit für mich, um genau das zu machen, mir über mich und was mir in einer Beziehung, im Leben, im Job – in allen Bereichen denn wichtig ist.

Zu wissen, man schaffts allein. Zu fühlen, hören und spüren, was der Körper braucht, was der Geist braucht, das ist eine unvergleichliche Stärke und Macht. Denn darauf kann man sich immer besinnen, wenn es mal nicht so gut geht.

Früher war ich immer eher zurückhaltend, habe spät oder nicht reagiert und war deshalb oft frustriert. Dann hat es gewechselt. Von Stumm zu „jetzt sag ich immer lautstark meine Meinung“. Es fühlte sich wesentlich besser an, nicht mehr stumm zu sein, nur war die Art und Weise und die Lautstärke, aber auch die Emotion noch zu unkontrolliert. Und auch wenn es sich besser anfühlte, gut war es noch nicht. Es ist wie ein Pendel, das von einer zur anderen Ecke ausschlägt. Es war also das andere Extrem. Aber meine Bedürfnisse oder meinen Ärger oder meine Meinung wie auch immer zu kommunizieren, war eine Erleichterung.

Mit der Zeit habe ich dann gemerkt, es muss nicht immer laut sein, es muss nicht immer sofort sein, ja ich muss nicht mal schlagfertig sein oder eine super Antwort bereit haben. Und heute weiss ich, ich darf auch mal nicht reagieren. Im Kurs habe ich gelernt, dass ich Dinge so drehen kann, dass sie mich nicht mehr persönlich treffen. Und aufgrund dieser sich augenblicklich einstellenden Distanz fällt es mir hoffentlich leichter nicht gleich emotional zu reagieren.

Selbstbestimmt im Leben

In den letzten Wochen hat sich wieder einiges getan. Ich bin geschieden. Die Betreuung ist geregelt. Ich habe einen guten Job. Alles hat sich somit beruhigt oder ist geklärt. Ich habe eine stabile Partnerschaft. Mein Partner gibt mir Ruhe und das Gefühl angekommen zu sein. Er festigt mich, stärkt mich, unterstützt mich. Er macht mein Leben noch glücklicher, noch voller. Und ich bin froh, nicht mehr so viel Zeit alleine auf dem Sofa zu verbringen, sondern die Möglichkeit zu haben, die Zeit gemeinsam zu verbringen. Zusammen zu reisen, Weekends zu verplanen oder mal nichts zu tun. Zusammen einfach im Garten zu arbeiten, zu Kochen, zu Essen, zu Reden. Egal. Er bereichert mein Leben. Und ich spüre, ich komme an, in meinem Leben. In dem Leben, das ich so mir selber aufgebaut hab, mit den Menschen, die mir guttun und mir wichtig sind. Selbstbestimmt. Jetzt ist es Zeit anzukommen und das erreichte, erfahrene, erlebte, erarbeitete zu festigen. Der Kurs hat mir genau das gezeigt. Achtsamkeit ist einatmen, ausatmen. Achtsamkeit ist den Moment wahrzunehmen. Ihn überhaupt wahrzunehmen. Und wenn er gut ist, ist es schön. Wenn er nicht gut ist, muss ich es nicht persönlich nehmen. Ich kann es einfach wahrnehmen. Reagieren kann ich später.

Mit diesem Rucksack versuche ich nun meinen Weg zu gehen. Beharrlich. Weitgehend glücklich und zufrieden. Und glücklich bin ich in den letzten Wochen sehr. Ich lache, mache Witze und habe immer dieses versteckte lächeln in mir, voller Zufriedenheit.

Wir erweitern unsere Wohnung von Frühling bis Herbst, sobald es warm wird und solange es warm bleibt um unser 5. Zimmer – unseren Garten. Jedes Jahr pflanzen wir in unzähligen Töpfen Gemüse an, hegen und pflegen es, geben jeden Tag Wasser und verwerten das Gemüse dann in unzähligen feinen Gerichten. Wir lieben es abends länger draussen zu sitzen, zu reden, lachen, spielen. Ein gutes Glas Wein zu trinken und was Leichtes vom Grill zu essen. So sehen unsere Sommerabende aus.

Ich wollte immer einen gemütlichen Gartenbereich, der zum Verweilen und Draussen sitzen einlädt. In meinem Garten und Sitzplatz habe ich relativ viel Umschwung und Platz. Der Sitzplatz erstreckt sich über die ganze Länge der Wohnung und hat sowohl einen beschatteten Bereich unter dem oberen Balkon, wie auch eine Fläche die stark und bis zum Sonnenuntergang besonnt ist. Den vielen Platz habe ich nun in verschiedene Bereiche eingeteilt und mein Wunsch war, auch verschiedene Pflanzen und Gemüse zu ziehen. Unter der Überdachung habe ich neben einem Esstisch auch neu eine coole und gemütliche Lounge. Und auf der besonnten Seite steht ein kleiner Bistrotisch mit zwei Stühlen. Ich liebe es morgens früh, dort kurz zu sitzen und in der Morgenfrische den Tag zu starten. Einige schöne Solarlampen erhellen am Abend den Garten.

Letztes Jahr habe ich ausserdem einen massgefertigten Aluminium-Trog bestellt, um den Bereich vor der Trennwand zum Nachbarn schöner zu gestalten. Nun steht dort also ein gut 3 Meter langer Trog mit einem Apfel- und einem Quitten-Baum drin. Bin gespannt, wie viele Äpfel und Quitten ich dieses Jahr ernten darf. Unter den Bäumchen können wir nun Gemüse, Kräuter oder Blumen pflanzen. Die sonnige, windgeschützte Lage eignet sich gut für Tomaten. Ausserdem haben wir dieses Jahr in diesem Trog Kohlrabi, Salat und Kräuter gepflanzt. In sechs Töpfen wird’s zusätzlich noch Auberginen, Zucchetti und Gurken geben. Dafür sind wir extra in die Gärtnerei gefahren und haben uns beraten lassen. Es gibt schon viele Pflanzen, die für Töpfe geeignet sind und speziell dafür gezüchtet wurden. Somit eignet sich so ein Topf-Garten auch für den Balkon. Für meine Süsse ist es auch ein Erlebnis zusammen mit mir zu gärtnern, dem Gemüse beim Wachsen zuzuschauen und es dann beim gemeinsamen Kochen zu verarbeiten oder ganz einfach, zu pflücken und zu essen. Sie liebt es den Pflanzen Wasser zu geben und dabei noch ihre eigenen Wasserplansch-Spiele zu machen. Und kaum ist es warm, zieht sie ihre Badehose an und nutz den Rasensprenger für ne Abkühlung.

Und seit ich einen persönlichen Gärtner habe, ist der Rasen viel schöner, meine Pflänzchen gedeihen prächtig und abends sitzen wir am Tisch, essen ein feines Znacht, trinken ein gutes Glas Wein oder machen es uns gemütlich auf der Lounge. Mein 5. Zimmer ist jetzt fast perfekt. Es fehlen noch einige Deko-Elemente, um das Sommerfeeling zu Hause zu perfektionieren. Wohl fühlen tun wir uns alle schon und wir freuen uns auf den Sommer zu Hause – wenn das Wetter stimmt.

Massgefertigter Pflanztrog aus Aluminium: Rohner AG in Teufen AR

Menschen wurden erschaffen um geliebt zu werden. Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden. Der Grund warum sich die Welt im Chaos befindet, ist weil Dinge geliebt werden und Menschen benutzt werden.

Dalai-Lama

Dieser Spruch ist mir in den Sinn gekommen, als ich vor einigen Tagen mitbekommen habe, wie ein Bekannter seine emotionalen Empfindungen für einen monatlich fixen Geldbetrag erklärte. Er empfindet Gefühle dafür, dass er jeden Monat denselben Geldbetrag erhält und deshalb geht es auch nicht, dass er ihn nicht mehr erhält. Innerlich habe ich gelacht. Echt jetzt? Ich habe Gefühle für Menschen und nicht für Dinge. Gut, ich mag meine Wohnungseinrichtung, meinen schönen Garten, mein neues Auto oder meine tolle Garderobe, aber ich liebe meine Tochter, meinen Partner, meine Eltern und Familie und Freunde.

Ich habe tiefe Glücksgefühle, wenn ich meine Tochter draussen mit meinem Partner spielen und reden höre, während ich drinnen das Znacht vorbereite. Ich liebe es mit Freunden einen gemütlichen Abend zu verbringen und mit meiner Familie schöne Momente zu erleben. Oder ich verspüre tiefe Liebe und Dankbarkeit, wenn ich meine Süsse in den Armen halte, wenn ich mit ihr auf reisen bin, in den Ferien, auf dem Spielplatz oder schlicht mit ihr kuschle auf dem Sofa oder im Bett. Ich liebe meine Tochter, wenn ich sie anschaue, ihr Lachen sehe, ihre strahlenden Augen, sie singen höre, tanzen sehe oder ihr Schauspiel verfolge. Und ich liebe sie auch, wenn wir streit haben, sie schlecht drauf ist oder mal nicht so will wie ich. Meine Muttergefühle entstanden in der Schwangerschaft, seither ist diese Verbindung da und seither sehe ich mich sie beobachten mit Staunen und Freude. Ich liebe sie und nicht einen Geldbetrag, der vielleicht monatlich auf meinem Konto eintrifft. Auch wenn ich weiss, dass Geld für ein gutes Leben wichtig ist. Kein Betrag auf dieser Welt kann die Gefühle, die ich für sie empfinde nur im Ansatz aufwiegen.

Leider stelle ich fest, dass es oft so ist, wie im Zitat von Dalai-Lama beschrieben. Menschen lieben Dinge und benutzen Menschen. Sie lieben die Luxuskarosse oder die teuren Markenartikel. Und sie benutzen Menschen, um sich besser zu fühlen, besser zu positionieren, oder sich über sie zu erheben. Ich kann hier nur eins sagen, ich muss mich nicht mit solchen Menschen in ein Boot setzen. Ich erhebe mich nicht über andere, ich behandle als erstes Mal alle Menschen gleich. Ich respektiere andere Menschen und das Andersartige. Alles hat Platz. Was ich nicht mag, ist, wenn sich diese Menschen zusammen in ein Boot setzen, obwohl sie eigentlich nichts gemeinsam haben, um sich gegenseitig aufzuwiegeln, eben gegen Andersdenkende, andere Werthaltungen und Lebensweisen und dann noch schön tratschen und wilde Unwahrheiten in der Welt verbreiten. Solche Menschen mag ich nicht und so eine Einstellung habe ich selber zum Glück auch nicht. Das finde ich total oberflächlich.

Menschen benutzen Menschen oder erheben sich über sie, um sich besser zu fühlen.

Was bitteschön ist hier dann noch christlich! Wie auch immer, genau diese Menschen sind dann auch solche, die sich über Dinge identifizieren – teure oder exklusive Ferien, das moderne und teure Auto, die tolle Wohnung, obwohl man sie sich eigentlich nicht leisten kann. Ich bin der Meinung, dass nur, wenn man ganz bei sich ist und sich selber liebt, auch fähig ist, andere zu lieben. Dinge braucht man zum Leben – die einen mehr, die anderen weniger, aber Dinge geben nie dasselbe zurück, wie eine Umarmung oder ein feuchter Kuss deines Kindes.

Unser Mietzelt – geräumig und voll eingerichtet

Camping ist eine wunderbare Art Ferien zu machen oder ein verlängertes Wochenende zu verbringen. Nirgendwo ist die Natur so nah und das gibt ein unglaubliches Freiheitsgefühl. Nirgendwo sonst, ist man so schnell in Kontakt mit dem Zeltnachbarn und nirgendwo sonst finden die Kinder so schnell jemanden zum Spielen. Der Mikro-Kosmos auf dem Camping-Platz ist einfach spannend: Die Männerclicke, die mit 90 Litern Bier im Fass und Zapf-Kühl-System anreist, um eine Auszeit unter Kumpels zu nehmen. Die Familie aus Deutschland und der Schweiz, die sich in der Mitte zum gemeinsamen Familienwochenende trifft. Der Porsche Cayenne-Fahrer, der mit Familie im Luxuszelt ein verlängertes Wochenende verbringt oder die Senioren, die in ihrem Gärtchen sitzen und jedes Jahr von neuem die Menschen studieren. Camping ist für jedermann, jedes Budget, jeden Luxus. Und Camping bringt diesen Mikrokosmos zusammen, Menschen, die man sonst nicht trifft. Offen sollte man sein, neugierig und interessiert für den neuen Nachbarn, der nur 5 Meter neben einem seinen Wohnplatz hat. Ein kleines Paradies für Gross und Klein und jeden Geschmack.

Clamping auf dem Wirthshof

Wir haben unsere sieben Sachen für das Auffahrtswochenende gepackt und sind auf den Camping-Platz Wirthshof am Bodensee gefahren. Ich finde Camping wunderbar entschleunigend und trotzdem möchte ich nicht ganz auf ein Minimum an Luxus verzichten. Auch kann ich mir nicht vorstellen wirklich am Boden zu schlafen oder ein Zelt aufzubauen, das Essen nicht im Kühlschrank aufzubewahren, etc. Und wenn man selber keine Camping-Ausrüstung hat, kann man an vielen Orten Bungalow-Zelte, Mobile Homes oder Kabinen mieten.

Wir haben ein Bungalow-Zelt gemietet. Dort ist alles vorhanden, was man so braucht. Man schläft zwar im Zelt, aber auf einer Matratze. Für Esswaren, die gekühlt werden müssen, gibt’s einen Kühlschrank, zum Kochen hats einen Gasherd und sogar ein Toaster, eine Kaffeemaschine und ein Wasserkocher stehen zur Verfügung. Für die Sonne gibt’s einen Schirm und wenns mal regnet, bleiben die Füsse im Zelt trocken, weil der Boden mit Platten ausgelegt ist. Also Camping für Anfänger oder Camping im Luxus. Die Sanitär-Anlagen sind sauber und topmodern. Ausserdem gibt’s einen Indoor- und Outdoor-Spielplatz, einen beheizten Aussenpool und sogar Wellnessmöglichkeiten. Im Camping-Shop kann man neben den nötigsten Bio-Lebensmitteln auf Vorbestellung auch frische Brötchen fürs Frühstück holen. 

Wir sind erst abends angekommen und mussten nicht mehr lange das Zelt aufstellen, sondern konnten gemütlich einrichten, unsere Schlafsäcke ausrollen und das Essen einräumen. Dann gab ess ein schnelles Abendessen – Tortellini mit Cinque Pi-Sauce, gekocht auf dem Gasherd, hat allen geschmeckt. Und schon waren wir in den Camping-Ferien angekommen. Die Entschleunigung hat sich also praktisch sofort eingestellt.

Zum Frühstück gabs frische Brötchen und heissen Kaffee aus dem Bodum-Krug. Den Tag haben wir mit Erkundungen des Camping-Platzes, dem Hören von Märchengeschichten, dem Schliessen von Freundschaften und Kennenlernen der Nachbarn verbracht. Abends haben wir unseren neuen Camping-Grill eingeheizt und darauf unsere Bratwürste gebraten, dazu gabs Nudeln und Salat.

Ausflug zum Affenberg in Salem

Am Freitag dann sind unsere Freunde aus Ulm zu Besuch gekommen. Bei herrlichem Sommerwetter sind wir nach Salem zum Affenberg gefahren, haben am Nachmittag im Pool gebadet und in der Hofschenke mega fein Znacht gegessen. Es ist so wunderschön, wenn man einen herrlichen Tag mit guten Freunden verbringen kann und alle – ob gross oder klein, die Zeit geniessen. Der Affenberg ist ein 20 Hektar grosses Naturschutzgebiet mit Störchen, Rotwild, Wasservögeln, Karpfen und Berber-Affen. Diese Affenkolonie lebt in einem grossen Gehege – frei. Die Besucher können auf einem markierten Weg die Affen beobachten und mit Popcorn füttern. Für die Kinder ein Highlight.

Die Berberaffen lieben Popcorn.

Und weils das Wetter so schön war und wir uns auf dem Campingplatz so rundum entspannt und wohl gefühlt haben, sind wir statt auf einen weiteren Ausflug einfach den ganzen Tag dageblieben. Haben gespielt, gebadet, gegessen, getrunken, geredet, gelacht. Es ist so wahnsinnig toll, dass meine Süsse mit ihren neuen Freundinnen rumspringen konnte, spielen, singen und tanzen. Wir haben sie manchmal kaum noch gesehen oder nur kurz zum Hallo sagen und dann wieder davonzurennen, auf ein neues Abenteuer. Wir waren wirklich alle drei voll entspannt und glücklich.

Heim sind wir dann über Friedrichshafen – Romanshorn gefahren. Die 45-minütige Überfahrt auf der Fähre bei diesem herrlichen Wetter war ein Traum. Viel zu schnell ist unser Camping-Weekend verflogen. Wir haben keine Minute an Arbeit oder Zuhause gedacht. Es war perfekt. Perfekt, weil wir alle drei im Flow waren, uns miteinander so wohl gefühlt haben, jeder für sich geniessen konnte und wir alle einfach super Spass hatten. Und wir freuen uns jetzt schon auf unsere Sommerferien zu dritt und unser nächstes Camping-Abenteuer irgendwann.

Was wir beim Camping mit unserer Süssen geliebt haben

… das Staunen über das grosse Zelt und das Gewusel beim Einrichten.

… das schnelle Znacht – nämlich simple Tortellini mit Cinque Pi-Sauce – das draussen am kleinen Camping-Tisch viel besser schmeckt.

… die Entspannung, die eintritt, wenn das Zelt bezogen und eingeräumt, unsere Süsse davongesprungen ist und wir gemütlich etwas trinken – den Apéro oder Kaffee.

… das tolle Gefühl mit der Natur so verbunden zu sein, die frische am Morgen, die langen Abende draussen bis es dunkel ist, die leuchtende Sternennächte, das Vogelkonzert mit dem ersten Sonnenstrahl.

… die sofortige Vertrautheit, die einen mit seinen Zeltnachbarn verbindet, auch wenn die gerade erst eingezogen sind; auf dem Camping ist man eine grosse Familie.

… die Verbundenheit zwischen Campern: man hilft, wenn Hilfe gebraucht wird, füttert andere Kinder zusammen mit den eigenen ab und die Zeit zu zweit geniessen, während die Süsse mit ihren neuen Freunden spielt.

… die Freude unserer Süssen, die von morgens bis abends unbeaufsichtigt über den Campingplatz toben konnte.

… die Gelassenheit, stundenlang in der Sonne am Frühstückstisch zu sitzen, Kaffee zu trinken, zu reden, zu lesen, während unsere Süsse schon lange unterwegs ist.

… die Gemütlichkeit, mit der Süssen eingekuschelt in den Schlafsäcken herumzuliegen, wenn es draußen kalt ist.

… die Ruhe, die mit der Abenddämmerung ganz von selbst einkehrt und die wohlige Müdigkeit nach einem Tag an der frischen Luft

… eingekuschelt nah bei einander, mit den Geräuschen von draussen, dem letzten Geflüster, einzuschlafen.

… die Sterne, die so klar und nah scheinen, wenn man nachts mal raus muss.

Kleidung

Spezielle Kleidung ist zum Camping nicht nötig; das Stichwort lautet hier vor allem „wind- und wasserfest“ aber auch warm sollte die Kleidung sein, denn morgens und abends kann kühl werden.

  • Warme Schlafanzüge
  • Gute Regenkleidung, evtl. Gummistiefel
  • Genügend Kleider zum Wechseln.
  • Fleece spendet Wärme, ist leicht und trocknet schnell.
  • Unbedingt dabei: Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme

Sonstiges, wenn man im Mietzelt übernachtet

  • Küchenausstattung – ein Schneidebrett, ein scharfes Messer, Picknick-Flaschen, Plastik-Geschirr, Sackmesser
  • Salz und Pfeffer, Essig und Öl oder fix fertig Salatsauce
  • Kaffeepulver, Bodum-Kaffekrug
  • eine Packung Nudeln mit Tomatensauce
  • Weitere Lebensmittel
  • Taschenlampe
  • Haushaltpapier, Geschirrspühlmittel, Lappen, Geschirrtuch, Schwamm oder Bürste, Mülltüte
  • Camping-Tisch und Stühle, Liegestuhl, evtl. Sonnenschirm und –Spitz, Picknick-Decke