Familie

Ich liebe die Vorweihnachtszeit. Meine Wohnung dekorieren, auf Weihnachtsmärkten rumspazieren und die Auslagen begutachten, Glühwein trinken, die Lichter anschauen, selber Guetzli oder Grittibänzen backen, bei Kerzenschein erste Weihnachtslieder hören, Geschenke basteln und für die Feiertage das Weihnachtsmenü zusammenstellen.

Bekanntlich rennt die Zeit vor Weihnachten ja nur so dahin, aber ich nehme mir immer bewusst Zeit und nicht viel vor. Ich will diese wenigen Wochen geniessen mit meinen Lieblingsritualen und mich bewusst einstimmen auf das Jahresende. Ich liebe es Weihnachtslichter anzuschauen in der Stadt, Glühwein zu trinken, zu basteln für Weihnachten mit meiner Süssen und mich in diesen dunkeln Wochen von warmem Licht in meiner Wohnung bei einer Tasse Tee und einem guten Buch auf dem Sofa gemütlich zu machen. Ich mag dieses Gehetze und Gerenne nicht und vermeide es auch, darauf einzusteigen.

Zofingen der Weihnachtsmarkt der Sinne als Geheimtipp

Einer meiner Lieblingsweihnachtsmärkte ist und bleibt der Christchindlimarkt in Bremgarten. Auch wenn nach vielen Jahren immer wieder die gleichen Stände am gleichen Ort zu finden sind, ist der Bummel durch die hübsche Altstadt über die überdachte historische Brücke an der Reuss jedes Jahr wieder ein Highlight. Vor allem am Donnerstagabend, wenn es noch nicht so viele Leute hat, ist es wunderschön. Ein Glühwein und etwas zu Essen darf natürlich nicht fehlen.

Auch nach Zürich gehe ich immer gerne vor Weihnachten und lasse mich treiben. Ich erinnere mich gut an letztes Jahr als ich diese Vorweihnachtszeit mit meinem Schatz ganz intensiv geniessen konnte. Es war einfach so gemütlich und wir haben einen kleinen Rundgang über die Bahnhofstrasse und die verschiedenen Märkte auf dem Bellevue, dem Werdmühleplatz und im HB von Zürich gemacht. Dieses Jahr hat uns besonders der Markt auf dem Münsterhof gefallen, einfach weils, als wir eintrafen, noch nicht so übervölkert war. Und weil der Dezember bei uns ja eben nicht voll verplant ist, reicht es immer für einen spontanen Abstecher nach Zürich. Im HB haben wir am Abend vor dem 4. Advent im Chäs-Atelier noch ein Raclette gegessen und zwei tolle Ladies kennengelernt. Und bereits ist abgemacht, dass wir uns auch dieses Jahr wieder dort treffen. Der Tisch ist bereits reserviert.

Mein persönlicher Geheimtipp für die Weihnachtsmärkte ist aber der Weihnachtsmarkt in Zofingen. In der hübschen alten Zähringerstadt hats noch Platz, eine Vielzahl richtig toller Stände und anständige Preise, was den Glühwein anbetrifft.

Weihnachtsdeko-Tipp zum Nachbasteln

Vor einigen Jahren habe ich für die Eingangstüre eine schöne und sehr einfache Wanddeko gebastelt. Dafür sind wir in den Wald und habe Äste gesucht und diese in Form eines Dreiecks aufgereiht und mit Hanfschnur mit immer gleichem Abstand an den Enden festgebunden. Zum Schluss haben wir es mit klein Christbaumkugeln, kleinen Glöckchen, Federn und einer Lichterkette dekoriert. Jedes Jahr, wenn ich diese Wanddeko wieder aufhänge, erfreue ich mich aufs Neue – weils nicht einfach gekauft ist, weils einfach schön und speziell aussieht.

Mit meiner Süssen zu basteln und backen ist auch immer ein Highlight in der Adventszeit. Für den Samichlaus-Tag haben dieses Jahr selber Grittibänzen gemacht aus einem einfachen Zopfteig. Es war schön zu sehen, wie sehr sie sich für alles interessiert und wie sie lernen wollte, wie man jetzt den Teig macht, knetet und mit welcher Freude sie dann die Bänzen verziert und mit Ei bestrichen hat. Ja, einen hat sie extra für den Samichlaus gemacht, den sie ihm dann am Abend geben wollte.

Mit meiner Süssen bastle ich in der Regel in den Wochen vor Weihnachten immer etwas für die Grosseltern, Papi, Götti und Gotti. Aber dazu später – wir wollen sie ja überraschen.

Wenn mir jemand von einiger Zeit mal gesagt hätte, dass ich einmal 3 Kids im Alter von 3-10 Jahren übers Wochenende zu Besuch hab, den hätte ich laut gelacht. Doch es war sogar meine eigene Idee und übers Wochenende hatte ich eine fröhliche, laute Rasselbande bei mir Zuhause. Zusammen mit meiner Süssen also 4 Kids und diese alle zufriedenstellen und unterzubringen. Was für ein Job! Aber das schicke ich voraus – ich war einfach nur happy. Es hat voll viel Spass gemacht und ich konnte mich auch ganz darauf einlassen. Das musste ich auch, denn es herrschte Ausnahmezustand. Tatkräftig hat mich zum Glück mein Schatz unterstützt. Und ich kann mich jetzt zu den Mami-Bloggerinnen gesellen, die regelmässig über Tipps und Tricks zur Bespassung der Kids bei Regenwetter oder am Wochenende schreiben und ich kann nun auch die Mamis noch mehr bewundern, die tagein tagaus mehr als 1 Kind betreuen und nicht noch viel Zeit haben für ihre persönlichen Bedürfnisse. Denn eins ist klar, diese kann man eher hintenanstellen.

Hier meine eigenen Tipps, wenn so eine Rasselbande zum Übernachten kommt. Ich habe mir ja schon einige Wochen vorher Gedanken gemacht, wie ich das machen könnte. Ich hab mir da ja ziemlich was aufgehalst und bin es mir ja nicht gewohnt, so viele Kids bei mir zu haben. Aber wie heisst es so schön, kopfüber ins Abenteuer. Und mit der richtigen Grundeinstellung ist schon vieles erreicht. Ich hab mich zum Beispiel darauf eingestellt, dass nicht alles Picobello sauber ist oder ruhig und wir unseren gewohnten Wochenend-Rhythmus haben können. Der sieht ja eher so aus, dass wir ausschlafen, gemütlich frühstücken, dann etwas zu Hause wuseln, nach draussen gehen oder etwas unternehmen, Abends evtl. Besuch haben oder auf Besuch gehen und Sonntags dann im ähnlichen Stil.

In meiner Wohnung würde einem schnell die Decke auf den Kopf fallen, weil sie schlicht für 6 Köpfe zu klein ist, war auch klar: wir machen ein Outdoor-Programm. Auch ist die Frage nach dem Essen und was ich denn für alle kochen könnte bei mir ein Thema gewesen, ganz zu schweigen von der Schlafsituation. Wie bringe ich 3 Gäste bei mir zum Schlafen unter.

3 Schlafplätze und ein munteres Durcheinander

Ich habe für meine Süsse vor einem Jahr eine Matratze unter dem Bett gekauft, die für Übernachtungsgäste gedacht ist. Auch habe ich ein Ausziehsofa. Und für die kleine Bohne wurde das Kinderbett geliefert. Und die Bettwäsche für alle. Die Zuteilung war auch organisiert und dann wars dann doch nicht so…die Kleine lag im grossen Bett, die Grossen haben die Betten getauscht und letztlich lagen alle 3 im gleichen Bett. Aber alle waren erholt und am Sonntag haben sie sogar bis halb 9 Uhr geschlafen. Auch hat sich gezeigt, dass ich für ein Wochenende oder einige Nächte durchaus mehr Personen bei mir beherbergen kann. Und ich liebe ein volles Haus.

Pizza, Pasta & Wienerli im Teig

Essenstechnisch habe ich für die sichere Seite entschieden. Am Freitagabend gabs Spaghetti Bolognese mit viel Rüebli und Dinkel-Spaghetti. Highlight war dann die selbstgemachte Pizza für alle. Belegt haben wir den selbstgemachten Pizzateig nach Lust und Laune mit Peperoni, Oliven, Champignons, Salami, Schinken und natürlich Mozzarella. Dazu gabst Nüssli-Salat. Geschmeckt hats allen bestens. Und als schnelles Mittagessen habe ich dann für alle Wienerli im Teig und dazu Salat gemacht. Für eine solche Rasselbande zu kochen, ist für mich eine Herausforderung, schliesslich wollte ich alle satt und zufrieden sehen.

Im Wald bräteln – immer ein Hit

Um alle gut zu beschäftigen und auch müde zu kriegen, sind wir in den Wald und haben an einer Feuerstelle Würste gebraten, Marshmallows geröstet und waren somit eine gute Zeit beschäftigt. Im Rucksack habe ich neben Anzündhilfen fürs Feuer, Gurken, Peperoni, Brot, Cervelats, Mandarinen, Chips & Marshmallows auch Wasser, ein Sackmesser, Feuerzeug und Papier gepackt. Wir hatten Glück – es war zwar kühl, aber gross geregnet hat es nicht und später hat sogar die Sonne geschienen. Der Marsch hat alle hungrig gemacht und neben Holz suchen, Würste braten, essen und Marshmallows rösten, waren wir alle wunderbar den halben Tag beschäftigt. Es war toll und ich liebe es draussen zu sein und solche Dinge zu erleben, die mich doch sehr an meine Kindheit erinnern.

Abendprogramm mit DVD schauen und selbstgemachten Popcorn

Wir haben das den Kids versprochen, dass sie am Abend einen Film schauen dürfen. Dazu gabs selbstgemachtes Popcorn. Und später einschlafen war dann auch kein Thema mehr, auch wenn die Schlafplätze komplett neu verteilt wurden. Und weil alle so grogi und voll müde waren, haben sie bis um 8.30 Uhr geschlafen am Sonntagmorgen.

Das Weekend war ganz ganz toll und ich freue mich sehr, dass wir es so gut hingekriegt haben mit 4 Kids. Es hat Spass gemacht, mich voll auf sie einzulassen und ich konnte dadurch meinen Berufsalltag und Dinge, die mich zuweilen belasten, völlig vergessen. Nicht nur für die Eltern also Erholung, sondern auch irgendwie für mich.

Der Hafen von Marseille

Auf unsere Herbstferien haben wir uns schon länger, aber in den letzten 2 Wochen ganz besonders gefreut. Es war einfach Zeit für eine Pause, etwas Abstand und Erholung nach Wochen, die irgendwie stressig waren. Und diese Kreuzfahrt mit der MSC Fantasia war einfach der Hammer.

Eine Reise auf dem Meer

Letzten Herbst – ebenfalls in den Herbstferien habe ich mir den Traum einer Kreuzfahrt erfüllt – ein besonderes Geschenk an mich sollte es sein – sozusagen zum Abschluss einer langen Trennungs- und Scheidungszeit. Ich bin dann mit meiner Mutter, meiner Süssen und einer Freundin eine Woche auf der MSC Poesia auf dem östlichen Mittelmeer rumgeschippert und wir haben Bari, Olympia, Athen, Mykonos und Dubrovnik angeschaut. Mir gefallen die Städte und Orte mit viel Geschichte und somit bin ich mit Olympia und der Akropolis voll auf meine Kosten gekommen. Unsere Mädelsrunde war auch richtig toll und wir haben eine fantastische Zeit auf dem Schiff verbracht. Da es so toll war, hat mich das nicht mehr los gelassen und immer wieder habe ich nach einer Reise auf dem Meer für die Herbstferien geschaut.

MSC Yacht-Club vor Neapel

Im Juni hatte ich dann das ultimative Angebot und wir haben eine Suite auf der MSC Fantasia gebucht mit einer eigentlich unspektakulären Route auf dem Mittelmeer mit Marseille, Palma, Ibiza, Neapel und Livorno. Bereits in Genua bei der Einschiffung wurden wir von einem Butler bis zum Schiff begleitet und mit Prosecco willkommen geheissen. Statt langes Warten konnten wir gleich auf die Kabine. Und wir haben die Annehmlichkeiten und den Luxus des MSC Yacht Clubs geniessen dürfen. Und die Route, die ich zuerst als wenig spektakulär erachtet habe, war wahnsinnig abwechslungsreich.

Marseille – verrucht schön

Notre-Dame de la Garde

Marseille haben wir auf eigene Faust erkundet. Wir sind zur Basilika Notre-Dame de la Garde hoch und haben neben der imposanten Basilika auch die fantastische Aussicht genossen. Der Hafen von Marseille – früher als gefährlich und verrucht bekannt – zeigt sich heute strahlend und die Mole ist von vielen Restaurants und Cafés gesäumt. Das treiben am und ums Wasser ist emsig und es gibt viel zu entdecken. Wir werden bestimmt wieder kommen – eine Anreise von Nizza ist ja nur noch ein Katzensprung.

Ibiza – klein, wild und fein

Palma und Mallorca haben wir nur aus der Ferne vom Schiff aus betrachtet. Wir haben die Top Sail Lounge genossen, gebadet, gelesen, ausgeruht, gegessen und uns eine Massage gegönnt. Höhepunkt war das Buffet-Dinner unter den Sternen. In Ibiza sind wir dann auf eine Inselrundfahrt, um einen Eindruck von der Insel zu erhalten. Die malerischen Dörfchen, die schönen Strände und die unterhaltsame Erzählung des Reiseleiters haben den Aufenthalt auf Ibiza zu einem Highlight gemacht. Und es blieb genug Zeit, um die Sonne und das traumhafte Spätsommerwetter auf Deck zu geniessen.

Was dieses grosse Schiff zu bieten hat, merkt man erst, wenn man mal einen Tag auf See verbringt. Es war einfach nur beruhigend, sich nicht zwischen 10 andere im Wirlpool zu quetschen, am Buffet kein Gerangel, um das letzte Pommes Frites zu haben und jedem Dichtestress in der wunderbaren Kabine oder im Yacht-Club aus dem Weg gehen zu können. Erholung pur – während andere Ballermann-Feeling auf Deck 14 und 15 haben. Nicht ganz unseres.

Pompeji – ganz ohne Worte

Das absolute Highlight der Reise war aber Pompeji und die 2-stündige Führung durch die ausgegrabene Stadt. Die Geschichte ist wahnsinnig spannend und aufgrund der Überlieferung aus Aufzeichnungen kann heute gut rekonstruiert werden, wie das Leben damals 79 nach Chr. war. Ich bin tief beeindruckt, wie auch damals schon das Streben nach Glück wichtig war, zeigen die Relikte, die Ausgrabungen, die Zeichnungen und Funde.

Livorno haben wir dann sozusagen wieder links liegen gelassen und unseren letzten Tag auf dem Schiff verbracht. Beim Baden, Lesen, Zeichnen, Essen, Reden und schlicht Geniessen. Für jeden von uns hatte es was dabei. Die Zeit auf dem Schiff ist wie im Fluge vergangen. Die Annehmlichkeiten und der Luxus im Yacht Club waren wahnsinnig toll. Umso schwerer war es wieder heim zu fahren. Ich kann mir denken, dass nun viele sagen, dass Kreuzfahrtschiffe ökologische Dreckschleudern sind. Die Schiffe fahren, ob wir einsteigen oder nicht. Ich finde es grossartig von A nach B zu reisen, andere Städte und Regionen zu sehen ohne ständig den Koffer neu packen zu müssen. Und ganz ehrlich – ich werde wieder auf eine Kreuzfahrt gehen – das Fieber hat mich gepackt und ich freue mich drauf.

Heimkommen in mein schönes Zuhause macht mich glücklich.

Auch das Heimkommen in meine schöne aufgeräumte Wohnung, macht mir dann nach so einer Luxus-Woche wieder Freude. Nach einer Woche immer bedient werden, jeden Wunsch erfüllt zu bekommen, soviel zu essen und zu trinken wie man will, keinen Finger zu rühren, ist es schön, wieder mal selbst in der Küche zu stehen und wieder mal selbst den Kochlöffel zu schwingen, selber die Wäsche zu machen und nicht nur bedient zu werden. Auf Dauer würde man nämlich mistfaul und einfältig.

Entspannen an der Promenade des Anglais

Im August war ich noch voll im Ferienmodus – gestartet sind wir in den Monat mit den Tagen am Gardasee. Nochmals Zweisamkeit, entspannen, erholsame Tage im schönen Italien mit feinem Essen und gutem Wein. Im Büro ging es gemächlich zu – Ferienstimmung und meine Süsse war noch beim Papa. Und beendet haben wir den Monat und wohl den Sommer mit 2 Tagen am Meer in Nizza. Ein Kraft-Tank-Energie-Auflade-Wochenende in meinem 2. Zuhause. Wir waren an der Promenade des Anglais am Castel Plage – einem Privat-Strand vor allem bei Schwulen beliebt und haben einfach nichts getan. Gelesen, gebadet, geredet, gesünnelet und genossen. Es war perfekt. 2 Tage Sommer, Sonne, Meer – mehr brauch ich nicht. Abends sind wir in unser Lieblingsrestaurant und haben Moules et Frites gegessen. Und am Sonntag sind wir nach dem Aufstehen nach Villefranche gejoggt. Erst abends sind wir wieder heimgefahren. Das Wochenende war wunderbar erholsam.

Mitte August ging die 2. Klasse los und meine Süsse war recht aufgeregt. Aber sie ist toll gestartet. Halt schon ne Grosse. Die Abläufe sind jetzt bekannt, die Klassenkameradinnen und –kameraden kennt sie und sie läuft wieder mit den Nachbarsmädchen in die Schule. Halleluja und bin ich dankbar. Ich begleite sie nur noch kurz nach draussen – sage Tschüss und sie marschiert los. Ich bin schon sehr stolz auf meine Süsse. Und ich hoffe, dass sie sich weiter so entwickelt.

Gute Vorsätze bis Ende Jahr

Ich habe einiges neu angefangen, zusammen mit dem neuen Schuljahr. So habe ich mir vorgenommen wieder mehr Sport und Fitness zu machen und auch mit dem monatlichen MBSR-Training begonnen. Dieser Moment der Ruhe mit Meditation, Gedanken und Yoga hat mir im August geholfen mich ganz auf den Augenblick zu fokussieren. Einfach mal eine Stunde praktisch ohne Gedanken nur für mich. Zeit für keine Gedanken. Zeit einfach am Körper zu arbeiten, hineinzuhören wie es gerade ist und zu spüren, dass es eben gerade gut ist. Ich freue mich bereits auf den nächsten MBSR-Moment. Im Alltag mache ich seit 4 Wochen neu Pilates. Auch dort erstaunt mich im Moment noch, dass ich eine Stunde lang Körperarbeit machen kann ohne gross zu denken oder abzuschweifen und ich spüre bereits wie gut mir diese Bewegungen tun. Wie ich sicherer, stärker und stabiler im Rumpf werde. Gleichzeitig habe ich mein Jogging-Programm intensiviert und gehe nun 2-3 Mal die Woche meine Runden drehen in der Reussebene. Ich habe dies jetzt 4 Wochen durchgezogen und bereits stellt sich eine schöne Routine ein und mein körperliches Wohlbefinden ist gestiegen.

Wenn man versteht wie man sich verhält, kann man entsprechend lenken und dirigieren.

Nach den Sommerferien sind nun alle wieder zurück bei der Arbeit – erholt und voller Energie. Bei meiner Arbeit merkt man auch, dass alle wieder mit Volldampf das 2. Halbjahr in Angriff nehmen. Und ich muss mir im Arbeitsumfeld noch einige strategische Gedanken machen, wie ich mich selber positioniere und wohin ich in den nächsten 6 Monaten noch gehen rsp. welche Prioritäten ich setzen möchte. Ich lerne beständig – wie ich mich in der Organisation orientiere, welche Vorgaben nun mal im Grossunternehmen vorgegeben sind, wie ich mich da einbringen oder dort zurücknehmen kann. Es waren Monate der Eingewöhnung seit April. Die groben Rahmenbedingungen stimmen für mich als Mami. Homeoffice und das 80%-Pensum sind mir wichtig, damit ich genügend Zeit für meine Süsse habe und doch eine Tätigkeit in der ich gefordert und gefördert werde. Grundlegend habe ich mir in den letzten Tagen aber Überlegungen zu meinem Verhaltensstil und dem von anderen gemacht. Wer bin ich im Beruf, wer bin ich privat? Nur allein diese Erkenntnis bestätigt auch meine Sicht von mir – über die Adjektive, wer ich denn bin – habe ich hier schon einige Male geschrieben. Zusammengefasst zeigen die Adjektive meinen Verhaltensstil. Ich weiss jetzt, weshalb ich mich wann wie einbringe oder weshalb ich wann wie reagiere. Und das konnte bereits erfolgreich umsetzen – wenn man versteht wie man ist, kann man sich entsprechend einbringen und lenkend in die richtige Richtung dirigieren. Geholfen bei meiner Selbsterkenntnis hat mir mein Schatz und ein Buch, das er mir freundlicher weise geschenkt hat.

Es darf auch leicht sein

Im Moment läuft es gerade sehr ruhig. Sozusagen im Westen nichts Neues – und wenn alles so im Fluss ist, fehlen einem manchmal etwas die Worte. Alles ist im Fluss – keine gröberen Probleme im Job, kein Streit wegen der Betreuung oder der Scheidung – die ist ja durch. Kein Stress sonst wo, die Beziehung ist im Fluss, wir verbringen schöne Momente zusammen, aber auch mit vielen Freunden und Bekannten. Wir sind offen und knüpfen schnell Kontakte. Ja, wir fühlen uns wohl zusammen. Und das sich wohl fühlen, trifft auch auf mich alleine zu. Ich fühle mich wohl, geerdet, ruhig, bei mir und reagiere gelassener auf Dinge, die mich vor einigen Monaten noch völlig aus der Bahn geworfen hätten. Ich weiss wer ich bin, ich kenne meine Grenzen, habe eine klare Meinung und vertrete diese. Das gibt mir ein Gefühl der Stärke ohne zu kämpfen. Ich bin bei mir. Ja, es ist gerade leicht. Und es darf leicht sein. Nach Jahren, die gespickt waren mit Problemen, Schmerz und Tränen, ist dieses Gefühl der Leichtigkeit, des Angekommen seins und des inneren Friedens – wunderschön und gleichzeitig nicht fassbar.

Wir erweitern unsere Wohnung von Frühling bis Herbst, sobald es warm wird und solange es warm bleibt um unser 5. Zimmer – unseren Garten. Jedes Jahr pflanzen wir in unzähligen Töpfen Gemüse an, hegen und pflegen es, geben jeden Tag Wasser und verwerten das Gemüse dann in unzähligen feinen Gerichten. Wir lieben es abends länger draussen zu sitzen, zu reden, lachen, spielen. Ein gutes Glas Wein zu trinken und was Leichtes vom Grill zu essen. So sehen unsere Sommerabende aus.

Ich wollte immer einen gemütlichen Gartenbereich, der zum Verweilen und Draussen sitzen einlädt. In meinem Garten und Sitzplatz habe ich relativ viel Umschwung und Platz. Der Sitzplatz erstreckt sich über die ganze Länge der Wohnung und hat sowohl einen beschatteten Bereich unter dem oberen Balkon, wie auch eine Fläche die stark und bis zum Sonnenuntergang besonnt ist. Den vielen Platz habe ich nun in verschiedene Bereiche eingeteilt und mein Wunsch war, auch verschiedene Pflanzen und Gemüse zu ziehen. Unter der Überdachung habe ich neben einem Esstisch auch neu eine coole und gemütliche Lounge. Und auf der besonnten Seite steht ein kleiner Bistrotisch mit zwei Stühlen. Ich liebe es morgens früh, dort kurz zu sitzen und in der Morgenfrische den Tag zu starten. Einige schöne Solarlampen erhellen am Abend den Garten.

Letztes Jahr habe ich ausserdem einen massgefertigten Aluminium-Trog bestellt, um den Bereich vor der Trennwand zum Nachbarn schöner zu gestalten. Nun steht dort also ein gut 3 Meter langer Trog mit einem Apfel- und einem Quitten-Baum drin. Bin gespannt, wie viele Äpfel und Quitten ich dieses Jahr ernten darf. Unter den Bäumchen können wir nun Gemüse, Kräuter oder Blumen pflanzen. Die sonnige, windgeschützte Lage eignet sich gut für Tomaten. Ausserdem haben wir dieses Jahr in diesem Trog Kohlrabi, Salat und Kräuter gepflanzt. In sechs Töpfen wird’s zusätzlich noch Auberginen, Zucchetti und Gurken geben. Dafür sind wir extra in die Gärtnerei gefahren und haben uns beraten lassen. Es gibt schon viele Pflanzen, die für Töpfe geeignet sind und speziell dafür gezüchtet wurden. Somit eignet sich so ein Topf-Garten auch für den Balkon. Für meine Süsse ist es auch ein Erlebnis zusammen mit mir zu gärtnern, dem Gemüse beim Wachsen zuzuschauen und es dann beim gemeinsamen Kochen zu verarbeiten oder ganz einfach, zu pflücken und zu essen. Sie liebt es den Pflanzen Wasser zu geben und dabei noch ihre eigenen Wasserplansch-Spiele zu machen. Und kaum ist es warm, zieht sie ihre Badehose an und nutz den Rasensprenger für ne Abkühlung.

Und seit ich einen persönlichen Gärtner habe, ist der Rasen viel schöner, meine Pflänzchen gedeihen prächtig und abends sitzen wir am Tisch, essen ein feines Znacht, trinken ein gutes Glas Wein oder machen es uns gemütlich auf der Lounge. Mein 5. Zimmer ist jetzt fast perfekt. Es fehlen noch einige Deko-Elemente, um das Sommerfeeling zu Hause zu perfektionieren. Wohl fühlen tun wir uns alle schon und wir freuen uns auf den Sommer zu Hause – wenn das Wetter stimmt.

Massgefertigter Pflanztrog aus Aluminium: Rohner AG in Teufen AR

Unser Mietzelt – geräumig und voll eingerichtet

Camping ist eine wunderbare Art Ferien zu machen oder ein verlängertes Wochenende zu verbringen. Nirgendwo ist die Natur so nah und das gibt ein unglaubliches Freiheitsgefühl. Nirgendwo sonst, ist man so schnell in Kontakt mit dem Zeltnachbarn und nirgendwo sonst finden die Kinder so schnell jemanden zum Spielen. Der Mikro-Kosmos auf dem Camping-Platz ist einfach spannend: Die Männerclicke, die mit 90 Litern Bier im Fass und Zapf-Kühl-System anreist, um eine Auszeit unter Kumpels zu nehmen. Die Familie aus Deutschland und der Schweiz, die sich in der Mitte zum gemeinsamen Familienwochenende trifft. Der Porsche Cayenne-Fahrer, der mit Familie im Luxuszelt ein verlängertes Wochenende verbringt oder die Senioren, die in ihrem Gärtchen sitzen und jedes Jahr von neuem die Menschen studieren. Camping ist für jedermann, jedes Budget, jeden Luxus. Und Camping bringt diesen Mikrokosmos zusammen, Menschen, die man sonst nicht trifft. Offen sollte man sein, neugierig und interessiert für den neuen Nachbarn, der nur 5 Meter neben einem seinen Wohnplatz hat. Ein kleines Paradies für Gross und Klein und jeden Geschmack.

Clamping auf dem Wirthshof

Wir haben unsere sieben Sachen für das Auffahrtswochenende gepackt und sind auf den Camping-Platz Wirthshof am Bodensee gefahren. Ich finde Camping wunderbar entschleunigend und trotzdem möchte ich nicht ganz auf ein Minimum an Luxus verzichten. Auch kann ich mir nicht vorstellen wirklich am Boden zu schlafen oder ein Zelt aufzubauen, das Essen nicht im Kühlschrank aufzubewahren, etc. Und wenn man selber keine Camping-Ausrüstung hat, kann man an vielen Orten Bungalow-Zelte, Mobile Homes oder Kabinen mieten.

Wir haben ein Bungalow-Zelt gemietet. Dort ist alles vorhanden, was man so braucht. Man schläft zwar im Zelt, aber auf einer Matratze. Für Esswaren, die gekühlt werden müssen, gibt’s einen Kühlschrank, zum Kochen hats einen Gasherd und sogar ein Toaster, eine Kaffeemaschine und ein Wasserkocher stehen zur Verfügung. Für die Sonne gibt’s einen Schirm und wenns mal regnet, bleiben die Füsse im Zelt trocken, weil der Boden mit Platten ausgelegt ist. Also Camping für Anfänger oder Camping im Luxus. Die Sanitär-Anlagen sind sauber und topmodern. Ausserdem gibt’s einen Indoor- und Outdoor-Spielplatz, einen beheizten Aussenpool und sogar Wellnessmöglichkeiten. Im Camping-Shop kann man neben den nötigsten Bio-Lebensmitteln auf Vorbestellung auch frische Brötchen fürs Frühstück holen. 

Wir sind erst abends angekommen und mussten nicht mehr lange das Zelt aufstellen, sondern konnten gemütlich einrichten, unsere Schlafsäcke ausrollen und das Essen einräumen. Dann gab ess ein schnelles Abendessen – Tortellini mit Cinque Pi-Sauce, gekocht auf dem Gasherd, hat allen geschmeckt. Und schon waren wir in den Camping-Ferien angekommen. Die Entschleunigung hat sich also praktisch sofort eingestellt.

Zum Frühstück gabs frische Brötchen und heissen Kaffee aus dem Bodum-Krug. Den Tag haben wir mit Erkundungen des Camping-Platzes, dem Hören von Märchengeschichten, dem Schliessen von Freundschaften und Kennenlernen der Nachbarn verbracht. Abends haben wir unseren neuen Camping-Grill eingeheizt und darauf unsere Bratwürste gebraten, dazu gabs Nudeln und Salat.

Ausflug zum Affenberg in Salem

Am Freitag dann sind unsere Freunde aus Ulm zu Besuch gekommen. Bei herrlichem Sommerwetter sind wir nach Salem zum Affenberg gefahren, haben am Nachmittag im Pool gebadet und in der Hofschenke mega fein Znacht gegessen. Es ist so wunderschön, wenn man einen herrlichen Tag mit guten Freunden verbringen kann und alle – ob gross oder klein, die Zeit geniessen. Der Affenberg ist ein 20 Hektar grosses Naturschutzgebiet mit Störchen, Rotwild, Wasservögeln, Karpfen und Berber-Affen. Diese Affenkolonie lebt in einem grossen Gehege – frei. Die Besucher können auf einem markierten Weg die Affen beobachten und mit Popcorn füttern. Für die Kinder ein Highlight.

Die Berberaffen lieben Popcorn.

Und weils das Wetter so schön war und wir uns auf dem Campingplatz so rundum entspannt und wohl gefühlt haben, sind wir statt auf einen weiteren Ausflug einfach den ganzen Tag dageblieben. Haben gespielt, gebadet, gegessen, getrunken, geredet, gelacht. Es ist so wahnsinnig toll, dass meine Süsse mit ihren neuen Freundinnen rumspringen konnte, spielen, singen und tanzen. Wir haben sie manchmal kaum noch gesehen oder nur kurz zum Hallo sagen und dann wieder davonzurennen, auf ein neues Abenteuer. Wir waren wirklich alle drei voll entspannt und glücklich.

Heim sind wir dann über Friedrichshafen – Romanshorn gefahren. Die 45-minütige Überfahrt auf der Fähre bei diesem herrlichen Wetter war ein Traum. Viel zu schnell ist unser Camping-Weekend verflogen. Wir haben keine Minute an Arbeit oder Zuhause gedacht. Es war perfekt. Perfekt, weil wir alle drei im Flow waren, uns miteinander so wohl gefühlt haben, jeder für sich geniessen konnte und wir alle einfach super Spass hatten. Und wir freuen uns jetzt schon auf unsere Sommerferien zu dritt und unser nächstes Camping-Abenteuer irgendwann.

Was wir beim Camping mit unserer Süssen geliebt haben

… das Staunen über das grosse Zelt und das Gewusel beim Einrichten.

… das schnelle Znacht – nämlich simple Tortellini mit Cinque Pi-Sauce – das draussen am kleinen Camping-Tisch viel besser schmeckt.

… die Entspannung, die eintritt, wenn das Zelt bezogen und eingeräumt, unsere Süsse davongesprungen ist und wir gemütlich etwas trinken – den Apéro oder Kaffee.

… das tolle Gefühl mit der Natur so verbunden zu sein, die frische am Morgen, die langen Abende draussen bis es dunkel ist, die leuchtende Sternennächte, das Vogelkonzert mit dem ersten Sonnenstrahl.

… die sofortige Vertrautheit, die einen mit seinen Zeltnachbarn verbindet, auch wenn die gerade erst eingezogen sind; auf dem Camping ist man eine grosse Familie.

… die Verbundenheit zwischen Campern: man hilft, wenn Hilfe gebraucht wird, füttert andere Kinder zusammen mit den eigenen ab und die Zeit zu zweit geniessen, während die Süsse mit ihren neuen Freunden spielt.

… die Freude unserer Süssen, die von morgens bis abends unbeaufsichtigt über den Campingplatz toben konnte.

… die Gelassenheit, stundenlang in der Sonne am Frühstückstisch zu sitzen, Kaffee zu trinken, zu reden, zu lesen, während unsere Süsse schon lange unterwegs ist.

… die Gemütlichkeit, mit der Süssen eingekuschelt in den Schlafsäcken herumzuliegen, wenn es draußen kalt ist.

… die Ruhe, die mit der Abenddämmerung ganz von selbst einkehrt und die wohlige Müdigkeit nach einem Tag an der frischen Luft

… eingekuschelt nah bei einander, mit den Geräuschen von draussen, dem letzten Geflüster, einzuschlafen.

… die Sterne, die so klar und nah scheinen, wenn man nachts mal raus muss.

Kleidung

Spezielle Kleidung ist zum Camping nicht nötig; das Stichwort lautet hier vor allem „wind- und wasserfest“ aber auch warm sollte die Kleidung sein, denn morgens und abends kann kühl werden.

  • Warme Schlafanzüge
  • Gute Regenkleidung, evtl. Gummistiefel
  • Genügend Kleider zum Wechseln.
  • Fleece spendet Wärme, ist leicht und trocknet schnell.
  • Unbedingt dabei: Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme

Sonstiges, wenn man im Mietzelt übernachtet

  • Küchenausstattung – ein Schneidebrett, ein scharfes Messer, Picknick-Flaschen, Plastik-Geschirr, Sackmesser
  • Salz und Pfeffer, Essig und Öl oder fix fertig Salatsauce
  • Kaffeepulver, Bodum-Kaffekrug
  • eine Packung Nudeln mit Tomatensauce
  • Weitere Lebensmittel
  • Taschenlampe
  • Haushaltpapier, Geschirrspühlmittel, Lappen, Geschirrtuch, Schwamm oder Bürste, Mülltüte
  • Camping-Tisch und Stühle, Liegestuhl, evtl. Sonnenschirm und –Spitz, Picknick-Decke

Wer liebt sie nicht, die Waffeln, deren Duft den Raum erfüllen. Mmmmh. Heute haben wir welche selber gemacht als kleines Familienkochprojekt. Es ist das erste Wochenende seit meine Süsse aus den Ferien zurück ist und 10 Tage weg war. Als ich sie Mitte Woche wieder in den Arm nehmen konnte – ich bin fast geplatzt vor Glück. Ihren Duft zu riechen, sie zu herzen, ihre grossen Augen zu sehen, ihr zuzuhören und ihren Erzählungen zu lauschen. Glück ist auch zu sehen, wie sie sich freut, wieder zu Hause zu sein mit ihrer unbändigen Energie beim Singen, Tanzen, Turnen, Plappern, Schminken, Verkleiden und Schauspielern.

Das Glück ist greifbar, spürbar und ich hätte den Abend noch lange so draussen beim Znacht und Spielen verbringen können. Wir haben so viel gelacht und sie hat ständig gekichert. Es war perfekt. Ein Moment zu festhalten – ein kleiner Augenblick, der mir so viel gibt. Meine Süsse wieder bei mir.

Für mich bedeutet das Zusammensein mit meiner Tochter extrem viel. Vor allem wenn das Kind nicht jeden Tag bei dir ist, sondern gemäss neuer Betreuungsregelung und neuem Sorgerecht nur noch 50%. Zu Beginn war das extrem hart. Plötzlich ist das 2jährige Menschlein nur noch die Hälfte der Zeit bei einem. Die andere Hälfte muss man sich dann irgendwie selber beschäftigen – am einfachsten man geht einer Arbeit nach. Ich hab seit ihrem ersten Lebensjahr 60% gearbeitet. Und in der restlichen Zeit habe ich sie selber betreut. Ich hab aufgrund des ständigen hin und hers auch möglichst darauf geachtet, dass wir viel Zeit miteinander verbringen und sie genug Raum hat, um selber zu wuseln. Es war auch immer wichtig, dass sie in der 2. Wochenhälfte bei mir zur Ruhe kommen kann. Wir sind also nicht noch irgendwo zum Turnen, Singen oder fix jede Woche mit Andern verabredet gewesen, sondern haben viel Zeit einfach zu Hause, auf dem Spielplatz und in der gewohnten Umgebung verbracht. Diese Ruhephasen waren sehr wertvoll und begleiten uns noch heute.

Wir sind ein top Zweiergespann

So waren wir jahrelang ein top Zweiergespann – in den Ferien, an Wochenenden und in der Freizeit sieht man uns zusammen. Es hat auch zum Beispiel nicht viel gebracht in ein spezielles Familienhotel zu fahren, da sie eh lieber mit mir zusammen war, sogar am liebsten bei mir im Bett schlief anstelle des coolen Hochbetts. Wie auch immer – je grösser sie wird, umso leichter wird alles und es macht mir total viel Spass mit meiner «Mini-Me» die Welt zu entdecken. Wie ich schon mehrfach beschrieben hab, gehen wir sehr oft nach Nizza in die Ferien. Hier zeigt sich nun, dass wir beide da alles haben, was wir für unsere gemeinsame Zeit und unsere Ferien brauchen. Nämlich nicht viel – vor allem aber Zeit wir zwei mit Dingen, die wir gerne tun. Karussell-Fahren, Crêpe essen, Eis schlecken, baden im Pool und kleine Ausflüge in die Umgebung. Oder was denkt ihr, was braucht ein Kind im Kleinkind, Vorschul- oder Schulalter? Ich bin überzeugt, dass es nicht unbedingt Reisen um die Welt sein müssen. Abgesehen davon kann ich mir das nicht leisten. Das ist nämlich ein anderer Aspekt, den eine Trennung rsp. Scheidung mit sich bringt. Aber zu diesem Thema und meinen Gedanken über das aktuelle Ehe- und Scheidungsrecht an anderer Stelle.

Zeit mit sich selbst ist enorm wichtig

Wie wichtig es ist, in einer Trennungsphase und bei einer Scheidung, vor allem wenn die Kinder noch so klein sind, ganz bei sich zu bleiben und nicht auf den Protz- und Konsumkurs einzusteigen, damit habe ich mich sehr intensiv beschäftigt. Der Aufbau und die Stärkung einer stabilen Beziehung zu meiner Tochter war für mich. extrem wichtig. Meine Grenzen kennenlernen und kennen, mir treu bleiben und auch wenn mein Schatz nicht immer bei mir ist und nicht immer alles durchgehen lassen. Ich glaube auch, dass diese intensive Auseinandersetzung mit meinen Werten, Grenzen, Wünschen und Bedürfnissen, ja auch einfach die viele Zeit, die ich mit mir alleine verbracht habe, mir heute zugutekommen und auch in der Beziehung zu meiner Tochter helfen, unsere Verbindung zu stärken.

Seit rund einem Jahr sind wir auch oft als Dreiergespann unterwegs. Mit meinem neuen Partner versteht sich meine Süsse bestens. Im Spiel beim Turnen, Singen und Tanzen vergessen sie zuweilen auch mich.

Jetzt freue ich mich auf die Sommermonate zu Hause im Garten, wenn wir abends grillieren, zusammen essen, und viel zu lachen haben. Auch freue ich mich auf so kleine Dinge wie Radfahren an der Reuss entlang, Bräteln im Wald oder Camping im Sommer. Einfach Family-Time. Quality-Time.

Familienzeit am Wochenende ist mir sehr wichtig

Familienzeit am Wochenende ist mir sehr wichtig. In der Regel haben wir an den Wochenenden zwar Programm, aber nicht zum Einkaufen, Putzen oder Ordnung machen. Ich mag es generell nicht so voll durchgetacktet zu sein mit samstäglichen Einkaufsritualen. Früher war mir das schon ein Graus. Ich war oft fremdgesteuert und meine Vorstellung von Wochenende wurde da gar nicht wahrgenommen. Ich fühlte mich oft gehetzt, unzufrieden und am Ende wenig erholt. Selbst eine kleine Siesta am Sonntagnachmittag wurde zur Tortur, weil es negativ aufgefasst wurde und ich später den Vorwurf hören musste, was ich anstelle ausruhen besser hätte machen können. Seit fünf Jahren hat sich das komplett geändert. Meine Wochenenden sind dazu da, mich zu erholen, gemeinsame Momente zu verbringen und die Zeit zu geniessen. Wir lieben es gemütlich aufzustehen, fein und ausgiebig zu frühstücken, dann zu spielen, nach draussen zu gehen, Sport zu treiben, Abends gemeinsam zu kochen, fein zu essen, vielleicht eine DVD zu schauen. Und selbst bei Huddel-Wetter, wie dieses Wochenende, geniessen wir es einfach miteinander. Alle zufrieden mit dem gemeinsamen Weekendplan!

Frühling auf dem Teller

Heute haben wir uns den Frühling auf den Teller geholt und selber Waffeln mit Vanillesauce und frischen Erdbeeren gezaubert. Gemeinsam haben wir den Teig gemacht, die Waffeln gebacken, die Schüssel ausgeleckt und dann mit schon halb vollem Bauch noch die Waffeln gegessen. Mmmh! Das Rezept findet ihr hier:

Sonntagswaffeln

Für 6 Waffeln

125 gr. weiche Butter

75 gr. Zucker

1 Päckchen Vanillezucker

1 Prise Salz                                                        Rühren bis die Masse hell ist

3 Eier                                                                   einzeln unterrühren

250 gr. Mehl

2 TL Backpulver                                               Mischen

2 dl Milch                                                           Mehlmischung und Milch abwechselnd unterrühren

2-3 Esslöffel Teig auf das Waffeleisen geben und 3 Minuten backen

Mit Puderzucker bestäuben.

Dazu passt Schlagrahm, Vanillecrème und frische Früchte wie Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, etc.

mmmh, lecker!

500gr Urdinkel-Mehl

11/2 TL Salz                        In eine Schüssel geben und mischen

21g Hefe zerbröckelt

3,5dl lauwarmes Wasser

2 EL Olivenöl                      Dazugeben und mit einer Kelle untermischen.

                                               Zu einem glatten Teig kneten

                                               1h aufs Doppelte aufgehen lassen

Teig auswallen, auf das Backblech geben, mit Tomatensauce bestreichen und dann beliebig belegen.

Backen bei 200°C, 25 min.

Die Teigreste geben ein feines Dinkel-Brot – einfach formen, mit Wasser bestreichen und ab in den Ofen bei 200°C, 25-35 min. backen.

Der März war vollgepackt mit wunderbaren Momenten und Erlebnissen. Ich durfte wieder mal nach Paris reisen – für einmal nicht alleine – sondern alles aufsaugen mit meinem Schatz, was Paris zu einem ganz besonderen Erlebnis und Moment gemacht hat. Gleich darauf sind wir nach Mailand und in die Toscana. Das Eros Ramazzotti-Konzert war echt der Hammer und ich mitten drin!

Freunde fürs Leben

Weiter gings nach Ulm zu unseren Freunden. Freunde wie sie zu haben, bei denen sich alle rundum wohl fühlen und die sich alle so wunderbar verstehen – was will man mehr. Meine Tochter und ich gehen sie seit Jahren regelmässig besuchen und für mich ist es wie Ferien. Die Mädchen verstehen sich bestens und wir sehen 2 oder 3 Tage kaum was von ihnen, da sie sich so gut miteinander beschäftigen. Somit sind wir Mamis auch sehr entspannt. Die gemeinsame Zeit ist immer ganz wunderbar und die Abschiede auch sehr tränenreich. Seit im November mein Schatz sie alle kennengelernt hat, fahren wir zu dritt nach Ulm. Was für mich noch eine Portion schöner ist, denn auch er versteht sich wunderbar mit allen! Diesmal gings für die Männer extra zum Fussball-Spiel! Besser geht’s kaum!

Nach Ulm sind wir dann zum Abschluss noch einige Tage nach Nizza gefahren. Dies zum Ende eines ereignisreichen Monats, aber auch zum Abschluss einer durchaus auch turbulenten Zeit. Ich habe meine Stelle aufgegeben und jetzt im April bin ich neu im Job gestartet. Ich bin immer noch ganz aufgeregt, was da alles auf mich zukommen wird. Mit den Jahren ist man auch nicht mehr so flexibel und die Erfahrung, die prägt halt doch! So sehr ich mich bemühe, entspannt zu sein, nicht gleich alles zu hinterfragen und nicht gleich hinter allem eine fiese Tat zu sehen, ein gebranntes Kind… Das was man durchgemacht hat, macht einem vorsichtig. Ich bin gespannt, wie es wohl da nun weitergeht. Drückt mir die Daumen, dass alles gut kommt!

Glück ist, wenn du mit dir selbst zufrieden bist und dafür nicht die Bestätigung anderer brauchst.

Unbekannt.

Ich habe die Zeit in den vergangenen vier Monaten gebraucht, um mich zu erholen, neue Projekte anzustossen und meine Ideen fliessen zu lassen. Vor allem aber habe ich die Zeit gebraucht, um abzuschliessen, zu verarbeiten und mich wieder zu stärken. Mich selber zu reflektieren, an mir zu arbeiten, Probleme zu lösen, die noch im Raum standen. Auch über meinen Schatten springen – nicht immer alles mit meinem sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn zu erkämpfen. Sondern einfach mal sein lassen, damit ich in Frieden und Ruhe mein Leben mit meinem Partner, meiner wunderbaren Tochter, in unserem schönen Zuhause – mit allem was wir haben – einfach geniessen können. Zufrieden sein dürfen mit dem was ich aufgebaut habe. Mich nicht messen zu müssen an anderen.

Ich bin gut – so wie ich bin!

Ja, das hat mich bewusst oder unbewusst stark beschäftigt und ich bin immer wieder verblüfft zu sehen, was ich alles so auf die Reihe kriege und wo ich mich eben nicht unterkriegen lasse. Wie ich mich intuitiv schütze, wo ich intuitiv handle und reagiere – auch wenn es andern nicht gefällt. Aber genau da ist der springende Punkt. Was andere tun und über mich denken. Ist mir piep egal! Echt. Das ist für mich so ein Novum. So ein Wow-Moment. Was für mich zählt und wichtig ist, dass ich mit mir zufrieden bin, dass ich mir jeden Tag in die Augen schauen kann und sagen: „Ich bin gut – genauso wie ich bin.“

Im Moment beschäftige ich mich wieder stark mit dem Thema persönliche Wertvorstellungen, wie ich diese meiner Tochter als Vorbild vorlebe und ich sie so zu einem rechtschaffenen, respektvollen, toleranten und ehrlichen Menschen erziehe.

Bereue nicht

Meine eigenen Werte zu erkennen, diese zu verinnerlichen und nach diesen zu Leben geschah nicht von heute auf morgen. Es war ein jahrelanger Prozess zu erfahren, erkennen und anzunehmen, wer ich wirklich bin. Ich habe Abzweigungen genommen, die nicht in die richtige Richtung führten, ich hab Entscheidungen getroffen, die sich heute als vielleicht schlecht erwiesen haben, aber ich war mir immer treu und lustigerweise, bereue ich nichts.

Wenn ich heute meine Tochter ansehe, dann bin ich stolz über meinen Weg und wie ich ihr meine Werte vorlebe. Mir ist gerade in den letzten Tagen wieder bewusst geworden, wie grundsolide diese Werte sind, wie Anstand, Respekt, Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Toleranz. Aber auch grenzenlose Freude am Leben. Sie ist ein äusserst fröhliches und beliebtes Mädchen in der Schule. Alle sind in sie verliebt in sie mit ihrer offenen, fröhlichen, kommunikativen und herzlichen Art. Von der Lehrerin über die Sekretärinnen, den Hauswart auch den Schulleiter – ja, mein Schatz weiss genau, wie sie mit ihrer Art alle um den Finger wickelt. Nur, reagieren – wie so oft im Leben – nicht alle Menschen gleich auf einen – auch sie erlebt von Kindern und Erwachsenen Ablehnung. Dies hat wahrscheinlich in diesem Fall mit Eifersucht und deren Unvermögen zu tun. Schliesslich können nicht alle Menschen mit so einem Sonnenschein umgehen.

Ich bin ich

In der letzten Woche habe ich mir Gedanken darüber gemacht, weshalb mit manchen Menschen einfach kein gesunder und vernünftiger Umgang möglich ist. Ich bin jemand, der den Menschen an sich, einfach sein lässt, so wie er ist. Ich versuche nicht jemanden zu ändern, so zu biegen, wie ich es will oder gar dem noch meine Werte aufzudrücken. Dies hat wahrscheinlich damit zu tun, dass ich bei mir bin, zu mir sehr ehrlich bin und nicht mich vergleichen muss mit andern. Ich bin ich. Diese Woche musste ich aber erfahren, dass im Umgekehrten dies oftmals nicht möglich ist und es Menschen gibt, die nicht die Grösse oder Fähigkeit haben, um zu verstehen, dass man jemanden nicht umbiegen kann oder soll.

Ich für meinen Teil kenne meine Grenzen, kenne meine Werte und stehe dafür ein. Ich habe keine Angst, ich weiss und hab gelernt, wie ich mich wehren kann und das irritiert noch mehr. Denn wer mag schon starke Frauen, starke Persönlichkeiten, die ihren Wert kennen und wissen wer sie sind. Weil sie reflektiert sind, weil sie ihren Selbstwert kennen und in sich Ruhen. Genau zu so einer Person werde ich meine Tochter erziehen. Und ich freue mich, sie aufwachsen zu sehen. Ich werde wahrscheinlich platzen vor Glück und Stolz!

Mein kleiner Moment des Glücks

Geplatzt vor Stolz bin ich am Freitag fast, als meine Süsse ihre erste Gesangsstunde hatte. Sie liebt es zu singen und zu tanzen. Sie singt ständig – selbsterfundene Lieder oder auch lauthals was so bei uns läuft von Helene Fischer – ich weiss, meine Schwäche – über Schwiizergoofe oder aktuelle Hits. Sie singt fürs Leben gern. Seit letztem Sommer geht sie in den Kinder- und Jugendchor, probt einmal die Woche und hatte auch schon Auftritte. Die Leidenschaft fürs singen und tanzen möchte ich bei ihr fördern – Rechnen ist schliesslich nicht alles im Leben und daher schicke ich sie jetzt in den Gesangsunterricht. Ihre erste Stunde war am Freitag und sie hat mit der Singlehrerin die Lieder für den Auftritt vom Samstag geprobt. Ich sass da – hab sie angeschaut und war einfach nur stolz und dankbar. Sie singen zu sehen, mit welcher Freude und Leidenschaft, ihre strahlenden Augen. Puh! Sie trifft jeden Ton, singt klar und mit starker Stimme! Diesen Moment einzufangen. Festzuhalten. Mein kleiner Moment des Glücks.