Lifestyle

Der März hats in sich! Eben war ich noch in Paris fürs Wochenende und nun schon in Mailand. Ich muss schon sagen, ich liebe das! Ich liebe es unterwegs zu sein, Neues zu entdecken, die Zeit zu geniessen irgendwo in einer fremden Stadt. Ich bin ein richtiges „Reisefüdli“ und es gibt fast nichts, was mir mehr Freude bereitet, als eine Reise zu planen, durch Reiseseiten zu stöbern, schöne Orte und Gegenden zu entdecken und ich kann die Reise selbst dann kaum erwarten. Und wenn ich alleine Reise kann ich wunderbar abschalten, in mich gehen, Kraft tanken. Reisen bereichert meinen Geist, ich sauge die Atmosphäre auf und lasse mich treiben und im wahrsten Sinne des Wortes: Wenn einer eine Reise tut, hat er was zu erzählen! Drum ich könnte gar nicht sein ohne das Reisen, es eröffnet mir jedes Mal neue Horizonte! Es verwundert daher grad nicht, dass ich die Zeit im März nutze und einfach unterwegs bin, bis im April dann der Ernst des Lebens mit meinem neuen Job wieder beginnt.

Neben Frankreich gefällt mir Italien auch sehr gut. Wahrscheinlich kommen da Heimatgefühle hoch, denn als Viertel Italienierin fühle ich mich bei den Italienern einfach wohl. Mir gefällt die laute, fröhliche Art, die Sprache, aber eben auch die Andersartigkeit, dass man nicht alles so genau nimmt, und das mit einem Achselzucken hinnimmt. Mir gefällt die Landschaft, ob am Gardasee, in Montegrotto, Venedig, Varese, Mailand oder nun Forte dei Marmi. Ich bin einfach gern in Italien. Und ich kann Italien nun endlich besser kennenlernen, da mein Schatz Italien auch so mag wie ich! Wir sitzen gerne beim Apéro, schauen den Leuten zu, trinken an einer Bar ein Espresso und quatschen meistens gleichzeitig mit allen Leuten auf italienisch – dies obwohl ich es ja gar nicht so gut kann. Aber es spielt keine Rolle, es macht einfach Spass! Hier können wir einfach sein und fühlen uns beide so mega wohl! Es ist unbeschreiblich wie wir beide hier aufgehen und wie wir beide diese Italianità lieben.

Übers Wochenende sind wir nun nach Mailand ans Eros Ramazzotti Konzert gefahren. Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat. Eine Halle mindestens so gross wie das Hallenstadion voll ausverkauft, singt jedes Lied mit! Jedes Wort! Sensationell! Ich mitten drin! Ich hab auch lauthals mitgesungen! Es hat mein Herz so berührt. Die Musik, die Stimmung, das Gefühl hier sein zu dürfen, unter all diesen Menschen. Teil vom Konzert in Mailand.

Am Samstag sind wir dann in die Toscana gefahren. In den berühmten Bade- und VIP-Ort Forte dei Marmi, den wir hier vielleicht am ehesten noch wegen Michelle Hunziker kennen, die im Sommer regelmässig hier die Wochenenden verbringt und in knappen Bikinis in der Sonne räckelt. Der Ort ist obwohl ja noch gar keine Saison doch schon recht bevölkert gewesen und bietet neben Restaurants, Stand und Luxusshopping eigentlich gar nicht so viel. Wir haben die Zeit genau bei ebendem genossen – Flanieren durch die Fussgängerzone, Schaufenstershopping bei all den Luxus-Labels und Essen und Trinken in den Restaurants und Cafés. Das Meer zu sehen und einfach dort zu sitzen bei angenehmen Temperaturen. Hmmm, wie schön ist das denn! Es hat so unglaublich gut getan, wegzufahren. Kraft zu tanken, abzuschalten und zu fokussieren. Wir freuen uns jetzt schon auf unseren nächsten Ausflug nach Bella Italia!

Ich liebe Paris. Ich liebe die französische Sprache, den Stil der Pariserinnen und die Art der Franzosen sagt mir zu, wobei durchaus Unterschiede zwischen Paris und Nizza auszumachen sind. Die Quartiere vor allem das Marais, Montmartre, Quartier Latin, aber auch die Pärke wie den Jardin de Luxembourg, die Museen, die grossen Alleen, die Seine, die unzähligen Cafés, Brasserien und Restaurants, all das berührt mein Herz und ich kann dort einfach sein! Paris ist für mich auch ein Kraft-Ort, ein Ort, um zur Ruhe zu kommen, abzuschliessen, nach vorne zu schauen. Ich habe mein Paris in den letzten fünf Jahren neu entdeckt. Ich bin in kleinen hübschen Hotels abgestiegen, habe Ecken von Paris gesehen, die weg sind von den Touristenströmen, in Cafés gesessen und Weisswein getrunken, Tartine und Café au Lait zum Frühstück genossen. Ich bin bewusst anders durch Paris gegangen, um mein Paris zu entdecken. Losgelöst von den immer gleichen Dingen, die ich früher machen musste.

So habe ich im Dezember 2014 all das was mir gefällt aufgesogen und bin viel rummarschiert, hab mir Zeit genommen, Paris unter die Füsse zu nehmen. Mein Hotel lag damals im Quartier Latin. Abends hab ich die Ruhe im Hotelzimmer genutzt, um zu lesen, Karten zu schreiben, abzuschalten und mich zu fokussieren. Ich hab mir damals auch eine Tour mit einer lokalen Führerin von greeters.com durchs Marais gegönnt. Wir sind 6 Stunden durch dieses Quartier gestreift und ich hab mich noch mehr in dieses wunderbare Quartier verliebt. Lustigerweise habe ich jetzt im März die tolle Brasserie wiederentdeckt, in die sie mich damals geführt hat.

Im Mai 2016 bei grösster Hitze bin ich dann für 2 Tage nach Paris! Ich hab mit der Sonne um die Wette gestrahlt. Die Zeit für mich allein war und ist immer sehr kostbar. Ich geniesse es mir etwas Gutes zu tun, mir etwas fürs Herz und die Seele zu gönnen. An der Pont Alma gabs einen feinen Lunch, das Znacht im Montmartre, am Sonntagmorgen hab ich mir den Zmorgen im LaDurré gegönnt und im Schatten im Jardin de Tuilerie pausiert. Das Rodin Museum hat mich ebenso begeistert wie das Grand Palais! Paris ist einfach perfekt für mich!

Anfang März durfte ich nun mit meinem Schatz drei Tage in der Stadt der Liebe verbringen. Das Hotel lag diesmal im Montmartre Quartier und wir konnten zu Fuss zum Moulin Rouge spazieren und hoch bis zur Haltestelle Abbesse. Am Samstagabend war alles auf den Beinen. Wir sind am Schluss in einer Bar gewesen, nur mit jungen Französinnen und Franzosen. Die Frauen alle schön rausgeputzt. Keine Touristen weit und breit – und das nur einen Katzensprung von Moulin Rouge. Gefrühstückt haben wir dann in diesem hübschen kleinen Café in der Nähe vom Sacre Coeur, das ich noch von 2016 kannte. Und bei unseren Streifzügen durch die Stadt mit einer Fahrt auf den Tour Montparnasse, dem Spaziergang durch den Jardin de Luxembourg, dem Flanieren der Seine entlang, immer mal haben wir in einem kleinen Café eine Pause gemacht, einen Espresso getrunken oder ein Glas Weisswein. Es war herrlich Paris mit meinem Schatz zu erleben. Abends noch auszugehen, die Zeit zu geniessen, viel zu reden und lachen. Gemeinsam Paris neu zu entdecken, Altes wiederzusehen und sich einfach nur glücklich und wohl zu fühlen. Paris, mon amour! In der Tat so verliebte Tage habe ich glaub noch nie in Paris erlebt. Es war perfekt!

Tipps

Die Reisen buche ich immer ganz unterschiedlich. Ich schaue auf ebookers.ch, railtour.ch, trivago.ch oder die einzelnen Fluggesellschaften nach Preisen und vergleiche jeweils. Mein Limit für ein verlängertes Weekend ist 500.- Franken für Flug/Zug und Unterkunft mit 2-3 Nächten. Ich bin der Meinung gut muss nicht billig sein. So sind wir jetzt für 2 Nächte / 3 volle Tage mit Flug und 4*-Hotel für 500.- Franken zusammen in Paris gewesen! Wir hatten einen Direktflug mit AirFrance, mein erster AirFrance-Flug. Und der Service war sehr gut! AirFrance hat mich für diesen Kurzstreckenflug voll überzeugt! Das Hotel Trinité Haussmann war auch super für Pariser Verhältnisse sowieso! Da die Zimmer normalerweise ja sehr eng sind! Auch die Lage war super und wir konnten uns gut und schnell in den Quartieren, die wir mögen bewegen. Das Montmartre bietet auch am Abend viele Restaurants, Bars und Cafés, die auch von Pariserinnen und Parisern besucht werden.

Eine kleine Auszeit im Herzen der Schweiz. Genau das habe ich mit einer guten Freundin genossen. Wir sind nach Andermatt gefahren und haben im Radisson Blu Hotel, welches seit Mitte Dezember 2018 in Betrieb ist, eingecheckt.

Von mir bis nach Andermatt dauert die Autofahrt rund 1h 15 Minuten und bei herrlichem Sonnenschein sind wir die Schöllenenschlucht hochgefahren. Der erste Kreisel in Andermatt bringt einem dann gleich in die überdimensionierte Tiefgarage und die geplante grossangelegte Anlage, welche noch in den nächsten 5 Jahren gebaut werden soll. Das Hotel ist im Alpenstil mit Holz und Granit hochwertig, lichtdurchflutet und modern gehalten. Die Zimmer sind schön und zeitgemäss im Alpenchic und lassen keine Wünsche offen. Es riecht alles noch sehr neu. Wir sind schon um die Mittagszeit angereist und konnten gleich unser Zimmer beziehen.

Dann haben wir uns auf Erkundungstour im Hotel und im Dorf gemacht. Das Hotel verfügt über einen riesigen Wellness und Spa-Bereich sowie ein 25 Meter Schwimmbecken, das auch für Einheimische geöffnet ist. Das Spa-Angebot ist sehr gross und auch ziemlich teuer. Aber in den Ferien gönnt man sich ja gern mal was. Herrlich entspannt haben wir uns hier nach einem Spaziergang ins Dorf.

Der Weg ins Dorf führt im Moment noch über oder um das Kasernenareal und durch den neuen Bahnhof, der noch etwas trist daher kommt. Im Dorf ist neben dem renommierten und bekannten Hotel The Chedi Andermatt noch alles wie ich es aus meiner Jugend in Erinnerung hatte – ausser vielleicht, dass die Preise doch ziemlich gestiegen sind!

Abends haben wir im Hotel Znacht gegessen und die Hotelbar – die etwas einsam war – getestet. Das Frühstück war sehr lecker und es gibt eine grosse Auswahl an lokalen Spezialitäten, warmen Speisen und Säften.

Das Ski-Gebiet ist nun mit Sedrun verbunden und bietet somit den Skifahrern viele neue Möglichkeiten. Wir haben den Winterwanderweg benutzt und sind bis Zumdorf gewandert und zurück. Bei herrlichem Wetter der Reuss entlang. Dann haben wir uns im The Chedi einen Afternoon-Tea gegönnt und uns vom langen Marsch erholt. Man hat immer so den Eindruck man müsse mal dort hin. Und ja, es war sehr schön. Sehr exklusiv und wie gesagt, nicht ganz billig. Die Klaviermusik war mega und wir sind sicher 2 Stunden gesessen, haben Champagner getrunken, gegessen und geredet.

Wir waren zu Beginn unseres Ausflugs etwas gespalten was Andermatt betrifft. Aber wir durften feststellen, dass das Entwicklungsprojekt, das noch die nächsten 5 Jahre weitergeht, Andermatt sicher gut tut und die Gegend für die Zukunft gut gerüstet sein wird. Andermatt hat durch die Erschliessung und den Bau der Hotels, Appartements und Villen an Attraktivität gewonnen, wenn wir uns auch zuerst an die verdichtete Bauweise gewöhnen müssen und uns auch nicht vorstellen können, wie die vielen Wohnungen nur besetzt oder gar verkauft werden sollen. Es liegt alles im Hochpreissegment für internationale Klientel. So muss man sich dann auch nicht verwundern, weshalb man nicht Schweizerdeutsch sondern Hochdeutsch oder gar Englisch sprechen muss und das Personal zum Teil erst seit Dezember letzten Jahres aus irgendwo auf der Welt in die Schweiz gekommen ist. Auch das war gewöhnungsbedürftig, wenn auch sich alle sehr grosse Mühe gegeben haben, uns zufrieden zu stellen!

Die kurze Auszeit hat rund um gut getan und wir konnten Sonne und Energie für die kommende Zeit tanken. Das Radisson Blu und Andermatt ist sicher eine Empfehlung und wir werden es auch mal in den Sommermonaten austesten und die Gegend wandernd erkunden.

Die letzten Monate waren vollgepackt mit Projekten. Nachdem sich endlich ein Knopf gelöst hat und ich wusste, dass es beruflich früher oder später in eine andere Richtung entwickelt, hatte ich plötzlich wieder diese Energie und Lebensfreude, die eigentlich mein ureigenes ist und mich so positiv sein lässt. So habe ich seit Dezember meine Wohnung entrümpelt, den Blog aufgestartet, meine Website aufgebaut und Live geschaltet, intensiv eine neue Arbeitsstelle gesucht, eine Stoffwechselkur gemacht, mehr Zeit mit meiner Tochter verbracht und auch gedanklich meinen Rucksack aufgeräumt.

Unzählige Vorstellungsgespräche

Es war also viel zu tun! Ich hatte unzählige Vorstellungsgespräche – in einer Branche, die völlig überrannt wird von qualifizierten Fachleuten ist es schon ein Erfolg, wenn man zu den letzten 5 oder 6 gehört. Und ich war oft dabei – bei Positionen und Stellen, die ich mir nicht hätte träumen lassen. Ich war mit Begeisterung dabei und habe an vielen Orten einen Einblick erhalten und mich präsentieren dürfen.

Ordnung schaffen für Neues

Nebenbei habe ich Raum für Raum rsp. Bereich für Bereich in meiner Wohnung entrümpelt und aufgeräumt. Ich hab im Keller angefangen. Und bin 2 Mal in die Entsorgung gefahren. Dann hab ich die Kleider meiner Tochter nach Grösse sortiert und Freundinnen konnten Kleider daraus auswählen. Weiter habe ich meinen Kleiderschrank rigoros ausgemistet und einfach alles in die Kleidersammlung gegeben. Mindestens 3 Säcke. Und ganz ehrlich mein Schrank ist nicht leer jetzt! Dann habe ich die Küche aufgeräumt – umorganisiert und neu eingeordnet. Alles schön in Kistchen gepackt. Ich bin dann auch im Büro rigoros vorgegangen und hab Kiloweise Bücher entsorgt. Mit meinem Book-Reader ist ja jetzt alles auch ausleihbar in der Bibliothek und ich finde das total praktisch. Auch wenn ich Bücher liebe. Ich liebe es durch Buchläden zu stöbern, Bücher zu Hause zu haben. Ich mag es in einem Buch zu lesen und kann es mir drum nicht verkneifen eine kleine feine Auswahl meiner Lieblingsbücher im Bücherregal zu haben. Mit der Räumaktion hab ich jetzt mehr Raum im Büro.

Reinigung für den Körper

Parallel dazu habe ich eine Stoffwechselkur gemacht, denn irgendwie wollten die Kilos nicht mehr weg, sondern haben sich ganz leicht angesammelt. Ich habs mit Sport versucht und geschaut, dass ich keine oder wenig Kohlenhydrate gegessen hab. Gelungen ists mir nicht. Hier etwas Schokolade, da gern ein Glas Wein, dann wieder das üppige Znacht. Es hat einfach nicht recht klappen wollen. Mit der Kur und dem strickten Essensplan konnte ich aber mein Essverhalten umpolen und die Lust nach Süssem und dem Glas Wein hat merklich nachgelassen. Netter Nebeneffekt, ich hab 3 Kilo abgenommen und fühle mich nun schon etwas besser.

Mir war auch extrem wichtig in dieser Umbruchphase möglichst viel Zeit mit meiner Süssen zu verbringen. Dazu habe ich sie extra aus der Tagesstruktur in der Schule genommen. Sie ist dann jeweils am Mittag heim gekommen und wir haben zusammen gegessen. Es hat Spass gemacht für sie zu kochen und den normalen Tagesablauf mit Schule mit ihr zu leben. Und um 3 haben wir dann Zvieri gegessen und dann Hausaufgaben gemacht. Ich war so richtig glücklich das Familienleben auch mal so zu haben.

Die Anspannung lässt nach

Und dann kam noch die Zusage für eine neue Stelle und die gesamte Anspannung ist abgefallen. Ich war so richtig erleichtert. Immerhin ein Problem gelöst und ich kann ohne Angst in die Zukunft schauen. Die Anspannung war letztlich doch ziemlich gross gewesen, man wird schliesslich nicht gern arbeitslos. Ich hab mir zwar versucht einzureden, dass ich mir jetzt Zeit lasse mit der richtigen Stelle und mir keinen Kopf mach, wenn ich arbeitslos bin, aber die Existenzängste waren doch latent vorhanden.

Erholung für den Körper

Nach der Zusage zur neuen Stelle hat sich mein Körper eine Erholung gegönnt und ich wurde krank. Gar nichts ging mehr. Ich bin auf dem Sofa gelegen, hab Tee getrunken, viel geschlafen und nicht viel nachgedacht. Alles hat sich sortiert und ich bin zum Glück schnell wieder zu Kräften kommen und damit meine Energie. Ich hab schon wieder tausend Ideen was ich bis zum Antritt meiner Stelle alles noch machen möchte, aber dazu mehr in einem weiteren Beitrag!

Ich vor 10 Jahren!

In den letzten Wochen bin ich immer wiedern über den Hashtag #10yearChallenge gestolpert. Ich habe mir dann gleich überlegt, wo denn nun Fotos von mir von vor 10 Jahren sind. Aber viel mehr beschäftigt mich gerade der Gedanke, wer war ich vor 10 Jahren und wer bin ich heute. Und ums grad vorwegzunehmen, heute gefalle ich mir dann schon einiges besser, sei es optisch, aber auch wo ich gerade im Leben stehe.

Auf dem Boot im Central Park ist flüchten unmöglich.

Vor 10 Jahren war ich überspitzt gesagt, noch nicht so reif, vielleicht sogar sehr naiv und eher unsicher und entsprechend wurde ich auch unselbstständig gemacht. Ich war damals bereits in der Beziehung zu meinen späteren Mann und wir hatten uns in New York verlobt, auf dem See im Central Park mit dem berühmten Boathouse. Flüchten unmöglich. Und so war es irgendwie in jener Zeit auch. Mir war noch nicht so klar, was ich denn persönlich möchte im Leben, sondern eher was sich so gehört. Zum Beispiel gehört es sich, zu heiraten – mit der Verlobung war das vorgespurt, dann Haus kaufen, Kinder kriegen und in Friede und Freude auf dem Land leben. So bin ich ja auch aufgewachsen und ich hab mir irgendwie nicht so oft Gedanken darüber gemacht, was ich denn für mich wirklich will. Mit der Verlobung ging ja letztlich auch ein Traum in Erfüllung – damals dachte ich ernsthaft, Heiraten und Kinderkriegen gehören in meinen Lebensplan. Gut ein Kind hab ich mir von Herzen gewünscht und ja, meine kleine Süsse ist ja auch ein Traum, aber die Konsequenzen dazu hab ich mir nicht überlegt. Ich war irgendwie noch nicht in der Selbstliebe und Achtsamkeit.

Ich konnte zwar meine Bedürfnisse benennen, aber sie auch umsetzen? Irgendwie fehlte mir das Bewusstsein für mich. Wie auch immer, vor 10 Jahren sass ich also auf dem Boot auf dem See im Central Park und hab den Antrag angenommen. Im Glauben, jetzt wird endlich alles gut. Auf die Hochzeit musste ich dann nochmals 2 Jahre warten und auch bis dahin viele Kompromisse eingehen. Erst jetzt sehe ich, dass ich bereits damals mehr zu mir hätte stehen sollen. Dann wär ich heute vielleicht an einem anderen Punkt. Aber damals kannte ich meine Werte, meine Grenzen und meine Bedürfnisse nur am Rand und hab sie grundsätzlich weder gross benennen noch durchsetzen können. Weil es sich einfach so gehört. So war das Rollenbild, das mir vermittelt wurde. Papa ist der Chef, Mama macht, was er sagt. Und der Rest der Familie auch. Und ich war in der Angst – mit bald 32 ohne Partner – ich sah meinen Wunsch nach Kind davon schwimmen und habs dann nicht gemacht, sondern hab gekämpft.

Erst nach der Hochzeit und als es einfach nicht besser werden wollte und ich Zuhause beim Betreuen meiner süssen Kleinen – genug Zeit zum Nachdenken hatte, habe ich gemerkt, dass ich mehr will im Leben, als dieses und da hab ich mich freigestrampelt und mich letztlich getrennt.

Und ich bin einfach zufrieden, glücklich und dankbar für meinen Weg und dieses Leben.

In den letzten 5 Jahren extrem stark an meiner Selbstliebe, Selbstheilung und meinem Selbstbewusstsein gearbeitet. Ich bin stark und ich schaffs effektiv allein. Und ich bin einfach zufrieden, glücklich und dankbar für meinen Weg und dieses Leben. Ich hatte lange keinen Partner an meiner Seite, ich habe mir einen schönen und gut gepflegten Freundeskreis aufgebaut und ich geniesse die Zeit mit meiner Tochter, meiner Familie, heute auch meinem Partner und meinen Freundinnen und Freunden, die mich jetzt entspannter und glücklicher – eben freier erleben.

Voller Lebensenergie und Freude – ich 2019!

Ich möchte also um keinen Preis zurück. Nur vorwärts. Dieses wunderbare Leben auskosten. Das Leben geniessen und aufsaugen. Jeden Moment. Jeden Tag. Dankbar.