Familie

Unser Mietzelt – geräumig und voll eingerichtet

Camping ist eine wunderbare Art Ferien zu machen oder ein verlängertes Wochenende zu verbringen. Nirgendwo ist die Natur so nah und das gibt ein unglaubliches Freiheitsgefühl. Nirgendwo sonst, ist man so schnell in Kontakt mit dem Zeltnachbarn und nirgendwo sonst finden die Kinder so schnell jemanden zum Spielen. Der Mikro-Kosmos auf dem Camping-Platz ist einfach spannend: Die Männerclicke, die mit 90 Litern Bier im Fass und Zapf-Kühl-System anreist, um eine Auszeit unter Kumpels zu nehmen. Die Familie aus Deutschland und der Schweiz, die sich in der Mitte zum gemeinsamen Familienwochenende trifft. Der Porsche Cayenne-Fahrer, der mit Familie im Luxuszelt ein verlängertes Wochenende verbringt oder die Senioren, die in ihrem Gärtchen sitzen und jedes Jahr von neuem die Menschen studieren. Camping ist für jedermann, jedes Budget, jeden Luxus. Und Camping bringt diesen Mikrokosmos zusammen, Menschen, die man sonst nicht trifft. Offen sollte man sein, neugierig und interessiert für den neuen Nachbarn, der nur 5 Meter neben einem seinen Wohnplatz hat. Ein kleines Paradies für Gross und Klein und jeden Geschmack.

Clamping auf dem Wirthshof

Wir haben unsere sieben Sachen für das Auffahrtswochenende gepackt und sind auf den Camping-Platz Wirthshof am Bodensee gefahren. Ich finde Camping wunderbar entschleunigend und trotzdem möchte ich nicht ganz auf ein Minimum an Luxus verzichten. Auch kann ich mir nicht vorstellen wirklich am Boden zu schlafen oder ein Zelt aufzubauen, das Essen nicht im Kühlschrank aufzubewahren, etc. Und wenn man selber keine Camping-Ausrüstung hat, kann man an vielen Orten Bungalow-Zelte, Mobile Homes oder Kabinen mieten.

Wir haben ein Bungalow-Zelt gemietet. Dort ist alles vorhanden, was man so braucht. Man schläft zwar im Zelt, aber auf einer Matratze. Für Esswaren, die gekühlt werden müssen, gibt’s einen Kühlschrank, zum Kochen hats einen Gasherd und sogar ein Toaster, eine Kaffeemaschine und ein Wasserkocher stehen zur Verfügung. Für die Sonne gibt’s einen Schirm und wenns mal regnet, bleiben die Füsse im Zelt trocken, weil der Boden mit Platten ausgelegt ist. Also Camping für Anfänger oder Camping im Luxus. Die Sanitär-Anlagen sind sauber und topmodern. Ausserdem gibt’s einen Indoor- und Outdoor-Spielplatz, einen beheizten Aussenpool und sogar Wellnessmöglichkeiten. Im Camping-Shop kann man neben den nötigsten Bio-Lebensmitteln auf Vorbestellung auch frische Brötchen fürs Frühstück holen. 

Wir sind erst abends angekommen und mussten nicht mehr lange das Zelt aufstellen, sondern konnten gemütlich einrichten, unsere Schlafsäcke ausrollen und das Essen einräumen. Dann gab ess ein schnelles Abendessen – Tortellini mit Cinque Pi-Sauce, gekocht auf dem Gasherd, hat allen geschmeckt. Und schon waren wir in den Camping-Ferien angekommen. Die Entschleunigung hat sich also praktisch sofort eingestellt.

Zum Frühstück gabs frische Brötchen und heissen Kaffee aus dem Bodum-Krug. Den Tag haben wir mit Erkundungen des Camping-Platzes, dem Hören von Märchengeschichten, dem Schliessen von Freundschaften und Kennenlernen der Nachbarn verbracht. Abends haben wir unseren neuen Camping-Grill eingeheizt und darauf unsere Bratwürste gebraten, dazu gabs Nudeln und Salat.

Ausflug zum Affenberg in Salem

Am Freitag dann sind unsere Freunde aus Ulm zu Besuch gekommen. Bei herrlichem Sommerwetter sind wir nach Salem zum Affenberg gefahren, haben am Nachmittag im Pool gebadet und in der Hofschenke mega fein Znacht gegessen. Es ist so wunderschön, wenn man einen herrlichen Tag mit guten Freunden verbringen kann und alle – ob gross oder klein, die Zeit geniessen. Der Affenberg ist ein 20 Hektar grosses Naturschutzgebiet mit Störchen, Rotwild, Wasservögeln, Karpfen und Berber-Affen. Diese Affenkolonie lebt in einem grossen Gehege – frei. Die Besucher können auf einem markierten Weg die Affen beobachten und mit Popcorn füttern. Für die Kinder ein Highlight.

Die Berberaffen lieben Popcorn.

Und weils das Wetter so schön war und wir uns auf dem Campingplatz so rundum entspannt und wohl gefühlt haben, sind wir statt auf einen weiteren Ausflug einfach den ganzen Tag dageblieben. Haben gespielt, gebadet, gegessen, getrunken, geredet, gelacht. Es ist so wahnsinnig toll, dass meine Süsse mit ihren neuen Freundinnen rumspringen konnte, spielen, singen und tanzen. Wir haben sie manchmal kaum noch gesehen oder nur kurz zum Hallo sagen und dann wieder davonzurennen, auf ein neues Abenteuer. Wir waren wirklich alle drei voll entspannt und glücklich.

Heim sind wir dann über Friedrichshafen – Romanshorn gefahren. Die 45-minütige Überfahrt auf der Fähre bei diesem herrlichen Wetter war ein Traum. Viel zu schnell ist unser Camping-Weekend verflogen. Wir haben keine Minute an Arbeit oder Zuhause gedacht. Es war perfekt. Perfekt, weil wir alle drei im Flow waren, uns miteinander so wohl gefühlt haben, jeder für sich geniessen konnte und wir alle einfach super Spass hatten. Und wir freuen uns jetzt schon auf unsere Sommerferien zu dritt und unser nächstes Camping-Abenteuer irgendwann.

Was wir beim Camping mit unserer Süssen geliebt haben

… das Staunen über das grosse Zelt und das Gewusel beim Einrichten.

… das schnelle Znacht – nämlich simple Tortellini mit Cinque Pi-Sauce – das draussen am kleinen Camping-Tisch viel besser schmeckt.

… die Entspannung, die eintritt, wenn das Zelt bezogen und eingeräumt, unsere Süsse davongesprungen ist und wir gemütlich etwas trinken – den Apéro oder Kaffee.

… das tolle Gefühl mit der Natur so verbunden zu sein, die frische am Morgen, die langen Abende draussen bis es dunkel ist, die leuchtende Sternennächte, das Vogelkonzert mit dem ersten Sonnenstrahl.

… die sofortige Vertrautheit, die einen mit seinen Zeltnachbarn verbindet, auch wenn die gerade erst eingezogen sind; auf dem Camping ist man eine grosse Familie.

… die Verbundenheit zwischen Campern: man hilft, wenn Hilfe gebraucht wird, füttert andere Kinder zusammen mit den eigenen ab und die Zeit zu zweit geniessen, während die Süsse mit ihren neuen Freunden spielt.

… die Freude unserer Süssen, die von morgens bis abends unbeaufsichtigt über den Campingplatz toben konnte.

… die Gelassenheit, stundenlang in der Sonne am Frühstückstisch zu sitzen, Kaffee zu trinken, zu reden, zu lesen, während unsere Süsse schon lange unterwegs ist.

… die Gemütlichkeit, mit der Süssen eingekuschelt in den Schlafsäcken herumzuliegen, wenn es draußen kalt ist.

… die Ruhe, die mit der Abenddämmerung ganz von selbst einkehrt und die wohlige Müdigkeit nach einem Tag an der frischen Luft

… eingekuschelt nah bei einander, mit den Geräuschen von draussen, dem letzten Geflüster, einzuschlafen.

… die Sterne, die so klar und nah scheinen, wenn man nachts mal raus muss.

Kleidung

Spezielle Kleidung ist zum Camping nicht nötig; das Stichwort lautet hier vor allem „wind- und wasserfest“ aber auch warm sollte die Kleidung sein, denn morgens und abends kann kühl werden.

  • Warme Schlafanzüge
  • Gute Regenkleidung, evtl. Gummistiefel
  • Genügend Kleider zum Wechseln.
  • Fleece spendet Wärme, ist leicht und trocknet schnell.
  • Unbedingt dabei: Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme

Sonstiges, wenn man im Mietzelt übernachtet

  • Küchenausstattung – ein Schneidebrett, ein scharfes Messer, Picknick-Flaschen, Plastik-Geschirr, Sackmesser
  • Salz und Pfeffer, Essig und Öl oder fix fertig Salatsauce
  • Kaffeepulver, Bodum-Kaffekrug
  • eine Packung Nudeln mit Tomatensauce
  • Weitere Lebensmittel
  • Taschenlampe
  • Haushaltpapier, Geschirrspühlmittel, Lappen, Geschirrtuch, Schwamm oder Bürste, Mülltüte
  • Camping-Tisch und Stühle, Liegestuhl, evtl. Sonnenschirm und –Spitz, Picknick-Decke

Wer liebt sie nicht, die Waffeln, deren Duft den Raum erfüllen. Mmmmh. Heute haben wir welche selber gemacht als kleines Familienkochprojekt. Es ist das erste Wochenende seit meine Süsse aus den Ferien zurück ist und 10 Tage weg war. Als ich sie Mitte Woche wieder in den Arm nehmen konnte – ich bin fast geplatzt vor Glück. Ihren Duft zu riechen, sie zu herzen, ihre grossen Augen zu sehen, ihr zuzuhören und ihren Erzählungen zu lauschen. Glück ist auch zu sehen, wie sie sich freut, wieder zu Hause zu sein mit ihrer unbändigen Energie beim Singen, Tanzen, Turnen, Plappern, Schminken, Verkleiden und Schauspielern.

Das Glück ist greifbar, spürbar und ich hätte den Abend noch lange so draussen beim Znacht und Spielen verbringen können. Wir haben so viel gelacht und sie hat ständig gekichert. Es war perfekt. Ein Moment zu festhalten – ein kleiner Augenblick, der mir so viel gibt. Meine Süsse wieder bei mir.

Für mich bedeutet das Zusammensein mit meiner Tochter extrem viel. Vor allem wenn das Kind nicht jeden Tag bei dir ist, sondern gemäss neuer Betreuungsregelung und neuem Sorgerecht nur noch 50%. Zu Beginn war das extrem hart. Plötzlich ist das 2jährige Menschlein nur noch die Hälfte der Zeit bei einem. Die andere Hälfte muss man sich dann irgendwie selber beschäftigen – am einfachsten man geht einer Arbeit nach. Ich hab seit ihrem ersten Lebensjahr 60% gearbeitet. Und in der restlichen Zeit habe ich sie selber betreut. Ich hab aufgrund des ständigen hin und hers auch möglichst darauf geachtet, dass wir viel Zeit miteinander verbringen und sie genug Raum hat, um selber zu wuseln. Es war auch immer wichtig, dass sie in der 2. Wochenhälfte bei mir zur Ruhe kommen kann. Wir sind also nicht noch irgendwo zum Turnen, Singen oder fix jede Woche mit Andern verabredet gewesen, sondern haben viel Zeit einfach zu Hause, auf dem Spielplatz und in der gewohnten Umgebung verbracht. Diese Ruhephasen waren sehr wertvoll und begleiten uns noch heute.

Wir sind ein top Zweiergespann

So waren wir jahrelang ein top Zweiergespann – in den Ferien, an Wochenenden und in der Freizeit sieht man uns zusammen. Es hat auch zum Beispiel nicht viel gebracht in ein spezielles Familienhotel zu fahren, da sie eh lieber mit mir zusammen war, sogar am liebsten bei mir im Bett schlief anstelle des coolen Hochbetts. Wie auch immer – je grösser sie wird, umso leichter wird alles und es macht mir total viel Spass mit meiner «Mini-Me» die Welt zu entdecken. Wie ich schon mehrfach beschrieben hab, gehen wir sehr oft nach Nizza in die Ferien. Hier zeigt sich nun, dass wir beide da alles haben, was wir für unsere gemeinsame Zeit und unsere Ferien brauchen. Nämlich nicht viel – vor allem aber Zeit wir zwei mit Dingen, die wir gerne tun. Karussell-Fahren, Crêpe essen, Eis schlecken, baden im Pool und kleine Ausflüge in die Umgebung. Oder was denkt ihr, was braucht ein Kind im Kleinkind, Vorschul- oder Schulalter? Ich bin überzeugt, dass es nicht unbedingt Reisen um die Welt sein müssen. Abgesehen davon kann ich mir das nicht leisten. Das ist nämlich ein anderer Aspekt, den eine Trennung rsp. Scheidung mit sich bringt. Aber zu diesem Thema und meinen Gedanken über das aktuelle Ehe- und Scheidungsrecht an anderer Stelle.

Zeit mit sich selbst ist enorm wichtig

Wie wichtig es ist, in einer Trennungsphase und bei einer Scheidung, vor allem wenn die Kinder noch so klein sind, ganz bei sich zu bleiben und nicht auf den Protz- und Konsumkurs einzusteigen, damit habe ich mich sehr intensiv beschäftigt. Der Aufbau und die Stärkung einer stabilen Beziehung zu meiner Tochter war für mich. extrem wichtig. Meine Grenzen kennenlernen und kennen, mir treu bleiben und auch wenn mein Schatz nicht immer bei mir ist und nicht immer alles durchgehen lassen. Ich glaube auch, dass diese intensive Auseinandersetzung mit meinen Werten, Grenzen, Wünschen und Bedürfnissen, ja auch einfach die viele Zeit, die ich mit mir alleine verbracht habe, mir heute zugutekommen und auch in der Beziehung zu meiner Tochter helfen, unsere Verbindung zu stärken.

Seit rund einem Jahr sind wir auch oft als Dreiergespann unterwegs. Mit meinem neuen Partner versteht sich meine Süsse bestens. Im Spiel beim Turnen, Singen und Tanzen vergessen sie zuweilen auch mich.

Jetzt freue ich mich auf die Sommermonate zu Hause im Garten, wenn wir abends grillieren, zusammen essen, und viel zu lachen haben. Auch freue ich mich auf so kleine Dinge wie Radfahren an der Reuss entlang, Bräteln im Wald oder Camping im Sommer. Einfach Family-Time. Quality-Time.

Familienzeit am Wochenende ist mir sehr wichtig

Familienzeit am Wochenende ist mir sehr wichtig. In der Regel haben wir an den Wochenenden zwar Programm, aber nicht zum Einkaufen, Putzen oder Ordnung machen. Ich mag es generell nicht so voll durchgetacktet zu sein mit samstäglichen Einkaufsritualen. Früher war mir das schon ein Graus. Ich war oft fremdgesteuert und meine Vorstellung von Wochenende wurde da gar nicht wahrgenommen. Ich fühlte mich oft gehetzt, unzufrieden und am Ende wenig erholt. Selbst eine kleine Siesta am Sonntagnachmittag wurde zur Tortur, weil es negativ aufgefasst wurde und ich später den Vorwurf hören musste, was ich anstelle ausruhen besser hätte machen können. Seit fünf Jahren hat sich das komplett geändert. Meine Wochenenden sind dazu da, mich zu erholen, gemeinsame Momente zu verbringen und die Zeit zu geniessen. Wir lieben es gemütlich aufzustehen, fein und ausgiebig zu frühstücken, dann zu spielen, nach draussen zu gehen, Sport zu treiben, Abends gemeinsam zu kochen, fein zu essen, vielleicht eine DVD zu schauen. Und selbst bei Huddel-Wetter, wie dieses Wochenende, geniessen wir es einfach miteinander. Alle zufrieden mit dem gemeinsamen Weekendplan!

Frühling auf dem Teller

Heute haben wir uns den Frühling auf den Teller geholt und selber Waffeln mit Vanillesauce und frischen Erdbeeren gezaubert. Gemeinsam haben wir den Teig gemacht, die Waffeln gebacken, die Schüssel ausgeleckt und dann mit schon halb vollem Bauch noch die Waffeln gegessen. Mmmh! Das Rezept findet ihr hier:

Sonntagswaffeln

Für 6 Waffeln

125 gr. weiche Butter

75 gr. Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

1 Prise Salz                                                        Rühren bis die Masse hell ist

3 Eier                                                                   einzeln unterrühren

250 gr. Mehl

2 TL Backpulver                                               Mischen

2 dl Milch                                                           Mehlmischung und Milch abwechselnd unterrühren

2-3 Esslöffel Teig auf das Waffeleisen geben und 3 Minuten backen

Mit Puderzucker bestäuben.

Dazu passt Schlagrahm, Vanillecrème und frische Früchte wie Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, etc.

mmmh, lecker!

500gr Urdinkel-Mehl

11/2 TL Salz                        In eine Schüssel geben und mischen

21g Hefe zerbröckelt

3,5dl lauwarmes Wasser

2 EL Olivenöl                      Dazugeben und mit einer Kelle untermischen.

                                               Zu einem glatten Teig kneten

                                               1h aufs Doppelte aufgehen lassen

Teig auswallen, auf das Backblech geben, mit Tomatensauce bestreichen und dann beliebig belegen.

Backen bei 200°C, 25 min.

Die Teigreste geben ein feines Dinkel-Brot – einfach formen, mit Wasser bestreichen und ab in den Ofen bei 200°C, 25-35 min. backen.

Der März war vollgepackt mit wunderbaren Momenten und Erlebnissen. Ich durfte wieder mal nach Paris reisen – für einmal nicht alleine – sondern alles aufsaugen mit meinem Schatz, was Paris zu einem ganz besonderen Erlebnis und Moment gemacht hat. Gleich darauf sind wir nach Mailand und in die Toscana. Das Eros Ramazzotti-Konzert war echt der Hammer und ich mitten drin!

Freunde fürs Leben

Weiter gings nach Ulm zu unseren Freunden. Freunde wie sie zu haben, bei denen sich alle rundum wohl fühlen und die sich alle so wunderbar verstehen – was will man mehr. Meine Tochter und ich gehen sie seit Jahren regelmässig besuchen und für mich ist es wie Ferien. Die Mädchen verstehen sich bestens und wir sehen 2 oder 3 Tage kaum was von ihnen, da sie sich so gut miteinander beschäftigen. Somit sind wir Mamis auch sehr entspannt. Die gemeinsame Zeit ist immer ganz wunderbar und die Abschiede auch sehr tränenreich. Seit im November mein Schatz sie alle kennengelernt hat, fahren wir zu dritt nach Ulm. Was für mich noch eine Portion schöner ist, denn auch er versteht sich wunderbar mit allen! Diesmal gings für die Männer extra zum Fussball-Spiel! Besser geht’s kaum!

Nach Ulm sind wir dann zum Abschluss noch einige Tage nach Nizza gefahren. Dies zum Ende eines ereignisreichen Monats, aber auch zum Abschluss einer durchaus auch turbulenten Zeit. Ich habe meine Stelle aufgegeben und jetzt im April bin ich neu im Job gestartet. Ich bin immer noch ganz aufgeregt, was da alles auf mich zukommen wird. Mit den Jahren ist man auch nicht mehr so flexibel und die Erfahrung, die prägt halt doch! So sehr ich mich bemühe, entspannt zu sein, nicht gleich alles zu hinterfragen und nicht gleich hinter allem eine fiese Tat zu sehen, ein gebranntes Kind… Das was man durchgemacht hat, macht einem vorsichtig. Ich bin gespannt, wie es wohl da nun weitergeht. Drückt mir die Daumen, dass alles gut kommt!

Glück ist, wenn du mit dir selbst zufrieden bist und dafür nicht die Bestätigung anderer brauchst.

Unbekannt.

Ich habe die Zeit in den vergangenen vier Monaten gebraucht, um mich zu erholen, neue Projekte anzustossen und meine Ideen fliessen zu lassen. Vor allem aber habe ich die Zeit gebraucht, um abzuschliessen, zu verarbeiten und mich wieder zu stärken. Mich selber zu reflektieren, an mir zu arbeiten, Probleme zu lösen, die noch im Raum standen. Auch über meinen Schatten springen – nicht immer alles mit meinem sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn zu erkämpfen. Sondern einfach mal sein lassen, damit ich in Frieden und Ruhe mein Leben mit meinem Partner, meiner wunderbaren Tochter, in unserem schönen Zuhause – mit allem was wir haben – einfach geniessen können. Zufrieden sein dürfen mit dem was ich aufgebaut habe. Mich nicht messen zu müssen an anderen.

Ich bin gut – so wie ich bin!

Ja, das hat mich bewusst oder unbewusst stark beschäftigt und ich bin immer wieder verblüfft zu sehen, was ich alles so auf die Reihe kriege und wo ich mich eben nicht unterkriegen lasse. Wie ich mich intuitiv schütze, wo ich intuitiv handle und reagiere – auch wenn es andern nicht gefällt. Aber genau da ist der springende Punkt. Was andere tun und über mich denken. Ist mir piep egal! Echt. Das ist für mich so ein Novum. So ein Wow-Moment. Was für mich zählt und wichtig ist, dass ich mit mir zufrieden bin, dass ich mir jeden Tag in die Augen schauen kann und sagen: „Ich bin gut – genauso wie ich bin.“

Im Moment beschäftige ich mich wieder stark mit dem Thema persönliche Wertvorstellungen, wie ich diese meiner Tochter als Vorbild vorlebe und ich sie so zu einem rechtschaffenen, respektvollen, toleranten und ehrlichen Menschen erziehe.

Bereue nicht

Meine eigenen Werte zu erkennen, diese zu verinnerlichen und nach diesen zu Leben geschah nicht von heute auf morgen. Es war ein jahrelanger Prozess zu erfahren, erkennen und anzunehmen, wer ich wirklich bin. Ich habe Abzweigungen genommen, die nicht in die richtige Richtung führten, ich hab Entscheidungen getroffen, die sich heute als vielleicht schlecht erwiesen haben, aber ich war mir immer treu und lustigerweise, bereue ich nichts.

Wenn ich heute meine Tochter ansehe, dann bin ich stolz über meinen Weg und wie ich ihr meine Werte vorlebe. Mir ist gerade in den letzten Tagen wieder bewusst geworden, wie grundsolide diese Werte sind, wie Anstand, Respekt, Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Toleranz. Aber auch grenzenlose Freude am Leben. Sie ist ein äusserst fröhliches und beliebtes Mädchen in der Schule. Alle sind in sie verliebt in sie mit ihrer offenen, fröhlichen, kommunikativen und herzlichen Art. Von der Lehrerin über die Sekretärinnen, den Hauswart auch den Schulleiter – ja, mein Schatz weiss genau, wie sie mit ihrer Art alle um den Finger wickelt. Nur, reagieren – wie so oft im Leben – nicht alle Menschen gleich auf einen – auch sie erlebt von Kindern und Erwachsenen Ablehnung. Dies hat wahrscheinlich in diesem Fall mit Eifersucht und deren Unvermögen zu tun. Schliesslich können nicht alle Menschen mit so einem Sonnenschein umgehen.

Ich bin ich

In der letzten Woche habe ich mir Gedanken darüber gemacht, weshalb mit manchen Menschen einfach kein gesunder und vernünftiger Umgang möglich ist. Ich bin jemand, der den Menschen an sich, einfach sein lässt, so wie er ist. Ich versuche nicht jemanden zu ändern, so zu biegen, wie ich es will oder gar dem noch meine Werte aufzudrücken. Dies hat wahrscheinlich damit zu tun, dass ich bei mir bin, zu mir sehr ehrlich bin und nicht mich vergleichen muss mit andern. Ich bin ich. Diese Woche musste ich aber erfahren, dass im Umgekehrten dies oftmals nicht möglich ist und es Menschen gibt, die nicht die Grösse oder Fähigkeit haben, um zu verstehen, dass man jemanden nicht umbiegen kann oder soll.

Ich für meinen Teil kenne meine Grenzen, kenne meine Werte und stehe dafür ein. Ich habe keine Angst, ich weiss und hab gelernt, wie ich mich wehren kann und das irritiert noch mehr. Denn wer mag schon starke Frauen, starke Persönlichkeiten, die ihren Wert kennen und wissen wer sie sind. Weil sie reflektiert sind, weil sie ihren Selbstwert kennen und in sich Ruhen. Genau zu so einer Person werde ich meine Tochter erziehen. Und ich freue mich, sie aufwachsen zu sehen. Ich werde wahrscheinlich platzen vor Glück und Stolz!

Mein kleiner Moment des Glücks

Geplatzt vor Stolz bin ich am Freitag fast, als meine Süsse ihre erste Gesangsstunde hatte. Sie liebt es zu singen und zu tanzen. Sie singt ständig – selbsterfundene Lieder oder auch lauthals was so bei uns läuft von Helene Fischer – ich weiss, meine Schwäche – über Schwiizergoofe oder aktuelle Hits. Sie singt fürs Leben gern. Seit letztem Sommer geht sie in den Kinder- und Jugendchor, probt einmal die Woche und hatte auch schon Auftritte. Die Leidenschaft fürs singen und tanzen möchte ich bei ihr fördern – Rechnen ist schliesslich nicht alles im Leben und daher schicke ich sie jetzt in den Gesangsunterricht. Ihre erste Stunde war am Freitag und sie hat mit der Singlehrerin die Lieder für den Auftritt vom Samstag geprobt. Ich sass da – hab sie angeschaut und war einfach nur stolz und dankbar. Sie singen zu sehen, mit welcher Freude und Leidenschaft, ihre strahlenden Augen. Puh! Sie trifft jeden Ton, singt klar und mit starker Stimme! Diesen Moment einzufangen. Festzuhalten. Mein kleiner Moment des Glücks.

Nizza vom Mont Boron

Nizza mon Amour! Ich liebe Nizza. Nizza ist meine 2. Heimat, mein Kraftort. In Nizza kann ich mich erholen, sein, geniessen, mich entspannen, Neues entdecken, Alltägliches machen und einfach Glücksmomente verbringen. Nizza ist in meinem Leben seit meinen Teenager-Tagen. Und es ist seit mehr als 20 Jahren immer traumhaft wieder nach Nizza zu fahren und Ferien, ein verlängertes Wochenende oder einen kurzen Moment hier zu verbringen. Ich werde in meinem Leben nie genug von Nizza bekommen. Und selbst die immer selbe Aussicht vom Balkon der kleinen Wohnung am Mont Boron mit dem unvergleichlichen Ausblick auf das Meer, den Hafen, den Chateau-Hügel und die Promenade d’Anglais beglückt mich jedes Mal aufs Neue! Ich bin ein Glückspilz, dass ich Nizza nun seit fast 7 Jahren auch mit meiner Tochter geniessen darf. Sie liebt es genauso wie ich im Pool baden zu können, Crèpe zu essen, auf dem 100jährigen Karrussell die Runden zu drehen – Nizza geht absolut kindergerecht.

Die immer gleiche zauberhafte Aussicht!

Nizza hat sein Gesicht mit meinem Erwachsenwerden und mit meinem Leben verändert. Früher hab ich mit Freundinnen Ferien dort verbracht, morgens für unsere Uni-Prüfungen gelernt, abends sind wir in die Altstadt zum Znacht und Ausgang. Ich war verliebt die Sprache, das Essen, das Lebensgefühl, das Meer, die Sonne und die Stadt an sich und verliebe mich immer wieder neu in Nizza. Ich bin mit meinen Freunden nach Nizza in die Ferien und nun verbringe ich Ferien mit meiner Tochter dort oder entdecke viele neue Restaurants, Bars oder Orte an der Côte mit meinem Schatz. Gerade in der überteuerten Sommerferienzeit ist die Wohnung mit Pool, Meer, Stadt und einem grossen Familienangebot perfekt für Familienferien. Gut und günstig, wie das zweite Zuhause!

Nice mon amour!

Wir erkunden neben unseren Lieblingsorten in und um Nizza auch immer die Küste, wenn wir dort sind und ich geniesse es im Moment sehr, auch immer mal ein verlängertes Weekend in Nizza zu verbringen. So war ich im November letzten Jahres dort, an Silvester und bereits im Februar wieder. Winter in Nizza ist mild, sonnig. Herrlich! Am 1. Januar bei 18 Grad in der Sonne zu sitzen und das Jahr mit Prosecco einzuläuten. Puh! Es geht kaum besser! Oder im Februar die Ruhe zu geniessen, wenn die Touristen noch weit weg sind und man sich Zeit nehmen kann, in Ruhe durch die Altstadt zu spazieren oder Orte zu besuchen, die sonst völlig überfüllt sind. So sind wir in die Fondation Maeght in St. Paul de Vence gegangen. Diese Privatsammlung beeindruckt mit Giacometti, Mathys, Kandinsky. Leider gibts im Sommer kein Durchkommen! Auch St. Paul de Vence gehört zu unseren Lieblingsorten. Bevorzugt fahren wir mit dem Bus von Nizza dorthin, das ist entspannt und man muss sich weder um einen begrenzten Parkplatz sorgen, noch nach dem Weg suchen. Jetzt kann man die Gassen für einmal ohne Touristenmassen fotografieren. In der Ruhe lässt sich die Idylle noch viel besser aufsaugen und man verliebt sich auch in den Winnter an der Côte!

Die legendäre Promenade des Anglais

Gerade habe ich Nizza im Frühling wieder erlebt. Den Frühling, den man von früher kennt. Gemässigtes, stabiles, sonniges Wetter mit angenehmen Temperaturen. Das Klima hat sich auch stark verändert in den letzten 20 Jahren. Das Wetter ist nicht mehr von März bis Oktober stabil, sondern es regnet oft, teilweise Wochenweise, wie letztes Jahr und auch im Sommer gibt’s Gewitter und Regenfälle, die es früher nie gab. Zum Regenprogramm gibt´s natürlich auch Tipps. Aber ganz ehrlich, bei Regen kriege ich den Koller!

Wir sind eben 3 Tage in Nizza gewesen. Und haben Orte besucht, die noch in der Stille lagen. Wie St. Jean Cap Ferrat mit der Halbinsel, die sich wunderbar umwandern lässt. Ein Naturparadies mit der wilden Küste, dem rauen Meer, den Düften und den unglaublichen Farben. Im Sommer kann man sich hier zu Fuss kaum fortbewegen, weils zu voll und zu heiss ist. Aber jetzt ist es herrlich gewesen. Oder Eze Village. Das kleine Dorf klammert sich an den Felsvorsprung. Im Sommer streiten sich alle um den letzten Platz im Restaurant oder den letzten Parkplatz. Jetzt wars einfach wunderschön.

Im Moment entdecke ich die Côte gerade neu. Nizza und seine Winkel, Pärke, Aussichtspunkte. Nizza mit den vielen Bars & Restaurants, dem feinen Essen, guten Wein. Hier mal ein Apéro, dort eine Portion Moules et Frites. Hmmm, ich gehöre hier her, ich liebe es hier zu sein und werde auch in Zukunft nie genug davon kriegen. Und ich freue mich bereits auf die immer gleiche Aussicht, auf die immer selben Ausflüge und Spaziergänge. Aufsaugen. Abschalten. Sein und Geniessen.

Die letzten Monate waren vollgepackt mit Projekten. Nachdem sich endlich ein Knopf gelöst hat und ich wusste, dass es beruflich früher oder später in eine andere Richtung entwickelt, hatte ich plötzlich wieder diese Energie und Lebensfreude, die eigentlich mein ureigenes ist und mich so positiv sein lässt. So habe ich seit Dezember meine Wohnung entrümpelt, den Blog aufgestartet, meine Website aufgebaut und Live geschaltet, intensiv eine neue Arbeitsstelle gesucht, eine Stoffwechselkur gemacht, mehr Zeit mit meiner Tochter verbracht und auch gedanklich meinen Rucksack aufgeräumt.

Unzählige Vorstellungsgespräche

Es war also viel zu tun! Ich hatte unzählige Vorstellungsgespräche – in einer Branche, die völlig überrannt wird von qualifizierten Fachleuten ist es schon ein Erfolg, wenn man zu den letzten 5 oder 6 gehört. Und ich war oft dabei – bei Positionen und Stellen, die ich mir nicht hätte träumen lassen. Ich war mit Begeisterung dabei und habe an vielen Orten einen Einblick erhalten und mich präsentieren dürfen.

Ordnung schaffen für Neues

Nebenbei habe ich Raum für Raum rsp. Bereich für Bereich in meiner Wohnung entrümpelt und aufgeräumt. Ich hab im Keller angefangen. Und bin 2 Mal in die Entsorgung gefahren. Dann hab ich die Kleider meiner Tochter nach Grösse sortiert und Freundinnen konnten Kleider daraus auswählen. Weiter habe ich meinen Kleiderschrank rigoros ausgemistet und einfach alles in die Kleidersammlung gegeben. Mindestens 3 Säcke. Und ganz ehrlich mein Schrank ist nicht leer jetzt! Dann habe ich die Küche aufgeräumt – umorganisiert und neu eingeordnet. Alles schön in Kistchen gepackt. Ich bin dann auch im Büro rigoros vorgegangen und hab Kiloweise Bücher entsorgt. Mit meinem Book-Reader ist ja jetzt alles auch ausleihbar in der Bibliothek und ich finde das total praktisch. Auch wenn ich Bücher liebe. Ich liebe es durch Buchläden zu stöbern, Bücher zu Hause zu haben. Ich mag es in einem Buch zu lesen und kann es mir drum nicht verkneifen eine kleine feine Auswahl meiner Lieblingsbücher im Bücherregal zu haben. Mit der Räumaktion hab ich jetzt mehr Raum im Büro.

Reinigung für den Körper

Parallel dazu habe ich eine Stoffwechselkur gemacht, denn irgendwie wollten die Kilos nicht mehr weg, sondern haben sich ganz leicht angesammelt. Ich habs mit Sport versucht und geschaut, dass ich keine oder wenig Kohlenhydrate gegessen hab. Gelungen ists mir nicht. Hier etwas Schokolade, da gern ein Glas Wein, dann wieder das üppige Znacht. Es hat einfach nicht recht klappen wollen. Mit der Kur und dem strickten Essensplan konnte ich aber mein Essverhalten umpolen und die Lust nach Süssem und dem Glas Wein hat merklich nachgelassen. Netter Nebeneffekt, ich hab 3 Kilo abgenommen und fühle mich nun schon etwas besser.

Mir war auch extrem wichtig in dieser Umbruchphase möglichst viel Zeit mit meiner Süssen zu verbringen. Dazu habe ich sie extra aus der Tagesstruktur in der Schule genommen. Sie ist dann jeweils am Mittag heim gekommen und wir haben zusammen gegessen. Es hat Spass gemacht für sie zu kochen und den normalen Tagesablauf mit Schule mit ihr zu leben. Und um 3 haben wir dann Zvieri gegessen und dann Hausaufgaben gemacht. Ich war so richtig glücklich das Familienleben auch mal so zu haben.

Die Anspannung lässt nach

Und dann kam noch die Zusage für eine neue Stelle und die gesamte Anspannung ist abgefallen. Ich war so richtig erleichtert. Immerhin ein Problem gelöst und ich kann ohne Angst in die Zukunft schauen. Die Anspannung war letztlich doch ziemlich gross gewesen, man wird schliesslich nicht gern arbeitslos. Ich hab mir zwar versucht einzureden, dass ich mir jetzt Zeit lasse mit der richtigen Stelle und mir keinen Kopf mach, wenn ich arbeitslos bin, aber die Existenzängste waren doch latent vorhanden.

Erholung für den Körper

Nach der Zusage zur neuen Stelle hat sich mein Körper eine Erholung gegönnt und ich wurde krank. Gar nichts ging mehr. Ich bin auf dem Sofa gelegen, hab Tee getrunken, viel geschlafen und nicht viel nachgedacht. Alles hat sich sortiert und ich bin zum Glück schnell wieder zu Kräften kommen und damit meine Energie. Ich hab schon wieder tausend Ideen was ich bis zum Antritt meiner Stelle alles noch machen möchte, aber dazu mehr in einem weiteren Beitrag!

Wer kennt sie nicht, die Gemeinheiten auf dem Schulweg, Mobbing und kleine Plagereien? Auch ich habs damals erlebt als ich ins Dorf zur Schule ging. Das gehört halt irgendwie dazu. Solange die Kinder das selber ausmachen, ists ja auch ok. Aber wenn sich die Eltern noch einmischen, dann find ich es gar nicht ok. Meine Süsse läuft seit dem 1. Kindergartentag mit dem Nachbarsmädchen in die Schule. Doch dann eines Morgens wurde meiner Süssen über die Mutter des Mädchens verkündet – wohlgemerkt, sie kann das ja nicht selber formulieren oder klären – dass sie nun nicht mehr mit ihr in die Schule laufen will. Punkt. Sondern mit einem anderen Mädchen, das ebenfalls mit ihnen in die Klasse geht. Ich war von der Dreistigkeit geschockt. Keine Ankündigung, keine Streitereien. Nichts. Nur die Laune der Natur – oder der Mutter. Whatever!

Meine Werthaltung ist da ziemlich anders. Oder wo leben wir, wenn es nicht möglich ist 500 Meter in die Schule zu laufen – auch mit jemandem, den man nicht besonders mag! Ich möchte meiner Tochter gern anderes beibringen. Ich bin ziemlich sauer gewesen über diese Frechheit. Es haben nicht alle dasselbe Niveau und auch nicht alle den gleichen Hintergrund. Ich und das hab ich mit dieser Aktion gemerkt, vertrete andere Werte und diese gehören nicht dazu. Meine Tochter soll so viel Anstand haben auch mal mit jemandem in die Schule zu laufen, die vielleicht nicht die beste Freundin ist. Sie soll lernen andere zu akzeptieren und anständig zu sein auch mit solchen, die man nicht so mag!

Eltern sollten sich nicht einmischen

Der Clue ist, die Mädchen rennen meiner Tochter richtiggehend davon, wenn sie sie sehen. Das schmerzt sehr. Wir haben unser Morgenritual angepasst und verlassen das Haus mind. 10 Minuten später. Was für uns mehr Zeit bringt, die wir geniessen können. Es ist bei uns am Morgen immer alles etwas entspannter jetzt. Wenn wir ihnen widererwarten doch begegnen, rennen die davon und wir gehen einfach unsere Wege. Ich finde es schon extrem, was Kinder – instrumentalisiert von den Eltern – anderen Kindern antun. Und ich kann und will das nicht verstehen. Mir tut das jeden Tag weh meine Süsse so zu sehen! Solche Situationen gehören halt einfach zum Erwachsenwerden dazu. Sie wird das lernen und entsprechend selber handeln können. Selber entscheiden für sich.

Einmischen tu ich mich nicht – die Kinder sollen das selber klären. Und mit der Mutter des Mädchens? Nun ja, ich kann mir ja zum Glück aussuchen, mit wem ich befreundet sein will und mit wem nicht.

Meine Mama hat Anfang Woche ihren 75. Geburtstag gefeiert. Und zur Feier des Tages habe ich Sie mit meinem Papa zum Abendessen eingeladen. Einen hübschen Blumenstrauss gabs oben drauf.

Ich liebe es zu kochen, kreativ neues auszuprobieren und für Freunde und Familie zu kochen. Ich hab früher oft Gäste bewirtet und jeden Sonntag zum Abendessen etwas spezielles gekocht, aber dann als ich ausgezogen bin und mit kleinem Kind zu Hause sass, ist für lange Zeit, diese Leidenschaft eingeschlafen. Ich habe die Zeit einfach für anderes gebraucht und genutzt – was letztlich auch nicht schlecht war. Und ganz wichtig in der Küche in meiner Mietwohnung in Wohlen liess es sich einfach nicht so gut kochen. Die Küchengeräte vom Kühlschrank über Herd bis Backofen waren einfach nicht so mein Ding. Irgendwie billige Qualität. Wie auch immer, Lust zu kochen hatte ich nicht so. Aber hier in meiner neuen schönen und modernen Wohnung, in der wir seit nun drei Jahren wohnen, kam die Lust zum Kochen, Backen und Ausprobieren schnell wieder und ich hab mich letztes Jahr wieder vermehrt daran gemacht auch Gäste zu bewirten und fein zu kochen!

Das Menü

Auf dem Menüplan stand ein Randencarpaccio aus gebackenem Randen mit Nüssli-Salat und Champignons, dann ein Kalbsschnitzelchen mit Zitronen-Kräuter-Sauce auf einem Beet aus gebratenen Zucchetti-Stangen. Zum Dessert gabs ein Schokoladen-Praliné. Abgerundet wurde das Ganze mit feinem italienischem Wein, Espresso und einem Amaro del Capo.

Ich mag lieber Menüs, die leicht sind und dann nicht so schwer auf dem Magen liegen. Und ich schaue immer auf regionale Produkte, Bio-Qualität, Fleisch vom Metzger. Die Gerichte sollen möglichst wenige Kohlenhydrate aufweisen und trotzdem munden. Hmmm, meinen Eltern und meinem Partner hats geschmeckt und diese kleine Geburtstagsfeier ist richtig gut gelungen.

Ich vor 10 Jahren!

In den letzten Wochen bin ich immer wiedern über den Hashtag #10yearChallenge gestolpert. Ich habe mir dann gleich überlegt, wo denn nun Fotos von mir von vor 10 Jahren sind. Aber viel mehr beschäftigt mich gerade der Gedanke, wer war ich vor 10 Jahren und wer bin ich heute. Und ums grad vorwegzunehmen, heute gefalle ich mir dann schon einiges besser, sei es optisch, aber auch wo ich gerade im Leben stehe.

Auf dem Boot im Central Park ist flüchten unmöglich.

Vor 10 Jahren war ich überspitzt gesagt, noch nicht so reif, vielleicht sogar sehr naiv und eher unsicher und entsprechend wurde ich auch unselbstständig gemacht. Ich war damals bereits in der Beziehung zu meinen späteren Mann und wir hatten uns in New York verlobt, auf dem See im Central Park mit dem berühmten Boathouse. Flüchten unmöglich. Und so war es irgendwie in jener Zeit auch. Mir war noch nicht so klar, was ich denn persönlich möchte im Leben, sondern eher was sich so gehört. Zum Beispiel gehört es sich, zu heiraten – mit der Verlobung war das vorgespurt, dann Haus kaufen, Kinder kriegen und in Friede und Freude auf dem Land leben. So bin ich ja auch aufgewachsen und ich hab mir irgendwie nicht so oft Gedanken darüber gemacht, was ich denn für mich wirklich will. Mit der Verlobung ging ja letztlich auch ein Traum in Erfüllung – damals dachte ich ernsthaft, Heiraten und Kinderkriegen gehören in meinen Lebensplan. Gut ein Kind hab ich mir von Herzen gewünscht und ja, meine kleine Süsse ist ja auch ein Traum, aber die Konsequenzen dazu hab ich mir nicht überlegt. Ich war irgendwie noch nicht in der Selbstliebe und Achtsamkeit.

Ich konnte zwar meine Bedürfnisse benennen, aber sie auch umsetzen? Irgendwie fehlte mir das Bewusstsein für mich. Wie auch immer, vor 10 Jahren sass ich also auf dem Boot auf dem See im Central Park und hab den Antrag angenommen. Im Glauben, jetzt wird endlich alles gut. Auf die Hochzeit musste ich dann nochmals 2 Jahre warten und auch bis dahin viele Kompromisse eingehen. Erst jetzt sehe ich, dass ich bereits damals mehr zu mir hätte stehen sollen. Dann wär ich heute vielleicht an einem anderen Punkt. Aber damals kannte ich meine Werte, meine Grenzen und meine Bedürfnisse nur am Rand und hab sie grundsätzlich weder gross benennen noch durchsetzen können. Weil es sich einfach so gehört. So war das Rollenbild, das mir vermittelt wurde. Papa ist der Chef, Mama macht, was er sagt. Und der Rest der Familie auch. Und ich war in der Angst – mit bald 32 ohne Partner – ich sah meinen Wunsch nach Kind davon schwimmen und habs dann nicht gemacht, sondern hab gekämpft.

Erst nach der Hochzeit und als es einfach nicht besser werden wollte und ich Zuhause beim Betreuen meiner süssen Kleinen – genug Zeit zum Nachdenken hatte, habe ich gemerkt, dass ich mehr will im Leben, als dieses und da hab ich mich freigestrampelt und mich letztlich getrennt.

Und ich bin einfach zufrieden, glücklich und dankbar für meinen Weg und dieses Leben.

In den letzten 5 Jahren extrem stark an meiner Selbstliebe, Selbstheilung und meinem Selbstbewusstsein gearbeitet. Ich bin stark und ich schaffs effektiv allein. Und ich bin einfach zufrieden, glücklich und dankbar für meinen Weg und dieses Leben. Ich hatte lange keinen Partner an meiner Seite, ich habe mir einen schönen und gut gepflegten Freundeskreis aufgebaut und ich geniesse die Zeit mit meiner Tochter, meiner Familie, heute auch meinem Partner und meinen Freundinnen und Freunden, die mich jetzt entspannter und glücklicher – eben freier erleben.

Voller Lebensenergie und Freude – ich 2019!

Ich möchte also um keinen Preis zurück. Nur vorwärts. Dieses wunderbare Leben auskosten. Das Leben geniessen und aufsaugen. Jeden Moment. Jeden Tag. Dankbar.