Familie

In den letzten 8 Wochen war ich als berufstätiges Mami im Homeoffice und habe neben meiner 80% Tätigkeit in der Kommunikation, die Beschäftigung meiner Süssen organisiert, eingekauft für uns, eingekauft für meine Mama, den Haushalt geschmissen, das Freizeitprogramm ausgedacht und für Strukturen gesorgt. Ich hatte zum Glück die grosse Unterstützung von meinem Schatz, aber es war eine anspruchsvolle, intensive, herausfordernde und anstrengende Zeit. Es ist nicht ohne von 100 auf 0 den eingespielten Schul- und Arbeitsalltag plötzlich komplett neu zu gestalten, die Nerven nicht komplett zu verlieren und alle bei Laune zu halten. Gleichzeitig durfte ich neben meinem normalen Job noch die Krisenkommunikation zum Coronavirus für meinen Arbeitgeber machen. Also definitiv keine Plämperli-Zeit.

Tagesplan für mehr Struktur

Als die geregelte Schule ausfiel haben wir einen detaillierten und umfangreichen Tagesplan eingeführt und diesen jeden Abend für den nächsten Tag mit meiner Süssen angeschaut und besprochen. Wir haben so klare Strukturen geschaffen und das hat uns allen geholfen.

Der Tagesplan bis nach den Frühlingsferien sah etwa so aus:

8.00 – 8.30Frühstück
8.30 – 9.15Rechnen
9.15 – 10.00Turnen im Garten
10.00 – 10.45Deutsch (Schreiben, Leseverständnis, etc.)
10.45 – 11.30Pause
11.30 – 12.00Mittagessen kochen helfen
12.00 – 13.30Mittagspause
13.30 – 17.00Radfahren, Spielen, Basteln, Lesen, Tanzen, CDs hören, etc.
17.00 – 18.00Abendessen kochen helfen

Zweimal die Woche haben wir gemeinsam gekocht oder ich wurde bekocht. Am Nachmittag gabs meistens Bewegung draussen. Wir haben den gewohnten und seit 5 Jahren gelebten Betreuungs- und Wochenrhythmus beibehalten und auch in den Frühlingsferien einfach den neu organisierten Alltag gelebt. Struktur. Das war das wichtigste für unsere Süsse. Wir waren so alle zufrieden. Reibereien gabs wenige und obwohl wir so eng aufeinander gehockt sind, hats gut geklappt. Aber und das möchte ich betonen ohne Unterstützung von meinem Schatz hätte ich unmöglich den enormen Berg an Arbeit und die Betreuung und Beschäftigung meiner Süssen geschafft. Schlicht ein Ding der Unmöglichkeit.

Fernunterricht – Erwartungen nicht erfüllt

In den ersten 3 Wochen des Lockdowns wurden von der Schule nur wenige freiwillige Arbeiten zur Verfügung gestellt. Wir waren seit Beginn motiviert und haben freiwillig intensiv ganz viel mehr mit unserer Süssen gearbeitet. Nach den Frühlingsferien gings mit dem Fernunterricht los. Wir waren voller Erwartung. Der Fernunterricht war zwar etwas besser organisiert, aber ich hatte das Gefühl, dass es viel weniger strukturiert war, als wir es uns von den 5 Wochen zuvor und unserer eigenen Struktur gewohnt waren. Und die Menge an Arbeiten und Aufträgen – jetzt nicht mehr freiwillig – hielt sich auch sehr in Grenzen.

Selbstmanagement für 2. Klässler?

Es wurde uns mitgeteilt, dass die Kinder – unsere Süsse geht in die 2. Klasse – die Aufgaben selbständig erledigen können sollen. Ich habe aber festgestellt, dass das Selbstmanagement für meine Süsse einfach zu anspruchsvoll ist und sie sich selber noch nicht organisieren und auch die Aufträge im Rahmen des Tagesauftrags der Lehrerin nicht eigenverantwortlich angehen kann. Sie hat da klar unsere Führung und Unterstützung gebraucht. Und wie ich von anderen Eltern erfahren habe, waren wir nicht die Ausnahme.

Wir sind alle extrem gefordert

Ich habe mit Unterstützung von meinem Schatz den Unterrichts- und Lehrauftrag übernommen. Nicht freiwillig wohlverstanden. Und ich bin keine ausschliessliche Lehrperson. Ich habe noch weitere Verpflichtungen und als berufstätiges Mami sowieso generell das Kunststück zu erbringen Beruf und Familie zu vereinbaren. Ich war und bin durchaus bereit mit meiner Süssen zu rechnen und Deutsch zu lernen. Aber als dann die Lehrer noch das Gefühl hatten, mich mit Bastel-Aufträgen zu beschäftigen, habe ich dann wirklich rot gesehen. Ich habe das unmissverständlich bemerkt und wurde dann als überfordert abgestempelt. Es ist äusserst schade, dass hier nicht mehr Wohlwollen von den Schulen kommt. Dass von den Lehrpersonen nicht mehr Verständnis gezeigt wird für diese ausserordentliche Situation in den Familien und bei Eltern, die gerade extrem gefordert sind. Und wenn du nicht mitmachst, heisst es: „Schade, für das Kind.“ Und wenn du mitmachst, heisst es: „Schön, dass das Kind doch noch mitmachen konnte.“ Ich finde das herablassend. So wie wenn solche Bastelarbeiten überlebensnotwendig sind. Hier fehlt definitiv das Fingerspitzengefühl.

Mehr Wertschätzung und Akzeptanz

Wir sollten Wertschätzung erhalten. Also: «Ein Hoch auf uns!» So sollte es sein. Wir sollten beglückwünscht, gelobt und gefeiert werden. Was berufstätige Eltern in den letzten bald 8 Wochen geleistet haben in einem Alltag, der alles andere als normal ist, der uns in überaus grossem Mass fordert, ist unglaublich. Ein neuer Alltag, der uns an die Grenzen bringt, der aber gleichzeitig wundervoll ist, bereichernd, voller Chancen und Zeit als Familie. Wir sollten auch mal beklatscht werden. Wir sollten auch mal einen grossen Dank von den Schulen, den Arbeitgebern, der Gesellschaft erhalten. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass wir als Eltern die enorme Belastung mit Job, Haushalt und Homeschooling rsp. Betreuung und Beschäftigung der Kinder einfach so ohne mir nichts dir nichts leisten können und funktionieren. Es ist mega toll, wie wir uns durchgeschlagen haben als ErsatzlehrerIn, Mutter, Berufsfrau. Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen versucht, diese zusätzlichen Pflichtaufträge der Schule auch noch unter einen Hut zu bringen. Wir haben ja (nicht) Unmengen von freier Zeit zur Verfügung.

Drum ein Hoch auf uns! Ein Hoch auf wie wir alles meistern im Moment und ein Hoch auf unsere Stärke, Kreativität und guten Nerven, die wir definitiv alle brauchen.

Ich liebe Blumen. Wenn ich einen Strauss zu Hause habe, mache ich eigentlich immer ein Foto davon. Dazu noch eine schöne Vase. Und man hat den perfekten Hingucker auf dem Tisch. Die Blumen stehen bei mir immer auf dem Esstisch. Und der Esstisch ist das Zentrum. Jetzt sowieso, wenn ich zu Hause im Homeoffice am Tisch sitze und arbeite. Wenn wir drinnen frühstücken oder unsere Malzeiten einnehmen. Wir sitzen auch am Tisch uns spielen Spiele.

Blumen sind für mich ein Wohlfühlfaktor. Seit Anfang April als mir bewusst wurde, dass ich keine Blumen mehr im Laden kaufen kann, gönne ich mir mit einem Blumenabo wöchentlich einen Frühlingsstrauss. Diese kleinen Frühlingssträusse, vor allem die Tulpen, haben mir sehr gefehlt.

Diese Blumensträusschen haben uns ein klein wenig Normalität beschert in diesen ausserordentlichen Zeiten. Normalität, die uns Stabilität gibt. Und sie bereiten letztlich einfach Freude.

Ich freue mich, jeden Dienstag auf den neuen Strauss.

Wir haben 5 Wochen lang das Familienleben gemanagt. Wir haben uns organisiert, für meine Süsse haben wir täglich ein Tagesprogramm zusammengestellt. Wir haben jeden Tag strukturiert – es gab Lernphasen mit Rechnen, Lesen, Schreiben und Sport, genug Pausen, gemeinsamen Radtouren, Picknicks und Koch- und Backspass. Wir haben und das darf ich ganz ehrlich sagen, viele bereichernde Momente als Familie erlebt. Ich sehe diese Zeit nach wie vor als Chance. Diese Entschleunigung und das bewusste Innehalten. Ich gebe zu, es ist anspruchsvoll, vor allem nach so langer Zeit. Ich habe so viel Arbeit und so viele Pendenzen bei meiner Arbeit, ich bin überaus ausgelastet und auch belastet. Wenn ich nicht meinen Partner hätte, der mich in Bezug auf die Betreuung meiner Süssen unterstützt hätte, dann wäre das Arbeitspensum mit der Betreuung meiner Süssen zu Hause in der Katastrophe geendet und für mich unmöglich geworden. Und ich war voll ausgelastet mit der Corona-Krisenkommunikation für meinen Arbeitgeber. Dennoch, es war gut. Es war schön. Es war anspruchsvoll. Und es war eine Chance.

Fernunterricht als zusätzliche Herausforderung

Nun seit Montag haben wir neu den Fernunterricht. Nun kommt der Tagesplan von der Schule. Rechnen, Deutsch, Singen und Realien sind alles Fächer, die sich gut in unseren Tagesplan integrieren lassen. Jetzt geht die Schule «weiter», nun dürfen wieder neue Dinge gelernt werden. Neu wird wieder verlangt, dass strukturiert oder angeleitet gelernt werden soll. Und so heisst es, dass das Pensum oder die Aufgaben weitestgehend von den Kindern alleine und selbstständig erledigt werden können. Da tun sich meines Erachtens aber schon Gräben auf.

Welche 1. und 2. Klässler können selbstorganisiert Punkt für Punkt Aufträge erledigen?

Wie viele 1. und 2. Klässler können denn wirklich selbständig Aufträge Punkt für Punkt zu verschiedenen Fächern alleine erledigen? Meine Tochter benötigt eine genaue Führung und Anleitung. Ohne das geht’s einfach nicht. Und da ist die Herausforderung angesetzt. Ich sollte im Homeoffice arbeiten und gleichzeitig nun meine Tochter nach striktem Lern- und Fernunterrichtplan betreuen. Irgendwie geht das nicht auf. Und von der Schule wird jetzt erwartet, dass die Aufgaben nun erledigt werden. Sie sind nämlich nicht mehr freiwillig. Da ist nun auch der Haken. Rechnen, Deutsch, Singen und Realien sind als Kernfächer auch kein Problem. Hier haben wir schon immer ein grosses Engagement als Eltern geleistet und es macht auch Spass mit ihr zu arbeiten.

Werken als Beschäftigungsprogramm für Eltern

Doch was ist mit dem Fach Werken? Da hätte meine Tochter doch einen Hasenkopf modellieren sollen. Sie als knapp 8-Jährige kann das nicht allein. Es braucht intensive und gezielte Anleitung von mir. Das Problem – ihr machts keinen Spass und ich bastle nicht gern auf Auftrag für die Schule irgendwelche Dinge, die eh nur im Abfallkübel landen. Ich bastle mit meiner Süssen sehr gern. Wir haben zum Beispiel grad Betonhasen gegossen oder aus Aludosen Krönchen gemacht. Auch haben wir gekocht und gebacken. Aber ganz ehrlich ein Beschäftigungsprogramm für mich und auch uns beide brauche ich nicht. Ich bin gut ausgelastet mit meinem Job, dem Haushalt und der Betreuung und Begleitung meiner Süssen. Und wenn ich denn mal Zeit habe, werde ich bestimmt nicht auf Auftrag etwas basteln, das mir eh keine Freude macht. Das überträgt sich grad auch auf meine Süsse.

Gezielte Aufgaben – aber bitte mit Fokus auf Kernfächer

Ich kann grundsätzlich sagen, dass ich froh bin, dass jetzt gezielter und mehr Vorgaben von der Schule kommen. Ich bin aber sehr dezidiert der Meinung, dass man in diesen Fernunterricht klar auf die Kernfächer fokussieren sollte. Werken gehört nicht zu den Kernfächern und kann nach meinem Gutdünken auch gut aufgeschoben werden auf die Zeit, wenn der Unterricht wieder stattfindet.

Anpassung des 3-Phasenplans der Schule Aargau zwingend notwendig

Dass der Unterricht erst nach 5 Wochen strukturierter vorgegeben wird von der Schule und dass die Kinder wieder Neues lernen dürfen, finde ich super. Ich bin aber entsetzt, dass man vorher 3-5 Wochen einfach alleine gelassen wurde und selber die ganze Betreuungsaufgabe inkl. Freiwilliger Repetition übernehmen und organisieren musste. Der Kontakt zu den Lehrpersonen war minimal. Mich erstaunt dies. Und ich sehe diese 3 Phasenplanung, die vom Kanton vorgegeben wurde, sehr kritisch. Diese Notfallphasenplanung muss auf politischer Ebene zwingend angepasst werden. So eine struktur- und organisationslose Situation der Aargauer Schulen ist in Zukunft zu vermeiden. Der Kanton hat das Gesetz entsprechend anzupassen und die Schulen sind angehalten Konzepte zu entwickeln, dass der Unterricht jederzeit und kurzfristig auf Fern- und Online-Unterricht umgestellt werden kann.

In der Glücks-Forschung gibt es fünf Pfeiler, die dazu beitragen, dass man dauerhaft glücklich ist:

Soziale Kontakte zu Freunden und Familie, Gesundheit (Sport und Ernährung), einen Job, der einem Freude bereitet, dankbar sein, Realitätssinn und im Hier und Jetzt leben. Gerade in den Zeiten des Verzichts ist es für das persönliche Glück wesentlich, wie man gelernt hat Glück zu empfinden und zu leben.

Hier einige Gedanken, weshalb ich mich trotz Krise glücklich und zufrieden fühle.

Wir müssen derzeit auf einiges verzichten – vor allem auf den grenzenlosen Konsum. Wir haben in einer Zeit gelebt, in welcher wir übersättigt waren an Konsummöglichkeiten – Einkaufen, Shoppen, Reisen, Unterhaltungsangebote ohne Grenzen und Limit. Alles war möglich und es gab keinen Stillstand. Ich für mich befasse mich schon länger mit dem Bewusst leben. Was macht mich glücklich? Wann empfinde ich Freude? Vielleicht hilft mir dieses Bewusstsein jetzt, doch auch ich bin und war nicht gefeit auf all die Konsummöglichkeiten zu verzichten.

Freude an den kleinen Dingen

Ich reise fürs Leben gern. Nizza als meine 2. Heimat ist einer Lieblingsorte und schnell bekomme ich jeweils Fernweh nach Nizza. Es fehlt mir auch jetzt. Die Vorstellung in den Frühlingsferien nicht nach Nizza zu können, löst eine gewisse Wehmut aus. Andere haben vielleicht ein Problem damit, dass sie nicht zum Coiffeur können, in die Maniküre oder Kosmetik. Wieder andere kochen vielleicht nicht gern und sehnen sich nach den offenen Restaurants. Wir gehen auch gern im Restaurant essen oder unternehmen am Wochenende regelmässig Dinge wie in den Zoo gehen, ins Kino, ins Schwimmbad oder machen einen Ausflug auf einen Berg. Ab und zu unternehmen wir einen Weekendtrip ins nahe Ausland, gehen einkaufen und shoppen. Ja, einfach was jeder gern tut. Aber im Moment erfreue ich mich, in meiner Küche feine Gerichte zu zaubern oder meinem Schatz und meiner Süssen beim gemeinsamen Kochen zuzuschauen. Und ich bin voll zufrieden damit.

Gemeinsame Zeit bekommt mehr Bedeutung

Wir treffen auch uns sehr gern mit Freunden und Familie, laden sie zu uns ein und verbringen so unvergessliche Momente und gemeinsame wertvolle Zeit. Das ist war schon länger in unserer Familie ein Credo – keine Geschenke, sondern wir schenken einander gemeinsame Zeit. Im Moment können wir unsere Freunde und Familie nicht treffen, bleiben wie vorgeschrieben zu Hause und versuchen den Kontakt über Video-Telefonie oder Telefon aufrecht zu erhalten. Das hat uns schon viele lustige Momente beschert, aber es wird nie ein Ersatz sein für das persönliche Beisammensein.

Ich habe mich gefragt, was ich denn für ein zufriedenes und glückliches Leben brauche und worauf ich verzichten kann.

Der bewusste Verzicht in einer von Konsum und Unterhaltung orientierten Gesellschaft überlebt das vielleicht auch die Corona-Krise?

Freunde und Familie helfen das Wohlbefinden zu steigern

Ich merke derzeit, wie wichtig mir Freundschaften, Familie, mein Schatzu und meine Süsse sind und dass mir die gemeinsame Zeit heute noch wertvoller erscheint. Der Moment, wenn man gemeinsam lachen kann, einfach unbeschwert sein. Wenn meine Süsse wieder mal den Clown macht und wir gemeinsam einfach Tränen lachen. Oder wie bedeutend plötzlich ein Telefon mit einer Freundin wird oder das Video-Telefon mit dem Bruder der Ersatz wird für die Diskussion bei guten Essen und einem Glas Wein am Esstisch. Ich freue mich jetzt schon darauf alle wieder in die Arme zu schliessen, mit meiner Familie am Tisch zu sitzen und zu diskutieren. Auch stelle ich mir jetzt vor, wie ich eine Festbank in den Garten stelle und eine Grillparty nach der anderen schmeisse, um das Leben und die Gesundheit zu feiern mit den Menschen, die mir so viel bedeuten.

Ein Rückzugs- und Kraftort schaffen

Was mir in dieser Zeit auch bewusst wird, ist wie wichtig mir ein schönes Zuhause ist. Meine Wohnung ist unser Kraft- und Rückzugsort. Und gerade jetzt, da wir alle zu Hause bleiben und kaum rausgehen können, ist es wunderbar, dass wir uns in die Zimmer zurückziehen können, jeder wuselt was und wir treffen uns in der Stube zum gemeinsamen Spielen, TV schauen, Essen und Beisammen sein. Auch der Garten ist gerade ein Segen und eignet sich als 5. Zimmer zum Durchlüften, Entspannen, Spielen und Sport machen. Wenn es draussen sonnig und warm ist – ein Glücksort. Mir war schon immer wichtig schön zu wohnen und gerade jetzt bekommt dies noch mehr Bedeutung. Wir verpassen echt gerade nichts da draussen – aber auch zu normalen Zeiten sind wir einfach wahnsinnig gern zu Hause.

Und ganz wichtig und für mich fast das Zentrum ist meine Küche. Hier verbringe ich gerade sehr viel Zeit beim Kochen und Backen. Ich probiere viele neue Rezepte aus und werde auch von meiner Süssen und meinem Schatz verwöhnt. Sie kochen nämlich jetzt ein Mal pro Woche gemeinsam etwas für mich.

Im Hier und Jetzt leben, um bei sich anzukommen

Mehr bei mir zu sein und nicht das Gefühl zu haben, da draussen etwas zu verpassen. Das spüre ich schon länger. Ich bin bei mir in meinen vier Wänden glücklich und zufrieden – und das nicht erst seit dem Lockdown des Bundesrates. Für mich ist Lebensqualität bewusst zu entscheiden auch mal zu Hause zu sein und mich an den kleinen Dingen zu erfreuen. Genau das versuche ich ja mit meinem Blog hier immer wieder hervorzuheben. Es hat mit Einfachheit zu tun und auch Konsumverzicht. Worauf kann ich also verzichten und was fällt mir schwer?

Dinge, Orte und Menschen, die mir fehlen

Wie eingangs erwähnt – auf Nizza und die Wohnung und Zeit dort verzichten zu müssen, löst eine gewisse Wehmut aus. Aber darauf zu verzichten ist irgendwie kein Weltuntergang, es besteht ja die Möglichkeit wieder dorthin zu reisen, wenn es möglich ist. Hätte ich die Wahl nur noch 1x pro Jahr an einen Ort reisen zu können, wäre das wahrscheinlich schwieriger, aber ich denke auch das wäre keine Katastrophe. Mir fehlt es zwar, aber im Moment gehe ich davon aus, dass ich irgendwann wieder reisen werde und auch nach Nizza fahre.

Langfristig wird mir die Familie und das Treffen von Freunden fehlen. Aber mir fehlt zum Beispiel nicht, dass ich gerade nicht ausgehen und im Restaurant essen kann oder mal in einen Café sitzen und dort einen Kaffee trinken.

Aufgefallen ist mir allerdings, dass es keine frischen Blumen mehr zu kaufen gibt und ich doch frische Blumen liebe und eigentlich auch immer einen Strauss zu Hause habe. Ich werde mir aber nun ein Blumenabo machen und von einem Blumengeschäft wöchentlich Blumen liefern lassen.

In der Zwischenzeit bastle ich mit meiner Süssen zum Beispiel haben wir tolle Osterhasen aus Beton gegossen. Wir haben Kresse gesäht und schauen ihm beim Wachsen zu oder haben statt im Wald gebrätelt, das Picknick mit Grillwurst im Garten gemacht.

In der Küche bin ich auch sehr kreativ und hab nun viel Zeit und Musse zu kochen und zu backen. Die kulinarischen Erlebnisse freuen meine Süsse und meinen Schatz.

Diese Zeit als Chance sehen

Wir müssen gerade auf so vieles verzichten und doch – ich kann sagen, es geht mir ausgezeichnet. Ich bin glücklich und voller Energie, habe in meinen eigenen vier Wänden viele Ideen und Projekte, bin kreativ und entdecke vom Sofa aus viele neue Möglichkeiten – die uns die digitale Welt ja auch grad liefert. Ich habe auch nicht Angst, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Sondern ich sehe diese Zeit als Chance für mich, um zur Ruhe zu kommen, noch mehr bei mir zu sein. Ganz egal, was da draussen passiert und das hoffentlich auch für die Zukunft. Das ist für mich Lebensqualität.

Zuhause bleiben. Das hat der Bundesrat verordnet. Nur noch falls nötig nach draussen gehen. Es ist doch eine einfache Ansage. Oder? Parties sind abgesagt, Restaurants, Läden und Freizeitangebote zu. Es gibt dafür ja offensichtlich Gründe. Und doch, irgendwie scheinen es viele nicht zu begreifen. Jetzt versammelt man sich auf Spielplätzen, am See und an Feuerstellen – in Horden! Wartet ab. Die Ausgangssperre ist nur eine Frage der Zeit und dann bestraft ihr auch die, die sich jetzt an die Regeln halten. Egoismus ist jetzt fehl am Platz.

Ich bin oft zu Hause, nicht erst seit der Bundesrat uns aufruft zu Hause zu bleiben und mehr oder weniger alle Freizeitmöglichkeiten beschränkt oder unterbunden hat. Und ja, Ich bin sehr gern unterwegs, ich reise auch sehr gerne, aber gerade so schön finde ich es zu Hause zu sein. Bei mir muss nicht immer etwas laufen und wir haben bewusst nicht immer Programm. Einfach mal sein und nichts tun. Einfach mal zu Hause wuseln, lesen, auf dem Sofa sitzen, Tee trinken, kochen, backen, den Sitzplatz geniessen. Das schöne Zuhause geniessen. Auch das kann ich. Ich habe die Vorzüge von Zuhause sein – auch mit Freunden und Familie – schon lange erkannt und ich verpasse nichts da draussen und jetzt erst recht nicht. Nur das begreifen das nicht alle.

Ich kann mir vorstellen, dass dies nicht jedem gleich leichtfällt und einem durch diese drastische Anordnung des Bundesrats plötzlich die Decke auf den Kopf fällt. Wenn man sich nicht mit sich selbst beschäftigen kann, ständig unterwegs ist und immer Programm hat, kann dies Anordnung doch sehr einschneidend sein. Man weiss plötzlich nicht mehr, was mit sich und der Zeit anfangen. Man fühlt sich schlecht, weil man sich plötzlich mit dem eigenen Dasein, dem Partner und der Beziehung auseinandersetzen muss, da ausweichen, davonlaufen und wegschauen nicht mehr möglich ist. Aber jetzt ist echt nicht die Zeit, um Parties zu feiern und sich in Menschenhorden in der Öffentlichkeit rumzutreiben. Jetzt ist die Zeit zu Hause zu bleiben. Sich zurückzuziehen und auszuhalten.

Es ist die Zeit des Innehaltens. Was kann uns jetzt besseres passieren?

Es ist die Zeit des Innehaltens. Was kann uns Besseres passieren. Wir kriegen Zeit mal nichts zu müssen und doch die Freiheit innerhalb der eigenen vier Wände alles zu dürfen. Ich versteh nicht, wie die Leute das nicht begreifen. Und wenn uns die Ausgangssperre auferlegt wird, weil es immer noch Hirnlose gibt, die Parties veranstalten, dann krieg auch ich dann den Koller – weil ich doch gerne am Morgen in Ruhe meine Runde jogge in der Reussebene. Wohlgemerkt allein und es sind auch nicht viele Leute unterwegs morgens.

Dass mir Zuhause die Decke auf den Kopf fällt, wird schwer. Ich habe immer genug Ideen und Pläne, die nicht mir Reisen und Unterwegs sein zu tun haben. Es gibt unzählige Dinge, die mich die Zeit vergessen lassen und erst noch Freude machen.

Hier meine 10 Inspirationen

1. Gemeinsam Kochen und Backen

Ich koche und backe fürs Leben gern. Gerade jetzt, wenn wir zu dritt immer zu Hause sind, essen wir natürlich dreimal am Tag. Das gibt viel Gelegenheit um zu gemeinsam zu kochen und backen. Das ist daher eine gute Beschäftigung für alle. Ich kann meiner Süssen das Kochen beibringen und neue Rezepte ausprobieren. Hier sind schon einige Inspirationen abgelegt. Und nicht nur das Kochen und Backen macht gemeinsam mehr Freude, auch gemeinsam am Tisch sitzen und zusammen zu essen, zu reden und sich auszutauschen, ist ein wichtiger Familienbestandteil. Den wir hochhalten und sehr schätzen.

2. Basteln mit Kids

Unsere Bastelbox steht bereit. Und im Frühling gibt es unzählige Bastel-Ideen – Wie wärs mit Ostereier bemahlen oder Osternestchen basteln? Im Internet gibt es unzählige Anleitungen und Ideen zum Basteln mit Kindern.

3. Spiele spielen

Wie wärs, wieder einmal zusammen ein Uno, ein Eilemitweile oder ein anderes Gesellschaftsspiel zu spielen? Das Vertreibt die Zeit und macht gute Laune. Wir spielen regelmässig mit unserer Süssen.

4. Lesen oder einander vorlesen

Lesen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Gerade habe ich die 6-Teilige Reihe über die 7 Schwestern von Lucinda Riley fertiggelesen. Und nun werden meine Süsse und ich gemeinsam ein Buch lesen. Sie wird in der Online-Bibliothek – die bleibt ja zugänglich ein Buch auslesen und wir werden jeden Tag darin lesen – sozusagen unser Corona-Lese-Projekt.

5. Wieder mal einen Brief schreiben

Und weil wir jetzt unsere Liebsten nicht mehr einfach so und so oft sehen können, habe ich mir überlegt, endlich mal wieder Briefe zu schreiben. Meine Süsse wird dazu Zeichnungen machen und wir werden hoffentlich viele Menschen damit überraschen können.

6. Gärtnern auf dem Balkon oder im Garten

Gärtnern und den Garten auf Vordermann bringen, ist auch eine gute Beschäftigung mit Kindern. Zwar ist es noch etwas früh für die Bepflanzung von Gemüse, aber man könnte jetzt mit der Aufzucht beginnen und die Samen ansähen. Auch eignet sich das Wetter, um den Sitzplatz und Balkon zu reinigen, die Gartenmöbel zu putzen, die Lounge herauszuholen und das 5. Zimmer zu eröffnen. Wir haben das bereits gemacht und geniessen nun die Sonne in unserem Garten.

7. Fotos bearbeiten und Fotobücher erstellen

So banal es tönt, jetzt ist auch endlich Zeit, um Fotos zu sortieren und Ordnung in die Bildersammlung zu bringen. Und wenn man alles schön sortiert und geordnet hat, kann man aus den tollsten Bildern pro Jahr oder Ereignis tolle Fotobücher erstellen. Und in Erinnerungen schwelgen, von Ferien oder Ausflügen Träumen und sich an den schönen Bildern erfreuen, was passt besser in diese Zeit. Fotos sortieren und Fotobücher erstellen, ist ja definitiv etwas, was ich immer auf der ToDo-Liste habe, aber stets vor mir her schiebe.

8. Die Sonne auf dem Balkon/im Garten geniessen

Was gibt es schöneres als im Garten zu sitzen, zu lesen, zu spielen, die warmen Sonnenstrahlen zu geniessen und sich auszuruhen? Es ist gerade die perfekte Zeit, um alles für den Frühling draussen zu starten und den Grill anzuschmeissen. Es ist nie zu früh dafür.

9. Frühlingsputz und Entrümpelungs-Aktion

Wenn man dann gar nichts mehr zu tun weiss und vor lauter herumliegen einem langweilig wird, wie wärs mit Frühlingsputz? Fensterputzen? Vorhänge waschen, mal gründlich reinigen, ausmisten und entsorgen. Jetzt oder nie! Ich habe bereits damit begonnen – der Backofen hat schon eine Reinigung erhalten. Fenster und Vorhänge folgen. Und das lässt sich doch durchaus mit den Kindern machen. So können sie grad lernen, was es heisst zu putzen und reinigen. Und gleich danach kann mit der schon längst überfälligen Entrümpelungsaktion fortgefahren werden. Alter Ballast kann abgeworfen und Raum für Neues geschaffen werden.

10. Nach draussen gehen zum Spielen, Radfahren, Spazieren oder Wandern und Bräteln im Wald

Und zu guter Letzt, so lange es noch möglich ist, ist durchaus auch Zeit, um nach Draussen zu gehen zum Joggen, Velofahren, Spazieren, Bräteln. Einfach weils grad schön ist. Aber Achtung – auch hier gilt: Abstand halten. Menschen-Massen vermeiden und nicht in Reih und Glied am See sitzen. Das war ja nicht die Idee hinter der Notlage, die das Corona-Virus mit sich gebracht hat. Drum – Frische Luft und Bewegung ja, aber keine Parties und Menschen-Massen meiden.

Vollstopp. Endlich. Der Bundesrat hat entschieden. Nachdem wir am Freitag nur ausgebremst wurden – wir wollten für ein Weekend nach Davos zum Ski fahren und daraus wurde nix. Wir sind zwar nach Davos gefahren, aber Ski fahren ist seit Samstag nicht mehr möglich. Und das bei besten Schneeverhältnissen und Traumwetter. Jammerschade. Und doch bin ich über all diese getroffenen Massnahmen froh. Ich bin auch froh, dass andere Regierungen wie zum Beispiel Österreich sehr klar und unaufgeregt, aber schnell und fürs ganze Land einheitliche und drastische Regeln und Massnahmen beschliessen und kommunizieren. Ganz ehrlich – das habe ich vom Bundesrat vermisst. In der momentanen Situation ist es absolut unangebracht, dass jeder Kanton selber entscheidet. Aber sie tun es, weil der Bundesrat nicht klar und schnell kommuniziert. Und wir sind zu lasch, was das Abriegeln der Grenze betrifft. Hätte man da auf den Schutz, die Gesundheit und die Sicherheit der eigenen Bevölkerung geschaut, wie dies andere Länder sehr dezidiert getan haben, dann würde die Schweiz heute nicht abgeriegelt, sondern hätte proaktiv grad selber abgeriegelt. Die Wirkung: Die Schweiz hätte aus einer Position der Stärke gehandelt. Nun denn, der Vollstopp ist nun kommuniziert und wir können und müssen uns organisieren.

Den Alltag neu organisieren

Ich stehe nun vor der Herausforderung den Alltag neu zu planen. Homeoffice ist grundsätzlich kein Problem. Ich bin mich das gewohnt, da ich es bis anhin schon 2 Halbtage pro Woche gemacht habe. Ich selber bin im Krisenstab und allzeit verfügbar, wir haben uns über Microsoft Teams organisiert und werden ab sofort so miteinander kommunizieren und arbeiten. Das grundsätzlich Neue an der Situation ist, dass meine Süsse nun auch daheim ist und ich in meinem Homeoffice meine Süsse beschäftigen muss.

Tipp 1: Ein bisschen Lernen muss sein

Ich habe mir also überlegt, wie wir die Tage füllen können und am Abend beide müde und zufrieden sind. Ich weiss auch noch nicht, welche Informationen oder Materialien von der Schule kommen, damit sie etwas üben und lernen könnte. Schulisch dürfen wir definitiv nicht stehen bleiben und es gibt im Internet Unterrichtsmaterial zum Downloaden oder Apps mit Übungen nach Schulklasse und Fach geordnet und auch SRF/myschoool hat das Angebot ausgebaut. Wir werden also sicher etwas rechnen, schreiben und lesen. Fürs Lesen werden wir gemeinsam eine gemütliche Leseecke einrichten und wir werden gemeinsam ein Buch lesen, das uns über die nächsten Wochen begleiten soll.

Tipp 2: Bewegung in den eigenen vier Wänden

Bewegung muss auch in den eigenen vier Wänden sein. Wir werden singen und tanzen – als Hobby gehört das sowieso zu den Lieblingsbeschäftigungen meiner Süssen. Vielleicht wird sie uns eine Vorstellung vorbereiten. Fantasie hat sie ganz viel und wir freuen uns auf die Tanz- und Singvorführung. Solange es möglich ist, werden wir natürlich nach draussen gehen zum Velo fahren, spazieren, bräteln oder in unserem Garten spielen. Müssen wir dann unsere Aktivitäten nach innen verschieben, werde ich ihr Decken und Stühle zur Verfügung stellen, dass sie Hütten bauen kann und sich mit Kasperli verkriechen. Oder wir werden gemeinsam basteln und malen, um all den lieben Menschen, die wir jetzt nicht sehen können, selbstgemachte Dinge zu schicken.

Tipp 3: Gemeinsam kochen und backen

Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit wird gemeinsames Backen und Kochen sein. Meine Süsse interessiert sich immer sehr mit mir zusammen in der Küche zu stehen. Ob Guetzli, Cookies, Waffeln oder Kuchen, wir werden beschäftigt sein und auch werde ich in Zukunft unter der Woche Mittagessen und Abendessen vorbereiten – am liebsten zusammen mit ihr. Dafür haben wir auch einige Kinderkochbücher oder neu littlefooby.ch, das Coop-Rezeptangebot für die Kleinen mit einfachen Anleitungen und Ideen.

Tipp 4: Putzen und entrümpeln

Und zu guter Letzt werden wir alle zu Hause auch mehr Dreck und Schmutz veranstalten. Was mich zu meinem letzten Beschäftigungspunkt bringt. Ab sofort werden wir gemeinsam putzen. Mit etwas Augen zu und durch wird’s auch sauber und meine Süsse ist mit etwas Neuem beschäftigt – denn bisher hat einfach die Putzfrau für Sauberkeit gesorgt. Auch der Frühlingsputz als Erweiterung kann daher zum gemeinsamen Beschäftigungsprogramm werden. Weiter bietet sich nun die beste Gelegenheit endlich mal alten Gerümpel auszumisten und Spielsachen auszusortieren, mit denen meine Süsse nicht mehr spielt oder aus denen sie herausgewachsen ist.

Eine aussergewöhnliche Zeit als Chance für jeden einzelnen

Ich denke, man darf diese ausserordentliche Zeit und doch ungewohnte Situation als Chance nutzen. Als Chance sich auf das Kleine zu konzentrieren im engsten Familienkreis, in den eigenen vier Wänden. Wir dürfen uns jetzt bewusst werden, was wirklich wichtig ist im Leben. Wir dürfen jetzt achtsam sein mit uns, denn alles wird langsamer, alles wird in einem viel kleineren Umkreis stattfinden, unser Leben wird sich auf das wesentliche im Aussen beschränken – einkaufen, arbeiten, Familienzeit, daheim in den eigenen vier Wänden. Wir dürfen lernen, wie wir ohne all die Unterhaltung und die Konsummöglichkeiten uns selber beschäftigen können. Welch eine Chance, bei all dem Schlimmen und Beängstigenden, das derzeit draussen passiert. Bleibt gesund und munter.

Sportferien im Süden verbringen. Etwas Sonne und Wärme tanken. Das ist meine schönste Vorstellung. Mit meiner Süssen bin ich von Basel nach Nizza geflogen. In weniger als einer Stunde ist man am Mittelmeer. Wir haben zum ersten Mal vom Flughafen zum Hafen das neue Tram genommen und sind so in gut einer halben Stunde mitten im Zentrum von Nizza angekommen. Und wenn man das Bus-System etwas kennt, kann man auch gleich einen Anschluss-Bus finden, der einem noch in andere Ecken der Stadt und uns natürlich zu unserer Wohnung bringt. Der ÖV in Nizza ist wirklich top. Wir finden Preis-Leistung stimmt auch voll, oder was will man sagen, wenn man eine Tageskarte für 5 EUR und eine 7-Tage-Karte für 15 EUR bekommt. Und diese Verbindung mit dem Tram vom Hafen zum Flughafen macht Nizza noch attraktiver für Touristen. Und ich bin sicher, dass die Gegend rund um den Hafen ebenfalls nochmals an Attraktivität gewinnen wird.

Immer wieder Neues in Nizza

Wir haben unsere Lieblingsorte in Nizza besucht, sind in den Gare du Sud zum Zmittag, haben in unserer Lieblingsbar den Apéro genommen und in unserem Lieblingsrestaurant unsere Moules et Frites gegessen. Wir haben auch wieder viel Neues entdeckt. Unser Radius wird immer grösser und wir lieben es neue Orte und Quartiere zu durchstreifen. So sind wir in den Parc du Ray, der erst im Januar eröffnet wurde. Er befindet sich im Norden von Nizza und soll dem Quartier neues Leben geben. Auch haben wir uns ins legendäre Hotel Negresco gewagt und dort einen exquisiten und exklusiven Apéro in der Bar gegönnt. Das beste Hotel am Platz hat uns sehr gefallen – übernachten werden wir wohl aber trotzdem nie hier. Die Promenade des Anglais und die Strassen dahinter haben wieder einen ganz anderen Charme als in der Gegend um die uns bekannte Altstadt.

Cannes

Im Gegensatz zu Nizza habe ich Cannes selten besucht und nie wirklich gemocht. Wie sich nun herausgestellt hat wohl eher zu unrecht. Wir haben die Weltbekannte und für Glanz und Glamour bekannte Küstenstadt erkundet und in den Winkeln und Gassen der Altstadt Le Suquet viel Normalität und das typisch südfranzösische Flair gefunden. Von der höchsten Stelle der Altstadt bei der Notre-Dame d’Espéerance hat man einen ganz wunderbaren Rundblick über den Hafen und die Croisette. Auch die Croisette, das Palais de Festival und die Luxusläden gehören einfach zu Cannes. Dort kann man flanieren und Schaufenster-Shopping machen. Für ausgiebiges Shopping ist dann die Rue d’Antibes geeignet. Hier sind viele bekannte Mode- und Ladenketten zu finden.

Jetzt war es mild, sonnig und ausgesprochen ruhig. Auf der Promenade konnte man gemütlich draussen essen und seinen Kaffee trinken. Wir können uns aber ausmalen, dass es im Sommer nicht so ruhig und gemächlich zu geht. Die Plätze, Strassen und Gassen rund um den Hafen, die Croisette und die Altstadt stark frequentiert sein werden. Und eine Anfahrt mit dem Auto wohl nicht mehr so einfach sein wird. Wir werden Cannes sicher im Sommer besuchen, dann aber mit dem Bus von Nizza aus.

Place Garibaldi

In Nizza lässt es sich zu jeder Jahreszeit draussen sitzen. Sobald die Sonne scheint, wird es rasch angenehm warm. Am Place Garibaldi – einem unserer Lieblingsplätze – haben wir zu Mittag gegessen. Der Place Garibaldi als erste Erweiterung der Altstadt von Nizza in Richtung Neustadt besitzt heute Gebäude mit eleganten Ockergelb Fassaden und grünen Nizzaer Fensterläden. Der Platz liegt im Herzen von Nizza, in dessen Mitte befindet sich die Statue des berühmten Giuseppe Garibaldi. Und da kamen bei mir richtige Frühlingsgefühle auf. So dort sitzen, die Sonne geniessen, ein feines Glas Wein zu trinken und durchatmen und entspannen. Das ist das Ankommen für mich. Und gleichzeitig überkommt mich dann die Wehmut – wieder wegfahren zu müssen, wo ich doch so gerne hierbleiben würde. Das Gute ist, trotz allem, zu wissen und die Möglichkeit zu haben, jederzeit wiederzukommen. Für ein Wochenende, für die Frühlingsferien, die Sommerferien, wann immer wir wollen.

…Ski fahrt die ganzi Nation.

Ski fahren liegt voll im Trend – bei Familien, Paaren, Jungen und Alten. Und es scheint irgendwie keine Frage des Budgets zu sein. Zumindest ist das mein Eindruck. Ich persönlich finde Ski fahren voll toll, aber auch mega teuer.

Vor 3 Jahren habe ich meine Freude am Ski fahren wieder für mich entdeckt, nachdem ich mehr als 10 Jahre nicht mehr auf den Skiern gestanden bin. Davor war ich schon ein richtiges Schnee-Häsli und bin im Winter nicht nur Tage und an einzelnen verlängerten Weekends auf der Piste gewesen, sondern auch in die Skiferien gefahren.

Ski fahren habe ich auf dem Pizol und Flumserberg gelernt. Ich erinnere mich gut an die Zeit als kleines Mädchen, als ich mit meinem Bruder und meinem Papa den ganzen Tag auf den Skiern stand und nicht genug kriegen konnte. Die Sandwichs, die meine Grossmutter gemacht hat, hat mein Vater in einer riesigen Bauchtasche mitgenommen und im Gondelbähnli haben wir sie jeweils verputzt. Es war mega toll, so mit meinem Vater unterwegs zu sein. Als ich älter war, bin ich auch immer ins Skilager gefahren. Und habe viele Erinnerungen an tolle Skigebiete in der Schweiz.

Neues Material und neue Technik mit Skilehrer kennenlernen

Nach einer 10jährigen Pause – hab ich mir vor 3 Jahren ein Skiweekend gegönnt. Mit einer Kollegin fuhr ich nach Davos für ein Weekend. Die ganze Ausrüstung habe ich mir in Davos gemietet und auch einen Skilehrer für einen halben Tag organisiert. Ich wollte nach so langer Zeit einfach nichts riskieren. Neues Material, neue Technik – ich war einfach unsicher und wollte zuerst die Technik mit dem Caving-Ski lernen, bevor ich allein auf die Piste gehe. Es hat so wahnsinnig viel Spass gemacht und die Erinnerungen an meine Kindheit aber auch die Skiferien von früher, haben so viel Lust auf mehr gemacht, dass wir im 2018 Skiferien in Arosa gebucht haben. Meine Süsse ist in die Mini-Skischule, meine Mama hat auf sie aufgepasst und ich bin mit meinem Papa über die wunderbaren Hänge von Arosa gefahren. Es war so toll.

Skifahren fürs kleine Budget

Grundsätzlich finde ich Ski fahren sehr teuer. Nicht nur die Ski-Ausrüstung, auch die Tageskarten, die Unterkünfte, Essen und die Anfahrt gehen ins Geld. Ganz zu schweigen von Skischule für Kinder. Ich habe deshalb lange überlegt, wie und ob ich Ski-Tage verbringen möchte.

Um Geld zu sparen vor Ort haben wir nun eine Saison lang Ski gemietet. Bereits Ende November sind wir schon auf den Skiern gestanden. Wir haben ausgerechnet, dass wir mindestens 6x auf die Ski stehen müssen, damit es günstiger wird als eine Tagesmiete in den Bergen. Ausserdem haben wir festgestellt, dass man Tageskarten online voraus günstiger buchen kann. Auch gibt es vergünstigte Ski-Pässe z.B. von Raiffaisen oder über Snow’n’rail von der SBB. Z.B. inkludieren Hotels auch die Skipässe ab 2 Übernachtungen. M-Cumulus und Coop bieten ausserdem Angebote 2 Übernachtungen inkl. Frühstück und 1x Abendessen. Solche Angebote sind auch immer interessant.

Kleine Skigebiete mit Charme

Wir haben beschlossen erst mal in die kleineren Ski-Gebiete zu fahren. So waren wir auf dem Pizol – dem Skigebiet aus meinen Kindertagen. Wir haben auf der Furt übernachtet und sind den ganzen Tag auf den Skiern gestanden. Die Übernachtung hat 220.- Franken gekostet inkl. Halbpension. Dann hat die Tageskarte je 57.- Franken und die Pausen für Getränke und Essen ca. 50.-. Das Skigebiet ist ganz toll und hat wunderbar präparierte Pisten. Für mich neu war, dass wir auch auf die Bad Ragazer Seite traversieren konnten. Wir haben den Tag auf dem Pizol sehr genossen und werden Mitte Februar gleich nochmals ein Weekend dort verbringen.

Wenn ich so an 2019 zurückdenke, dann überkommt mich ein feines Lächeln und ein sehr grosses Gefühl des Glücks und der Dankbarkeit. Zwar hatten wir im 2019 auch unsere Ups and Downs, aber die Erlebnisse mit meiner Süssen und meinem Schatz haben das Jahr geprägt und lassen es zu einem ganz besonderen werden.

Heraussticht, dass wir viele Kontakte und Freundschaften knüpfen konnten und noch näher Zusammengewachsen sind. Als Paar oder als Familie waren wir einfach gut drauf, entspannt, zufrieden und glücklich, dass wir Zeit zusammen verbringen dürfen. Wir geniessen es einfach, wenn wir zusammen sind – unterwegs müssen wir nicht mal unbedingt sein. Entspannt, zufrieden und glücklich mit sich zu sein, ist meiner Meinung nach auch der Schlüssel. Wir strahlen das förmlich aus, haben Musse und genug Neugier. Wir parlieren auf Französisch, Italienisch, Englisch oder auch Dialekt und sind fröhlich und aufgestellt – wie wir halt sind. Der Rest passiert ganz allein und wir durften so ganz viele wunderbare Begegnungen machen im 2019 und neue Freundschaften schliessen. Es ist fantastisch und bereichert unser Leben und unsere Beziehung.

Zu den Höhepunkten gehören unsere unzähligen Ausflüge, Weekend-Trips und Reisen, die uns auch immer in Erinnerung bleiben. Nizza gehört, obwohl es immer speziell ist und wir es unheimlich geniessen dürfen, einfach zu unserem Lebensraum. Und Nizza ist nicht minderbedeutend für uns. Nizza hat sich als grosse Liebe gefestigt. Getoppt hat aber unsere luxuriöse Kreuzfahrt im Mittelmeer aber alles, was wir in unseren früheren Leben und auf unseren bisherigen Reisen erleben durften. Dies ist so, wenn ich die vielen Bilder anschaue, die ich gerade sortiere aber auch, wenn ich in mich hinein höre. Sowas unglaubliches wird es wohl auch nicht zweimal geben. Einerseits, weil wir zu dritt unterwegs waren, andererseits, weil uns die Möglichkeit geboten wurde auf der MSC Fantasia in der Yacht Club Klasse zu reisen. Mit den vielen Vorzügen, die dieses Schiff im Schiff Konzept bietet, wurden wir von A – Z einfach verwöhnt. Wir haben die Zeit auf dem Schiff richtig aufgesogen und einfach genossen. Die Suite, den Service, das feine Essen, die Annehmlichkeiten, die der Yacht Club bietet. Wir konnten draussen Baden, Sonne tanken und uns von A nach B schippern lassen. Auch die Ausflüge waren toll – besonders beeindruckend war Pompeij und die Führung vor Ort. Morgens, wenn es noch kaum Leute hat, ist diese Antike Ruinen-Stadt richtig mystisch.

Zwar werden wir 2020 auf keine Kreuzfahrt gehen, haben aber schon einige tolle Ausflüge, Trips und Reisen geplant. So werden wir – ganz nach meinem Motto – jedes Jahr einen neuen Ort zu bereisen nach Bordeaux fahren und den Wein, das Meer und die Landschaft erkunden. Auch fahren wir im Frühling nach Rom und freuen uns schon über ein ganz besonderes Highlight – mehr dazu aber dann im Bericht. Und im Herbst führt uns die Reise in unser geliebtes K und K nach Österreich/Ungarn. Meine Süsse freut sich bereits auf die Schlösser und alles rund um Franz und Sissi.

Weihnachten und die Feiertage haben für mich immer eine ganz besondere Bedeutung. Neben Zeit, die wir dann im Kreise der Familie verbringen, ist es auch die Zeit des Innehaltens, der Rückschau und der Erholung. In der Regel bin ich nach einem ereignisreichen, intensiven und langen (Arbeits-)Jahr jeweils müde und froh, mich mit meiner Süssen und meinem Schatz einfach mal zurückziehen zu können. In den letzten Jahren habe ich bewusst die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr oft für mich und ohne viel Programm verbracht. Gedanken sortieren und mich fokussieren, herausschälen, was ich im neuen Jahr erreichen will und mir vornehme zu tun.

Damit alles aber passt und wir uns richtig in diese kuschlig, erholsame Familienzeit zurückziehen können, wird’s nochmals geschäftig. Emsig organisieren wir alles für die Feiertage – vom Christbaum über die letzten Geschenke bis zum Menü planen wir alles schon in den Wochen davor. Wir bestellen das Fleisch vorab beim Metzger, kaufen Champagner und guten Wein und auch die restlichen Lebensmittel und versuchen nicht noch am 24. Dezember in letzter Hektik in den Laden rennen zu müssen. Die gute Planung ist einfach das halbe Leben.

Auch ein echter Christbaum darfs sein

Dieses Jahr haben wir uns besonders auch darüber Gedanken gemacht, ob wir nun einen Christbaum kaufen sollen oder einen im Topf mieten. Seit Jahren kaufe ich den Baum immer am selben Ort. Einer Christbaum-Kultur in der Region. Diese Familie lebt unter anderem vom Verkauf der Christbäume. Deshalb haben wir uns für dieses Jahr nochmals entschieden unseren Baum dort zu kaufen. Und im Gespräch mit dem Inhaber haben wir wichtige Fakten erfahren, die unsere Entscheidung noch bestärkt haben. Zum Beispiel sind Tännchen nicht lange überlebensfähig, wenn sie in einem Topf aufgezogen werden und auch der Irrglaube, dass man ihn vom Topf in die Erde und ein Jahr später wieder in den Topf pflanzen kann, funktioniert real nicht. Eine Hektare Weihnachtsbaumkultur bindet während der Wachstumszeit von zehn Jahren bis zu 145 Tonnen CO2 und produziert gleichzeitig bis zu 105 Tonnen Sauerstoff. Auch sind solche Baumkulturen ein willkommener Lebensraum für viele Tierarten. Wir freuen uns nun, unser Schweizer Naturbaum in unserer Stube zu schmücken und ihn mit all den Lichtern bei Weihnachtsmusik zu geniessen.

Weihnachten ganz entspannt

Bereits mit dem Beginn der Weihnachtsferien stellt sich bei uns diese Feiertagsstimmung ein. Wir fahren runter, gehen alles gemütlich an und sind so am 24. Dezember bereits im Feiertagsmodus. Mit Musse stehe ich dann den halben Tag in der Küche, um mein Weihnachtsmenü vorzubereiten, den Tisch schön zu dekorieren und alles vorzubereiten für den Heiligabend.

In der Regel gehen wir nach einem feinen Znacht in die Mitternachtsmesse. Diese Tradition hat sich in den letzten Jahren so ergeben und ich geniesse es an diesem Abend mit einem Moment der Achtsamkeit und den Gedanken bei sich ausklingen zu lassen. Besonders überwältigend und berührend ist einfach immer, wenn alle in der nur von Kerzen beleuchteten Kirche Stille Nacht singen. Das ist Gänsehaut pur. Dies mit meinen Liebsten zu erleben und bewusst zu werden, dass ich dann genau dort am richtigen Ort bin in diesem wundervollen Leben.

Zeit für Rückschau und Erholung

Ich freue mich also ganz besonders auf die Feiertage. Und es ist mir wichtig in den Tagen vor Jahresende das alte Jahr abzuschliessen – gedanklich. Dankbar zu sein für die wunderbaren Momente und Erlebnisse, die ich mit meiner Familie, meinen Freunden und mit meinem Schatz und meiner Süssen erleben durfte. Aber auch anzuerkennen, was nicht so gut lief, was ich ändern möchte, wo ich mich ändern möchte und was ich im neuen Jahr mit neuer Energie, neuem Mut und neuer Lebensfreude anpacken will. Gespannt und neugierig was das neue Jahr bringt. Ich spüre, dass seit ich achtsamer und näher bei mir bin, ich diese letzte Woche im alten Jahr viel bewusster wahrnehme und auch das Revue passieren eine ganz andere Qualität hat. Meine Wünsche und Ziele fürs neue Jahr auch immer mit meiner Achtsamkeit und der Dankbarkeit für mein Leben zu tun haben. Es geht mir ganz stark darum im Bewusstsein für mich selbst zu sein und auch in Zukunft zu lernen und mich ganz genau wahrzunehmen.

Dieses Jahr werden wir zum ersten Mal ab dem 25. Dezember eine Woche am Stück mit meiner Süssen verbringen. In den Jahren zuvor war dies leider nicht möglich und mich hat dieses ständige hin und her zwar immer gestört, aber ich konnte letztlich wenig dagegen ausrichten. Umso mehr freue ich mich nun auf diese Woche und auf Nizza in der Weihnachtszeit und ein weiteres Silvester dort und die Zeit gemeinsam als Familie zu verbringen.