Diverses

Ich liebe die Vorweihnachtszeit. Meine Wohnung dekorieren, auf Weihnachtsmärkten rumspazieren und die Auslagen begutachten, Glühwein trinken, die Lichter anschauen, selber Guetzli oder Grittibänzen backen, bei Kerzenschein erste Weihnachtslieder hören, Geschenke basteln und für die Feiertage das Weihnachtsmenü zusammenstellen.

Bekanntlich rennt die Zeit vor Weihnachten ja nur so dahin, aber ich nehme mir immer bewusst Zeit und nicht viel vor. Ich will diese wenigen Wochen geniessen mit meinen Lieblingsritualen und mich bewusst einstimmen auf das Jahresende. Ich liebe es Weihnachtslichter anzuschauen in der Stadt, Glühwein zu trinken, zu basteln für Weihnachten mit meiner Süssen und mich in diesen dunkeln Wochen von warmem Licht in meiner Wohnung bei einer Tasse Tee und einem guten Buch auf dem Sofa gemütlich zu machen. Ich mag dieses Gehetze und Gerenne nicht und vermeide es auch, darauf einzusteigen.

Zofingen der Weihnachtsmarkt der Sinne als Geheimtipp

Einer meiner Lieblingsweihnachtsmärkte ist und bleibt der Christchindlimarkt in Bremgarten. Auch wenn nach vielen Jahren immer wieder die gleichen Stände am gleichen Ort zu finden sind, ist der Bummel durch die hübsche Altstadt über die überdachte historische Brücke an der Reuss jedes Jahr wieder ein Highlight. Vor allem am Donnerstagabend, wenn es noch nicht so viele Leute hat, ist es wunderschön. Ein Glühwein und etwas zu Essen darf natürlich nicht fehlen.

Auch nach Zürich gehe ich immer gerne vor Weihnachten und lasse mich treiben. Ich erinnere mich gut an letztes Jahr als ich diese Vorweihnachtszeit mit meinem Schatz ganz intensiv geniessen konnte. Es war einfach so gemütlich und wir haben einen kleinen Rundgang über die Bahnhofstrasse und die verschiedenen Märkte auf dem Bellevue, dem Werdmühleplatz und im HB von Zürich gemacht. Dieses Jahr hat uns besonders der Markt auf dem Münsterhof gefallen, einfach weils, als wir eintrafen, noch nicht so übervölkert war. Und weil der Dezember bei uns ja eben nicht voll verplant ist, reicht es immer für einen spontanen Abstecher nach Zürich. Im HB haben wir am Abend vor dem 4. Advent im Chäs-Atelier noch ein Raclette gegessen und zwei tolle Ladies kennengelernt. Und bereits ist abgemacht, dass wir uns auch dieses Jahr wieder dort treffen. Der Tisch ist bereits reserviert.

Mein persönlicher Geheimtipp für die Weihnachtsmärkte ist aber der Weihnachtsmarkt in Zofingen. In der hübschen alten Zähringerstadt hats noch Platz, eine Vielzahl richtig toller Stände und anständige Preise, was den Glühwein anbetrifft.

Weihnachtsdeko-Tipp zum Nachbasteln

Vor einigen Jahren habe ich für die Eingangstüre eine schöne und sehr einfache Wanddeko gebastelt. Dafür sind wir in den Wald und habe Äste gesucht und diese in Form eines Dreiecks aufgereiht und mit Hanfschnur mit immer gleichem Abstand an den Enden festgebunden. Zum Schluss haben wir es mit klein Christbaumkugeln, kleinen Glöckchen, Federn und einer Lichterkette dekoriert. Jedes Jahr, wenn ich diese Wanddeko wieder aufhänge, erfreue ich mich aufs Neue – weils nicht einfach gekauft ist, weils einfach schön und speziell aussieht.

Mit meiner Süssen zu basteln und backen ist auch immer ein Highlight in der Adventszeit. Für den Samichlaus-Tag haben dieses Jahr selber Grittibänzen gemacht aus einem einfachen Zopfteig. Es war schön zu sehen, wie sehr sie sich für alles interessiert und wie sie lernen wollte, wie man jetzt den Teig macht, knetet und mit welcher Freude sie dann die Bänzen verziert und mit Ei bestrichen hat. Ja, einen hat sie extra für den Samichlaus gemacht, den sie ihm dann am Abend geben wollte.

Mit meiner Süssen bastle ich in der Regel in den Wochen vor Weihnachten immer etwas für die Grosseltern, Papi, Götti und Gotti. Aber dazu später – wir wollen sie ja überraschen.

Wenn mir jemand von einiger Zeit mal gesagt hätte, dass ich einmal 3 Kids im Alter von 3-10 Jahren übers Wochenende zu Besuch hab, den hätte ich laut gelacht. Doch es war sogar meine eigene Idee und übers Wochenende hatte ich eine fröhliche, laute Rasselbande bei mir Zuhause. Zusammen mit meiner Süssen also 4 Kids und diese alle zufriedenstellen und unterzubringen. Was für ein Job! Aber das schicke ich voraus – ich war einfach nur happy. Es hat voll viel Spass gemacht und ich konnte mich auch ganz darauf einlassen. Das musste ich auch, denn es herrschte Ausnahmezustand. Tatkräftig hat mich zum Glück mein Schatz unterstützt. Und ich kann mich jetzt zu den Mami-Bloggerinnen gesellen, die regelmässig über Tipps und Tricks zur Bespassung der Kids bei Regenwetter oder am Wochenende schreiben und ich kann nun auch die Mamis noch mehr bewundern, die tagein tagaus mehr als 1 Kind betreuen und nicht noch viel Zeit haben für ihre persönlichen Bedürfnisse. Denn eins ist klar, diese kann man eher hintenanstellen.

Hier meine eigenen Tipps, wenn so eine Rasselbande zum Übernachten kommt. Ich habe mir ja schon einige Wochen vorher Gedanken gemacht, wie ich das machen könnte. Ich hab mir da ja ziemlich was aufgehalst und bin es mir ja nicht gewohnt, so viele Kids bei mir zu haben. Aber wie heisst es so schön, kopfüber ins Abenteuer. Und mit der richtigen Grundeinstellung ist schon vieles erreicht. Ich hab mich zum Beispiel darauf eingestellt, dass nicht alles Picobello sauber ist oder ruhig und wir unseren gewohnten Wochenend-Rhythmus haben können. Der sieht ja eher so aus, dass wir ausschlafen, gemütlich frühstücken, dann etwas zu Hause wuseln, nach draussen gehen oder etwas unternehmen, Abends evtl. Besuch haben oder auf Besuch gehen und Sonntags dann im ähnlichen Stil.

In meiner Wohnung würde einem schnell die Decke auf den Kopf fallen, weil sie schlicht für 6 Köpfe zu klein ist, war auch klar: wir machen ein Outdoor-Programm. Auch ist die Frage nach dem Essen und was ich denn für alle kochen könnte bei mir ein Thema gewesen, ganz zu schweigen von der Schlafsituation. Wie bringe ich 3 Gäste bei mir zum Schlafen unter.

3 Schlafplätze und ein munteres Durcheinander

Ich habe für meine Süsse vor einem Jahr eine Matratze unter dem Bett gekauft, die für Übernachtungsgäste gedacht ist. Auch habe ich ein Ausziehsofa. Und für die kleine Bohne wurde das Kinderbett geliefert. Und die Bettwäsche für alle. Die Zuteilung war auch organisiert und dann wars dann doch nicht so…die Kleine lag im grossen Bett, die Grossen haben die Betten getauscht und letztlich lagen alle 3 im gleichen Bett. Aber alle waren erholt und am Sonntag haben sie sogar bis halb 9 Uhr geschlafen. Auch hat sich gezeigt, dass ich für ein Wochenende oder einige Nächte durchaus mehr Personen bei mir beherbergen kann. Und ich liebe ein volles Haus.

Pizza, Pasta & Wienerli im Teig

Essenstechnisch habe ich für die sichere Seite entschieden. Am Freitagabend gabs Spaghetti Bolognese mit viel Rüebli und Dinkel-Spaghetti. Highlight war dann die selbstgemachte Pizza für alle. Belegt haben wir den selbstgemachten Pizzateig nach Lust und Laune mit Peperoni, Oliven, Champignons, Salami, Schinken und natürlich Mozzarella. Dazu gabst Nüssli-Salat. Geschmeckt hats allen bestens. Und als schnelles Mittagessen habe ich dann für alle Wienerli im Teig und dazu Salat gemacht. Für eine solche Rasselbande zu kochen, ist für mich eine Herausforderung, schliesslich wollte ich alle satt und zufrieden sehen.

Im Wald bräteln – immer ein Hit

Um alle gut zu beschäftigen und auch müde zu kriegen, sind wir in den Wald und haben an einer Feuerstelle Würste gebraten, Marshmallows geröstet und waren somit eine gute Zeit beschäftigt. Im Rucksack habe ich neben Anzündhilfen fürs Feuer, Gurken, Peperoni, Brot, Cervelats, Mandarinen, Chips & Marshmallows auch Wasser, ein Sackmesser, Feuerzeug und Papier gepackt. Wir hatten Glück – es war zwar kühl, aber gross geregnet hat es nicht und später hat sogar die Sonne geschienen. Der Marsch hat alle hungrig gemacht und neben Holz suchen, Würste braten, essen und Marshmallows rösten, waren wir alle wunderbar den halben Tag beschäftigt. Es war toll und ich liebe es draussen zu sein und solche Dinge zu erleben, die mich doch sehr an meine Kindheit erinnern.

Abendprogramm mit DVD schauen und selbstgemachten Popcorn

Wir haben das den Kids versprochen, dass sie am Abend einen Film schauen dürfen. Dazu gabs selbstgemachtes Popcorn. Und später einschlafen war dann auch kein Thema mehr, auch wenn die Schlafplätze komplett neu verteilt wurden. Und weil alle so grogi und voll müde waren, haben sie bis um 8.30 Uhr geschlafen am Sonntagmorgen.

Das Weekend war ganz ganz toll und ich freue mich sehr, dass wir es so gut hingekriegt haben mit 4 Kids. Es hat Spass gemacht, mich voll auf sie einzulassen und ich konnte dadurch meinen Berufsalltag und Dinge, die mich zuweilen belasten, völlig vergessen. Nicht nur für die Eltern also Erholung, sondern auch irgendwie für mich.

Was für ein ereignisreicher Sonntag. Wahltag. Als durch und durch politischer Mensch hab ich das intensiv verfolgt. Ich bin bis vor einigen Jahren selber in einer Partei tätig gewesen und habe sogar vor 4 Jahren für den Nationalrat kandidiert. Es war Leidenschaft pur. Ich habe sowohl meinen Job als meine politischen Ämter immer mit Herzblut gemacht. Bis zum Bruch. Denn manchmal treffen Persönlichkeiten aufeinander, die einfach nicht miteinander können, auch wenn sie noch dieselben Ziele verfolgen. Ich habe mich darauf zurückgezogen – beruflich umorientiert und geniesse seither viele freie Abende abseits des Rampenlichts. Und etwa zu 80% der Zeit stört es mich nicht, dass die Politik ohne mich weiterläuft. In den vergangenen Jahren habe ich mich auch bezüglich meiner Parteizugehörigkeit oder –gesinnung emanzipiert und gehe dezidiert meinen Weg – und äussere mich, falls notwendig auch dazu. Befreit hab ich mich dann vor gut einem Jahr ganz, als ich sogar den Austritt aus der Partei gegeben hab und nun als wachsames Zoon-Politikon das Geschehen beobachte.

Als Zoon-Politikon ist meine Leidenschaft für Politik ungebrochen.

Wie gross die Leidenschaft für die Politik ist, zeigt sich dann aber am Wahltag. Ich konnte nicht aufhören die News zu schauen – ungläubig über Wahlsiege, Sitzgewinne von gewissen Exponenten und Verlusten von andern. Es hab mich voll chribbelig gemacht und ich war ganz nervös. Verstehen tue ich die Resultate immer noch nicht ganz – und hoffe nun natürlich, dass diese grüne Welle uns einfache Bürgerinnen und Bürger im Mittelstand nicht finanziell völlig fertigmacht. Davor hab ich echt Angst. Ich hoffe, dass ich mich diesbezüglich wieder beruhigen kann, denn ich denke, dass die Mühlen in Bern langsamer malen als anderswo und bei uns zum Glück noch gefeilscht werden muss, bis ein Gesetz oder ein Vorstoss durchgewunken wird.

Restaurant Niesenberg – idyllisches Herbstambiente

Abgesehen von meiner Aufregung über den Wahlausgang hatte ich ein unspektakuläres Wochenende. Wir haben am Freitag Freunde getroffen zum Znacht in einem tollen Restaurant. Es ist immer wieder erstaunlich, an welchen Ecken die tollsten Restaurants im Aargau zu finden sind. Und ich hab auf meiner Restaurant-Liste einen weiteren Geheimtipp aufgenommen. Das Restaurant Niesenberg auf dem Niesenberg. Das Essen und der Wein waren sensationell, die Gespräche angeregt. Bestimmt werden wir im Sommer, wenn man schön draussen sitzen kann, wieder hierherkommen. Der Samstagabend und Sonntag stand im Zeichen der Familie mit einem gemeinsamen Znacht und die Ruhe vor dem Sturm am Sonntag haben wir bei der Schweizermeisterschaft im Steckenpferde-Rennen verbracht. So lustig, was es alles gibt. Hobby Horsing wie das offizielle genannt wird, ist anscheinend eine offizielle Disziplin und es gibt überall Turniere und Veranstaltungen. Wir haben zugeschaut wie Kinder – hochkonzentriert und voll bei der Sache entweder den Dressurkurs oder dein Spring-Parcours bestritten haben. Die Gewinnerinnen haben wie bei Reitturnieren üblich eine Rosette fürs Pferd erhalten. Lustig wars.

Heute finde ich mein Glück in mir.

Wie sehr ich auf dem Weg bin, habe ich dieses Wochenende auch wieder bemerkt. Es scheint Früchte zu tragen, dass ich so an mir gearbeitet hab, meine Grenzen, Werte verinnerlicht habe und für mich einstehe. Und ich habe auch erfahren dürfen, dass ich froh sein darf, mein Glück in mir zu finden, weil ich die Dinge tue, die mich zufrieden machen und weil ich jeden Tag diese Zufriedenheit und Dankbarkeit empfinden darf. Was ich nicht ausstehen kann, das ist Negativität und Gejammer immer und zu jederzeit. Ich kann das nicht ausstehen, wenn man nichts, aber gar nichts Schönes an seinem Leben finden kann, wenn alles nur schlecht oder negativ ist. Und noch weniger kann ich ausstehen, wenn man statt vor der eigenen Haustüre zu kehren, möglichst noch die vermeintlichen Probleme oder die Leben von anderen seziert, um möglichst nicht an sich selber zu arbeiten.

Letztlich war das Wochenende irgendwie aufwühlend, aufgrund all der verschiedenen Personen, Themen und Ereignisse. Am meisten aufgewühlt hat mich aber die Erkenntnis, dass nicht alle einfach bei sich, zufrieden mit sich und dankbar für ihr Leben sind. Und ich werde jetzt darüber nachdenken, wie ich solche Menschen oder ihr Verhalten nicht mehr zu sehr an mich ranlasse und wie ich Ruhe bewahren kann, auch wenn die Person mir sehr nahe steht. Achtsam. Wie immer. Ausatmen und einatmen. Dankbar für alles was ich hab.

Ach ja, diese farbigen Blätter und Bäume tun es mir gerade besonders an. Ich freue mich über die Fotos oder wenn ich in die schöne farbige Natur schaue.

Herbstfarben

Gerade läuft wieder viel bei mir. Eine gute Phase für mich, denn nach dem ich im September gefühlt keine kleinen Glücksmomente im Alltag gesehen hab, bin ich grad echt entspannt und sehr zufrieden im Hier und Jetzt. Die vielen kleinen Dinge sind es, die mich grad sehr glücklich machen. Der Kurztrip nach Nyon zu meinem Arbeitgeber, das verlängerte Weekend in meinem geliebten Nizza oder das VIP-Feeling in Mailand. Aber auch die Herbstfärbung der Bäume, die Rückkehr meiner Süssen nach den Ferien und ihre unbändige Energie oder die Verbundenheit mit meinem Schatz. Es läuft gerade wieder viel und es ist einfach wunderbar. Ich spüre so viel positive Energie und das macht mich total happy.

Stippvisite in der Romandie

Genferseeregion mit Weinbergen

Letzte Woche war ich beruflich in Nyon. Ich durfte für meinen Arbeitgeber eine Pressekonferenz organisieren und hab zum ersten Mal auch die Büros dort gesehen. Die Reise von mir nach Nyon ist ja eine halbe Weltreise – vor allem mit dem Zug, bereits um 5.15 hätte ich auf den Bus gehen müssen. Also habe ich mich entschieden bei meinem Schatz in Zofingen zu übernachten. An sich ja nichts Spezielles – aber ich hab alleine dort den Abend verbracht und dort geschlafen – er jettet grad auch um die Welt. Dies brachte mir 1.25 h mehr Zeit zum Schlafen. Dennoch musste ich um 6.32 Uhr den Zug Richtung Genf nehmen. Und trotz der frühen Morgenstunde, war ich voll motiviert, positiv und hab mich einfach auf den Tag gefreut. Die Fahrt nach Nyon entlang des Genfersees ist ja schon ein Highlight und ich hab mir fest vorgenommen mal einen City-Gourmet-Trip nach Lausanne zu machen inkl. dieser tollen Zugfahrt dorthin.

Meine Ode auf Nizza endet auch hier nicht

Leuchtturm und Hafen

Bereits am Freitagmorgen um 6 Uhr sind wir losgefahren, um ein verlängertes Weekend in Nizza zu verbringen. Und es ist unglaublich – aber die Entspannung hat sich sofort eingestellt. Nichts mehr tun. Abschalten. Geniessen. Wir haben auf dem Balkon ein kleines Zvieri gemacht, gelesen und die warme Sonne genossen. Und wir haben viel geschlafen – alle aufgeladene Energie war weg – keine Termine und schwupps wirst du einfach müde und der Körper nimmt sich was er braucht. Erholung pur ohne viel zu tun. Ganz herrlich. Abends sind wir draussen gesessen, haben Apéro getrunken, Moules et Frites gegessen in unserem Lieblingsrestaurant La Mama oder irgendwo sonst in einem unserer bevorzugten Restaurants.

Als VIP an der Piazza di tre Torri

Milano – Piazza dei tre Torri

Mein nächster Stopp war dann Milano – nicht wegen der Fashion, sondern wegen meines Jobs. Ich durfte den Hauptsitz meines Arbeitgebers besuchen. Was für ein Highlight. Ich hab mich gefühlt eine very important Person, die für eine very important Firma arbeitet – die Menschen, die dort arbeiten sind einfach nur stolz, das zu dürfen. Es war mega inspirierend. Und hat mich auch voll happy gemacht. Von Mailand hab ich wenig gesehen – aber die Gegend um die Piazza Tre Torri ist modern und sehr beeindruckend. Ich habe 1.5 tolle Tage in Mailand verbracht mit meiner Arbeitskollegin und viele neue Kollegen kennengelernt. Der Austausch war ja so spannend und hat meine Stimmung zusätzlich gehoben. Ausserdem hatten wir auf der Heimfahrt – zum ersten Mal bin ich regulär durch den neuen Gotthard-Tunnel gefahren – einfach viel Zeit, um uns besser kennenzulernen und uns auszutauschen.

Eine Million schöner kleiner Dinge – #onemillionlittlethings

Meine Stimmung hebt sich im Moment nur schon, wenn ich in die Natur schaue – die Blätter färben sich nun langsam und die satten orange und rot Töne lassen mein Herz höherschlagen. So habe ich meine Jogging-Runde verlängert, um Zeit zu haben die Farben einzufangen und am Mittag bin ich extra nach draussen gegangen, um die Sonne zu geniessen und die farbigen Laubbäume zu fotografieren. Was zählt sind die kleinen Dinge – die Augen offen zu halten für die Schönheit der Natur, den Moment wahrzunehmen und ihn zu geniessen. Ich fühle mich im Moment sehr geerdet und verbunden mit mir. Dies wirkt sich auch auf meine Umgebung aus. Mit meinem Schatz fühle ich diese Tiefe ebenfalls und auch die Flausen meiner Süssen, die nach den Herbstferien wieder zu Hause ist, bringen mich eher zum Lachen und Schmunzeln. Die vielen kleinen Dinge im Alltag machen das Leben so einzigartig und darüber bin ich grad einfach dankbar. Dankbar für alles was mir grad geschenkt wird.

Im September ist der Alltag so vor uns hingeplätschert mit Arbeit, Schule, Haushalt. Eigentlich ein ganz normaler Monat, der mich aber nicht so inspiriert hat. Ich konnte irgendwie das kleine Glück nicht einfangen, festhalten und dankbar dafür sein. Und doch im Rückblick bildet der September ein Monat voller kleiner feiner Glücksmomente.

Mädelswochenende auf dem Jochpass

So waren wir mit einer Studienfreundin und ihren beiden Mädels unterwegs. Wir haben aus unseren jährlichen Zusammentreffen mit Ausflügen in der Zentralschweiz eine Tradition werden lassen, die letztes Jahr mit der Wanderung zum Seealpsee und dem Äscher ein absolutes Naturhighlight war. Da uns diese atemberaubende Bergkulisse und das Zusammensein so gefallen hat, haben wir für dieses Jahr wieder ein solches Wanderwochenende eingeplant. Diesmal wollten wir von Melchseefrutt über den Jochpass nach Engelberg wandern. Niemand hätte gedacht, dass genau unser Wochenende von einem Schnee- und Wintereinbruch geprägt war und wir die Wanderung absagen mussten. Auf den Berg rsp. den Jochpass sind wir trotzdem und haben einen gemütlichen Nachmittag und Abend in diesem schönen Berggasthaus verbracht beim Reden, Spielen, Apéro trinken und einem feinen Znacht sind alle auf ihre Kosten gekommen. Und auch bereits für nächstes Jahr haben wir unser Wanderwochenende wieder eingeplant. Wohin es geht, wissen wir zwar noch nicht, aber aufs Zusammensein freuen wir uns bereits alle.

Inspiriert vom Golfschnupperkurs

Ein weiteres kleines Glück war unser Golfschnupper-Kurs. Diesmal hat die Sonne geschienen und zwar so richtig. Mitte September haben wir den Sonntag somit auf dem Golfplatz in Holzhäusern verbracht und uns die Technik des Golfspiels zeigen lassen. Vor Jahren habe ich ja schon mal einen Golfkurs besucht und nach zig Abschlägen und vielen Versuchen den Golfball richtig zu treffen, entnervt aufgegeben. Es fehlte mir am Pfiff und auch wünschte ich mir schneller zu erfahren, was denn genau notwendig ist, um die Platzreife zu erlangen. Mit typisch englischem Humor hat uns der Golfpro in Holzhäusern aber die notwendigen Informationen erteilt und man könnte in einem Intensiv-Training die Spielreife für die Plätze der Migros bereits nach 2 Grundkursen und dem Knigge-Kurs erlangen. Das nach 5 Tagen. Wenn das keine Aussicht ist. Uns hats jedenfalls gefallen und wir überlegen im Frühling 2020 den Intensiv-Kurs zu machen und dann die Migros-Golfplätze unsicher zu machen.

Grosse Hochzeitssause

Das grosse Highlight des Septembers war aber die Hochzeit eines befreundeten Paares in Deutschland. Wir sind bereits am Freitag hingefahren und haben das Brautpaar am Samstag im Rathaus empfangen. Da wir so früh angereist sind, konnten wir am Vorabend noch gemütlich zu dritt Znacht essen und das Wochenende einläuten. Am Samstag gingen wir noch auf Shopping-Tour und haben für meine Süsse ihr ultimatives Hochzeits- und Festkleid gefunden im H&M. Auch ich wollte dann noch etwas im H&M schnuppern und mir eine so schicke karierte Hose kaufen. Doch keine wollte passen. Ganz frustriert – ich trage definitiv nicht Grösse 44 – bin ich aus dem Laden raus. Die Shopping-Laune war weg. Ich war dann auch nicht sicher, ob ich mein Glück im S. Oliver nochmals versuchen soll. Reinschnuppern und die Karo-Hosen bestauenen, das wollte ich dann doch und habe doch tatsächlich eine Hose gefunden – in einer akzeptablen Grösse – nämlich 36. Puh. Der Tag war also gerettet und wir konnten uns schön zurechtgemacht auf zur Hochzeit machen. Es war alles so herrlich liebevoll. Die vielen Kids hatten einen eigenen riesigen Kindertisch mit mindestens 5 verschiedenen Gerichten auf der Kinderkarte. Dazu gabs eine tolle Tanzband und sogar einen Zauberer. Wir haben viel und fein gegessen, bei guter Musik getanzt und uns wunderbar mit unseren Tischnachbarn unterhalten. Der Abschied am anderen Mittag – nach einer kurzen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück ist uns wie immer sehr schwer gefallen.

Und wenn man diese drei Highlights meiner kleinen Glücksmomente nimmt und ich mich noch daran erinnere, dass ich ja noch meinen Geburtstag gefeiert habe und ihn im Wellness verbringen durfte, dann war es ein toller Monat. Und genau daran will ich mich erinnern. Lustigerweise kann man sich zum Glück relativ schnell nicht mehr an die Alltagsunannehmlichkeiten erinnern, die Probleme im Job, in der Schule, der Streit dort oder die Meinungsverschiedenheit da. Und wenn ein Monat einfach so dahinplätschert, einfach so vergeht, ist es umso wichtiger, sich die guten Dinge, die schönen Momente und die positiven Erlebnisse in Erinnerung zu rufen und sie dort zu bewahren. Ich habe mich im September viel zu sehr von den negativen oder schweren Dingen beeinflussen lassen. Ich war angespannt, gereizt und fühlte mich gestresst. Habe mir über Dinge den Kopf zerbrochen, die jetzt gar nicht mehr der Rede wert sind. Dabei sollte ich ja wissen, dass mit etwas Distanz, mit etwas mehr Gelassenheit und weniger Gedankenkarussell alles viel einfach wäre. Aber wenn man so gestresst oder genervt ist, man viele Termine hat oder viele Steine auf dem Weg liegen, ist das ja leider leichter gesagt als getan.

Sport für Körper und Geist

Erstaunlicherweise konnte ich meinen Fitness- und Jogging-Rhythmus ohne Probleme einhalten. Ich gehe seit Anfang Schuljahr einmal die Woche ins Pilates und jogge 2-3 mal die Woche. Und wenn ich es nicht tue, dann fehlt mir etwas. Und eigentlich freut mich diese Entwicklung sehr. Wie wichtig Sport sein kann und welchen Effekt regelmässiger Sport haben kann, hat uns die Begegnung mit der ehemaligen Olympionikin Almut Brömmel gezeigt, welche wir im Hotel in Deutschland kennengelernt haben. Sie trainiert heute mit 84 Jahren noch junge Leichtatletik-Talente und nimmt sogar noch an Landesmeisterschaften teil. An jenem Wochenende in Deutschland hat sie einmal mehr einen Wettbewerb in der Kategorie Ü80 gewonnen.

Zwetschgen-Kuchen macht glücklich

Im September habe ich es auch kaum geschafft zu backen oder mir Zeit genommen etwas Feines zu kochen. Was geblieben ist, ist der Zwetschgen-Kuchen, den ich für unseren Besuch gebacken habe. Mein Zwetschgenkuchen war nicht so eine grosse Sache, da ich einen einfachen Gleichschwer-Rührteig mit Vanille verfeinert gemacht und die Zwetschgen darin versenkt habe. Geschmeckt hat es allen trotzdem gut.

In den letzten Tagen war ich nicht so glücklich, ehrlich gesagt richtig down und mir haben die Worte gefehlt. Ich konnte nichts Schönes mehr erkennen. Mir fehlten auch Ideen für meinen Blog – alles war irgendwie öde. Ich konnte nicht erkennen, wo denn die schönen oder tollen Dinge sind in meinem Alltag. Gut, es muss ja nicht alles immer heiter Sonnenschein sein. Aber ich bin doch immer so positiv und fröhlich und kann andere damit anstecken – ich sprudle über vor Ideen und Plänen und Dingen, die ich machen möchte. Ich hab ja sowas von gelernt, dankbar zu sein, zufrieden mit mir. Und doch – ich wars einfach nicht.

Leben und leben lassen

Erstaunlich – Ende letzter Woche war plötzlich alles weg davon. Und jetzt nach einigen Tagen des Grübelns und In-mich-gekehrt-seins fliesst plötzlich alles wieder und vieles ist klar. Ich kann die Lösung oder die Richtung der Lösung sehen und letztlich formulieren. Und dann kommt mein Lachen wieder, meine generelle Fröhlichkeit und Zufriedenheit. Dieses feine Lachen im Hintergrund in meinem Inneren. Dieses leichte Strahlen. Und dann die Frage, wie konnte mich das Erlebte so runterziehen. Ich weiss doch wer ich bin, was ich erreicht hab und was ich kann. Eigentlich sollte mich daher das Erlebte ja nicht so leicht aus der Bahn werfen.

Ich hab ja gelernt, andere so zu lassen wie sie sind – mein Kredo lautet «Leben und leben lassen» – doch was wenn die anderen einem einfach nicht leben lassen wollen? Ich reagiere dann nicht souverän und direkt, sondern verhalten und es zieht mich runter. All die Stärke und positive Einstellung oder Laune geht um solche Menschen flöten. Und ich werde zu der Person, die ich nicht bin oder sein will. Und es erstaunt mich, dass ich mich so runterziehen und fertigmachen lasse und eigentlich all die Prinzipien und Werte, die mir so wichtig sind plötzlich völlig vergesse.

Lernen genau hinzuschauen

Jetzt im Nachhinein sehe ich, was mich hätte glücklich machen können und irgendwie auch gemacht hat: Zum Beispiel das Wiedersehen mit meiner Freundin – ja ich wollte sogar absagen und mich unter die Wolldecke aufs Sofa verkriechen. Und der Ruck trotzdem zu gehen, etwas Hübsches anzuziehen und mich chic zu machen, hat viele Überwindung gekostet. Und dann – es hat so gut getan sie zu sehen, fein zu essen, etwas Gutes zu trinken und auch ihre Geschichten zu hören und auszutauschen, Pläne zu schmieden und Zeit zusammen zu verbringen. Diese Freundschaft zu pflegen. Ich durfte wieder erkennen, wie wichtig Freundschaften sind und dass es eben unsere engen Freundschaften, unsere Familie, der Partner, das Kind sind, die das Leben so lebenswert machen. Und dass man genau darauf bauen sollte. Darauf basiert unser Seelenwohl. Das hat mich gerade dazu bewogen, einer anderen Freundin ein kurzes Hallo zu schreiben und zu fragen, wann wir uns sehen.

Auch die Zeit übers Wochenende mit meinem Schatz – Einkaufen, Kaffee trinken, gemeinsam Joggen gehen, die Wohnung in Herbst-Stil zu dekorieren, abends Freunde zum Znacht treffen. Zuhören, reden, lachen – sich Zeit nehmen und es geniessen. Das hat mir geholfen Abstand zu finden. Oder etwas völlig anderes zu machen – einen Golf Schnupperkurs – einige Stunden in eine andere Welt eintauchen und den Kopf mit anderen Dingen als dem drängenden, ungelösten Gedankenkarussell zu beschäftigen.

Irgendwann hatte ich dann den Plan. Den habe ich aufgeschrieben. Die Dinge, die mich beschäftigen, formuliert und dann war sie wieder da die positive Einstellung, die gute Laune, die innere Zufriedenheit. Alles war plötzlich wieder im Fluss.

Finde deine Energie und schwimm darin

Es wird viel über die Energie gesprochen, in der man selber schwimmt, lebt oder die einem Umgibt. Diese Energie scheint uns zu beeinflussen. Wenn ich also in einer negativen Energie bin oder mein Umfeld, dann zieht mich das runter. Wenn ich aber mich nicht davon beeinflussen lasse – kann mich diese negative Energie nicht runterziehen und ich evtl. andere sogar positiv beeinflussen. Doch wie grenze ich mich ab. Wie lasse ich diese Energie nicht zu? Obwohl ich die Dinge kenne, die mir guttun, um mich abzugrenzen. Auch ich hab nicht immer den Fokus. Daran muss ich noch arbeiten…

Mein Partner hat mir gestern gesagt, es sei wahnsinnig mit wie viel Freude und positiver Energie ich doch meinen Job erledige, wie freundlich ich am Telefon sei, wie hilfsbereit und gut gelaunt für jeden ein nettes Wort hätte. Das ist es was ich ausstrahlen will und ich muss mich selber an der Nase nehmen, dass die Menschen um mich – ich habe mir ja nicht alle ausgesucht – mich so runterziehen und mich partout nicht sehen wollen. Dieses Verhalten irritiert mich dermassen, dass ich selbst mit der Erledigung ganz simpler Aufgaben und der Wahrnehmung meiner Fähigkeiten durcheinandergerate und unsicher werde.

Die Frage lautet also, in welcher Energie möchte ich leben? Dieser Frage gehe ich jetzt nach.

Wenn Gedanken schweifen…

Ihr kennt bestimmt alle das Sprichwort – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – man lernt uns ja seit klein auf, mal still zu sein, den Mund zu halten, zu schweigen. Ich muss mich ständig an der Nase nehmen, denn auch ich tendiere dazu meiner Süssen zu sagen, sie soll doch mal ruhig sein. Und ja, es gibt Momente, da ist es tatsächlich besser man schweigt. Momente, in denen es einfach nichts bringt, seinen Senf noch dazuzugeben und somit eine Diskussion anzuheizen oder nochmals zu entfachen. Ich habe gelernt zu schweigen. Als ich klein war, hab ich auch kaum was gesagt – vor allem nicht in der Schule. Und wenn ein Lehrer mich aufgefordert hat, mich zu irgendwas zu äussern, habe ich höchstens gesagt, dass ich mich nicht gemeldet hätte und dann wieder geschwiegen.

Eigentlich erstaunt es daher umso mehr, dass ich heute in der Kommunikation arbeite und somit von Berufes wegen schon viel reden sollte. Ich diskutiere und philosophiere fürs Leben gern. Ich kann das stundenlang. Hingegen sind politische Diskussionen nicht so mein Ding – wenn ich auch dazu eine sehr dezidierte Meinung habe. Aber politische Diskussionen geraten meist schnell unter die Gürtellinie und das mag ich nicht.

Wie wichtig es ist – statt zu schweigen zu reden – habe ich in den letzten Jahren immer wieder erfahren. Ich tendierte dazu eben zu wenig zu sagen, runterzuschlucken, mich rumschubsen zu lassen und dem Konflikt, der Konfrontation oder dem Problem so aus dem Weg zu gehen. Das hat dann dazu geführt, dass ich irgendwann explodiert bin und alles ungefiltert, emotional und in einem Schwall ohne Weg zurück oder nur erschwert aus mir rausgekommen ist. Aus Angst, das Gegenüber könnte mich ablehnen oder aus Angst vor den Konsequenzen bin ich still gewesen. Angst war ein zentraler Treiber. Und egal ob im Job oder privat, das war nicht gut und hat mich zum Teil fast krankgemacht. Ich bin so an Burnouts- oder Depressionen vorbeigeschrammt.

Zum Glück vorbeigeschrammt. In der Zwischenzeit habe ich gelernt meine Meinung zu sagen und nicht mehr einfach still zu sein. Ich kann es nicht mehr und es ist viel besser so. Geholfen hat mir die Erfahrung aus den letzten 5 Jahren. Der Schmerz, die Tränen, die Verzweiflung, die Ratlosigkeit, die Hilflosigkeit. Ich hatte Angst. Doch heute ist die weg. Ich bin gewachsen und stärker geworden an allem was ich durchlebt hab und ich weiss heute – ich kanns allein. Ich brauche niemanden und muss auch vor niemandem Angst haben. Und egal was kommt – ich schaffs! Diese Erkenntnis macht mich noch stärker.

Für mich und meine Bedürfnisse einstehen, meine Meinung sagen – das ist wohl meine grosse Leistung in den letzten Jahren. Und wenn mich etwas beschäftigt oder bedrückt nicht zuwarten, sondern es direkt ansprechen – egal wers ist und was passieren könnte. Puh, das kostet mich immer noch Überwindung. Aber dieses Verhalten zeigt mir, es ist der bessere Weg, als alles in mich hineinzufressen. Und der glücklichere. Denn ich ernte Verständnis. Ich erlebe, dass ich erreiche, was ich will. Dass ich so authentisch bin und ganz ich.

Mein Partner und ich reden ständig. Seit wir uns kennen, ist das Reden eine wichtige Basis unserer Beziehung. Es fasziniert und begeistert mich, wie gut wir miteinander reden können. So offen, direkt und ehrlich war noch keine meiner Beziehungen. Und egal wann und wo, wir haben uns immer etwas zu erzählen, etwas zu besprechen oder uns gemeinsam weiterzuentwickeln, wenn wir unterschiedliche Bedürfnisse oder Wünsche abstimmen, verstehen und ernstnehmen müssen. In der Beziehung zu schweigen, wenns mal nicht so läuft, oder wenn latent etwas in der Luft liegt, geht bei mir gar nicht mehr. Und ich kann nicht anders als es ansprechen. Und auch wenn es mich auch Überwindung kostet, diese Harmonie und Entspannung, die sich nach einem Gespräch ausbreiten, ist unglaublich wertvoll.

Einatmen – ausatmen, sich immer wieder auf das Atmen besinnen, zur Ruhe kommen, sich mit sich und dem Körper befassen, ihn wahrnehmen, die Gedanken wahrnehmen. Einfach wahrnehmen ohne zu bewerten. Es ist. Nur reagieren, wenn es für einen stimmt. Auch nicht reagieren. Einfach einatmen – und wieder ausatmen.

8 Wochen lang habe ich einen Achtsamkeitskurs der Mirgros-Klubschule in Baden besucht. Wir haben zu verschiedenen Situation und Themen Achtsamkeit geübt. Wir haben mit Meditation, Yoga und anderen Techniken gelernt, sich wahrzunehmen, sich zu spüren, ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Es ist. Mir hat geholfen, sich Zeit zu nehmen. Für mich Zeit zu haben. Immer dienstags dort zu sein, zu trainieren. Und auch der Achtsamkeitstag, der einen ganzen Tag dauert, an welchem man einfach schweigt, den ganzen Tag ruhig bei sich ist und einfach die Übungen trainiert. Das hat mir geholfen und sehr gut getan. Es hat mir gezeigt, dass ich schon sehr Achtsam und bei mir unterwegs bin. Dass ich vieles richtiggemacht habe und mache und dass ich mich nun beruhigen kann, das festigen darf, was ich begonnen habe vor mehr als 5 Jahren.

Mein bestes Ich

Ich habe 5 schwierige Jahre hinter mir. Trennung. Scheidung. Kind plötzlich allein erziehen. In Abgrenzung zum Vater Grenzen setzen. Eine gute und stabile Beziehung zum Kind aufbauen. Single sein. Probleme im Job. Jobwechsel. Wieder eine schwierige oder anspruchsvolle Jobsituation. Vieles oder alles war sehr emotional und hat mich zum Teil nochmals an meine Grenzen gebracht. Mir war von Anfang an klar. Die Beziehung zu meiner Tochter ist das Wichtigste. Dies muss stabil sein und ein gutes Fundament haben. Dazu und damit ich ihr ein Vorbild sein kann, musste ich an mir arbeiten. Meine Werte, Grenzen, Prinzipien kennenlernen. Herausfinden wer ich bin, um ihr mein bestes Ich auf den Weg mitzugeben.

Als Single hatte ich viel Zeit, um mich mit mir zu beschäftigen. Ich habe auch zum Thema Beziehung und wie ich sie denn mal leben möchte, Gedanken gemacht. Und viele Wochenenden oder Abend war ich allein zu Hause und hatte Ruhe und Zeit für mich, um genau das zu machen, mir über mich und was mir in einer Beziehung, im Leben, im Job – in allen Bereichen denn wichtig ist.

Zu wissen, man schaffts allein. Zu fühlen, hören und spüren, was der Körper braucht, was der Geist braucht, das ist eine unvergleichliche Stärke und Macht. Denn darauf kann man sich immer besinnen, wenn es mal nicht so gut geht.

Früher war ich immer eher zurückhaltend, habe spät oder nicht reagiert und war deshalb oft frustriert. Dann hat es gewechselt. Von Stumm zu „jetzt sag ich immer lautstark meine Meinung“. Es fühlte sich wesentlich besser an, nicht mehr stumm zu sein, nur war die Art und Weise und die Lautstärke, aber auch die Emotion noch zu unkontrolliert. Und auch wenn es sich besser anfühlte, gut war es noch nicht. Es ist wie ein Pendel, das von einer zur anderen Ecke ausschlägt. Es war also das andere Extrem. Aber meine Bedürfnisse oder meinen Ärger oder meine Meinung wie auch immer zu kommunizieren, war eine Erleichterung.

Mit der Zeit habe ich dann gemerkt, es muss nicht immer laut sein, es muss nicht immer sofort sein, ja ich muss nicht mal schlagfertig sein oder eine super Antwort bereit haben. Und heute weiss ich, ich darf auch mal nicht reagieren. Im Kurs habe ich gelernt, dass ich Dinge so drehen kann, dass sie mich nicht mehr persönlich treffen. Und aufgrund dieser sich augenblicklich einstellenden Distanz fällt es mir hoffentlich leichter nicht gleich emotional zu reagieren.

Selbstbestimmt im Leben

In den letzten Wochen hat sich wieder einiges getan. Ich bin geschieden. Die Betreuung ist geregelt. Ich habe einen guten Job. Alles hat sich somit beruhigt oder ist geklärt. Ich habe eine stabile Partnerschaft. Mein Partner gibt mir Ruhe und das Gefühl angekommen zu sein. Er festigt mich, stärkt mich, unterstützt mich. Er macht mein Leben noch glücklicher, noch voller. Und ich bin froh, nicht mehr so viel Zeit alleine auf dem Sofa zu verbringen, sondern die Möglichkeit zu haben, die Zeit gemeinsam zu verbringen. Zusammen zu reisen, Weekends zu verplanen oder mal nichts zu tun. Zusammen einfach im Garten zu arbeiten, zu Kochen, zu Essen, zu Reden. Egal. Er bereichert mein Leben. Und ich spüre, ich komme an, in meinem Leben. In dem Leben, das ich so mir selber aufgebaut hab, mit den Menschen, die mir guttun und mir wichtig sind. Selbstbestimmt. Jetzt ist es Zeit anzukommen und das erreichte, erfahrene, erlebte, erarbeitete zu festigen. Der Kurs hat mir genau das gezeigt. Achtsamkeit ist einatmen, ausatmen. Achtsamkeit ist den Moment wahrzunehmen. Ihn überhaupt wahrzunehmen. Und wenn er gut ist, ist es schön. Wenn er nicht gut ist, muss ich es nicht persönlich nehmen. Ich kann es einfach wahrnehmen. Reagieren kann ich später.

Mit diesem Rucksack versuche ich nun meinen Weg zu gehen. Beharrlich. Weitgehend glücklich und zufrieden. Und glücklich bin ich in den letzten Wochen sehr. Ich lache, mache Witze und habe immer dieses versteckte lächeln in mir, voller Zufriedenheit.

Wir erweitern unsere Wohnung von Frühling bis Herbst, sobald es warm wird und solange es warm bleibt um unser 5. Zimmer – unseren Garten. Jedes Jahr pflanzen wir in unzähligen Töpfen Gemüse an, hegen und pflegen es, geben jeden Tag Wasser und verwerten das Gemüse dann in unzähligen feinen Gerichten. Wir lieben es abends länger draussen zu sitzen, zu reden, lachen, spielen. Ein gutes Glas Wein zu trinken und was Leichtes vom Grill zu essen. So sehen unsere Sommerabende aus.

Ich wollte immer einen gemütlichen Gartenbereich, der zum Verweilen und Draussen sitzen einlädt. In meinem Garten und Sitzplatz habe ich relativ viel Umschwung und Platz. Der Sitzplatz erstreckt sich über die ganze Länge der Wohnung und hat sowohl einen beschatteten Bereich unter dem oberen Balkon, wie auch eine Fläche die stark und bis zum Sonnenuntergang besonnt ist. Den vielen Platz habe ich nun in verschiedene Bereiche eingeteilt und mein Wunsch war, auch verschiedene Pflanzen und Gemüse zu ziehen. Unter der Überdachung habe ich neben einem Esstisch auch neu eine coole und gemütliche Lounge. Und auf der besonnten Seite steht ein kleiner Bistrotisch mit zwei Stühlen. Ich liebe es morgens früh, dort kurz zu sitzen und in der Morgenfrische den Tag zu starten. Einige schöne Solarlampen erhellen am Abend den Garten.

Letztes Jahr habe ich ausserdem einen massgefertigten Aluminium-Trog bestellt, um den Bereich vor der Trennwand zum Nachbarn schöner zu gestalten. Nun steht dort also ein gut 3 Meter langer Trog mit einem Apfel- und einem Quitten-Baum drin. Bin gespannt, wie viele Äpfel und Quitten ich dieses Jahr ernten darf. Unter den Bäumchen können wir nun Gemüse, Kräuter oder Blumen pflanzen. Die sonnige, windgeschützte Lage eignet sich gut für Tomaten. Ausserdem haben wir dieses Jahr in diesem Trog Kohlrabi, Salat und Kräuter gepflanzt. In sechs Töpfen wird’s zusätzlich noch Auberginen, Zucchetti und Gurken geben. Dafür sind wir extra in die Gärtnerei gefahren und haben uns beraten lassen. Es gibt schon viele Pflanzen, die für Töpfe geeignet sind und speziell dafür gezüchtet wurden. Somit eignet sich so ein Topf-Garten auch für den Balkon. Für meine Süsse ist es auch ein Erlebnis zusammen mit mir zu gärtnern, dem Gemüse beim Wachsen zuzuschauen und es dann beim gemeinsamen Kochen zu verarbeiten oder ganz einfach, zu pflücken und zu essen. Sie liebt es den Pflanzen Wasser zu geben und dabei noch ihre eigenen Wasserplansch-Spiele zu machen. Und kaum ist es warm, zieht sie ihre Badehose an und nutz den Rasensprenger für ne Abkühlung.

Und seit ich einen persönlichen Gärtner habe, ist der Rasen viel schöner, meine Pflänzchen gedeihen prächtig und abends sitzen wir am Tisch, essen ein feines Znacht, trinken ein gutes Glas Wein oder machen es uns gemütlich auf der Lounge. Mein 5. Zimmer ist jetzt fast perfekt. Es fehlen noch einige Deko-Elemente, um das Sommerfeeling zu Hause zu perfektionieren. Wohl fühlen tun wir uns alle schon und wir freuen uns auf den Sommer zu Hause – wenn das Wetter stimmt.

Massgefertigter Pflanztrog aus Aluminium: Rohner AG in Teufen AR

Menschen wurden erschaffen um geliebt zu werden. Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden. Der Grund warum sich die Welt im Chaos befindet, ist weil Dinge geliebt werden und Menschen benutzt werden.

Dalai-Lama

Dieser Spruch ist mir in den Sinn gekommen, als ich vor einigen Tagen mitbekommen habe, wie ein Bekannter seine emotionalen Empfindungen für einen monatlich fixen Geldbetrag erklärte. Er empfindet Gefühle dafür, dass er jeden Monat denselben Geldbetrag erhält und deshalb geht es auch nicht, dass er ihn nicht mehr erhält. Innerlich habe ich gelacht. Echt jetzt? Ich habe Gefühle für Menschen und nicht für Dinge. Gut, ich mag meine Wohnungseinrichtung, meinen schönen Garten, mein neues Auto oder meine tolle Garderobe, aber ich liebe meine Tochter, meinen Partner, meine Eltern und Familie und Freunde.

Ich habe tiefe Glücksgefühle, wenn ich meine Tochter draussen mit meinem Partner spielen und reden höre, während ich drinnen das Znacht vorbereite. Ich liebe es mit Freunden einen gemütlichen Abend zu verbringen und mit meiner Familie schöne Momente zu erleben. Oder ich verspüre tiefe Liebe und Dankbarkeit, wenn ich meine Süsse in den Armen halte, wenn ich mit ihr auf reisen bin, in den Ferien, auf dem Spielplatz oder schlicht mit ihr kuschle auf dem Sofa oder im Bett. Ich liebe meine Tochter, wenn ich sie anschaue, ihr Lachen sehe, ihre strahlenden Augen, sie singen höre, tanzen sehe oder ihr Schauspiel verfolge. Und ich liebe sie auch, wenn wir streit haben, sie schlecht drauf ist oder mal nicht so will wie ich. Meine Muttergefühle entstanden in der Schwangerschaft, seither ist diese Verbindung da und seither sehe ich mich sie beobachten mit Staunen und Freude. Ich liebe sie und nicht einen Geldbetrag, der vielleicht monatlich auf meinem Konto eintrifft. Auch wenn ich weiss, dass Geld für ein gutes Leben wichtig ist. Kein Betrag auf dieser Welt kann die Gefühle, die ich für sie empfinde nur im Ansatz aufwiegen.

Leider stelle ich fest, dass es oft so ist, wie im Zitat von Dalai-Lama beschrieben. Menschen lieben Dinge und benutzen Menschen. Sie lieben die Luxuskarosse oder die teuren Markenartikel. Und sie benutzen Menschen, um sich besser zu fühlen, besser zu positionieren, oder sich über sie zu erheben. Ich kann hier nur eins sagen, ich muss mich nicht mit solchen Menschen in ein Boot setzen. Ich erhebe mich nicht über andere, ich behandle als erstes Mal alle Menschen gleich. Ich respektiere andere Menschen und das Andersartige. Alles hat Platz. Was ich nicht mag, ist, wenn sich diese Menschen zusammen in ein Boot setzen, obwohl sie eigentlich nichts gemeinsam haben, um sich gegenseitig aufzuwiegeln, eben gegen Andersdenkende, andere Werthaltungen und Lebensweisen und dann noch schön tratschen und wilde Unwahrheiten in der Welt verbreiten. Solche Menschen mag ich nicht und so eine Einstellung habe ich selber zum Glück auch nicht. Das finde ich total oberflächlich.

Menschen benutzen Menschen oder erheben sich über sie, um sich besser zu fühlen.

Was bitteschön ist hier dann noch christlich! Wie auch immer, genau diese Menschen sind dann auch solche, die sich über Dinge identifizieren – teure oder exklusive Ferien, das moderne und teure Auto, die tolle Wohnung, obwohl man sie sich eigentlich nicht leisten kann. Ich bin der Meinung, dass nur, wenn man ganz bei sich ist und sich selber liebt, auch fähig ist, andere zu lieben. Dinge braucht man zum Leben – die einen mehr, die anderen weniger, aber Dinge geben nie dasselbe zurück, wie eine Umarmung oder ein feuchter Kuss deines Kindes.