Dieses Jahr stand Ostern ganz im Zeichen der Erholung und des feinen Essens. Die Kalorien wurden mit ein paar Jogging-Einheiten wettgemacht. Ostern waren sehr ruhig. Die üblichen österlichen Rituale wie die Versammlung vor dem grossen Osterfeuer am Ostersamstagabend. Das Beisammensein mit Freunden und Familie. Die Kirchenglocken, die eben nicht läuten und erst nach der Osternacht, wenn die Osterkerze und das Weihwasser geweiht sind, wieder zu läuten beginnen. Solche kleinen feinen Zeichen der Verbundenheit haben mir dieses Jahr besonders gefehlt. Und natürlich auch, dass wir nicht in die Frühlingsferien reisen konnten.

Wir haben es uns daher zu Hause erst recht gemütlich gemacht. Das Wetter lud zum Verweilen im Freien ein. Wir sind joggen gegangen, Rad fahren, haben im Garten gelesen, gefaulenzt und Spiele gespielt. Dann habe ich fein gekocht und mich an neuen Rezepten probiert. Es war ganz toll. Es hat der Seele und dem Bauch sehr gut getan und letztlich wars dann gar nicht mehr so schlimm, dass all die österlichen Rituale aufs nächste Jahr verschoben werden mussten.

Die kulinarischen Highlights stelle ich euch hier vor:

Mediterraner Lammbraten mit Kolrabi und Cherry-Tomaten

1 kg Lammschulterbraten ohne Knochen

2 Zweiglein Tymian

2 Zweiglein Rosmarin

Küchenschnur

1 TL Olivenöl

Salz & Pfeffer

3 Kolrabi

6 Bundzwiebeln

2 EL Olivenöl

Salz, Pfeffer

250 gr. Cherrytomaten

4 Zweiglein Thymian

2 Zwiebeln

1 EL Butter

4 Zweiglein Thymian

4 Zweiglein Rosamarin

2 dl Portwein

4 dl Fleischbouillon

1 EL Butter

1 EL Mehl

Salz & Pfeffer

So wirds gemacht:

Backofen auf 180 Grad vorheizen. Fleisch mit Thymian und Rosmarin mit der Küchenschnur zusammenbinden. Fleisch mit Öl bestreichen, würzen mit Salz und Pfeffer. Fleisch auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Fleischthermometer an der dicksten Stelle einstecken.

Kolrabi schälen, in Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln längs halbieren, neben dem Fleisch verteilen mit Olivenöl betreufeln, mit Salz und Pfeffer würzen. Tomaten und Thymian drauf verteilen.

Braten im Ofen ca. 40 Minuten in der Mitte des Ofens. Kerntemperatur ca. 60° C.

Zwiebeln schälen, in Stücke schneiden. Butter in der Pfanne warm werden lassen. Zwiebeln, Thymian und Rosmarin andämpfen. Portwein dazugiessen, aufkochen und bis auf die Hälfte einkochen. Fleischbouillon dazugiessen, aufkochen und auf die Hälfte einkochen. Absieben in eine kleine Pfanne, Butter und Mehl unter Rühren dazugeben, bei kleiner Hitze 5 Minuten köcheln.

Das Fleisch herausnehmen und zugedeckt 10 Minuten stehen lassen. Fleisch tranchieren und mit dem Gemüse und der Sauce anrichten.

Osterfladen mit Himbeeren

1 runder Mürbeteig

4 dl Milch

1 dl Wasser

2 Prisen Salz

125 g Rundkornreis (Milchreis)

150 gr Himbeeren

3 Eier

1 dl Rahm

120 g Zucker

½ Zitronen

0.5 TL Vanillepaste

Puderzucker zum Bestäuben

So wird’s gemacht:

Für den Belag in einer Pfanne die Milch mit dem Wasser und dem Salz aufkochen. Den Reis hineingeben und unter gelegentlichem Umrühren bei kleiner Hitze zugedeckt 20–25 Minuten garen, bis der Reis die Flüssigkeit aufgesogen hat. Den Milchreis abkühlen lassen.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Teig in einem Blech ausrollen und mehrmals einstechen.

Die Eier trennen. Die Eigelbe mit dem Rahm und dem Zucker hellschaumig schlagen. Die gelbe Schale der Zitronenhälfte fein dazureiben. Dann die Vanillepaste und den Milchreis unterrühren. Die Eiweisse zu steifem Schnee schlagen. Den Eischnee sorgfältig unter die Reismasse heben. Die Mischung auf dem Teigboden verteilen. Die Himbeeren darüber verteilen.

Den Osterfladen im 200 Grad heissen Backofen auf der zweituntersten Rille 35−40 Minuten backen, bis er schön gebräunt ist. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Lustige Zopfhasen

500 gr Zopfmehl

2 TL Zucker

1.5 TL Salz

75 gr Butter

21 gr Hefe

3 dl Milch lauwarm

1 Ei

Mandeln, Rosinen und Hagelzucker als Deko.

So wird’s gemacht:

Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde bilden. Salz auf den Rand der Mulde streuen. Zucker darüber streuen. Butter in Flocken auf den Mehlrand legen. Hefe in der lauwarmen Milch auflösen. In die Mulde geben. Alles zusammenmischen und so lange kneten, bis es ein glatter Teig gibt. Diesen 1 Stunde aufgehen lassen. Dann 150 gr Teig separieren für die Arme. Aus dem Rest 5 gleiche Stücke formen. Diese in ca. 25 cm lange Stücke formen. 10 oben einschneiden und miteinander verdrehen als Ohren. Unten 5 cm einschneiden als Füsse. Nach den Ohren einen Kopf herausbilden. Aus dem 150 gr Teig 5 10 cm Stücke rollen. Eines unterhalb des Kopfs auf der Hinterseite als Arme drunterlegen. Dann nochmals aufgehen lassen. Dekorieren. Mit Ei bestreichen, evtl. Hagelzucker drauf streuen, bei 180 Grad, 20 Minuten backen.

In den letzten 3 Monaten wurde mir bewusst, was mir bei einer Arbeitsstelle und in der Zusammenarbeit mit Arbeitskollegen besonders wichtig ist. Zum ersten Mal seit Jahren bin ich einfach zufrieden im Job. Ich fühle mich angenommen, angekommen. Ich bin rundum motiviert und glücklich.

Es sind drei ganz einfache Punkte:

  • Wertschätzung und kollegiales Arbeitsumfeld

In meinem neuen Job, den ich nun seit 3 Monaten habe, ist es mir besonders aufgefallen. Meine Arbeitskollegen, mein Vorgesetzter, die Geschäftsleitung alle haben mich wohlwollend, interessiert und offen aufgenommen. Meine Meinung und meine Erfahrung zählen hier. Ich darf und muss mich einsetzen – strategisch, operativ. Ich kann mich überall einbringen, meine Ideen und Vorstellen. Ich werde angehört, unterstützt, ernst genommen. Ich fühle mich daher unglaublich wohl hier. Ich bin nach 3 Monaten schon voll integriert. Habe viele Projekte und bin schon ein integrierter Teil der Stiftung.

Die Einarbeitung verlief unangestrengt, ruhig und ohne grosses Programm. Die Arbeitskollegen sind alle interessiert und offen. Wenn ich eine Frage habe, irgendetwas nicht weiss oder Hilfe brauche, werde ich unterstützt. Meine neuen Arbeitskollegen sind da und helfen mir unkompliziert. Ich werde nicht als Konkurrenz gesehen und niemand hat das Gefühl, dass ich den Job eines anderen streitig machen könnte.

Es macht enorm viel Spass so zu arbeiten. Und es ist sehr motivierend.

  • Spannende Projekte und Sprung ins kalte Wasser

Kaum angekommen, bin ich bereits mit verschiedenen strategischen Projekten betraut und habe die Leitung von Teilprojekten übernommen. Es sind strategische Projekte. Und ich darf zusammen mit tollen Arbeitsgruppen die Vision weiterentwickeln, das Intranet aufbauen, die Kommunikation vorantreiben. Ich habe schon lange nicht mehr so arbeiten dürfen. Auch hier, meine Erfahrung und Meinung wird grundsätzlich nicht in Frage gestellt. Die Vorgehensweise oder Herangehensweise wird unterstützt und ich habe das Vertrauen der Geschäftsleitung die strategischen Projekte umzusetzen. Ich bin ausserdem nicht allein. Zum ersten Mal seit Jahren hab ich endlich wieder Projektverantwortung und werde entsprechend ernst genommen. Zu Beginn wars ein Sprung ins kalte Wasser, der sich nun als absolut bereichernd und motivierend herausstellt.

  • Entwicklungsmöglichkeiten on- und off-the-Job

Es heisst immer, Entwicklungsmöglichkeiten im Job sind enorm wichtig. Ich habe leider noch nie einen Arbeitgeber gehabt, der mich on oder off the Job fördern wollte, oder nur bedingt. Sobald ich Interesse zeigte oder mehr wollte, wurde ich zurückgepfiffen oder es hat dann für mich nicht gegolten. Hier habe ich nach nicht mal 3 Monaten die Zusage für eine Weiterbildung im Führungs- und Management-Bereich. Motivation pur! Oder? Weiter werde ich hier gefordert und gefördert. Es macht enorm Spass, dass ich sowohl strategisch als auch operativ mitarbeiten und mitdenken darf.

Zickenkrieg, Gärtchendenken und Missgunst waren noch nie mein Ding. Führungsschwäche und ein schwaches Management sind ebenfalls Gründe weshalb die Mitarbeiter unzufrieden sind. Ich habe in den vergangenen Jahren – es waren mehrere und auch mehrere Arbeitsstellen festgestellt, dass es allzuoft an der massiven Führungsschwäche liegt, die Missgunst, Gärtchendenken und Zickenkrieg begünstigen und letztlich Grund sind für Burn-out und psychische Probleme. Und heute bin ich mehr als zufrieden und dankbar für die Chance, die ich in diesem Job nun erhalten habe. Es wurde Zeit und jetzt ist es gut. Ich schaue nicht zurück, denn ich gehe nur vorwärts.

Seit neuestem mache ich wöchentlich einen Kochplan und kaufe noch gezielter ein. Mein Kühlschrank ist gut gefüllt mit Gemüse, Salat, Fleisch, Käse und Milchprodukten sowie Eiern. Ich hatte auch schon vorher einen gut bestückten Vorratsschrank und bei mir kriegt jeder, der spontan auf Besuch kommt, immer Spaghetti oder Risotto.

Ich liebe es schon immer zu kochen und fein zu essen, doch seit wir jetzt gar nicht mehr ins Restaurant können, hat sich meine Einstellung nochmals geändert. Kochen ist für mich wie Yoga. Ich kann stundenlang in der Küche stehen und kreativ neue Rezepte ausprobieren. Hier kann ich abschalten und mich entspannen. Und da ich selber sehr gern gut esse, tut sich mir gerade eine riesige Vielfalt an feinen Gerichten, neuen Rezepten und Ideen auf. Und das gemeinsame Essen hat auch an Bedeutung gewonnen. Wir essen seit 3 Wochen noch besser. Hinzukommt, dass das gemeinsame Kochen auch meinen Schatz und meine Süsse in die Küche lockt und sie mir 2x pro Woche auch etwas zum Znacht zaubern. Dass sich beide so unkompliziert ans kochen wagen und die Küche auf ihre Art erobern, freut mich ganz besonders.

Die Mittagessen fallen bei uns immer klein aus. Meine Süsse braucht etwas in den Magen. Wir grossen können mit späten Frühstück nach der Joggingrunde oder einem kleinen Salat bis abends gut über die Runden kommen. Und für meine Süsse gibt es leichte und einfache Mahlzeiten. Abends ist dann die Zeit für feine Gerichte, neue Rezepte und gemeinsame Zeit in der Küche und dann am Esstisch. Es ist wie ein noch bewussteres gemeinsames Ritual und diese gemeinsamen Momente ohne Schulaufgaben, Pendenzen im Job und sonstige Ablenkung tun uns gut.

Was ich in den letzten 3 Wochen neues entdeckt habe und was definitiv auf unseren regelmässigen Kochplan kommt, habe ich hier zusammengefasst:

Tagliatelle mit Poulet und Spinat

Tagliatelle mit Fenchel

Ricotta-Gnocchi

Orangencrème

Mandel-Makrönli

4 Eiweiss steif schlagen, 100 gr. Zucker dazugeben, schlagen bis es glänzt. Dann 300 gr. Mandeln beifügen. Entweder mit einem Spritzsack Makrönchen auf ein Blech drücken oder mit 2 Löffeln Makrönchen formen. 5-6 Stunden trocknen lassen, backen: Ober- und Unterhitze, 8-12 min. bei 180°C.

5 Blutorangen

4 Blätter Gelatine

4 Eigelb

4 EL Zucker

1 TL Vanillepaste

1 dl Rahm

1 Becher Crème fraîche (180 g)

Eine Orange gründlich heiss spülen und mit Küchenpapier trockenreiben. Die Schale der Orange abhobeln. Die Gelatine in reichlich kaltem Wasser einweichen. Die restlichen Orangen auspressen; man braucht 4 dl Saft.

Abgemessenen Orangensaft sowie Orangenschale in eine Pfanne geben. Die Eigelb sowie den Zucker dazurühren. Die Vanillepaste beifügen. Alles langsam unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Die Pfanne vom Feuer nehmen. Die Gelatine ausdrücken und unter Rühren in der heissen Creme auflösen. Dann die Schüssel in ein kaltes Wasserbad stellen und die Creme kalt schlagen.

Den Rahm steif schlagen. Zuerst die Crème fraîche unter die Creme rühren. Dann den Rahm sorgfältig unterziehen. Die Orangencreme vor dem Servieren mindestens 2 Stunden kalt stellen. Mit gehackten Pistazien garnieren.

Aus den 4 Eiweiss habe ich Mandelmakrönli gemacht. Man kann daraus auch Baiser oder andere Eiweiss-Gebäcke herstellen.

500 gr Ricotta

2 Eigelb

160 gr Dinkel und Halbweissmehl gemischt

50 gr geriebener Parmesan

1 TL Salz

Mehl

Ricotta mit den Eigelben verrühren. Das Mehl mit dem Parmesan und Salz mischen. Die Ricotta-Masse mit der Mehlmischung gut verrühren.

Den Teig auf ein gut bemehltes Holzbrett stürzen und ich acht Teile schneiden. Jeden Teil zu einer langen Wurst rollen und jeweils 2 cm lange Stücke abschneiden. Mit einer Gabel leicht eindrücken.

Wasser mit dem Wasserkocher aufkochen, salzen. Portionenweise Gnocchi ins kochende Salzwasser geben. Mit einer Schaumkelle herausnehmen, sobald sie an die Oberfläche steigen. Wamstellen.

Dazu passt: Tomaten-Gemüse-Sauce, Pesto-Sauce, o.ä.

300 gr Tagliatelle

2 Zwiebeln

2 Fenchel

Olivenöl

1 dl Bouillon

1 dl Weisswein

2.5 dl Halbrahm

2 EL Crème Fraiche

½ Saft einer Zitrone

Salz und Pfeffer

Muskatnuss

Wenig Peterli

Zwiebeln in feine Streifen schneiden, Fenchel dünn hobeln. Olivenöl in einer grossen Pfanne heiss machen. Die Zwiebeln andünsten, dann Fenchel hinzugeben. Tagliatelle al dente kochen.

Den Fenchel mit Bouillon und Weisswein ablöschen. 5 Minuten stark kochen lassen, gelegentlich umrühren. Crème Fraiche und Halbrahm über den Fenchel giessen, Zitronensaft beifügen. Mit Muskat, Salz und Pfeffer würzen.

Tagliatelle mit Fenchel gut mischen. Peterli darüber streuen. Parmesan dazu servieren.

250 g Poulet-Minifilets

200 g Spinat frisch

0.5 dl Noilly Prat

1 dl Gemüsebouillon

75 g Crème fraîche

Salz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

etwas frisch geriebene Muskatnuss

200 g Dinkel-Tagliatelle

Wasser im Wasserkocher für Nudeln aufkochen. Inzwischen die Mini-Filets in mundgerechte Würfel schneiden. Den Spinat gründlich waschen und abtropfen lassen.

In einer kleinen Pfanne den Noilly Prat und die Gemüsebouillon 2–3 Minuten lebhaft kochen lassen. Die Hitze zurückstellen, die Crème fraîche beifügen und gut verrühren. Die Sauce wenn nötig mit Salz sowie reichlich Pfeffer und Muskat abschmecken. Warm halten.

Das Nudelkochwasser salzen und die Tagliatelle darin nach Packungsangabe bissfest garen. Gegen Ende der Kochzeit den Spinat beifügen und kurz mitgaren.

Inzwischen in einer Bratpfanne die Bratbutter gut erhitzen. Das Pouletfleisch mit Salz und Pfeffer würzen und kräftig braten. Nudeln und Spinat abschütten. Dann Pouletfleisch dazugeben und mit der Sauce gut mischen. Sofort in einer vorgewärmten Schüssel anrichten und servieren.

In der Glücks-Forschung gibt es fünf Pfeiler, die dazu beitragen, dass man dauerhaft glücklich ist:

Soziale Kontakte zu Freunden und Familie, Gesundheit (Sport und Ernährung), einen Job, der einem Freude bereitet, dankbar sein, Realitätssinn und im Hier und Jetzt leben. Gerade in den Zeiten des Verzichts ist es für das persönliche Glück wesentlich, wie man gelernt hat Glück zu empfinden und zu leben.

Hier einige Gedanken, weshalb ich mich trotz Krise glücklich und zufrieden fühle.

Wir müssen derzeit auf einiges verzichten – vor allem auf den grenzenlosen Konsum. Wir haben in einer Zeit gelebt, in welcher wir übersättigt waren an Konsummöglichkeiten – Einkaufen, Shoppen, Reisen, Unterhaltungsangebote ohne Grenzen und Limit. Alles war möglich und es gab keinen Stillstand. Ich für mich befasse mich schon länger mit dem Bewusst leben. Was macht mich glücklich? Wann empfinde ich Freude? Vielleicht hilft mir dieses Bewusstsein jetzt, doch auch ich bin und war nicht gefeit auf all die Konsummöglichkeiten zu verzichten.

Freude an den kleinen Dingen

Ich reise fürs Leben gern. Nizza als meine 2. Heimat ist einer Lieblingsorte und schnell bekomme ich jeweils Fernweh nach Nizza. Es fehlt mir auch jetzt. Die Vorstellung in den Frühlingsferien nicht nach Nizza zu können, löst eine gewisse Wehmut aus. Andere haben vielleicht ein Problem damit, dass sie nicht zum Coiffeur können, in die Maniküre oder Kosmetik. Wieder andere kochen vielleicht nicht gern und sehnen sich nach den offenen Restaurants. Wir gehen auch gern im Restaurant essen oder unternehmen am Wochenende regelmässig Dinge wie in den Zoo gehen, ins Kino, ins Schwimmbad oder machen einen Ausflug auf einen Berg. Ab und zu unternehmen wir einen Weekendtrip ins nahe Ausland, gehen einkaufen und shoppen. Ja, einfach was jeder gern tut. Aber im Moment erfreue ich mich, in meiner Küche feine Gerichte zu zaubern oder meinem Schatz und meiner Süssen beim gemeinsamen Kochen zuzuschauen. Und ich bin voll zufrieden damit.

Gemeinsame Zeit bekommt mehr Bedeutung

Wir treffen auch uns sehr gern mit Freunden und Familie, laden sie zu uns ein und verbringen so unvergessliche Momente und gemeinsame wertvolle Zeit. Das ist war schon länger in unserer Familie ein Credo – keine Geschenke, sondern wir schenken einander gemeinsame Zeit. Im Moment können wir unsere Freunde und Familie nicht treffen, bleiben wie vorgeschrieben zu Hause und versuchen den Kontakt über Video-Telefonie oder Telefon aufrecht zu erhalten. Das hat uns schon viele lustige Momente beschert, aber es wird nie ein Ersatz sein für das persönliche Beisammensein.

Ich habe mich gefragt, was ich denn für ein zufriedenes und glückliches Leben brauche und worauf ich verzichten kann.

Der bewusste Verzicht in einer von Konsum und Unterhaltung orientierten Gesellschaft überlebt das vielleicht auch die Corona-Krise?

Freunde und Familie helfen das Wohlbefinden zu steigern

Ich merke derzeit, wie wichtig mir Freundschaften, Familie, mein Schatzu und meine Süsse sind und dass mir die gemeinsame Zeit heute noch wertvoller erscheint. Der Moment, wenn man gemeinsam lachen kann, einfach unbeschwert sein. Wenn meine Süsse wieder mal den Clown macht und wir gemeinsam einfach Tränen lachen. Oder wie bedeutend plötzlich ein Telefon mit einer Freundin wird oder das Video-Telefon mit dem Bruder der Ersatz wird für die Diskussion bei guten Essen und einem Glas Wein am Esstisch. Ich freue mich jetzt schon darauf alle wieder in die Arme zu schliessen, mit meiner Familie am Tisch zu sitzen und zu diskutieren. Auch stelle ich mir jetzt vor, wie ich eine Festbank in den Garten stelle und eine Grillparty nach der anderen schmeisse, um das Leben und die Gesundheit zu feiern mit den Menschen, die mir so viel bedeuten.

Ein Rückzugs- und Kraftort schaffen

Was mir in dieser Zeit auch bewusst wird, ist wie wichtig mir ein schönes Zuhause ist. Meine Wohnung ist unser Kraft- und Rückzugsort. Und gerade jetzt, da wir alle zu Hause bleiben und kaum rausgehen können, ist es wunderbar, dass wir uns in die Zimmer zurückziehen können, jeder wuselt was und wir treffen uns in der Stube zum gemeinsamen Spielen, TV schauen, Essen und Beisammen sein. Auch der Garten ist gerade ein Segen und eignet sich als 5. Zimmer zum Durchlüften, Entspannen, Spielen und Sport machen. Wenn es draussen sonnig und warm ist – ein Glücksort. Mir war schon immer wichtig schön zu wohnen und gerade jetzt bekommt dies noch mehr Bedeutung. Wir verpassen echt gerade nichts da draussen – aber auch zu normalen Zeiten sind wir einfach wahnsinnig gern zu Hause.

Und ganz wichtig und für mich fast das Zentrum ist meine Küche. Hier verbringe ich gerade sehr viel Zeit beim Kochen und Backen. Ich probiere viele neue Rezepte aus und werde auch von meiner Süssen und meinem Schatz verwöhnt. Sie kochen nämlich jetzt ein Mal pro Woche gemeinsam etwas für mich.

Im Hier und Jetzt leben, um bei sich anzukommen

Mehr bei mir zu sein und nicht das Gefühl zu haben, da draussen etwas zu verpassen. Das spüre ich schon länger. Ich bin bei mir in meinen vier Wänden glücklich und zufrieden – und das nicht erst seit dem Lockdown des Bundesrates. Für mich ist Lebensqualität bewusst zu entscheiden auch mal zu Hause zu sein und mich an den kleinen Dingen zu erfreuen. Genau das versuche ich ja mit meinem Blog hier immer wieder hervorzuheben. Es hat mit Einfachheit zu tun und auch Konsumverzicht. Worauf kann ich also verzichten und was fällt mir schwer?

Dinge, Orte und Menschen, die mir fehlen

Wie eingangs erwähnt – auf Nizza und die Wohnung und Zeit dort verzichten zu müssen, löst eine gewisse Wehmut aus. Aber darauf zu verzichten ist irgendwie kein Weltuntergang, es besteht ja die Möglichkeit wieder dorthin zu reisen, wenn es möglich ist. Hätte ich die Wahl nur noch 1x pro Jahr an einen Ort reisen zu können, wäre das wahrscheinlich schwieriger, aber ich denke auch das wäre keine Katastrophe. Mir fehlt es zwar, aber im Moment gehe ich davon aus, dass ich irgendwann wieder reisen werde und auch nach Nizza fahre.

Langfristig wird mir die Familie und das Treffen von Freunden fehlen. Aber mir fehlt zum Beispiel nicht, dass ich gerade nicht ausgehen und im Restaurant essen kann oder mal in einen Café sitzen und dort einen Kaffee trinken.

Aufgefallen ist mir allerdings, dass es keine frischen Blumen mehr zu kaufen gibt und ich doch frische Blumen liebe und eigentlich auch immer einen Strauss zu Hause habe. Ich werde mir aber nun ein Blumenabo machen und von einem Blumengeschäft wöchentlich Blumen liefern lassen.

In der Zwischenzeit bastle ich mit meiner Süssen zum Beispiel haben wir tolle Osterhasen aus Beton gegossen. Wir haben Kresse gesäht und schauen ihm beim Wachsen zu oder haben statt im Wald gebrätelt, das Picknick mit Grillwurst im Garten gemacht.

In der Küche bin ich auch sehr kreativ und hab nun viel Zeit und Musse zu kochen und zu backen. Die kulinarischen Erlebnisse freuen meine Süsse und meinen Schatz.

Diese Zeit als Chance sehen

Wir müssen gerade auf so vieles verzichten und doch – ich kann sagen, es geht mir ausgezeichnet. Ich bin glücklich und voller Energie, habe in meinen eigenen vier Wänden viele Ideen und Projekte, bin kreativ und entdecke vom Sofa aus viele neue Möglichkeiten – die uns die digitale Welt ja auch grad liefert. Ich habe auch nicht Angst, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Sondern ich sehe diese Zeit als Chance für mich, um zur Ruhe zu kommen, noch mehr bei mir zu sein. Ganz egal, was da draussen passiert und das hoffentlich auch für die Zukunft. Das ist für mich Lebensqualität.

Zuhause bleiben. Das hat der Bundesrat verordnet. Nur noch falls nötig nach draussen gehen. Es ist doch eine einfache Ansage. Oder? Parties sind abgesagt, Restaurants, Läden und Freizeitangebote zu. Es gibt dafür ja offensichtlich Gründe. Und doch, irgendwie scheinen es viele nicht zu begreifen. Jetzt versammelt man sich auf Spielplätzen, am See und an Feuerstellen – in Horden! Wartet ab. Die Ausgangssperre ist nur eine Frage der Zeit und dann bestraft ihr auch die, die sich jetzt an die Regeln halten. Egoismus ist jetzt fehl am Platz.

Ich bin oft zu Hause, nicht erst seit der Bundesrat uns aufruft zu Hause zu bleiben und mehr oder weniger alle Freizeitmöglichkeiten beschränkt oder unterbunden hat. Und ja, Ich bin sehr gern unterwegs, ich reise auch sehr gerne, aber gerade so schön finde ich es zu Hause zu sein. Bei mir muss nicht immer etwas laufen und wir haben bewusst nicht immer Programm. Einfach mal sein und nichts tun. Einfach mal zu Hause wuseln, lesen, auf dem Sofa sitzen, Tee trinken, kochen, backen, den Sitzplatz geniessen. Das schöne Zuhause geniessen. Auch das kann ich. Ich habe die Vorzüge von Zuhause sein – auch mit Freunden und Familie – schon lange erkannt und ich verpasse nichts da draussen und jetzt erst recht nicht. Nur das begreifen das nicht alle.

Ich kann mir vorstellen, dass dies nicht jedem gleich leichtfällt und einem durch diese drastische Anordnung des Bundesrats plötzlich die Decke auf den Kopf fällt. Wenn man sich nicht mit sich selbst beschäftigen kann, ständig unterwegs ist und immer Programm hat, kann dies Anordnung doch sehr einschneidend sein. Man weiss plötzlich nicht mehr, was mit sich und der Zeit anfangen. Man fühlt sich schlecht, weil man sich plötzlich mit dem eigenen Dasein, dem Partner und der Beziehung auseinandersetzen muss, da ausweichen, davonlaufen und wegschauen nicht mehr möglich ist. Aber jetzt ist echt nicht die Zeit, um Parties zu feiern und sich in Menschenhorden in der Öffentlichkeit rumzutreiben. Jetzt ist die Zeit zu Hause zu bleiben. Sich zurückzuziehen und auszuhalten.

Es ist die Zeit des Innehaltens. Was kann uns jetzt besseres passieren?

Es ist die Zeit des Innehaltens. Was kann uns Besseres passieren. Wir kriegen Zeit mal nichts zu müssen und doch die Freiheit innerhalb der eigenen vier Wände alles zu dürfen. Ich versteh nicht, wie die Leute das nicht begreifen. Und wenn uns die Ausgangssperre auferlegt wird, weil es immer noch Hirnlose gibt, die Parties veranstalten, dann krieg auch ich dann den Koller – weil ich doch gerne am Morgen in Ruhe meine Runde jogge in der Reussebene. Wohlgemerkt allein und es sind auch nicht viele Leute unterwegs morgens.

Dass mir Zuhause die Decke auf den Kopf fällt, wird schwer. Ich habe immer genug Ideen und Pläne, die nicht mir Reisen und Unterwegs sein zu tun haben. Es gibt unzählige Dinge, die mich die Zeit vergessen lassen und erst noch Freude machen.

Hier meine 10 Inspirationen

1. Gemeinsam Kochen und Backen

Ich koche und backe fürs Leben gern. Gerade jetzt, wenn wir zu dritt immer zu Hause sind, essen wir natürlich dreimal am Tag. Das gibt viel Gelegenheit um zu gemeinsam zu kochen und backen. Das ist daher eine gute Beschäftigung für alle. Ich kann meiner Süssen das Kochen beibringen und neue Rezepte ausprobieren. Hier sind schon einige Inspirationen abgelegt. Und nicht nur das Kochen und Backen macht gemeinsam mehr Freude, auch gemeinsam am Tisch sitzen und zusammen zu essen, zu reden und sich auszutauschen, ist ein wichtiger Familienbestandteil. Den wir hochhalten und sehr schätzen.

2. Basteln mit Kids

Unsere Bastelbox steht bereit. Und im Frühling gibt es unzählige Bastel-Ideen – Wie wärs mit Ostereier bemahlen oder Osternestchen basteln? Im Internet gibt es unzählige Anleitungen und Ideen zum Basteln mit Kindern.

3. Spiele spielen

Wie wärs, wieder einmal zusammen ein Uno, ein Eilemitweile oder ein anderes Gesellschaftsspiel zu spielen? Das Vertreibt die Zeit und macht gute Laune. Wir spielen regelmässig mit unserer Süssen.

4. Lesen oder einander vorlesen

Lesen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Gerade habe ich die 6-Teilige Reihe über die 7 Schwestern von Lucinda Riley fertiggelesen. Und nun werden meine Süsse und ich gemeinsam ein Buch lesen. Sie wird in der Online-Bibliothek – die bleibt ja zugänglich ein Buch auslesen und wir werden jeden Tag darin lesen – sozusagen unser Corona-Lese-Projekt.

5. Wieder mal einen Brief schreiben

Und weil wir jetzt unsere Liebsten nicht mehr einfach so und so oft sehen können, habe ich mir überlegt, endlich mal wieder Briefe zu schreiben. Meine Süsse wird dazu Zeichnungen machen und wir werden hoffentlich viele Menschen damit überraschen können.

6. Gärtnern auf dem Balkon oder im Garten

Gärtnern und den Garten auf Vordermann bringen, ist auch eine gute Beschäftigung mit Kindern. Zwar ist es noch etwas früh für die Bepflanzung von Gemüse, aber man könnte jetzt mit der Aufzucht beginnen und die Samen ansähen. Auch eignet sich das Wetter, um den Sitzplatz und Balkon zu reinigen, die Gartenmöbel zu putzen, die Lounge herauszuholen und das 5. Zimmer zu eröffnen. Wir haben das bereits gemacht und geniessen nun die Sonne in unserem Garten.

7. Fotos bearbeiten und Fotobücher erstellen

So banal es tönt, jetzt ist auch endlich Zeit, um Fotos zu sortieren und Ordnung in die Bildersammlung zu bringen. Und wenn man alles schön sortiert und geordnet hat, kann man aus den tollsten Bildern pro Jahr oder Ereignis tolle Fotobücher erstellen. Und in Erinnerungen schwelgen, von Ferien oder Ausflügen Träumen und sich an den schönen Bildern erfreuen, was passt besser in diese Zeit. Fotos sortieren und Fotobücher erstellen, ist ja definitiv etwas, was ich immer auf der ToDo-Liste habe, aber stets vor mir her schiebe.

8. Die Sonne auf dem Balkon/im Garten geniessen

Was gibt es schöneres als im Garten zu sitzen, zu lesen, zu spielen, die warmen Sonnenstrahlen zu geniessen und sich auszuruhen? Es ist gerade die perfekte Zeit, um alles für den Frühling draussen zu starten und den Grill anzuschmeissen. Es ist nie zu früh dafür.

9. Frühlingsputz und Entrümpelungs-Aktion

Wenn man dann gar nichts mehr zu tun weiss und vor lauter herumliegen einem langweilig wird, wie wärs mit Frühlingsputz? Fensterputzen? Vorhänge waschen, mal gründlich reinigen, ausmisten und entsorgen. Jetzt oder nie! Ich habe bereits damit begonnen – der Backofen hat schon eine Reinigung erhalten. Fenster und Vorhänge folgen. Und das lässt sich doch durchaus mit den Kindern machen. So können sie grad lernen, was es heisst zu putzen und reinigen. Und gleich danach kann mit der schon längst überfälligen Entrümpelungsaktion fortgefahren werden. Alter Ballast kann abgeworfen und Raum für Neues geschaffen werden.

10. Nach draussen gehen zum Spielen, Radfahren, Spazieren oder Wandern und Bräteln im Wald

Und zu guter Letzt, so lange es noch möglich ist, ist durchaus auch Zeit, um nach Draussen zu gehen zum Joggen, Velofahren, Spazieren, Bräteln. Einfach weils grad schön ist. Aber Achtung – auch hier gilt: Abstand halten. Menschen-Massen vermeiden und nicht in Reih und Glied am See sitzen. Das war ja nicht die Idee hinter der Notlage, die das Corona-Virus mit sich gebracht hat. Drum – Frische Luft und Bewegung ja, aber keine Parties und Menschen-Massen meiden.