Lebensgedanken

Seit rund 3 Wochen sind die Restaurants wieder offen, etwas länger schon alle Läden, der ÖV läuft wieder normal und die Strassen sind wieder verstopft. Sämtliches Unterhaltungsangebot ist wieder verfügbar. Jeder kann seinen alten Gewohnheiten und seinem wohlbekannten Trott nachgehen. Dies zeigt sich auch, dass nun keine Menschenseele mehr der Reuss entlanggeht und die Parkplätze in der Reussebene wieder leer sind. Ja, dass ich wieder meine gewohnten Jogging-Runden drehen kann ohne Menschen auszuweichen oder eine weniger begangene Route wählen muss.

Ich habe 14 Wochen im Homeoffice verbracht und so viel gearbeitet. Im Tagesablauf hatte ich plötzlich mehr Zeit für die Arbeit, so ganz ohne Arbeitsweg. Mittagspausen oder generell Pausen fielen den vielen Stunden oder gefühlt Tagen in Videokonferenzen zum Opfer. Und daneben habe ich den Haushalt geführt, meine Süsse im Homeschooling betreut, hab für meine Eltern und uns eingekauft. Ich bin so oft es ging joggen gegangen und habe versucht über Telefon und Whatsapp unsere Freundschaften zu pflegen. Zum Glück hatte ich die Unterstützung gerade, was die Betreuung betrifft, aber es war in jeder Hinsicht anspruchsvoll. Dass die Schule wieder ordentlich losging, ist eine wichtige Entlastung, denn die Belastung mit Haushalt, Homeoffice & Homeschooling war doch enorm.

Nach 2 Monaten und mehr mit komplettem Stillstand, hat mir diese Öffnung zuerst etwas Angst gemacht. Und irgendwie bestätigt sich mein Gefühl, dass Corona keine Auswirkungen auf irgendein Verhalten hat, jeden Tag. Mit den letzten Lockerungen ist auch die letzte Rücksichtnahme weggefallen. Und obwohl überall Schutzkonzepte vorhanden sind im öffentlichen Raum, in Restaurants, in Einkaufsläden, habe ich sehr stark das Gefühl Corona ist vorbei, so wie es gekommen ist. Und was bleibt, ist einfach der wirtschaftliche Schaden.

Mich erstaunt das und ich kann nur den Kopf schütteln. Während 3.5 Monaten war Corona das dominierende Thema. Wir haben uns zu Hause zurückgezogen, haben einen neuen Alltag gelebt. Einen wunderschönen und gleichzeitig anspruchsvollen Alltag mit viel Familienzeit, viel Arbeitszeit, viel Zeit zum Kochen und einfach das schöne Zuhause zu geniessen. Wir haben gemeinsam gekocht, gemeinsam gespielt, gemeinsam die Gegend mit dem Velo erkundet. Wir waren 24 Stunden zusammen, während Wochen. Und es war wunderbar.

Darum habe ich mich gefragt, was bleibt denn für mich und uns als Familie nach Corona?

Ganz klar mehr Familienzeit.

Die Familienzeit hat uns zusammengebracht, hat uns gestärkt und hat uns gutgetan. Wir haben in einer schnelllebigen Zeit, in der man nie genug Zeit hat, Zeit geschenkt bekommen für uns als Familie. Wir haben viele Dinge gemeinsam machen dürfen, haben gekocht, gebastelt, gespielt, den Garten genossen, Netflix geschaut und sind Velo gefahren. Es war bestimmt auch nicht immer alles heiter Sonnenschein, manchmal wars jedem auch mal zu viel, aber ich kann sagen, diese Zeit als Familie wird mir als unendlich bedeutend und wertvoll in Erinnerung bleiben. Die Zeit, die uns zusammengeschweisst hat, die uns uns näher gebracht hat und die wir einfach so geschenkt bekommen haben. Dafür bin ich dankbar. Denn wir durften innehalten in unserem Zuhause als Familie. Die Zeit als Familie ist nach Corona noch wertvoller für mich. Und ich möchte bewusst, dieses Mehr an Familienzeit mitnehmen.

Mehr Ruhe & Einfachheit

Corona hat auch mehr Ruhe und Einfachheit gebracht. Wir haben viel Zeit zu Hause verbracht. Gemeinsam, ohne Termine, ohne Verabredungen, ohne Unterhaltungsprogramm, bis auf das, was wir selber ausgedacht hatten. Wir haben die Natur in der Umgebung entdeckt, wir sind Velo gefahren, frühmorgens gejoggt. Wir haben im Garten gepicknickt oder grilliert. Wir haben schon im April das 5 Zimmer eingeweiht. Wir haben gelesen, Gesellschaftsspiele gespielt, gemeinsam gekocht, tolle Rezepte entdeckt und uns kulinarisch zu Hause verwöhnt. Wir haben diese Zurückgezogenheit, diese Einfachheit zu Hause, diese Ruhe im Sein, einfach wir als Familie oder als Paar genossen. Und ich habs letztlich auch gebraucht – einfach nichts, einfach Ruhe, einfach Erholung. Die Wochen waren letztlich ja vollgepackt mit Video-Konferenzschaltungen und vielen Pendenzen. Die Zeit ist ja auch nicht stillgestanden, es war einfach ruhiger. Diese Ruhe, diese Einfachheit im Zuhause, im Sein als Paar und Familie. Nicht immer ein Programm haben, auch mal nichts tun. Das will ich mitnehmen aus Corona.

Freundschaften und Nähe

Wir hatten tolle Momente als Familie und auch verschiedene Begegnungen ausserhalb. Eine andere Verbundenheit mit Menschen, die einem nah sind, die sich um einen sorgen oder sich für einen interessieren. Und dann gab es Begegnungen, die mich sehr berührt haben, so wie die plötzliche Nähe zur Kirche, die ich erleben durfte. Ich habe jede Woche 2 Gebetsimpulse gekriegt vom Seelsorger, dazwischen auch Kärtchen oder sogar ein Telefon am Ostersamstagabend, all das hat mich bewegt und berührt. Es ist schon so, dass Corona uns geholfen hat, den Blick auf vermeintlich selbstverständliche Dinge zu schärfen oder als nicht mehr selbstverständlich zu betrachten. Dankbar sein für kleine Begegnungen und Zeichen der Freundschaft. Das möchte ich mitnehmen.

Mehr Zuhause

Nicht erst seit Corona, aber klar durch Corona, hat das Zuhause in einer Zeit, in der im Aussen nichts lief nochmals an Bedeutung oder Wert gewonnen. Für mich war schon immer wichtig, dass ich ein schönes, wohnliches Zuhause habe, in welchem ich mich wohlfühlen und geborgen sein kann. Seit ich mir meinen Wohntraum erfüllt hab, mit einer Küche, die so zentral für mich ist, genug Platz für meine Süsse, einem tollen Garten, der uns als 5. Zimmer dient im Sommer oder sobald die Sonne scheint, bin ich rundum happy. Mir ist ein schönes Zuhause wichtig, jemand anderem wahrscheinlich das dicke Auto, wieder jemandem anderen der nächste Wochenend-Trip. Und ich habe in den letzten Wochen, als uns wirklich nichts anderes übrig blieb als zu Haus zu bleiben, meinem Schatz immer wieder gesagt, wie glücklich wir doch sein können, genug Raum zu haben, einen schönen Garten und eine tolle Küche, einfach dieses tolle Zuhause. Uns hat es an nichts gefehlt. Unsere Wohnung ist unser Rückzugsort und Kraftort. Hier haben wir alles und verpassen da draussen nichts. Und das ist auch etwas, was ich aus Corona mitnehmen will. Wir haben hier alles und verpassen da draussen nichts.

Für mich darf die Möglichkeit der Zurückgezogenheit, der Ruhe, der Einfachheit, der Zeit als Familie anhalten. Ich möchte mir das bewahren und nicht so nach draussen gehen, als sei nichts gewesen. Denn Corona hat mir bestätigt auf was es wirklich ankommt.

In den letzten 8 Wochen war ich als berufstätiges Mami im Homeoffice und habe neben meiner 80% Tätigkeit in der Kommunikation, die Beschäftigung meiner Süssen organisiert, eingekauft für uns, eingekauft für meine Mama, den Haushalt geschmissen, das Freizeitprogramm ausgedacht und für Strukturen gesorgt. Ich hatte zum Glück die grosse Unterstützung von meinem Schatz, aber es war eine anspruchsvolle, intensive, herausfordernde und anstrengende Zeit. Es ist nicht ohne von 100 auf 0 den eingespielten Schul- und Arbeitsalltag plötzlich komplett neu zu gestalten, die Nerven nicht komplett zu verlieren und alle bei Laune zu halten. Gleichzeitig durfte ich neben meinem normalen Job noch die Krisenkommunikation zum Coronavirus für meinen Arbeitgeber machen. Also definitiv keine Plämperli-Zeit.

Tagesplan für mehr Struktur

Als die geregelte Schule ausfiel haben wir einen detaillierten und umfangreichen Tagesplan eingeführt und diesen jeden Abend für den nächsten Tag mit meiner Süssen angeschaut und besprochen. Wir haben so klare Strukturen geschaffen und das hat uns allen geholfen.

Der Tagesplan bis nach den Frühlingsferien sah etwa so aus:

8.00 – 8.30Frühstück
8.30 – 9.15Rechnen
9.15 – 10.00Turnen im Garten
10.00 – 10.45Deutsch (Schreiben, Leseverständnis, etc.)
10.45 – 11.30Pause
11.30 – 12.00Mittagessen kochen helfen
12.00 – 13.30Mittagspause
13.30 – 17.00Radfahren, Spielen, Basteln, Lesen, Tanzen, CDs hören, etc.
17.00 – 18.00Abendessen kochen helfen

Zweimal die Woche haben wir gemeinsam gekocht oder ich wurde bekocht. Am Nachmittag gabs meistens Bewegung draussen. Wir haben den gewohnten und seit 5 Jahren gelebten Betreuungs- und Wochenrhythmus beibehalten und auch in den Frühlingsferien einfach den neu organisierten Alltag gelebt. Struktur. Das war das wichtigste für unsere Süsse. Wir waren so alle zufrieden. Reibereien gabs wenige und obwohl wir so eng aufeinander gehockt sind, hats gut geklappt. Aber und das möchte ich betonen ohne Unterstützung von meinem Schatz hätte ich unmöglich den enormen Berg an Arbeit und die Betreuung und Beschäftigung meiner Süssen geschafft. Schlicht ein Ding der Unmöglichkeit.

Fernunterricht – Erwartungen nicht erfüllt

In den ersten 3 Wochen des Lockdowns wurden von der Schule nur wenige freiwillige Arbeiten zur Verfügung gestellt. Wir waren seit Beginn motiviert und haben freiwillig intensiv ganz viel mehr mit unserer Süssen gearbeitet. Nach den Frühlingsferien gings mit dem Fernunterricht los. Wir waren voller Erwartung. Der Fernunterricht war zwar etwas besser organisiert, aber ich hatte das Gefühl, dass es viel weniger strukturiert war, als wir es uns von den 5 Wochen zuvor und unserer eigenen Struktur gewohnt waren. Und die Menge an Arbeiten und Aufträgen – jetzt nicht mehr freiwillig – hielt sich auch sehr in Grenzen.

Selbstmanagement für 2. Klässler?

Es wurde uns mitgeteilt, dass die Kinder – unsere Süsse geht in die 2. Klasse – die Aufgaben selbständig erledigen können sollen. Ich habe aber festgestellt, dass das Selbstmanagement für meine Süsse einfach zu anspruchsvoll ist und sie sich selber noch nicht organisieren und auch die Aufträge im Rahmen des Tagesauftrags der Lehrerin nicht eigenverantwortlich angehen kann. Sie hat da klar unsere Führung und Unterstützung gebraucht. Und wie ich von anderen Eltern erfahren habe, waren wir nicht die Ausnahme.

Wir sind alle extrem gefordert

Ich habe mit Unterstützung von meinem Schatz den Unterrichts- und Lehrauftrag übernommen. Nicht freiwillig wohlverstanden. Und ich bin keine ausschliessliche Lehrperson. Ich habe noch weitere Verpflichtungen und als berufstätiges Mami sowieso generell das Kunststück zu erbringen Beruf und Familie zu vereinbaren. Ich war und bin durchaus bereit mit meiner Süssen zu rechnen und Deutsch zu lernen. Aber als dann die Lehrer noch das Gefühl hatten, mich mit Bastel-Aufträgen zu beschäftigen, habe ich dann wirklich rot gesehen. Ich habe das unmissverständlich bemerkt und wurde dann als überfordert abgestempelt. Es ist äusserst schade, dass hier nicht mehr Wohlwollen von den Schulen kommt. Dass von den Lehrpersonen nicht mehr Verständnis gezeigt wird für diese ausserordentliche Situation in den Familien und bei Eltern, die gerade extrem gefordert sind. Und wenn du nicht mitmachst, heisst es: „Schade, für das Kind.“ Und wenn du mitmachst, heisst es: „Schön, dass das Kind doch noch mitmachen konnte.“ Ich finde das herablassend. So wie wenn solche Bastelarbeiten überlebensnotwendig sind. Hier fehlt definitiv das Fingerspitzengefühl.

Mehr Wertschätzung und Akzeptanz

Wir sollten Wertschätzung erhalten. Also: «Ein Hoch auf uns!» So sollte es sein. Wir sollten beglückwünscht, gelobt und gefeiert werden. Was berufstätige Eltern in den letzten bald 8 Wochen geleistet haben in einem Alltag, der alles andere als normal ist, der uns in überaus grossem Mass fordert, ist unglaublich. Ein neuer Alltag, der uns an die Grenzen bringt, der aber gleichzeitig wundervoll ist, bereichernd, voller Chancen und Zeit als Familie. Wir sollten auch mal beklatscht werden. Wir sollten auch mal einen grossen Dank von den Schulen, den Arbeitgebern, der Gesellschaft erhalten. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass wir als Eltern die enorme Belastung mit Job, Haushalt und Homeschooling rsp. Betreuung und Beschäftigung der Kinder einfach so ohne mir nichts dir nichts leisten können und funktionieren. Es ist mega toll, wie wir uns durchgeschlagen haben als ErsatzlehrerIn, Mutter, Berufsfrau. Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen versucht, diese zusätzlichen Pflichtaufträge der Schule auch noch unter einen Hut zu bringen. Wir haben ja (nicht) Unmengen von freier Zeit zur Verfügung.

Drum ein Hoch auf uns! Ein Hoch auf wie wir alles meistern im Moment und ein Hoch auf unsere Stärke, Kreativität und guten Nerven, die wir definitiv alle brauchen.

Ich liebe Blumen. Wenn ich einen Strauss zu Hause habe, mache ich eigentlich immer ein Foto davon. Dazu noch eine schöne Vase. Und man hat den perfekten Hingucker auf dem Tisch. Die Blumen stehen bei mir immer auf dem Esstisch. Und der Esstisch ist das Zentrum. Jetzt sowieso, wenn ich zu Hause im Homeoffice am Tisch sitze und arbeite. Wenn wir drinnen frühstücken oder unsere Malzeiten einnehmen. Wir sitzen auch am Tisch uns spielen Spiele.

Blumen sind für mich ein Wohlfühlfaktor. Seit Anfang April als mir bewusst wurde, dass ich keine Blumen mehr im Laden kaufen kann, gönne ich mir mit einem Blumenabo wöchentlich einen Frühlingsstrauss. Diese kleinen Frühlingssträusse, vor allem die Tulpen, haben mir sehr gefehlt.

Diese Blumensträusschen haben uns ein klein wenig Normalität beschert in diesen ausserordentlichen Zeiten. Normalität, die uns Stabilität gibt. Und sie bereiten letztlich einfach Freude.

Ich freue mich, jeden Dienstag auf den neuen Strauss.

Wir haben 5 Wochen lang das Familienleben gemanagt. Wir haben uns organisiert, für meine Süsse haben wir täglich ein Tagesprogramm zusammengestellt. Wir haben jeden Tag strukturiert – es gab Lernphasen mit Rechnen, Lesen, Schreiben und Sport, genug Pausen, gemeinsamen Radtouren, Picknicks und Koch- und Backspass. Wir haben und das darf ich ganz ehrlich sagen, viele bereichernde Momente als Familie erlebt. Ich sehe diese Zeit nach wie vor als Chance. Diese Entschleunigung und das bewusste Innehalten. Ich gebe zu, es ist anspruchsvoll, vor allem nach so langer Zeit. Ich habe so viel Arbeit und so viele Pendenzen bei meiner Arbeit, ich bin überaus ausgelastet und auch belastet. Wenn ich nicht meinen Partner hätte, der mich in Bezug auf die Betreuung meiner Süssen unterstützt hätte, dann wäre das Arbeitspensum mit der Betreuung meiner Süssen zu Hause in der Katastrophe geendet und für mich unmöglich geworden. Und ich war voll ausgelastet mit der Corona-Krisenkommunikation für meinen Arbeitgeber. Dennoch, es war gut. Es war schön. Es war anspruchsvoll. Und es war eine Chance.

Fernunterricht als zusätzliche Herausforderung

Nun seit Montag haben wir neu den Fernunterricht. Nun kommt der Tagesplan von der Schule. Rechnen, Deutsch, Singen und Realien sind alles Fächer, die sich gut in unseren Tagesplan integrieren lassen. Jetzt geht die Schule «weiter», nun dürfen wieder neue Dinge gelernt werden. Neu wird wieder verlangt, dass strukturiert oder angeleitet gelernt werden soll. Und so heisst es, dass das Pensum oder die Aufgaben weitestgehend von den Kindern alleine und selbstständig erledigt werden können. Da tun sich meines Erachtens aber schon Gräben auf.

Welche 1. und 2. Klässler können selbstorganisiert Punkt für Punkt Aufträge erledigen?

Wie viele 1. und 2. Klässler können denn wirklich selbständig Aufträge Punkt für Punkt zu verschiedenen Fächern alleine erledigen? Meine Tochter benötigt eine genaue Führung und Anleitung. Ohne das geht’s einfach nicht. Und da ist die Herausforderung angesetzt. Ich sollte im Homeoffice arbeiten und gleichzeitig nun meine Tochter nach striktem Lern- und Fernunterrichtplan betreuen. Irgendwie geht das nicht auf. Und von der Schule wird jetzt erwartet, dass die Aufgaben nun erledigt werden. Sie sind nämlich nicht mehr freiwillig. Da ist nun auch der Haken. Rechnen, Deutsch, Singen und Realien sind als Kernfächer auch kein Problem. Hier haben wir schon immer ein grosses Engagement als Eltern geleistet und es macht auch Spass mit ihr zu arbeiten.

Werken als Beschäftigungsprogramm für Eltern

Doch was ist mit dem Fach Werken? Da hätte meine Tochter doch einen Hasenkopf modellieren sollen. Sie als knapp 8-Jährige kann das nicht allein. Es braucht intensive und gezielte Anleitung von mir. Das Problem – ihr machts keinen Spass und ich bastle nicht gern auf Auftrag für die Schule irgendwelche Dinge, die eh nur im Abfallkübel landen. Ich bastle mit meiner Süssen sehr gern. Wir haben zum Beispiel grad Betonhasen gegossen oder aus Aludosen Krönchen gemacht. Auch haben wir gekocht und gebacken. Aber ganz ehrlich ein Beschäftigungsprogramm für mich und auch uns beide brauche ich nicht. Ich bin gut ausgelastet mit meinem Job, dem Haushalt und der Betreuung und Begleitung meiner Süssen. Und wenn ich denn mal Zeit habe, werde ich bestimmt nicht auf Auftrag etwas basteln, das mir eh keine Freude macht. Das überträgt sich grad auch auf meine Süsse.

Gezielte Aufgaben – aber bitte mit Fokus auf Kernfächer

Ich kann grundsätzlich sagen, dass ich froh bin, dass jetzt gezielter und mehr Vorgaben von der Schule kommen. Ich bin aber sehr dezidiert der Meinung, dass man in diesen Fernunterricht klar auf die Kernfächer fokussieren sollte. Werken gehört nicht zu den Kernfächern und kann nach meinem Gutdünken auch gut aufgeschoben werden auf die Zeit, wenn der Unterricht wieder stattfindet.

Anpassung des 3-Phasenplans der Schule Aargau zwingend notwendig

Dass der Unterricht erst nach 5 Wochen strukturierter vorgegeben wird von der Schule und dass die Kinder wieder Neues lernen dürfen, finde ich super. Ich bin aber entsetzt, dass man vorher 3-5 Wochen einfach alleine gelassen wurde und selber die ganze Betreuungsaufgabe inkl. Freiwilliger Repetition übernehmen und organisieren musste. Der Kontakt zu den Lehrpersonen war minimal. Mich erstaunt dies. Und ich sehe diese 3 Phasenplanung, die vom Kanton vorgegeben wurde, sehr kritisch. Diese Notfallphasenplanung muss auf politischer Ebene zwingend angepasst werden. So eine struktur- und organisationslose Situation der Aargauer Schulen ist in Zukunft zu vermeiden. Der Kanton hat das Gesetz entsprechend anzupassen und die Schulen sind angehalten Konzepte zu entwickeln, dass der Unterricht jederzeit und kurzfristig auf Fern- und Online-Unterricht umgestellt werden kann.

In den letzten 3 Monaten wurde mir bewusst, was mir bei einer Arbeitsstelle und in der Zusammenarbeit mit Arbeitskollegen besonders wichtig ist. Zum ersten Mal seit Jahren bin ich einfach zufrieden im Job. Ich fühle mich angenommen, angekommen. Ich bin rundum motiviert und glücklich.

Es sind drei ganz einfache Punkte:

  • Wertschätzung und kollegiales Arbeitsumfeld

In meinem neuen Job, den ich nun seit 3 Monaten habe, ist es mir besonders aufgefallen. Meine Arbeitskollegen, mein Vorgesetzter, die Geschäftsleitung alle haben mich wohlwollend, interessiert und offen aufgenommen. Meine Meinung und meine Erfahrung zählen hier. Ich darf und muss mich einsetzen – strategisch, operativ. Ich kann mich überall einbringen, meine Ideen und Vorstellen. Ich werde angehört, unterstützt, ernst genommen. Ich fühle mich daher unglaublich wohl hier. Ich bin nach 3 Monaten schon voll integriert. Habe viele Projekte und bin schon ein integrierter Teil der Stiftung.

Die Einarbeitung verlief unangestrengt, ruhig und ohne grosses Programm. Die Arbeitskollegen sind alle interessiert und offen. Wenn ich eine Frage habe, irgendetwas nicht weiss oder Hilfe brauche, werde ich unterstützt. Meine neuen Arbeitskollegen sind da und helfen mir unkompliziert. Ich werde nicht als Konkurrenz gesehen und niemand hat das Gefühl, dass ich den Job eines anderen streitig machen könnte.

Es macht enorm viel Spass so zu arbeiten. Und es ist sehr motivierend.

  • Spannende Projekte und Sprung ins kalte Wasser

Kaum angekommen, bin ich bereits mit verschiedenen strategischen Projekten betraut und habe die Leitung von Teilprojekten übernommen. Es sind strategische Projekte. Und ich darf zusammen mit tollen Arbeitsgruppen die Vision weiterentwickeln, das Intranet aufbauen, die Kommunikation vorantreiben. Ich habe schon lange nicht mehr so arbeiten dürfen. Auch hier, meine Erfahrung und Meinung wird grundsätzlich nicht in Frage gestellt. Die Vorgehensweise oder Herangehensweise wird unterstützt und ich habe das Vertrauen der Geschäftsleitung die strategischen Projekte umzusetzen. Ich bin ausserdem nicht allein. Zum ersten Mal seit Jahren hab ich endlich wieder Projektverantwortung und werde entsprechend ernst genommen. Zu Beginn wars ein Sprung ins kalte Wasser, der sich nun als absolut bereichernd und motivierend herausstellt.

  • Entwicklungsmöglichkeiten on- und off-the-Job

Es heisst immer, Entwicklungsmöglichkeiten im Job sind enorm wichtig. Ich habe leider noch nie einen Arbeitgeber gehabt, der mich on oder off the Job fördern wollte, oder nur bedingt. Sobald ich Interesse zeigte oder mehr wollte, wurde ich zurückgepfiffen oder es hat dann für mich nicht gegolten. Hier habe ich nach nicht mal 3 Monaten die Zusage für eine Weiterbildung im Führungs- und Management-Bereich. Motivation pur! Oder? Weiter werde ich hier gefordert und gefördert. Es macht enorm Spass, dass ich sowohl strategisch als auch operativ mitarbeiten und mitdenken darf.

Zickenkrieg, Gärtchendenken und Missgunst waren noch nie mein Ding. Führungsschwäche und ein schwaches Management sind ebenfalls Gründe weshalb die Mitarbeiter unzufrieden sind. Ich habe in den vergangenen Jahren – es waren mehrere und auch mehrere Arbeitsstellen festgestellt, dass es allzuoft an der massiven Führungsschwäche liegt, die Missgunst, Gärtchendenken und Zickenkrieg begünstigen und letztlich Grund sind für Burn-out und psychische Probleme. Und heute bin ich mehr als zufrieden und dankbar für die Chance, die ich in diesem Job nun erhalten habe. Es wurde Zeit und jetzt ist es gut. Ich schaue nicht zurück, denn ich gehe nur vorwärts.

In der Glücks-Forschung gibt es fünf Pfeiler, die dazu beitragen, dass man dauerhaft glücklich ist:

Soziale Kontakte zu Freunden und Familie, Gesundheit (Sport und Ernährung), einen Job, der einem Freude bereitet, dankbar sein, Realitätssinn und im Hier und Jetzt leben. Gerade in den Zeiten des Verzichts ist es für das persönliche Glück wesentlich, wie man gelernt hat Glück zu empfinden und zu leben.

Hier einige Gedanken, weshalb ich mich trotz Krise glücklich und zufrieden fühle.

Wir müssen derzeit auf einiges verzichten – vor allem auf den grenzenlosen Konsum. Wir haben in einer Zeit gelebt, in welcher wir übersättigt waren an Konsummöglichkeiten – Einkaufen, Shoppen, Reisen, Unterhaltungsangebote ohne Grenzen und Limit. Alles war möglich und es gab keinen Stillstand. Ich für mich befasse mich schon länger mit dem Bewusst leben. Was macht mich glücklich? Wann empfinde ich Freude? Vielleicht hilft mir dieses Bewusstsein jetzt, doch auch ich bin und war nicht gefeit auf all die Konsummöglichkeiten zu verzichten.

Freude an den kleinen Dingen

Ich reise fürs Leben gern. Nizza als meine 2. Heimat ist einer Lieblingsorte und schnell bekomme ich jeweils Fernweh nach Nizza. Es fehlt mir auch jetzt. Die Vorstellung in den Frühlingsferien nicht nach Nizza zu können, löst eine gewisse Wehmut aus. Andere haben vielleicht ein Problem damit, dass sie nicht zum Coiffeur können, in die Maniküre oder Kosmetik. Wieder andere kochen vielleicht nicht gern und sehnen sich nach den offenen Restaurants. Wir gehen auch gern im Restaurant essen oder unternehmen am Wochenende regelmässig Dinge wie in den Zoo gehen, ins Kino, ins Schwimmbad oder machen einen Ausflug auf einen Berg. Ab und zu unternehmen wir einen Weekendtrip ins nahe Ausland, gehen einkaufen und shoppen. Ja, einfach was jeder gern tut. Aber im Moment erfreue ich mich, in meiner Küche feine Gerichte zu zaubern oder meinem Schatz und meiner Süssen beim gemeinsamen Kochen zuzuschauen. Und ich bin voll zufrieden damit.

Gemeinsame Zeit bekommt mehr Bedeutung

Wir treffen auch uns sehr gern mit Freunden und Familie, laden sie zu uns ein und verbringen so unvergessliche Momente und gemeinsame wertvolle Zeit. Das ist war schon länger in unserer Familie ein Credo – keine Geschenke, sondern wir schenken einander gemeinsame Zeit. Im Moment können wir unsere Freunde und Familie nicht treffen, bleiben wie vorgeschrieben zu Hause und versuchen den Kontakt über Video-Telefonie oder Telefon aufrecht zu erhalten. Das hat uns schon viele lustige Momente beschert, aber es wird nie ein Ersatz sein für das persönliche Beisammensein.

Ich habe mich gefragt, was ich denn für ein zufriedenes und glückliches Leben brauche und worauf ich verzichten kann.

Der bewusste Verzicht in einer von Konsum und Unterhaltung orientierten Gesellschaft überlebt das vielleicht auch die Corona-Krise?

Freunde und Familie helfen das Wohlbefinden zu steigern

Ich merke derzeit, wie wichtig mir Freundschaften, Familie, mein Schatzu und meine Süsse sind und dass mir die gemeinsame Zeit heute noch wertvoller erscheint. Der Moment, wenn man gemeinsam lachen kann, einfach unbeschwert sein. Wenn meine Süsse wieder mal den Clown macht und wir gemeinsam einfach Tränen lachen. Oder wie bedeutend plötzlich ein Telefon mit einer Freundin wird oder das Video-Telefon mit dem Bruder der Ersatz wird für die Diskussion bei guten Essen und einem Glas Wein am Esstisch. Ich freue mich jetzt schon darauf alle wieder in die Arme zu schliessen, mit meiner Familie am Tisch zu sitzen und zu diskutieren. Auch stelle ich mir jetzt vor, wie ich eine Festbank in den Garten stelle und eine Grillparty nach der anderen schmeisse, um das Leben und die Gesundheit zu feiern mit den Menschen, die mir so viel bedeuten.

Ein Rückzugs- und Kraftort schaffen

Was mir in dieser Zeit auch bewusst wird, ist wie wichtig mir ein schönes Zuhause ist. Meine Wohnung ist unser Kraft- und Rückzugsort. Und gerade jetzt, da wir alle zu Hause bleiben und kaum rausgehen können, ist es wunderbar, dass wir uns in die Zimmer zurückziehen können, jeder wuselt was und wir treffen uns in der Stube zum gemeinsamen Spielen, TV schauen, Essen und Beisammen sein. Auch der Garten ist gerade ein Segen und eignet sich als 5. Zimmer zum Durchlüften, Entspannen, Spielen und Sport machen. Wenn es draussen sonnig und warm ist – ein Glücksort. Mir war schon immer wichtig schön zu wohnen und gerade jetzt bekommt dies noch mehr Bedeutung. Wir verpassen echt gerade nichts da draussen – aber auch zu normalen Zeiten sind wir einfach wahnsinnig gern zu Hause.

Und ganz wichtig und für mich fast das Zentrum ist meine Küche. Hier verbringe ich gerade sehr viel Zeit beim Kochen und Backen. Ich probiere viele neue Rezepte aus und werde auch von meiner Süssen und meinem Schatz verwöhnt. Sie kochen nämlich jetzt ein Mal pro Woche gemeinsam etwas für mich.

Im Hier und Jetzt leben, um bei sich anzukommen

Mehr bei mir zu sein und nicht das Gefühl zu haben, da draussen etwas zu verpassen. Das spüre ich schon länger. Ich bin bei mir in meinen vier Wänden glücklich und zufrieden – und das nicht erst seit dem Lockdown des Bundesrates. Für mich ist Lebensqualität bewusst zu entscheiden auch mal zu Hause zu sein und mich an den kleinen Dingen zu erfreuen. Genau das versuche ich ja mit meinem Blog hier immer wieder hervorzuheben. Es hat mit Einfachheit zu tun und auch Konsumverzicht. Worauf kann ich also verzichten und was fällt mir schwer?

Dinge, Orte und Menschen, die mir fehlen

Wie eingangs erwähnt – auf Nizza und die Wohnung und Zeit dort verzichten zu müssen, löst eine gewisse Wehmut aus. Aber darauf zu verzichten ist irgendwie kein Weltuntergang, es besteht ja die Möglichkeit wieder dorthin zu reisen, wenn es möglich ist. Hätte ich die Wahl nur noch 1x pro Jahr an einen Ort reisen zu können, wäre das wahrscheinlich schwieriger, aber ich denke auch das wäre keine Katastrophe. Mir fehlt es zwar, aber im Moment gehe ich davon aus, dass ich irgendwann wieder reisen werde und auch nach Nizza fahre.

Langfristig wird mir die Familie und das Treffen von Freunden fehlen. Aber mir fehlt zum Beispiel nicht, dass ich gerade nicht ausgehen und im Restaurant essen kann oder mal in einen Café sitzen und dort einen Kaffee trinken.

Aufgefallen ist mir allerdings, dass es keine frischen Blumen mehr zu kaufen gibt und ich doch frische Blumen liebe und eigentlich auch immer einen Strauss zu Hause habe. Ich werde mir aber nun ein Blumenabo machen und von einem Blumengeschäft wöchentlich Blumen liefern lassen.

In der Zwischenzeit bastle ich mit meiner Süssen zum Beispiel haben wir tolle Osterhasen aus Beton gegossen. Wir haben Kresse gesäht und schauen ihm beim Wachsen zu oder haben statt im Wald gebrätelt, das Picknick mit Grillwurst im Garten gemacht.

In der Küche bin ich auch sehr kreativ und hab nun viel Zeit und Musse zu kochen und zu backen. Die kulinarischen Erlebnisse freuen meine Süsse und meinen Schatz.

Diese Zeit als Chance sehen

Wir müssen gerade auf so vieles verzichten und doch – ich kann sagen, es geht mir ausgezeichnet. Ich bin glücklich und voller Energie, habe in meinen eigenen vier Wänden viele Ideen und Projekte, bin kreativ und entdecke vom Sofa aus viele neue Möglichkeiten – die uns die digitale Welt ja auch grad liefert. Ich habe auch nicht Angst, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Sondern ich sehe diese Zeit als Chance für mich, um zur Ruhe zu kommen, noch mehr bei mir zu sein. Ganz egal, was da draussen passiert und das hoffentlich auch für die Zukunft. Das ist für mich Lebensqualität.

Zuhause bleiben. Das hat der Bundesrat verordnet. Nur noch falls nötig nach draussen gehen. Es ist doch eine einfache Ansage. Oder? Parties sind abgesagt, Restaurants, Läden und Freizeitangebote zu. Es gibt dafür ja offensichtlich Gründe. Und doch, irgendwie scheinen es viele nicht zu begreifen. Jetzt versammelt man sich auf Spielplätzen, am See und an Feuerstellen – in Horden! Wartet ab. Die Ausgangssperre ist nur eine Frage der Zeit und dann bestraft ihr auch die, die sich jetzt an die Regeln halten. Egoismus ist jetzt fehl am Platz.

Ich bin oft zu Hause, nicht erst seit der Bundesrat uns aufruft zu Hause zu bleiben und mehr oder weniger alle Freizeitmöglichkeiten beschränkt oder unterbunden hat. Und ja, Ich bin sehr gern unterwegs, ich reise auch sehr gerne, aber gerade so schön finde ich es zu Hause zu sein. Bei mir muss nicht immer etwas laufen und wir haben bewusst nicht immer Programm. Einfach mal sein und nichts tun. Einfach mal zu Hause wuseln, lesen, auf dem Sofa sitzen, Tee trinken, kochen, backen, den Sitzplatz geniessen. Das schöne Zuhause geniessen. Auch das kann ich. Ich habe die Vorzüge von Zuhause sein – auch mit Freunden und Familie – schon lange erkannt und ich verpasse nichts da draussen und jetzt erst recht nicht. Nur das begreifen das nicht alle.

Ich kann mir vorstellen, dass dies nicht jedem gleich leichtfällt und einem durch diese drastische Anordnung des Bundesrats plötzlich die Decke auf den Kopf fällt. Wenn man sich nicht mit sich selbst beschäftigen kann, ständig unterwegs ist und immer Programm hat, kann dies Anordnung doch sehr einschneidend sein. Man weiss plötzlich nicht mehr, was mit sich und der Zeit anfangen. Man fühlt sich schlecht, weil man sich plötzlich mit dem eigenen Dasein, dem Partner und der Beziehung auseinandersetzen muss, da ausweichen, davonlaufen und wegschauen nicht mehr möglich ist. Aber jetzt ist echt nicht die Zeit, um Parties zu feiern und sich in Menschenhorden in der Öffentlichkeit rumzutreiben. Jetzt ist die Zeit zu Hause zu bleiben. Sich zurückzuziehen und auszuhalten.

Es ist die Zeit des Innehaltens. Was kann uns jetzt besseres passieren?

Es ist die Zeit des Innehaltens. Was kann uns Besseres passieren. Wir kriegen Zeit mal nichts zu müssen und doch die Freiheit innerhalb der eigenen vier Wände alles zu dürfen. Ich versteh nicht, wie die Leute das nicht begreifen. Und wenn uns die Ausgangssperre auferlegt wird, weil es immer noch Hirnlose gibt, die Parties veranstalten, dann krieg auch ich dann den Koller – weil ich doch gerne am Morgen in Ruhe meine Runde jogge in der Reussebene. Wohlgemerkt allein und es sind auch nicht viele Leute unterwegs morgens.

Dass mir Zuhause die Decke auf den Kopf fällt, wird schwer. Ich habe immer genug Ideen und Pläne, die nicht mir Reisen und Unterwegs sein zu tun haben. Es gibt unzählige Dinge, die mich die Zeit vergessen lassen und erst noch Freude machen.

Hier meine 10 Inspirationen

1. Gemeinsam Kochen und Backen

Ich koche und backe fürs Leben gern. Gerade jetzt, wenn wir zu dritt immer zu Hause sind, essen wir natürlich dreimal am Tag. Das gibt viel Gelegenheit um zu gemeinsam zu kochen und backen. Das ist daher eine gute Beschäftigung für alle. Ich kann meiner Süssen das Kochen beibringen und neue Rezepte ausprobieren. Hier sind schon einige Inspirationen abgelegt. Und nicht nur das Kochen und Backen macht gemeinsam mehr Freude, auch gemeinsam am Tisch sitzen und zusammen zu essen, zu reden und sich auszutauschen, ist ein wichtiger Familienbestandteil. Den wir hochhalten und sehr schätzen.

2. Basteln mit Kids

Unsere Bastelbox steht bereit. Und im Frühling gibt es unzählige Bastel-Ideen – Wie wärs mit Ostereier bemahlen oder Osternestchen basteln? Im Internet gibt es unzählige Anleitungen und Ideen zum Basteln mit Kindern.

3. Spiele spielen

Wie wärs, wieder einmal zusammen ein Uno, ein Eilemitweile oder ein anderes Gesellschaftsspiel zu spielen? Das Vertreibt die Zeit und macht gute Laune. Wir spielen regelmässig mit unserer Süssen.

4. Lesen oder einander vorlesen

Lesen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Gerade habe ich die 6-Teilige Reihe über die 7 Schwestern von Lucinda Riley fertiggelesen. Und nun werden meine Süsse und ich gemeinsam ein Buch lesen. Sie wird in der Online-Bibliothek – die bleibt ja zugänglich ein Buch auslesen und wir werden jeden Tag darin lesen – sozusagen unser Corona-Lese-Projekt.

5. Wieder mal einen Brief schreiben

Und weil wir jetzt unsere Liebsten nicht mehr einfach so und so oft sehen können, habe ich mir überlegt, endlich mal wieder Briefe zu schreiben. Meine Süsse wird dazu Zeichnungen machen und wir werden hoffentlich viele Menschen damit überraschen können.

6. Gärtnern auf dem Balkon oder im Garten

Gärtnern und den Garten auf Vordermann bringen, ist auch eine gute Beschäftigung mit Kindern. Zwar ist es noch etwas früh für die Bepflanzung von Gemüse, aber man könnte jetzt mit der Aufzucht beginnen und die Samen ansähen. Auch eignet sich das Wetter, um den Sitzplatz und Balkon zu reinigen, die Gartenmöbel zu putzen, die Lounge herauszuholen und das 5. Zimmer zu eröffnen. Wir haben das bereits gemacht und geniessen nun die Sonne in unserem Garten.

7. Fotos bearbeiten und Fotobücher erstellen

So banal es tönt, jetzt ist auch endlich Zeit, um Fotos zu sortieren und Ordnung in die Bildersammlung zu bringen. Und wenn man alles schön sortiert und geordnet hat, kann man aus den tollsten Bildern pro Jahr oder Ereignis tolle Fotobücher erstellen. Und in Erinnerungen schwelgen, von Ferien oder Ausflügen Träumen und sich an den schönen Bildern erfreuen, was passt besser in diese Zeit. Fotos sortieren und Fotobücher erstellen, ist ja definitiv etwas, was ich immer auf der ToDo-Liste habe, aber stets vor mir her schiebe.

8. Die Sonne auf dem Balkon/im Garten geniessen

Was gibt es schöneres als im Garten zu sitzen, zu lesen, zu spielen, die warmen Sonnenstrahlen zu geniessen und sich auszuruhen? Es ist gerade die perfekte Zeit, um alles für den Frühling draussen zu starten und den Grill anzuschmeissen. Es ist nie zu früh dafür.

9. Frühlingsputz und Entrümpelungs-Aktion

Wenn man dann gar nichts mehr zu tun weiss und vor lauter herumliegen einem langweilig wird, wie wärs mit Frühlingsputz? Fensterputzen? Vorhänge waschen, mal gründlich reinigen, ausmisten und entsorgen. Jetzt oder nie! Ich habe bereits damit begonnen – der Backofen hat schon eine Reinigung erhalten. Fenster und Vorhänge folgen. Und das lässt sich doch durchaus mit den Kindern machen. So können sie grad lernen, was es heisst zu putzen und reinigen. Und gleich danach kann mit der schon längst überfälligen Entrümpelungsaktion fortgefahren werden. Alter Ballast kann abgeworfen und Raum für Neues geschaffen werden.

10. Nach draussen gehen zum Spielen, Radfahren, Spazieren oder Wandern und Bräteln im Wald

Und zu guter Letzt, so lange es noch möglich ist, ist durchaus auch Zeit, um nach Draussen zu gehen zum Joggen, Velofahren, Spazieren, Bräteln. Einfach weils grad schön ist. Aber Achtung – auch hier gilt: Abstand halten. Menschen-Massen vermeiden und nicht in Reih und Glied am See sitzen. Das war ja nicht die Idee hinter der Notlage, die das Corona-Virus mit sich gebracht hat. Drum – Frische Luft und Bewegung ja, aber keine Parties und Menschen-Massen meiden.

Ich habe keine Panik, aber Moment kommt man nicht am Coronavirus vorbei. Informationen und Nachrichten dazu sind omnipräsent. Ich selber bin im Krisenstab bei meinem Arbeitgeber involviert und informiere täglich die Arbeitskolleginnen und -kollegen mit Updates dazu. Es ist eine neue Situation und der Bundesrat hat mit seinem Verbot von Grossveranstaltungen und dem ganzen Krisenplan in dieser besonderen Lage klar und unmissverständlich kommuniziert. Es ist super, dass von Oben klare Anordnungen und Informationen verbreitet werden. Das gibt Sicherheit.

Regeln vom BAG sind einfach

Die Regeln sind einfach und verständlich. Auf den ersten Blick schränken sie uns wenig in unserem täglichen Leben ein und bei uns kommt bisher auch keine Panik auf. Wir achten auf gute Hygiene, waschen ganz oft die Hände, Husten in die Armbeuge, geben die Hand nicht mehr und bewegen uns effektiv weniger im öffentlichen Raum. Ich musste vorher schon mit dem Auto pendeln und habe auch hier keine Einschränkung, ausser dass ich feststelle, dass jetzt mehr Personen im Auto unterwegs sind. Meine Anfahrtszeit zur Arbeit hat sich so um 10 Minuten pro Weg verlängert.

„Nicht-Hände-Schütteln“ muss geübt sein

Soweit so gut, mit einigen Hürden in der Anfangszeit. So klappt es mit dem «Nicht-Hände-Schütteln» gerade auf der Arbeit – und ich arbeite im Gesundheitsbereich – noch nicht wirklich. Es ist üblich und auch sehr ausgeprägt, dass man sich die Hand gibt beim Hallo und Tschüss sagen. Und da ich erst seit rund 2 Monaten auf dieser Stelle arbeite habe ich immer noch Kennenlern-Treffen und auch da ist es üblich sich zur Begrüssung die Hand zu geben. Als ich letzte Woche die «Nicht-Hände-Schütteln»-Regel anwenden wollte, ist so einiges schiefgelaufen. Entweder wurde ich schief angeschaut, als ich verkündet hab, ich geb nicht die Hand oder mir wurde mitgeteilt, dass man sich nicht daranhalte, das sei ja doof. Das hat dazu geführt, dass ich 5x innerhalb von 2 Stunden die Hände desinfiziert oder gewaschen habe.

Virus bremst unsere Konsumgesellschaft und macht Panik

Was ich gar nicht nachvollziehen kann, ist diese Panikmache. Jede Grippe-Epidemie hat mehr Todesopfer und Grippeerkrankte. Neu ist ja, dass dieser Virus bis zu uns gekommen ist. Es ist doch keine Endzeitstimmung. Dass er so schnell bis nach Europa gekommen ist, hat ja auch mit unserem Lebenswandel zu tun. Möglichst viel reisen, möglichst viel unterwegs. Man will frei sein, man ist voll verplant und hat immer Programm. Zuhause in den eigenen vier Wänden sein – unvorstellbar. Genau deshalb denke ich jetzt ja auch darüber nach. Menschen kriegen Panik, weil wir alles haben. Wir können überall hin, können uns alles leisten, können tun und lassen was wir wollen und jetzt sollen wir plötzlich gewisse Dinge nicht mehr. Das schränkt ein. Etwas, was sich unsere Gesellschaft, die voll auf Konsum aus ist, gar nicht mehr gewohnt ist. Eine Verordnung von Oben gabs noch nie. Und anstelle sich endlich mal auf das was wirklich wichtig ist im Leben zu konzentrieren, herrscht Panik. Hamsterkäufe, Hamsterrei von Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken, überrennen von Notfallstationen in Spitälern. Irgendwie frage ich mich, wo denn hier und heute der gesunde Menschenverstand abgeblieben ist. Oder einfach die Achtsamkeit. Braucht man denn immer in Bewegung zu sein, immer etwas unternehmen, immer Programm? Geht auch Verzicht? Ist gerade im Moment nicht vielleicht der Zeitpunkt für mehr Achtsamkeit? Mehr bei sich sein? Ich bin gern zu Hause. Wir haben nicht immer Programm und verfallen auch nicht dieser ständigen Konsumlust. Heute überlege ich mir zusätzlich einmal mehr, ob es nun wirklich notwendig ist, die Wohnung zu verlassen oder dies und jenes zu machen. Alles hat Zeit und so dringend ist effektiv nichts.

Etwas mehr denken, bevor man rausgeht hilft

Ich überlege ich mir, wenn ich raus gehe, wen ich treffen könnte, worauf ich achten muss, damit ich nicht in brenzlige Situationen komme. Gut, ich gehe auch selten an Grossveranstaltungen und plane auch keine Reise in vom BAG deklarierte Krisengebiete. Bisher.

Vor einem Jahr habe ich mich hingesetzt und meinen Blog monpetitbonheur.ch zum Leben erweckt. Das Bedürfnis nach Kreativität im Schreiben und Fotografieren hatte ich schon einige Zeit. Abends nach der Arbeit war ich nicht müde, sondern voller Energie. Ich war aktiv, interessiert, wissbegierig und hatte viel Zeit. Mein Job hat mich damals, als die Idee entstand, nicht ausgelastet und auch irgendwie nicht befriedigt. Was damals als Idee in meinem Kopf rumgeschwirrt ist, habe ich erst einmal zu Papier gebracht. Sofort war mir aber der Name des Blogs klar: monpetitbonheur.ch – mein kleines Glück. Ich hatte die Idee darüber zu schreiben, was mich glücklich macht. Denn obwohl nicht alles rosig und heiter war, so habe ich ganz oft eine tiefe Dankbarkeit und ein grosses Glücksgefühl verspürt über mein Leben und was ich mir erschaffen hatte. Mon petit bonheur passt drum perfekt zu meiner Geschichte.

Schreiben und fotografieren bringen Freude

Damit mein Blog aber wirklich online gehen konnte, musste ich einiges vorbereiten. Ich habe das Logo selber entwickelt, die Navigationsseite und Kategorien festgelegt, die Seite gestaltet, mir Gedanken über den Inhalt gemacht. Dann habe ich erste Texte geschrieben, Fotos bearbeitet und zu den Texten ausgewählt und versucht über Facebook einige Leser zu begeistern. Was dabei rauskommen wird und ob ich genug Ideen, Zeit und Musse finden würde, immer wieder mal einen Beitrag hochzuladen, das wusste ich nicht. Und nun ist schon ein Jahr vergangen. Ich habe ohne Zwang aber mit der Freude am Schreiben und Fotografieren begonnen und in einem Jahr praktische jede Woche einen Artikel veröffentlicht. Zeitweise war es auch etwas Therapie und Beschäftigung. Vor allem in Phasen, wenn es mir beruflich nicht so gut ging, gab mir der Blog viel. Nämlich viel Freude und Befriedigung zu schreiben und fotografieren. Ich bin selber grad voll überrascht, wie leicht es mir von der Hand ging und wie gut ich meine Ideen umsetzen konnte.

Ich habe meine Gedanken verewigt, über Lifestyle, Kochen, Backen, Reisen und ganz oft über Nizza geschrieben. Und ich habe noch nicht genug. Gerade habe ich eine Blogplanung fürs 2020 erstellt und bin daran meinen Blog nun zu optimieren und weiter bekannt zu machen. Dabei habe ich mir nun professionelle Hilfe geholt für die SEO-Optimierung, Social Media Marketing und Online-Marketing. Da bin ich selber nämlich noch etwas unsicher.

Mein Blog ist wie ein Tagebuch

Wenn ich heute durch meine Texte stöbere, erfreue ich mich an den vielen schönen Fotos, die ich hauptsächlich selber gemacht und bearbeitet habe. Und auch die Texte, die mir immer wieder meine Gedanken, meine Ideen, aber auch meine Reisen und Städtetrips wie ein Tagebuch in Erinnerung rufen, gefallen mir und machen mich glücklich.

Herausstechen die vielen glücklichen Momente, die gute Zeit, die ich hatte, beim Reisen, Backen, Kochen, auf Ausflügen, mit meiner Süssen und meinem Schatz. Und genau das wollte ich transportieren. Das kleine Glück findet man jeden Tag, man muss nur genau hinschauen und es fühlen. Achtsam sein im Alltag – wie ich es auch immer wieder beschrieben habe. Und es wird weitergehen. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

8 Tipps zu schnellen Start vom eigenen Blog:

  • Idee formulieren

Formuliere für dich, was deine Idee ist, was du mit dem Blog erreichen willst. Bei mir findest du diese Informationen heute noch im Bereich zu mir.

  • Zielgruppen und Ziel des Blogs festlegen

Lege die Zielgruppe und das Ziel des Blogs fest. Damit wird es einfacher, wenn du deine Texte schreibst. Du schreibst dann an jemandem und hast ein Ziel, weshalb du schreibst.

  • Struktur & Kategorien überlegen

Um etwas Ordnung auf den Blog zu bringen, ist es wichtig, dass du eine Struktur festlegst und Kategorien zu deinen Themenbereichen festlegst. Schreibe nicht über zu viele Themen, sondern strukturiere diese. Ich habe 7 Kategorien, die sich auch wieder vereinen liessen.

  • Inhalte und Stil überlegen

Überlege dir, wie du schreiben möchtest, was ist dein ganz individueller Schreibstil? Verbiege oder verstelle dich nicht. Schreibe so, wie es dir wohl ist. Das wird die Leser genau ansprechen. Sei natürlich. Überleg dir auch, welche über was du schreiben willst – kochst du gern und experimentierst du viel mit Rezepten? Hast du Kinder und ganz viel Erfahrung, die du gerne teilen magst? Hast du ein spezielles Hobby oder reist du gerne und viel? Bestimmt gibt es viel, was du mit anderen teilen kannst.

  • Kleine Inhaltsplanung

Wenn du weisst, was du genau schreiben möchtest, kannst du dir Themen oder Inhalte überlegen, die vielleicht spannend sein könnten. Dies kannst du dann planen und über die Zeit verteilt, schreiben und dann aufschalten.

  • Farben und Format definieren

Lass dich von anderen Blogs inspirieren, vielleicht gefällt dir ein Design besonders. Es gibt auch fix fertige Designs, die man günstig kaufen kann und die sich dann einfach mit dem CMS verbinden lassen. Hier kann dir auch ein Webdesigner helfen.

  • Domain reservieren

Reserviere deine Domain z.B. bei switch.ch. Das kostet in der Regel ein paar Franken.

  • Evtl. Webdesigner organisieren, sonst selber loslegen mit einem gängigen Blogtool wie WordPress

Zum Schluss, wenn du unsicher bist und nicht so geübt mit Websites, dann findest du überall in der Region Webdesigners.

Vor einem Monat habe ich meine neue Stelle begonnen. Ich bin sowas von happy. Seit 4 Wochen lerne ich in der Stiftung neue Arbeitskollegen und -kolleginnen, Projekte und das Geschäftsfeld kennen. Ich werde punktuell eingeführt und habe bereits die Kommunikationsaufgaben von meinem Vorgänger übernommen. Ich nehme an strategischen Sitzungen teil und kann jetzt schon viele Inputs & Ideen liefern. Der Umgang untereinander und mit jeder Person, die ich treffe, ist freundlich, kollegial. Ich habe den Eindruck, dass man jeden so lässt, wie er ist und man nicht vorverurteilt wird. Ich fühle im Moment eine sehr offene und umgängliche Art unter einander. Ich werde sehr unterstützt und freundlich aufgenommen. Das ist gerade sehr neu für mich. An meiner letzten Stelle war das ja gar nicht so. Ich wurde von meinen Teamkolleginnen als Feind betrachtet und das vom ersten Moment an. Ich hatte das Gefühl, die denken sich, was will die jetzt hier und weshalb hat unsere Chefin die eingestellt. Ich habe mir zwar gedacht, ich mach mein Ding und wenn die mich nicht mitnehmen, integrieren und akzeptieren wollen, ist das allein ihr Ding und nicht meins. Ich habe ja gelernt, ganz bei mir zu sein. Die Ablehnung führte dazu, dass ich an einem Teamanlass offen gesagt habe, dass ich mich ausgeschlossen und auch nach 5 Monaten nicht integriert und akzeptiert fühle. Grosse Augen und grosses Schweigen. Auch nach der Diskussion über Emotionen oder besser meine Emotionen hat sich nichts geändert. Im Gegenteil, diese Art Mobbing ging weiter. Und auch wenn ich ein dickes Fell hab und mir diese «Bibbeli» nie das Wasser reichen können, so offen abgelehnt zu werden, tut und tat weh.

Deshalb habe ich mich nach einer neuen beruflichen Herausforderung umgesehen und ich glaube, jetzt endlich – nach Jahren des Durchhaltens – eine wirklich gute Stelle gefunden zu haben. Zumindest ist der Umgang mal nett und respektvoll. Was nach all den Erfahrungen, eine gute Grundlage darstellt.

Psychostress macht krank, deshalb muss man sich schützen

Nach meiner Kündigung wurden die Schikanen von alles Seiten inkl. Geschäftsleitung so massiv, dass ich eine vorzeitige Vertragsauflösung vorgeschlagen habe. Mir wurden nämlich von einem auf den anderen Tag und ohne vorgängiges Gespräch sämtliche Aufgaben und Projekte entzogen und ich hätte einfach 3 Monate Däumchen drehen dürfen. Im Nachhinein hat mir meine Erfahrung und das Bauchgefühl, genau den richtigen Weg gezeigt. Denn jetzt knapp 3 Monate später – also genau zur Ende der Kündigungsfrist – wäre ich wohl krank und gar nicht bereit eine neue Stelle anzutreten. Der Psychostress der «Bibbeli» und der unfähigen Führungscrew hätten genau dazu geführt.

Das Verhalten anderer zeigt ihren wahren Charakter

Das Verhalten beschäftigt mich zuweilen jetzt noch und Wut und Enttäuschung kommen auf. Die «Bibbeli» haben mit ihrem Verhalten nur ihren wahren Charakter gezeigt. Ich bin froh, dass ich dort mit erhobenem Kopf und ohne Drama das Weite gesucht habe. Mein Abgang ging so schnell von statten, dass ich mich gut abgrenzen und auffangen konnte. Es hatte alles nichts mit mir zu tun. Auch wenn es mich verletzt oder mir weh getan hat, es ist alles ihres und nicht meins. Denn mein Credo war und ist: «Leben und leben lassen». Dies ergänzt sich mit dem Spruch, den ich kürzlich gelesen habe: «Du bist einzigartig. Deine Träume, Dein Lachen, Dein Herz, Deine Liebe, Dein Körper, Deine Gedanken, Deine Stimme, Deine Worte, deine Geschichte, Deine Seele». Und das bringt mich zum Schluss – ich will und werde ohne Vorurteil Menschen mit offenem Geist annehmen. Ich tue dies, weil ich weiss – ich bin wunderbar. Ich bin einzigartig. Und so wie ich bin ich gut. Und jeder, der sich selber nicht genauso annimmt, liebt und schätzt, wird auch nichts Gutes in einem anderen, andersdenkenden, anderslebenden Menschen sehen.

«Du bist einzigartig. Deine Träume, Dein Lachen, Dein Herz, Deine Liebe, Dein Körper, Deine Gedanken, Deine Stimme, Deine Worte, deine Geschichte, Deine Seele».

Wen wundert es also, dass sich die «Bibbeli» nicht anständig von mir verabschiedet haben, heute aber fleissig meinen WhatsApp-Status anschauen und wohl weiter über mich ablästern. Das obwohl sie sich in keinem Moment die Mühe gemacht haben, mich wirklich kennenzulernen. Und genau das, zeigt nur, wie sie wirklich sind und nicht wie ich bin. Zum Glück bin und war ich bei mir. Zum Glück habe ich das feine Gespür für Menschen und Situationen und zum Glück habe ich schon länger gelernt, wer wirklich wichtig ist. Das bin nämlich ich. Und aus Menschen, die so mit jemandem umgehen – ich war nicht die Einzige, mach ich mir nichts. Und ich will und werde meine kostbare Zeit und mein wundervolles Leben nicht mit solchen Menschen vergeuden. Denn ich bin einzigartig. Genauso wie ich bin.