Lifestyle

Ich liebe die Vorweihnachtszeit. Meine Wohnung dekorieren, auf Weihnachtsmärkten rumspazieren und die Auslagen begutachten, Glühwein trinken, die Lichter anschauen, selber Guetzli oder Grittibänzen backen, bei Kerzenschein erste Weihnachtslieder hören, Geschenke basteln und für die Feiertage das Weihnachtsmenü zusammenstellen.

Bekanntlich rennt die Zeit vor Weihnachten ja nur so dahin, aber ich nehme mir immer bewusst Zeit und nicht viel vor. Ich will diese wenigen Wochen geniessen mit meinen Lieblingsritualen und mich bewusst einstimmen auf das Jahresende. Ich liebe es Weihnachtslichter anzuschauen in der Stadt, Glühwein zu trinken, zu basteln für Weihnachten mit meiner Süssen und mich in diesen dunkeln Wochen von warmem Licht in meiner Wohnung bei einer Tasse Tee und einem guten Buch auf dem Sofa gemütlich zu machen. Ich mag dieses Gehetze und Gerenne nicht und vermeide es auch, darauf einzusteigen.

Zofingen der Weihnachtsmarkt der Sinne als Geheimtipp

Einer meiner Lieblingsweihnachtsmärkte ist und bleibt der Christchindlimarkt in Bremgarten. Auch wenn nach vielen Jahren immer wieder die gleichen Stände am gleichen Ort zu finden sind, ist der Bummel durch die hübsche Altstadt über die überdachte historische Brücke an der Reuss jedes Jahr wieder ein Highlight. Vor allem am Donnerstagabend, wenn es noch nicht so viele Leute hat, ist es wunderschön. Ein Glühwein und etwas zu Essen darf natürlich nicht fehlen.

Auch nach Zürich gehe ich immer gerne vor Weihnachten und lasse mich treiben. Ich erinnere mich gut an letztes Jahr als ich diese Vorweihnachtszeit mit meinem Schatz ganz intensiv geniessen konnte. Es war einfach so gemütlich und wir haben einen kleinen Rundgang über die Bahnhofstrasse und die verschiedenen Märkte auf dem Bellevue, dem Werdmühleplatz und im HB von Zürich gemacht. Dieses Jahr hat uns besonders der Markt auf dem Münsterhof gefallen, einfach weils, als wir eintrafen, noch nicht so übervölkert war. Und weil der Dezember bei uns ja eben nicht voll verplant ist, reicht es immer für einen spontanen Abstecher nach Zürich. Im HB haben wir am Abend vor dem 4. Advent im Chäs-Atelier noch ein Raclette gegessen und zwei tolle Ladies kennengelernt. Und bereits ist abgemacht, dass wir uns auch dieses Jahr wieder dort treffen. Der Tisch ist bereits reserviert.

Mein persönlicher Geheimtipp für die Weihnachtsmärkte ist aber der Weihnachtsmarkt in Zofingen. In der hübschen alten Zähringerstadt hats noch Platz, eine Vielzahl richtig toller Stände und anständige Preise, was den Glühwein anbetrifft.

Weihnachtsdeko-Tipp zum Nachbasteln

Vor einigen Jahren habe ich für die Eingangstüre eine schöne und sehr einfache Wanddeko gebastelt. Dafür sind wir in den Wald und habe Äste gesucht und diese in Form eines Dreiecks aufgereiht und mit Hanfschnur mit immer gleichem Abstand an den Enden festgebunden. Zum Schluss haben wir es mit klein Christbaumkugeln, kleinen Glöckchen, Federn und einer Lichterkette dekoriert. Jedes Jahr, wenn ich diese Wanddeko wieder aufhänge, erfreue ich mich aufs Neue – weils nicht einfach gekauft ist, weils einfach schön und speziell aussieht.

Mit meiner Süssen zu basteln und backen ist auch immer ein Highlight in der Adventszeit. Für den Samichlaus-Tag haben dieses Jahr selber Grittibänzen gemacht aus einem einfachen Zopfteig. Es war schön zu sehen, wie sehr sie sich für alles interessiert und wie sie lernen wollte, wie man jetzt den Teig macht, knetet und mit welcher Freude sie dann die Bänzen verziert und mit Ei bestrichen hat. Ja, einen hat sie extra für den Samichlaus gemacht, den sie ihm dann am Abend geben wollte.

Mit meiner Süssen bastle ich in der Regel in den Wochen vor Weihnachten immer etwas für die Grosseltern, Papi, Götti und Gotti. Aber dazu später – wir wollen sie ja überraschen.

Hamburg war schon lange eine Wunsch-Städte-Reise-Destination von mir. Leider hat es erst jetzt im November geklappt. Mit einer Freundin bin ich für ein Weekend nach Hamburg gereist und habe diese wunderschöne und vielseitige Hansestadt kennengelernt. Auf dieses Mädelsweekend haben wir uns lange gefreut und viele Dinge schon von zu Hause aus geplant. Highlight war aber ganz klar die Morgenmatinee in der Elbphilharmonie.

Afternoon-Tea und Olivia Jones Bar

Am Freitagnachmittag hat sich uns Hamburg im schönen Herbstlicht präsentiert und wir sind zuerst zum Nachmittagstee, wie es Neudeutsch heisst. Im Eatons Place einem Kleinod im Altona-Viertel wird einem auf perfekt englische Art ein wunderbarer Afternoon-Tea serviert. Alles ist liebevoll englisch eingerichtet und die drei Herren hinter der Theke machen ihre Arbeit auch auf freundlich englische Art. Wir haben Sandwiches, Scones mit Clotted Cream und süsse Küchlein gegessen und viel sehr feinen Tee getrunken. Es war himmlisch so in Hamburg anzukommen. Nach dem vielen Essen sind wir zur Elbe runtergelaufen und dann alles entlang der Elbe bis nach St. Pauli und der Reeperbahn. Ich und Reeperbahn. Aber das gehört zu Hamburg wie der Fischmarkt, das Rathaus, die Speicherstadt und die Elbphilharmonie. Wir sind am Schluss in der Bar von Olivia Jones gelandet und es war echt lustig.

Historisches, Lustiges und eindrückliche Gebäude

Die Stadt wirklich erkundet haben wir dann am Samstag, bis am Abend hatten wir mehr als 20000 Schritte auf dem Zähler. Hamburg lässt sich gut zu Fuss erkunden. Zum Frühstück sind wir ins Café Mutterland Cöllns, gleich beim Rathaus. Eine Institution wie wir feststellen durften, denn bereits zum Frühstück geht nichts ohne Reservation. Was uns natürlich zuerst etwas irritiert hat. Wir haben uns dann am Tischchen im Eingangsbereich platziert. Das Frühstück und vor allem die Auswahl an verschiedenen Gerichten, feinen frischen Brötchen und Brotsorten ist toll und es hat sehr gut geschmeckt. Nach dem stärkenden Frühstück sind wir auf eine Free Walking Tour.

3 Stunden hat uns der Student Martin durch sein Hamburg geführt. Er studiert Stadtentwicklung und konnte uns viel Historisches mit auf den Weg geben und hat uns mit Gedichten, Witzen und lustigen Geschichten gut unterhalten. In den drei Stunden sind wir vom Rathaus, an die Binnen-Alster über den Domplatz zur St. Nikolai-Kirche vorbei am Nikolaifleet runter zur Deichstrasse und dann über die Fussgängerbrücke in die Speicherstadt, wo der Rundgang auf dem Sandtorhafen mit Blick auf die Elbphilharmonie endete. Wir haben uns danach im Alsterhaus eine kurze Pause im Café gegönnt und sind noch wie es sich gehört shoppen gegangen.

Mit den Restaurant-Tipps von Martin haben wir abends noch versucht ein Restaurant zu finden. Aber ohne Reservation mindestens 5 Tage im Voraus ist in Hamburg zur üblichen Essenszeit leider nichts zu machen. Erst nach 8 sind wir ins Portugiesen-Viertel und haben uns im «O Pescador» eine Tapas-Platte und Portugiesischen Wein gegönnt.

Bezaubernde Klänge in der imposanten Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie ist nicht nur von aussen imposant, sondern auch innen sehr eindrücklich. Wir hatten Tickets für die Matinée am Sonntag um 11. Und sind kurz vor Beginn nach dem Frühstück und mit Gepäck beladen noch in den kleinen Saal reingehuscht. Der koreanische Künstler Jongdo An hat ein atemberaubend schönes Klavierkonzert geboten. Ich bin sehr beeindruckt, wie seine Finger nur so über die Tasten flogen und er ganz ohne Noten wunderbare Musik von Bach, Chopin und Schumann gespielt hat.

Es war ein rundum harmonisches, abwechslungsreiches und tolles Wochenende. Und in Hamburg bin ich echt nicht zum letzten Mal gewesen. Wir haben uns oft gesagt, schade sind es nur so wenige Tage, wir hätten noch so viel sehen können und uns einfach mehr Zeit lassen wollen. Und deshalb sag ich auf ganz bald wieder im Norden.

Zum zweiten Mal innerhalb von 5 Monaten sind wir nach London geflogen. Weg von den berühmten Sehenswürdigkeiten wie Westminster Abbey, Big Ben, Tower of London, London Eye oder Covent Garden, haben wir es uns einfach gut gehen lassen und die gemeinsame Zeit genossen. So sind wir gediegen zum Afternoon-Tea im legendären Brown’s Hotel und sind durch Kew Gardens spaziert. Auch haben wir ganz oft den Bus genommen und natürlich haben wir Shopping gemacht.

Wir haben im Victory Services Club am Marble Arch an der Ecke zum Hyde Park gewohnt. Dabei handelt es sich um ein Hotel exklusiv für Member – der vor allem britischen Marine und Armee. Das Hotel ist voll in englischem Stil, sehr luxuriös und elegant. Das Zimmer war neu renoviert und für Londoner Verhältnisse auch sehr gross. In der Bar kriegt man für vernünftige Preise alles was das Herz begehrt und auch das Frühstücksbuffet ist grosszügig. Das Hotel bietet einen guten Ausgangspunkt für Erkundungen.

Notting Hill mit sündhaften Zimtschnecken

Als erstes sind wir nach unserer Ankunft nach Notting Hill an die berühmte Portobello Road. Das ist zwar ein Touristen-Magnet, aber am Nachmittag hielten sich die Menschenmassen in Grenzen. Die aufgrund des Hollywood-Films mit Julia Roberts und Hugh Grant bekannte Gegend hat mir schon immer total gut gefallen. Wir haben also bei regnerisch-stürmischem Wetter den Markt besucht, die Seitensträsschen angeschaut und die besten Zimtschnecken in einem süssen Café gegessen. Die Seitensträsschen sind malerisch und viele Boutiquen und Restaurants laden ein zum Wiederkommen. Auch wirkt dieses Quartier eher wie ein Dorf und nicht wie die Grossstadt. Was mir an London einfach immer noch am besten gefällt.

Goldener Herbst in Kew Gardens

Die Highlights folgten dann aber am Sonntag. Mit der Underground sind wir nach Kew Gardens gefahren. Der Botanische Garten von London – weit ausserhalb der City. Ich liebe es, wenn die Züge durch die Gegend fahren und man so schön sieht, wie sich die Quartiere oder Orte verändern. Die Station Kew Gardens ist dann auch ein hübscher kleiner Bahnhof und man fühlt sich eher auf dem Land als noch in der Stadt.

Der Garten oder Park ist riesig und lädt zum Flanieren und Wandern ein, vorbei an unzähligen Bäumen, Sträuchern und Pflanzen. Die beiden Gewächshäuser aus dem frühen 19. Jahrhundert bieten Platz für Palmen und andere Gewächse. Besonders jetzt im Herbst hat der Park seinen Reiz mit dem farbigen Laub und dem unvergleichlichen Licht. Ich war voll hingerissen von den vielen Fotosujets, die sich mir boten und hab den Spaziergang bei herrlichem Wetter sehr genossen. Ich liebe es zu fotografieren und das zeigt sich meistens auch in den vielen Fotos, die ich allein an so einem Tag mache.

Afternoon-Tea klassisch

Am späteren Nachmittag haben wir uns dann chic gemacht und sind zum Brown’s Hotel gefahren für den legendären und weitherum bekannten Afternoon-Tea. Es war einfach nur luxuriös. Wir haben Champagner getrunken und die feinen salzigen Häppchen und später die Scones mit Clotted Cream und die süssen Gebäcke genossen. Der perfekte Start in den Geburtstag. Und unbedingt empfehlenswert. Es gibt alles à Discretion. Und neben der Teemischung des Hauses ist die Auswahl der Afternoon Tea’s grossartig. Danach braucht man definitiv keinen Znacht mehr. Nur noch einen langen Verdauungsspaziergang zurück zum Hotel.

Die Tage in London sind verflogen. Die Momente beim Entdecken weiterer Ecken der Stadt haben mir sehr gut getan. Auch hatte ich Zeit genug um den 2. Roman von Lucinda Rileys Serie die sieben Schwestern fertig zu lesen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Serie über die sieben Schwestern so packen würde. Ich kann im Moment nicht genug davon kriegen.

Was für ein ereignisreicher Sonntag. Wahltag. Als durch und durch politischer Mensch hab ich das intensiv verfolgt. Ich bin bis vor einigen Jahren selber in einer Partei tätig gewesen und habe sogar vor 4 Jahren für den Nationalrat kandidiert. Es war Leidenschaft pur. Ich habe sowohl meinen Job als meine politischen Ämter immer mit Herzblut gemacht. Bis zum Bruch. Denn manchmal treffen Persönlichkeiten aufeinander, die einfach nicht miteinander können, auch wenn sie noch dieselben Ziele verfolgen. Ich habe mich darauf zurückgezogen – beruflich umorientiert und geniesse seither viele freie Abende abseits des Rampenlichts. Und etwa zu 80% der Zeit stört es mich nicht, dass die Politik ohne mich weiterläuft. In den vergangenen Jahren habe ich mich auch bezüglich meiner Parteizugehörigkeit oder –gesinnung emanzipiert und gehe dezidiert meinen Weg – und äussere mich, falls notwendig auch dazu. Befreit hab ich mich dann vor gut einem Jahr ganz, als ich sogar den Austritt aus der Partei gegeben hab und nun als wachsames Zoon-Politikon das Geschehen beobachte.

Als Zoon-Politikon ist meine Leidenschaft für Politik ungebrochen.

Wie gross die Leidenschaft für die Politik ist, zeigt sich dann aber am Wahltag. Ich konnte nicht aufhören die News zu schauen – ungläubig über Wahlsiege, Sitzgewinne von gewissen Exponenten und Verlusten von andern. Es hab mich voll chribbelig gemacht und ich war ganz nervös. Verstehen tue ich die Resultate immer noch nicht ganz – und hoffe nun natürlich, dass diese grüne Welle uns einfache Bürgerinnen und Bürger im Mittelstand nicht finanziell völlig fertigmacht. Davor hab ich echt Angst. Ich hoffe, dass ich mich diesbezüglich wieder beruhigen kann, denn ich denke, dass die Mühlen in Bern langsamer malen als anderswo und bei uns zum Glück noch gefeilscht werden muss, bis ein Gesetz oder ein Vorstoss durchgewunken wird.

Restaurant Niesenberg – idyllisches Herbstambiente

Abgesehen von meiner Aufregung über den Wahlausgang hatte ich ein unspektakuläres Wochenende. Wir haben am Freitag Freunde getroffen zum Znacht in einem tollen Restaurant. Es ist immer wieder erstaunlich, an welchen Ecken die tollsten Restaurants im Aargau zu finden sind. Und ich hab auf meiner Restaurant-Liste einen weiteren Geheimtipp aufgenommen. Das Restaurant Niesenberg auf dem Niesenberg. Das Essen und der Wein waren sensationell, die Gespräche angeregt. Bestimmt werden wir im Sommer, wenn man schön draussen sitzen kann, wieder hierherkommen. Der Samstagabend und Sonntag stand im Zeichen der Familie mit einem gemeinsamen Znacht und die Ruhe vor dem Sturm am Sonntag haben wir bei der Schweizermeisterschaft im Steckenpferde-Rennen verbracht. So lustig, was es alles gibt. Hobby Horsing wie das offizielle genannt wird, ist anscheinend eine offizielle Disziplin und es gibt überall Turniere und Veranstaltungen. Wir haben zugeschaut wie Kinder – hochkonzentriert und voll bei der Sache entweder den Dressurkurs oder dein Spring-Parcours bestritten haben. Die Gewinnerinnen haben wie bei Reitturnieren üblich eine Rosette fürs Pferd erhalten. Lustig wars.

Heute finde ich mein Glück in mir.

Wie sehr ich auf dem Weg bin, habe ich dieses Wochenende auch wieder bemerkt. Es scheint Früchte zu tragen, dass ich so an mir gearbeitet hab, meine Grenzen, Werte verinnerlicht habe und für mich einstehe. Und ich habe auch erfahren dürfen, dass ich froh sein darf, mein Glück in mir zu finden, weil ich die Dinge tue, die mich zufrieden machen und weil ich jeden Tag diese Zufriedenheit und Dankbarkeit empfinden darf. Was ich nicht ausstehen kann, das ist Negativität und Gejammer immer und zu jederzeit. Ich kann das nicht ausstehen, wenn man nichts, aber gar nichts Schönes an seinem Leben finden kann, wenn alles nur schlecht oder negativ ist. Und noch weniger kann ich ausstehen, wenn man statt vor der eigenen Haustüre zu kehren, möglichst noch die vermeintlichen Probleme oder die Leben von anderen seziert, um möglichst nicht an sich selber zu arbeiten.

Letztlich war das Wochenende irgendwie aufwühlend, aufgrund all der verschiedenen Personen, Themen und Ereignisse. Am meisten aufgewühlt hat mich aber die Erkenntnis, dass nicht alle einfach bei sich, zufrieden mit sich und dankbar für ihr Leben sind. Und ich werde jetzt darüber nachdenken, wie ich solche Menschen oder ihr Verhalten nicht mehr zu sehr an mich ranlasse und wie ich Ruhe bewahren kann, auch wenn die Person mir sehr nahe steht. Achtsam. Wie immer. Ausatmen und einatmen. Dankbar für alles was ich hab.

Ach ja, diese farbigen Blätter und Bäume tun es mir gerade besonders an. Ich freue mich über die Fotos oder wenn ich in die schöne farbige Natur schaue.

Im September ist der Alltag so vor uns hingeplätschert mit Arbeit, Schule, Haushalt. Eigentlich ein ganz normaler Monat, der mich aber nicht so inspiriert hat. Ich konnte irgendwie das kleine Glück nicht einfangen, festhalten und dankbar dafür sein. Und doch im Rückblick bildet der September ein Monat voller kleiner feiner Glücksmomente.

Mädelswochenende auf dem Jochpass

So waren wir mit einer Studienfreundin und ihren beiden Mädels unterwegs. Wir haben aus unseren jährlichen Zusammentreffen mit Ausflügen in der Zentralschweiz eine Tradition werden lassen, die letztes Jahr mit der Wanderung zum Seealpsee und dem Äscher ein absolutes Naturhighlight war. Da uns diese atemberaubende Bergkulisse und das Zusammensein so gefallen hat, haben wir für dieses Jahr wieder ein solches Wanderwochenende eingeplant. Diesmal wollten wir von Melchseefrutt über den Jochpass nach Engelberg wandern. Niemand hätte gedacht, dass genau unser Wochenende von einem Schnee- und Wintereinbruch geprägt war und wir die Wanderung absagen mussten. Auf den Berg rsp. den Jochpass sind wir trotzdem und haben einen gemütlichen Nachmittag und Abend in diesem schönen Berggasthaus verbracht beim Reden, Spielen, Apéro trinken und einem feinen Znacht sind alle auf ihre Kosten gekommen. Und auch bereits für nächstes Jahr haben wir unser Wanderwochenende wieder eingeplant. Wohin es geht, wissen wir zwar noch nicht, aber aufs Zusammensein freuen wir uns bereits alle.

Inspiriert vom Golfschnupperkurs

Ein weiteres kleines Glück war unser Golfschnupper-Kurs. Diesmal hat die Sonne geschienen und zwar so richtig. Mitte September haben wir den Sonntag somit auf dem Golfplatz in Holzhäusern verbracht und uns die Technik des Golfspiels zeigen lassen. Vor Jahren habe ich ja schon mal einen Golfkurs besucht und nach zig Abschlägen und vielen Versuchen den Golfball richtig zu treffen, entnervt aufgegeben. Es fehlte mir am Pfiff und auch wünschte ich mir schneller zu erfahren, was denn genau notwendig ist, um die Platzreife zu erlangen. Mit typisch englischem Humor hat uns der Golfpro in Holzhäusern aber die notwendigen Informationen erteilt und man könnte in einem Intensiv-Training die Spielreife für die Plätze der Migros bereits nach 2 Grundkursen und dem Knigge-Kurs erlangen. Das nach 5 Tagen. Wenn das keine Aussicht ist. Uns hats jedenfalls gefallen und wir überlegen im Frühling 2020 den Intensiv-Kurs zu machen und dann die Migros-Golfplätze unsicher zu machen.

Grosse Hochzeitssause

Das grosse Highlight des Septembers war aber die Hochzeit eines befreundeten Paares in Deutschland. Wir sind bereits am Freitag hingefahren und haben das Brautpaar am Samstag im Rathaus empfangen. Da wir so früh angereist sind, konnten wir am Vorabend noch gemütlich zu dritt Znacht essen und das Wochenende einläuten. Am Samstag gingen wir noch auf Shopping-Tour und haben für meine Süsse ihr ultimatives Hochzeits- und Festkleid gefunden im H&M. Auch ich wollte dann noch etwas im H&M schnuppern und mir eine so schicke karierte Hose kaufen. Doch keine wollte passen. Ganz frustriert – ich trage definitiv nicht Grösse 44 – bin ich aus dem Laden raus. Die Shopping-Laune war weg. Ich war dann auch nicht sicher, ob ich mein Glück im S. Oliver nochmals versuchen soll. Reinschnuppern und die Karo-Hosen bestauenen, das wollte ich dann doch und habe doch tatsächlich eine Hose gefunden – in einer akzeptablen Grösse – nämlich 36. Puh. Der Tag war also gerettet und wir konnten uns schön zurechtgemacht auf zur Hochzeit machen. Es war alles so herrlich liebevoll. Die vielen Kids hatten einen eigenen riesigen Kindertisch mit mindestens 5 verschiedenen Gerichten auf der Kinderkarte. Dazu gabs eine tolle Tanzband und sogar einen Zauberer. Wir haben viel und fein gegessen, bei guter Musik getanzt und uns wunderbar mit unseren Tischnachbarn unterhalten. Der Abschied am anderen Mittag – nach einer kurzen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück ist uns wie immer sehr schwer gefallen.

Und wenn man diese drei Highlights meiner kleinen Glücksmomente nimmt und ich mich noch daran erinnere, dass ich ja noch meinen Geburtstag gefeiert habe und ihn im Wellness verbringen durfte, dann war es ein toller Monat. Und genau daran will ich mich erinnern. Lustigerweise kann man sich zum Glück relativ schnell nicht mehr an die Alltagsunannehmlichkeiten erinnern, die Probleme im Job, in der Schule, der Streit dort oder die Meinungsverschiedenheit da. Und wenn ein Monat einfach so dahinplätschert, einfach so vergeht, ist es umso wichtiger, sich die guten Dinge, die schönen Momente und die positiven Erlebnisse in Erinnerung zu rufen und sie dort zu bewahren. Ich habe mich im September viel zu sehr von den negativen oder schweren Dingen beeinflussen lassen. Ich war angespannt, gereizt und fühlte mich gestresst. Habe mir über Dinge den Kopf zerbrochen, die jetzt gar nicht mehr der Rede wert sind. Dabei sollte ich ja wissen, dass mit etwas Distanz, mit etwas mehr Gelassenheit und weniger Gedankenkarussell alles viel einfach wäre. Aber wenn man so gestresst oder genervt ist, man viele Termine hat oder viele Steine auf dem Weg liegen, ist das ja leider leichter gesagt als getan.

Sport für Körper und Geist

Erstaunlicherweise konnte ich meinen Fitness- und Jogging-Rhythmus ohne Probleme einhalten. Ich gehe seit Anfang Schuljahr einmal die Woche ins Pilates und jogge 2-3 mal die Woche. Und wenn ich es nicht tue, dann fehlt mir etwas. Und eigentlich freut mich diese Entwicklung sehr. Wie wichtig Sport sein kann und welchen Effekt regelmässiger Sport haben kann, hat uns die Begegnung mit der ehemaligen Olympionikin Almut Brömmel gezeigt, welche wir im Hotel in Deutschland kennengelernt haben. Sie trainiert heute mit 84 Jahren noch junge Leichtatletik-Talente und nimmt sogar noch an Landesmeisterschaften teil. An jenem Wochenende in Deutschland hat sie einmal mehr einen Wettbewerb in der Kategorie Ü80 gewonnen.

Zwetschgen-Kuchen macht glücklich

Im September habe ich es auch kaum geschafft zu backen oder mir Zeit genommen etwas Feines zu kochen. Was geblieben ist, ist der Zwetschgen-Kuchen, den ich für unseren Besuch gebacken habe. Mein Zwetschgenkuchen war nicht so eine grosse Sache, da ich einen einfachen Gleichschwer-Rührteig mit Vanille verfeinert gemacht und die Zwetschgen darin versenkt habe. Geschmeckt hat es allen trotzdem gut.

Bereit für einen gemütlichen Abend

Am Samstag war es wieder mal Zeit für eine weitere tolle Essenseinladung. Ich habe unsere Gäste mit einem sommerlich-provenzalischen Menü verwöhnt. Und so fein es war, so einfach und schnell lässt es sich zubereiten. Mir ist es immer wichtig, Zeit für meine Gäste zu haben, nicht noch stundenlang in der Küche oder beim Abwasch zu stehen, während sie am Tisch sitzen und reden. Ich möchte dann gerne bei ihnen am Tisch sitzen. Deshalb bereite ich nachmittags immer alles soweit wie möglich vor, damit die Küchenzeit am Abend möglichst kurz ist.

Und wie so oft ist auch beim Kochen die gute Planung und Vorbereitung das halbe Leben. Ich bereite mich schon rund eine Woche vor dem Anlass darauf vor. Schmökern in Kochbüchern, Kochheften oder Online-Rezepten gehören sozusagen zu meinem Hobby und Ideen begleiten mich drum ständig etwas. Ich stelle etwa eine Woche vor dem Anlass das Menü zusammen, suche nach Rezepten, verfeinere Rezepte oder integriere meine Ideen. Dann kaufe ich meist am Vortag frische, lokale Produkte ein. Zur genauen Zeitplanung hilft mir, dass ich die Rezepte genau studiere, damit ich etwa weiss, wie viel Zeit ich einplanen muss, wie schwierig die Zubereitung ist und welche Gerichte ich wann zubereite. So hat sich die Zubereitungszeit für das Menü vom Wochenende auf 2.5 Stunden beschränkt.

Mein Schatz ist beeindruckt, wie ich da wie ein emsiges Bienchen, Schritt für Schritt aus einem grossen Berg Zutaten die einzelnen Gerichte zubereite und dies still für mich, ganz vertieft in die Arbeit. Für mich ist Kochen wie Yoga oder Meditation. Ich kann darin völlig aufgehen. Die Handgriffe sitzen und mit Geduld, Freude und Ausdauer stört es mich daher nie stundenlang in der Küche zu stehen. Ich habe einfach unglaublich grosse Freude dabei. Und wenn es dann allen noch schmeckt und wir uns gut unterhalten, dazu ein feines Glas Wein trinken, dann bin ich einfach sehr happy- meist noch Tage danach. Ich liebe es und je länger je mehr wünsche ich mir, in gezielter Regelmässigkeit Rezepte auszuprobieren, Menüs zu kochen und Gäste zu bewirten. Wie hat doch Aristoteles gesagt: das höchste Glück ist im Tun. Und so happy wie ich bin, ist es unbeschreiblich.

Das sommerlich-provenzalische Menü sah so aus:

Apéro mit Oliven & Flammkuchen-Schnecken dazu Prosecco

Peperoni-Tonnato mit Nussbrot

Thymian-Schweinefilet aus dem Ofen mit Ratatouille und neuen Kartoffeln

Marinierte Aprikosen mit Mascarpone-Haube

Apéro

Flammkuchen-Schnecken (vier Personen)

1 Flammkuchenteig

Wenig Crème Fraiche bestreichen

2 kleine rote Schalotten in feinen Streifen verteilen

1 Päckchen Speckwürfel verteilen

Denn Flammkuchen aufrollen und dann in 1 cm breite Rädchen schneiden.

Backen bei 200°C, Ober- / Unterhitze

Noch warm servieren

Vorspeise

Peperoni-Tonnato (vier Personen)

4 rote Peperoni halbieren, kerne entfernen, mit Schnittfläche nach unten bei 250° C backen bis sich dunkle Blasen bilden

Für das Tonnato

1 Dose Thon, abgetropft

2 Sardellen-Filet, abgespühlt, getrocknet in groben Stücken

1 EL Kapern

1 EL Zitronensaft

2 EL Olivenöl

0.5 dl Gemüsebouillon

Salz und Pfeffer

Alle Zutaten fein pürieren

Peperoni häuten, in 2cm breite Streifen schneiden, auf Platte verteilen, Tonnato darüber verteilen, mit Schnittlauch dekorieren. Dazu Baguette oder Nussbrot servieren

Hauptgang

Thymian-Schweine-Filet

Klarsichtfolie

Roh-Essspeck

600 gr. Schweine-Filet

Salz und Pfeffer

1.5 Bund Thymian

Blätter fein hacken und auf ein Stück Klarsichtfolie verteilen. Filet drauflegen und Thymian gut andrücken. Roh-Essspeck ums Filet wickeln und mit Küchenschnur anbinden und in eine feuerfeste Form legen. Dann 20 Minuten bei 200°C, Unter- & Oberhitze, backen, Temperatur erhöhen auf Grill-Funktion grossflächig, ca. 5 Minuten braten.

Ratatouille

1 Mittlere Zucchetti

2 Auberginen

2 farbige Peperoni                               

Alles in mittelgrosse Stücke schneiden

2 kleine Zwiebeln fein hacken

2 Knoblauch fein hacken

Rosmarin fein hacken

1-2 EL Tomatenpüree

1 dl Gemüsebouillon

Salz und Pfeffer

Zwiebeln und Knoblauch andämpfen, Gemüse dazugeben und stark andämpfen, Rosmarin und Tomatenpüree beigeben, ablöschen mit Gemüsebouillon, 20-25 Minuten, zugedeckt bei mittlerer Hitze kochen, Abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Gedämpfte neue Kartoffeln dazu servieren

Dessert

Marinierte Aprikosen mit Mascarpone-Haube (vier Personen)

500 gr. Aprikosen, entsteint halbiert

75 gr. Rohzucker

1 TL Vanillepaste

Alles mischen und 30 min marinieren

250 gr. Mascarpone

200 gr. Magerquark

1.5 dl Halbrahm geschlagen

50 gr. Rohzucker

1 TL Vanillepaste

Alles verrühren und kühl stellen.

20 gr. Butter in Bratpfanne erwärmen, Aprikosen 3-4 Minuten anbraten 1 dl Dessertwein dazu giessen, kurz kräftig aufkochen 2 EL Pistazien beigeben, etwas auskühlen lassen.

Lauwarm in Gläser oder Dessertschalen füllen, Mascarpone-Creme darauf verteilen.

Das Dessert lässt sich im Herbst auch wunderbar mit Zwetschgen zubereiten oder im Winter mit Mandarinen oder Orangen.

Ich wünsche viel Freude beim nachkochen und selber experimentieren. PS. Für die Weinberatung ist mein Schatz zuständig.

Der malerische Hafen von Torri

Ich habe so eine Bucket- oder Wunschliste von Orten, die ich einmal sehen möchte und Dingen, die einmal machen möchte.

Einmal an den Gardasee fahren, war schon länger der Plan. Überhaupt Italien bereisen und mehr vom Dolce Vita kennenlernen. Mit dem Zug kommt man in Italien zwar sehr weit, aber es gibt Orte oder Gegenden, die bereist man besser mit dem Auto. Und alleine stundenlang im Auto sitzen, finde ich irgendwie nicht so toll, deshalb musste der Gardasee warten. Einzig Verona hatte ich schon mal gebucht und dann wieder abgesagt, das Bauchgefühl hat irgendwie nicht gestimmt damals. Letztes Jahr bin ich dann endlich in diese Gegend gekommen – unsere ersten Pärchen-Ferien haben wir über den 1. August dort verbracht mit dem Höhepunkt Aida in der Arena in Verona. Richtig, das stand auch auf der Liste!

Über den 1. August verreise ich gerne einige Tage – um meine Sommerferien zu verlängern, so war ich schon in Lissabon oder eben letztes Jahr am Gardasee und in Verona.

Während der Gardasee vor allem im Norden für Wandertouren und Mountainbike-Trails bekannt und im Süden mit Freizeitparks auftrumpft, gibt es auch die weniger Massentouristen-Orte. Genau das wollte ich sehen.

Die Burg von Torri

Wie letztes Jahr haben wir wieder im Hotel Lido in Torri del Benaco übernachtet. Das Hotel liegt gleich an der Fähranlegestelle und man hat einen tollen Blick auf den See und das Dorf. Es hat viele Restaurants an der Seepromenade, einige kleine öffentliche Strände und Einkaufsmöglichkeiten. Alles ist noch ruhiger und beschaulicher als im Nachbarsdorf Garda. Dort wimmelt es vor allem am Freitag, dem Markttag von Autos und Menschen und ein Durchkommen ist fast unmöglich.

Garda

Wir haben letztes Jahr die Gegend noch erkundet und sind mal halb um den See gefahren, auch ins bekanntere Sirmione. Wurden aber eher enttäuscht vom Tourismus und den vielen Leuten und Autos. Wir mögens lieber ruhig und schätzen es, wenn wir mit Einheimischen in Kontakt kommen und nicht von der Schwemme an Touristen mitgesogen werden.

Klein aber fein – in einer Seitengasse ganz unscheinbar gibts wunderbaren Wein und Bresola-Flammkuchen statt Chips.

Für uns ist es am Gardasee einfach zum Geniessen und Erholen. Abends in den Apéro und dann fein essen. Gemütlich die Stunden zu zweit verbringen, ohne grosses Programm. Und so sind wir auch ganz früh morgens schon auf unseren Abstecher nach Garda an den Markt und haben den Rest des Tages im Hotel rsp. in Torri verbracht.

In der Umgebung gibt es natürlich viele Dinge zu entdecken und Verona ist nicht weit weg und lässt sich wunderbar kombinieren. Wer einmal in der Arena eine Oper schauen möchte, sollte dies unbedingt tun. Wir haben Aida geschaut. Bei 30 Grad nachts um 10 eher ungewohnt und doch herrlich. Aber die Aufführung, das Bühnenbild, die Musik und die Choreographie waren unglaublich eindrücklich. Und wir erzählen immer noch mit Begeisterung davon. Die Aufführung war lang und wahnsinnig farbig und schön. Wir werden bestimmt mal wieder dorthin fahren.

Einatmen – ausatmen, sich immer wieder auf das Atmen besinnen, zur Ruhe kommen, sich mit sich und dem Körper befassen, ihn wahrnehmen, die Gedanken wahrnehmen. Einfach wahrnehmen ohne zu bewerten. Es ist. Nur reagieren, wenn es für einen stimmt. Auch nicht reagieren. Einfach einatmen – und wieder ausatmen.

8 Wochen lang habe ich einen Achtsamkeitskurs der Mirgros-Klubschule in Baden besucht. Wir haben zu verschiedenen Situation und Themen Achtsamkeit geübt. Wir haben mit Meditation, Yoga und anderen Techniken gelernt, sich wahrzunehmen, sich zu spüren, ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Es ist. Mir hat geholfen, sich Zeit zu nehmen. Für mich Zeit zu haben. Immer dienstags dort zu sein, zu trainieren. Und auch der Achtsamkeitstag, der einen ganzen Tag dauert, an welchem man einfach schweigt, den ganzen Tag ruhig bei sich ist und einfach die Übungen trainiert. Das hat mir geholfen und sehr gut getan. Es hat mir gezeigt, dass ich schon sehr Achtsam und bei mir unterwegs bin. Dass ich vieles richtiggemacht habe und mache und dass ich mich nun beruhigen kann, das festigen darf, was ich begonnen habe vor mehr als 5 Jahren.

Mein bestes Ich

Ich habe 5 schwierige Jahre hinter mir. Trennung. Scheidung. Kind plötzlich allein erziehen. In Abgrenzung zum Vater Grenzen setzen. Eine gute und stabile Beziehung zum Kind aufbauen. Single sein. Probleme im Job. Jobwechsel. Wieder eine schwierige oder anspruchsvolle Jobsituation. Vieles oder alles war sehr emotional und hat mich zum Teil nochmals an meine Grenzen gebracht. Mir war von Anfang an klar. Die Beziehung zu meiner Tochter ist das Wichtigste. Dies muss stabil sein und ein gutes Fundament haben. Dazu und damit ich ihr ein Vorbild sein kann, musste ich an mir arbeiten. Meine Werte, Grenzen, Prinzipien kennenlernen. Herausfinden wer ich bin, um ihr mein bestes Ich auf den Weg mitzugeben.

Als Single hatte ich viel Zeit, um mich mit mir zu beschäftigen. Ich habe auch zum Thema Beziehung und wie ich sie denn mal leben möchte, Gedanken gemacht. Und viele Wochenenden oder Abend war ich allein zu Hause und hatte Ruhe und Zeit für mich, um genau das zu machen, mir über mich und was mir in einer Beziehung, im Leben, im Job – in allen Bereichen denn wichtig ist.

Zu wissen, man schaffts allein. Zu fühlen, hören und spüren, was der Körper braucht, was der Geist braucht, das ist eine unvergleichliche Stärke und Macht. Denn darauf kann man sich immer besinnen, wenn es mal nicht so gut geht.

Früher war ich immer eher zurückhaltend, habe spät oder nicht reagiert und war deshalb oft frustriert. Dann hat es gewechselt. Von Stumm zu „jetzt sag ich immer lautstark meine Meinung“. Es fühlte sich wesentlich besser an, nicht mehr stumm zu sein, nur war die Art und Weise und die Lautstärke, aber auch die Emotion noch zu unkontrolliert. Und auch wenn es sich besser anfühlte, gut war es noch nicht. Es ist wie ein Pendel, das von einer zur anderen Ecke ausschlägt. Es war also das andere Extrem. Aber meine Bedürfnisse oder meinen Ärger oder meine Meinung wie auch immer zu kommunizieren, war eine Erleichterung.

Mit der Zeit habe ich dann gemerkt, es muss nicht immer laut sein, es muss nicht immer sofort sein, ja ich muss nicht mal schlagfertig sein oder eine super Antwort bereit haben. Und heute weiss ich, ich darf auch mal nicht reagieren. Im Kurs habe ich gelernt, dass ich Dinge so drehen kann, dass sie mich nicht mehr persönlich treffen. Und aufgrund dieser sich augenblicklich einstellenden Distanz fällt es mir hoffentlich leichter nicht gleich emotional zu reagieren.

Selbstbestimmt im Leben

In den letzten Wochen hat sich wieder einiges getan. Ich bin geschieden. Die Betreuung ist geregelt. Ich habe einen guten Job. Alles hat sich somit beruhigt oder ist geklärt. Ich habe eine stabile Partnerschaft. Mein Partner gibt mir Ruhe und das Gefühl angekommen zu sein. Er festigt mich, stärkt mich, unterstützt mich. Er macht mein Leben noch glücklicher, noch voller. Und ich bin froh, nicht mehr so viel Zeit alleine auf dem Sofa zu verbringen, sondern die Möglichkeit zu haben, die Zeit gemeinsam zu verbringen. Zusammen zu reisen, Weekends zu verplanen oder mal nichts zu tun. Zusammen einfach im Garten zu arbeiten, zu Kochen, zu Essen, zu Reden. Egal. Er bereichert mein Leben. Und ich spüre, ich komme an, in meinem Leben. In dem Leben, das ich so mir selber aufgebaut hab, mit den Menschen, die mir guttun und mir wichtig sind. Selbstbestimmt. Jetzt ist es Zeit anzukommen und das erreichte, erfahrene, erlebte, erarbeitete zu festigen. Der Kurs hat mir genau das gezeigt. Achtsamkeit ist einatmen, ausatmen. Achtsamkeit ist den Moment wahrzunehmen. Ihn überhaupt wahrzunehmen. Und wenn er gut ist, ist es schön. Wenn er nicht gut ist, muss ich es nicht persönlich nehmen. Ich kann es einfach wahrnehmen. Reagieren kann ich später.

Mit diesem Rucksack versuche ich nun meinen Weg zu gehen. Beharrlich. Weitgehend glücklich und zufrieden. Und glücklich bin ich in den letzten Wochen sehr. Ich lache, mache Witze und habe immer dieses versteckte lächeln in mir, voller Zufriedenheit.

Wir erweitern unsere Wohnung von Frühling bis Herbst, sobald es warm wird und solange es warm bleibt um unser 5. Zimmer – unseren Garten. Jedes Jahr pflanzen wir in unzähligen Töpfen Gemüse an, hegen und pflegen es, geben jeden Tag Wasser und verwerten das Gemüse dann in unzähligen feinen Gerichten. Wir lieben es abends länger draussen zu sitzen, zu reden, lachen, spielen. Ein gutes Glas Wein zu trinken und was Leichtes vom Grill zu essen. So sehen unsere Sommerabende aus.

Ich wollte immer einen gemütlichen Gartenbereich, der zum Verweilen und Draussen sitzen einlädt. In meinem Garten und Sitzplatz habe ich relativ viel Umschwung und Platz. Der Sitzplatz erstreckt sich über die ganze Länge der Wohnung und hat sowohl einen beschatteten Bereich unter dem oberen Balkon, wie auch eine Fläche die stark und bis zum Sonnenuntergang besonnt ist. Den vielen Platz habe ich nun in verschiedene Bereiche eingeteilt und mein Wunsch war, auch verschiedene Pflanzen und Gemüse zu ziehen. Unter der Überdachung habe ich neben einem Esstisch auch neu eine coole und gemütliche Lounge. Und auf der besonnten Seite steht ein kleiner Bistrotisch mit zwei Stühlen. Ich liebe es morgens früh, dort kurz zu sitzen und in der Morgenfrische den Tag zu starten. Einige schöne Solarlampen erhellen am Abend den Garten.

Letztes Jahr habe ich ausserdem einen massgefertigten Aluminium-Trog bestellt, um den Bereich vor der Trennwand zum Nachbarn schöner zu gestalten. Nun steht dort also ein gut 3 Meter langer Trog mit einem Apfel- und einem Quitten-Baum drin. Bin gespannt, wie viele Äpfel und Quitten ich dieses Jahr ernten darf. Unter den Bäumchen können wir nun Gemüse, Kräuter oder Blumen pflanzen. Die sonnige, windgeschützte Lage eignet sich gut für Tomaten. Ausserdem haben wir dieses Jahr in diesem Trog Kohlrabi, Salat und Kräuter gepflanzt. In sechs Töpfen wird’s zusätzlich noch Auberginen, Zucchetti und Gurken geben. Dafür sind wir extra in die Gärtnerei gefahren und haben uns beraten lassen. Es gibt schon viele Pflanzen, die für Töpfe geeignet sind und speziell dafür gezüchtet wurden. Somit eignet sich so ein Topf-Garten auch für den Balkon. Für meine Süsse ist es auch ein Erlebnis zusammen mit mir zu gärtnern, dem Gemüse beim Wachsen zuzuschauen und es dann beim gemeinsamen Kochen zu verarbeiten oder ganz einfach, zu pflücken und zu essen. Sie liebt es den Pflanzen Wasser zu geben und dabei noch ihre eigenen Wasserplansch-Spiele zu machen. Und kaum ist es warm, zieht sie ihre Badehose an und nutz den Rasensprenger für ne Abkühlung.

Und seit ich einen persönlichen Gärtner habe, ist der Rasen viel schöner, meine Pflänzchen gedeihen prächtig und abends sitzen wir am Tisch, essen ein feines Znacht, trinken ein gutes Glas Wein oder machen es uns gemütlich auf der Lounge. Mein 5. Zimmer ist jetzt fast perfekt. Es fehlen noch einige Deko-Elemente, um das Sommerfeeling zu Hause zu perfektionieren. Wohl fühlen tun wir uns alle schon und wir freuen uns auf den Sommer zu Hause – wenn das Wetter stimmt.

Massgefertigter Pflanztrog aus Aluminium: Rohner AG in Teufen AR

Menschen wurden erschaffen um geliebt zu werden. Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden. Der Grund warum sich die Welt im Chaos befindet, ist weil Dinge geliebt werden und Menschen benutzt werden.

Dalai-Lama

Dieser Spruch ist mir in den Sinn gekommen, als ich vor einigen Tagen mitbekommen habe, wie ein Bekannter seine emotionalen Empfindungen für einen monatlich fixen Geldbetrag erklärte. Er empfindet Gefühle dafür, dass er jeden Monat denselben Geldbetrag erhält und deshalb geht es auch nicht, dass er ihn nicht mehr erhält. Innerlich habe ich gelacht. Echt jetzt? Ich habe Gefühle für Menschen und nicht für Dinge. Gut, ich mag meine Wohnungseinrichtung, meinen schönen Garten, mein neues Auto oder meine tolle Garderobe, aber ich liebe meine Tochter, meinen Partner, meine Eltern und Familie und Freunde.

Ich habe tiefe Glücksgefühle, wenn ich meine Tochter draussen mit meinem Partner spielen und reden höre, während ich drinnen das Znacht vorbereite. Ich liebe es mit Freunden einen gemütlichen Abend zu verbringen und mit meiner Familie schöne Momente zu erleben. Oder ich verspüre tiefe Liebe und Dankbarkeit, wenn ich meine Süsse in den Armen halte, wenn ich mit ihr auf reisen bin, in den Ferien, auf dem Spielplatz oder schlicht mit ihr kuschle auf dem Sofa oder im Bett. Ich liebe meine Tochter, wenn ich sie anschaue, ihr Lachen sehe, ihre strahlenden Augen, sie singen höre, tanzen sehe oder ihr Schauspiel verfolge. Und ich liebe sie auch, wenn wir streit haben, sie schlecht drauf ist oder mal nicht so will wie ich. Meine Muttergefühle entstanden in der Schwangerschaft, seither ist diese Verbindung da und seither sehe ich mich sie beobachten mit Staunen und Freude. Ich liebe sie und nicht einen Geldbetrag, der vielleicht monatlich auf meinem Konto eintrifft. Auch wenn ich weiss, dass Geld für ein gutes Leben wichtig ist. Kein Betrag auf dieser Welt kann die Gefühle, die ich für sie empfinde nur im Ansatz aufwiegen.

Leider stelle ich fest, dass es oft so ist, wie im Zitat von Dalai-Lama beschrieben. Menschen lieben Dinge und benutzen Menschen. Sie lieben die Luxuskarosse oder die teuren Markenartikel. Und sie benutzen Menschen, um sich besser zu fühlen, besser zu positionieren, oder sich über sie zu erheben. Ich kann hier nur eins sagen, ich muss mich nicht mit solchen Menschen in ein Boot setzen. Ich erhebe mich nicht über andere, ich behandle als erstes Mal alle Menschen gleich. Ich respektiere andere Menschen und das Andersartige. Alles hat Platz. Was ich nicht mag, ist, wenn sich diese Menschen zusammen in ein Boot setzen, obwohl sie eigentlich nichts gemeinsam haben, um sich gegenseitig aufzuwiegeln, eben gegen Andersdenkende, andere Werthaltungen und Lebensweisen und dann noch schön tratschen und wilde Unwahrheiten in der Welt verbreiten. Solche Menschen mag ich nicht und so eine Einstellung habe ich selber zum Glück auch nicht. Das finde ich total oberflächlich.

Menschen benutzen Menschen oder erheben sich über sie, um sich besser zu fühlen.

Was bitteschön ist hier dann noch christlich! Wie auch immer, genau diese Menschen sind dann auch solche, die sich über Dinge identifizieren – teure oder exklusive Ferien, das moderne und teure Auto, die tolle Wohnung, obwohl man sie sich eigentlich nicht leisten kann. Ich bin der Meinung, dass nur, wenn man ganz bei sich ist und sich selber liebt, auch fähig ist, andere zu lieben. Dinge braucht man zum Leben – die einen mehr, die anderen weniger, aber Dinge geben nie dasselbe zurück, wie eine Umarmung oder ein feuchter Kuss deines Kindes.