Hackbällchen sind bei uns sehr beliebt, wie wärs einmal mit der Variante aus Thon? Sehr empfehlenswert und auch bei uns äusserst beliebt und schmackhaft.

100 grToastbrot, in wenig Wasser eingeweicht, ausgedrückt, klein gehackt
2 DosenThon im Salzwasser (je ca. 200 g), abgetropft, zerpflückt
2Eier, verklopft
1Zwiebel, fein gehackt
1Knoblauchzehe, gepresst
0.75 TLSalz
wenigPfeffer

Alles von Hand sehr gut kneten, bis sich die Zutaten zu einer kompakten Masse verbinden. Mit nassen Händen ca. 16 Kugeln formen, in die vorbereitete Gratin-Form legen, ca. 20 Min. in der Mitte des auf 220° C vorgeheizten Ofens anbraten, dann Backofentemperatur auf 180° C reduzieren.

Sauce

2 dlVollrahm
1dlGemüsebouillon
1 Bundglattblättrige Petersilie, geschnitten
wenigPfeffer

Alles verrühren, zu den Thonbällchen in die Form giessen. Dann die Bällchen in der Sauce schmoren, ca. 15 Min. bei 180° C.

Dazu passen Fettuccine, Reis oder Polenta. Und nach Belieben Reibkäse.

Seit rund 3 Wochen sind die Restaurants wieder offen, etwas länger schon alle Läden, der ÖV läuft wieder normal und die Strassen sind wieder verstopft. Sämtliches Unterhaltungsangebot ist wieder verfügbar. Jeder kann seinen alten Gewohnheiten und seinem wohlbekannten Trott nachgehen. Dies zeigt sich auch, dass nun keine Menschenseele mehr der Reuss entlanggeht und die Parkplätze in der Reussebene wieder leer sind. Ja, dass ich wieder meine gewohnten Jogging-Runden drehen kann ohne Menschen auszuweichen oder eine weniger begangene Route wählen muss.

Ich habe 14 Wochen im Homeoffice verbracht und so viel gearbeitet. Im Tagesablauf hatte ich plötzlich mehr Zeit für die Arbeit, so ganz ohne Arbeitsweg. Mittagspausen oder generell Pausen fielen den vielen Stunden oder gefühlt Tagen in Videokonferenzen zum Opfer. Und daneben habe ich den Haushalt geführt, meine Süsse im Homeschooling betreut, hab für meine Eltern und uns eingekauft. Ich bin so oft es ging joggen gegangen und habe versucht über Telefon und Whatsapp unsere Freundschaften zu pflegen. Zum Glück hatte ich die Unterstützung gerade, was die Betreuung betrifft, aber es war in jeder Hinsicht anspruchsvoll. Dass die Schule wieder ordentlich losging, ist eine wichtige Entlastung, denn die Belastung mit Haushalt, Homeoffice & Homeschooling war doch enorm.

Nach 2 Monaten und mehr mit komplettem Stillstand, hat mir diese Öffnung zuerst etwas Angst gemacht. Und irgendwie bestätigt sich mein Gefühl, dass Corona keine Auswirkungen auf irgendein Verhalten hat, jeden Tag. Mit den letzten Lockerungen ist auch die letzte Rücksichtnahme weggefallen. Und obwohl überall Schutzkonzepte vorhanden sind im öffentlichen Raum, in Restaurants, in Einkaufsläden, habe ich sehr stark das Gefühl Corona ist vorbei, so wie es gekommen ist. Und was bleibt, ist einfach der wirtschaftliche Schaden.

Mich erstaunt das und ich kann nur den Kopf schütteln. Während 3.5 Monaten war Corona das dominierende Thema. Wir haben uns zu Hause zurückgezogen, haben einen neuen Alltag gelebt. Einen wunderschönen und gleichzeitig anspruchsvollen Alltag mit viel Familienzeit, viel Arbeitszeit, viel Zeit zum Kochen und einfach das schöne Zuhause zu geniessen. Wir haben gemeinsam gekocht, gemeinsam gespielt, gemeinsam die Gegend mit dem Velo erkundet. Wir waren 24 Stunden zusammen, während Wochen. Und es war wunderbar.

Darum habe ich mich gefragt, was bleibt denn für mich und uns als Familie nach Corona?

Ganz klar mehr Familienzeit.

Die Familienzeit hat uns zusammengebracht, hat uns gestärkt und hat uns gutgetan. Wir haben in einer schnelllebigen Zeit, in der man nie genug Zeit hat, Zeit geschenkt bekommen für uns als Familie. Wir haben viele Dinge gemeinsam machen dürfen, haben gekocht, gebastelt, gespielt, den Garten genossen, Netflix geschaut und sind Velo gefahren. Es war bestimmt auch nicht immer alles heiter Sonnenschein, manchmal wars jedem auch mal zu viel, aber ich kann sagen, diese Zeit als Familie wird mir als unendlich bedeutend und wertvoll in Erinnerung bleiben. Die Zeit, die uns zusammengeschweisst hat, die uns uns näher gebracht hat und die wir einfach so geschenkt bekommen haben. Dafür bin ich dankbar. Denn wir durften innehalten in unserem Zuhause als Familie. Die Zeit als Familie ist nach Corona noch wertvoller für mich. Und ich möchte bewusst, dieses Mehr an Familienzeit mitnehmen.

Mehr Ruhe & Einfachheit

Corona hat auch mehr Ruhe und Einfachheit gebracht. Wir haben viel Zeit zu Hause verbracht. Gemeinsam, ohne Termine, ohne Verabredungen, ohne Unterhaltungsprogramm, bis auf das, was wir selber ausgedacht hatten. Wir haben die Natur in der Umgebung entdeckt, wir sind Velo gefahren, frühmorgens gejoggt. Wir haben im Garten gepicknickt oder grilliert. Wir haben schon im April das 5 Zimmer eingeweiht. Wir haben gelesen, Gesellschaftsspiele gespielt, gemeinsam gekocht, tolle Rezepte entdeckt und uns kulinarisch zu Hause verwöhnt. Wir haben diese Zurückgezogenheit, diese Einfachheit zu Hause, diese Ruhe im Sein, einfach wir als Familie oder als Paar genossen. Und ich habs letztlich auch gebraucht – einfach nichts, einfach Ruhe, einfach Erholung. Die Wochen waren letztlich ja vollgepackt mit Video-Konferenzschaltungen und vielen Pendenzen. Die Zeit ist ja auch nicht stillgestanden, es war einfach ruhiger. Diese Ruhe, diese Einfachheit im Zuhause, im Sein als Paar und Familie. Nicht immer ein Programm haben, auch mal nichts tun. Das will ich mitnehmen aus Corona.

Freundschaften und Nähe

Wir hatten tolle Momente als Familie und auch verschiedene Begegnungen ausserhalb. Eine andere Verbundenheit mit Menschen, die einem nah sind, die sich um einen sorgen oder sich für einen interessieren. Und dann gab es Begegnungen, die mich sehr berührt haben, so wie die plötzliche Nähe zur Kirche, die ich erleben durfte. Ich habe jede Woche 2 Gebetsimpulse gekriegt vom Seelsorger, dazwischen auch Kärtchen oder sogar ein Telefon am Ostersamstagabend, all das hat mich bewegt und berührt. Es ist schon so, dass Corona uns geholfen hat, den Blick auf vermeintlich selbstverständliche Dinge zu schärfen oder als nicht mehr selbstverständlich zu betrachten. Dankbar sein für kleine Begegnungen und Zeichen der Freundschaft. Das möchte ich mitnehmen.

Mehr Zuhause

Nicht erst seit Corona, aber klar durch Corona, hat das Zuhause in einer Zeit, in der im Aussen nichts lief nochmals an Bedeutung oder Wert gewonnen. Für mich war schon immer wichtig, dass ich ein schönes, wohnliches Zuhause habe, in welchem ich mich wohlfühlen und geborgen sein kann. Seit ich mir meinen Wohntraum erfüllt hab, mit einer Küche, die so zentral für mich ist, genug Platz für meine Süsse, einem tollen Garten, der uns als 5. Zimmer dient im Sommer oder sobald die Sonne scheint, bin ich rundum happy. Mir ist ein schönes Zuhause wichtig, jemand anderem wahrscheinlich das dicke Auto, wieder jemandem anderen der nächste Wochenend-Trip. Und ich habe in den letzten Wochen, als uns wirklich nichts anderes übrig blieb als zu Haus zu bleiben, meinem Schatz immer wieder gesagt, wie glücklich wir doch sein können, genug Raum zu haben, einen schönen Garten und eine tolle Küche, einfach dieses tolle Zuhause. Uns hat es an nichts gefehlt. Unsere Wohnung ist unser Rückzugsort und Kraftort. Hier haben wir alles und verpassen da draussen nichts. Und das ist auch etwas, was ich aus Corona mitnehmen will. Wir haben hier alles und verpassen da draussen nichts.

Für mich darf die Möglichkeit der Zurückgezogenheit, der Ruhe, der Einfachheit, der Zeit als Familie anhalten. Ich möchte mir das bewahren und nicht so nach draussen gehen, als sei nichts gewesen. Denn Corona hat mir bestätigt auf was es wirklich ankommt.

Wie wärs, wenn wir das Erdbeer-Tiramisu etwas aufpeppen? Und daraus eine Erdbeer-Tiramisu-Charlotte machen? Ein toller Hingucker! Und erst noch einfach herzustellen.

Springform ca. 22 cm Durchmesser mit Folie ausgelegt

Erdbeer-Tiramisu

500 gr Erdbeeren in Würfeln

2 EL Zucker

1 EL Zitronensaft

250 gr Mascarpone

3 dl Vollrahm

1 EL Zitronensaft

3 EL Holunderblütensirup

Für das Tiramisu die Hälfte der Erdbeeren mit 1 EL Zucker pürieren. Die 2. Hälfte Hälfte der Erdbeeren mit Zucker und Zitronensaft marinieren. Den Mascarpone glatt rühren, geschlagenen Rahm, Zitronensaft und Sirup darunter mischen. Zugedeckt kühlstellen.

Charlotte

3 EL Holunderblütensirup

3 EL Wasser

2 EL Zitronensirup

250 gr Löffelbiscuit

Sirup, Wasser und Zitronensaft verrühren. Die Löffelbiscuits auf die Höhe des Springformrands kürzen. Die Löffelbiscuit mit der Schnittfläche nach unten und der Zuckerseite nach Aussen reihum aufstellen. Den Boden mit den Löffelbiscuit auslegen und mit Sirup beträufeln. Die Hälfte des Erdbeerpürees darauf verteilen. Die Hälfte der Mascarpone-Crème darauf verteilen, die Hälfte der Erdbeeren darauf verteilen, dann den Vorgang wiederholen. Zugedeckt 4 Stunden kühl stellen.

Vor dem Servieren die Charlotte mit Erdbeeren verzieren. En Guete

Das tolle an dieser schnellen Marinade ist, dass man neben der Marinade fürs Fleisch auch gleich eine würzige Salsa hat, die man für den Tomatensalat verwendet und zum Fleisch reicht. Dazu passen noch kleine gebackene Kartoffeln mit Rosmarin und Fleur de Sel.

Mediterrane Marinade

50 g getrocknete Tomaten in Öl, fein geschnitten

1 Bio-Zitrone, abgeriebene Schale und Saft

2 EL Ahornsirup

1 Knoblauchzehe, gepresst

½ Bund Oregano, fein geschnitten

½ Bund Majoran, fein geschnitten

3-4 Zweige Rosmarin, gehackt

(anstelle frischer Kräuter, getrocknete Provence-Kräuter verwenden)

Folgendes Fleisch passt:

4 Kalbssteaks, Schweinssteaks, Rindssteak, Lamm, (je ca. 150g)

5 EL Öl von den eingelegten Tomaten in eine Schale geben, Tomaten beiseitestellen. Zitronenschale und – saft, Ahornsirup, Knoblauch und Kräuter beigeben, mischen. Kalbsteaks mit 4 EL der Marinade bestreichen, zugedeckt im Kühlschrank ca. 2 Std. marinieren. Restliche Marinade beiseitestellen.

Salsa und Salat

50 g entsteinte grüne Oliven, fein geschnitten

800 g Tomaten, in Scheiben

wenig Pfeffer

Salz, Zitronensaft, Olivenöl nach Bedarf

Oliven mit den getrockneten Tomaten und Marinade mischen, Salsa würzen. Tomatenscheiben auf einer Platte anrichten, mit der Hälfte der Salsa beträufeln, evtl. noch Olivenöl und Zitronensaft beifügen, würzen.

Grillieren (Holzkohle-, Gas-, Elektrogrill)

¾ TL Salz

wenig Pfeffer

Steaks würzen, bei geschlossenem Deckel über mittelstarker Glut/ auf mittlerer Stufe (ca. 200 Grad) beidseitig je ca. 4 Min. grillieren. Die Steaks zugedeckt ca. 5 Min. ruhen lassen. Restliche Salsa mit dem Tomatensalat dazu servieren.

Die Erdbeer-Mascarpone-Tarte ist wunderbar leicht und frisch. Irgendwie wie ein grosses Erdbeer-Törtchen. Es passt perfekt als Abschluss eines feinen Grill-Abends.

Teig

200 g Weissmehl

50 g Zucker

wenig TL Salz

50 g kalte Butter, in Stücken

80 g Rahmquark

1 Ei, verklopft

1 Bio-Zitrone, wenig abgeriebene Schale und 2 EL Saft

Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. Butter beigeben, von Hand zu einer krümeligen Masse verreiben. Quark, Ei, Zitronenschale und -saft beigeben, rasch zu einem weichen Teig zusammenfügen, nicht kneten, flach drücken. Teig zwischen zwei Backpapieren auswallen, mit dem unteren Backpapier in das Blech legen. Boden mit einer Gabel dicht einstechen, ca. 30 Min. kühl stellen.

Blindbacken ca. 25 Min. in der unteren Hälfte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens blind backen. Herausnehmen, auf einem Gitter auskühlen.

Füllung & Belag

250 g Mascarpone

3 EL Zucker

2 TL Vanillepaste

2 dl Halbrahm

250 g Erdbeeren, in Scheiben

Mascarpone, Zucker und Vanillezucker verrühren. Rahm beigeben, mit den Schwingbesen des Handrührgeräts knapp steif schlagen. Kühlstellen, bis zum Servieren. Dann Masse auf dem Tarteboden verteilen, Erdbeeren darauf verteilen.

Kennt ihr Barba di Frate? Mönchsbart? Der Barba di Frate, oder Mönchsbart, wächst gerne in Meeresnähe, das verleiht ihm den leicht salzigen Geschmack. Er war auch in seiner Heimat lange Zeit ein fast vergessenes Gemüse. Das schnittlauchartigen Gewächs, es sieht aus wie ein dicker, fleischiger Grasbüschel eignet sich perfekt zum Mitkochen mit der Pasta. Um Gemüsepasta geschmacklich so richtig abheben zu lassen, wendet man sie nach dem Kochen immer in einem Olivenöl/Sardellen/Kapern/Knoblauch-Mix. Mönchsbart kann auch roh als Salat, gedünstet und mit Zitronensaft sowie Olivenöl beträufelt als Gemüse oder gekocht oder gedünstet in einer Rahmsauce zu Fisch gegessen werden. Er ist ein spätes Winter- oder frühes Frühlingsgemüse.

Ich habe beim lokalen Bauern Mönchsbart gefunden und ausprobiert. Er schmeckt herrlich frisch und salzig. Man spürt die Meeresbrise förmlich und gerade in der jetzigen reisefreien Zeit, in der einem das Fernweh manchmal packt, lassen einem Spaghetti mit Barba di Frate wunderbar in die Ferne schweifen und in Erinnerungen schwelgen.

Hier zum Rezept:

350 g Linguine

3 Bund Barba di Frate (Mönchsbart)

2 Knoblauchzehen

Evtl.1 kleine, rote Chilischote

3 Sardellenfilet

250 gr Cherry-Tomaten oder andere aromatische, kleine Tomaten

150 ml Olivenöl‚extra vergine’

Parmesan

So wird’s gemacht:

  1. Barba di Frate waschen und Wurzeln abschneiden.
  2. Knoblauch (und Chilischote) fein hacken. Tomaten halbieren.
  3. Die Hälfte des Olivenöls in eine Pfanne geben. Knoblauch, Sardellen, Kapern, Tomaten (und Chili) 10 Minuten weich dünsten.
  4. Pasta ins siedende Salzwasser geben und ‚al dente’ kochen. 3 Minuten vor Ende der Kochzeit, den Barba di Frate dazu geben und mit kochen lassen. Dabei gut mit der Pasta vermischen. Abschütten und auf kleinem Feuer gut mit der Knoblauch-Öl-Sardellen-Mischung vermengen.
  5. Restliches Olivenöl dazugeben und mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

In den letzten 8 Wochen war ich als berufstätiges Mami im Homeoffice und habe neben meiner 80% Tätigkeit in der Kommunikation, die Beschäftigung meiner Süssen organisiert, eingekauft für uns, eingekauft für meine Mama, den Haushalt geschmissen, das Freizeitprogramm ausgedacht und für Strukturen gesorgt. Ich hatte zum Glück die grosse Unterstützung von meinem Schatz, aber es war eine anspruchsvolle, intensive, herausfordernde und anstrengende Zeit. Es ist nicht ohne von 100 auf 0 den eingespielten Schul- und Arbeitsalltag plötzlich komplett neu zu gestalten, die Nerven nicht komplett zu verlieren und alle bei Laune zu halten. Gleichzeitig durfte ich neben meinem normalen Job noch die Krisenkommunikation zum Coronavirus für meinen Arbeitgeber machen. Also definitiv keine Plämperli-Zeit.

Tagesplan für mehr Struktur

Als die geregelte Schule ausfiel haben wir einen detaillierten und umfangreichen Tagesplan eingeführt und diesen jeden Abend für den nächsten Tag mit meiner Süssen angeschaut und besprochen. Wir haben so klare Strukturen geschaffen und das hat uns allen geholfen.

Der Tagesplan bis nach den Frühlingsferien sah etwa so aus:

8.00 – 8.30Frühstück
8.30 – 9.15Rechnen
9.15 – 10.00Turnen im Garten
10.00 – 10.45Deutsch (Schreiben, Leseverständnis, etc.)
10.45 – 11.30Pause
11.30 – 12.00Mittagessen kochen helfen
12.00 – 13.30Mittagspause
13.30 – 17.00Radfahren, Spielen, Basteln, Lesen, Tanzen, CDs hören, etc.
17.00 – 18.00Abendessen kochen helfen

Zweimal die Woche haben wir gemeinsam gekocht oder ich wurde bekocht. Am Nachmittag gabs meistens Bewegung draussen. Wir haben den gewohnten und seit 5 Jahren gelebten Betreuungs- und Wochenrhythmus beibehalten und auch in den Frühlingsferien einfach den neu organisierten Alltag gelebt. Struktur. Das war das wichtigste für unsere Süsse. Wir waren so alle zufrieden. Reibereien gabs wenige und obwohl wir so eng aufeinander gehockt sind, hats gut geklappt. Aber und das möchte ich betonen ohne Unterstützung von meinem Schatz hätte ich unmöglich den enormen Berg an Arbeit und die Betreuung und Beschäftigung meiner Süssen geschafft. Schlicht ein Ding der Unmöglichkeit.

Fernunterricht – Erwartungen nicht erfüllt

In den ersten 3 Wochen des Lockdowns wurden von der Schule nur wenige freiwillige Arbeiten zur Verfügung gestellt. Wir waren seit Beginn motiviert und haben freiwillig intensiv ganz viel mehr mit unserer Süssen gearbeitet. Nach den Frühlingsferien gings mit dem Fernunterricht los. Wir waren voller Erwartung. Der Fernunterricht war zwar etwas besser organisiert, aber ich hatte das Gefühl, dass es viel weniger strukturiert war, als wir es uns von den 5 Wochen zuvor und unserer eigenen Struktur gewohnt waren. Und die Menge an Arbeiten und Aufträgen – jetzt nicht mehr freiwillig – hielt sich auch sehr in Grenzen.

Selbstmanagement für 2. Klässler?

Es wurde uns mitgeteilt, dass die Kinder – unsere Süsse geht in die 2. Klasse – die Aufgaben selbständig erledigen können sollen. Ich habe aber festgestellt, dass das Selbstmanagement für meine Süsse einfach zu anspruchsvoll ist und sie sich selber noch nicht organisieren und auch die Aufträge im Rahmen des Tagesauftrags der Lehrerin nicht eigenverantwortlich angehen kann. Sie hat da klar unsere Führung und Unterstützung gebraucht. Und wie ich von anderen Eltern erfahren habe, waren wir nicht die Ausnahme.

Wir sind alle extrem gefordert

Ich habe mit Unterstützung von meinem Schatz den Unterrichts- und Lehrauftrag übernommen. Nicht freiwillig wohlverstanden. Und ich bin keine ausschliessliche Lehrperson. Ich habe noch weitere Verpflichtungen und als berufstätiges Mami sowieso generell das Kunststück zu erbringen Beruf und Familie zu vereinbaren. Ich war und bin durchaus bereit mit meiner Süssen zu rechnen und Deutsch zu lernen. Aber als dann die Lehrer noch das Gefühl hatten, mich mit Bastel-Aufträgen zu beschäftigen, habe ich dann wirklich rot gesehen. Ich habe das unmissverständlich bemerkt und wurde dann als überfordert abgestempelt. Es ist äusserst schade, dass hier nicht mehr Wohlwollen von den Schulen kommt. Dass von den Lehrpersonen nicht mehr Verständnis gezeigt wird für diese ausserordentliche Situation in den Familien und bei Eltern, die gerade extrem gefordert sind. Und wenn du nicht mitmachst, heisst es: „Schade, für das Kind.“ Und wenn du mitmachst, heisst es: „Schön, dass das Kind doch noch mitmachen konnte.“ Ich finde das herablassend. So wie wenn solche Bastelarbeiten überlebensnotwendig sind. Hier fehlt definitiv das Fingerspitzengefühl.

Mehr Wertschätzung und Akzeptanz

Wir sollten Wertschätzung erhalten. Also: «Ein Hoch auf uns!» So sollte es sein. Wir sollten beglückwünscht, gelobt und gefeiert werden. Was berufstätige Eltern in den letzten bald 8 Wochen geleistet haben in einem Alltag, der alles andere als normal ist, der uns in überaus grossem Mass fordert, ist unglaublich. Ein neuer Alltag, der uns an die Grenzen bringt, der aber gleichzeitig wundervoll ist, bereichernd, voller Chancen und Zeit als Familie. Wir sollten auch mal beklatscht werden. Wir sollten auch mal einen grossen Dank von den Schulen, den Arbeitgebern, der Gesellschaft erhalten. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass wir als Eltern die enorme Belastung mit Job, Haushalt und Homeschooling rsp. Betreuung und Beschäftigung der Kinder einfach so ohne mir nichts dir nichts leisten können und funktionieren. Es ist mega toll, wie wir uns durchgeschlagen haben als ErsatzlehrerIn, Mutter, Berufsfrau. Wir haben nach bestem Wissen und Gewissen versucht, diese zusätzlichen Pflichtaufträge der Schule auch noch unter einen Hut zu bringen. Wir haben ja (nicht) Unmengen von freier Zeit zur Verfügung.

Drum ein Hoch auf uns! Ein Hoch auf wie wir alles meistern im Moment und ein Hoch auf unsere Stärke, Kreativität und guten Nerven, die wir definitiv alle brauchen.

Ich liebe Blumen. Wenn ich einen Strauss zu Hause habe, mache ich eigentlich immer ein Foto davon. Dazu noch eine schöne Vase. Und man hat den perfekten Hingucker auf dem Tisch. Die Blumen stehen bei mir immer auf dem Esstisch. Und der Esstisch ist das Zentrum. Jetzt sowieso, wenn ich zu Hause im Homeoffice am Tisch sitze und arbeite. Wenn wir drinnen frühstücken oder unsere Malzeiten einnehmen. Wir sitzen auch am Tisch uns spielen Spiele.

Blumen sind für mich ein Wohlfühlfaktor. Seit Anfang April als mir bewusst wurde, dass ich keine Blumen mehr im Laden kaufen kann, gönne ich mir mit einem Blumenabo wöchentlich einen Frühlingsstrauss. Diese kleinen Frühlingssträusse, vor allem die Tulpen, haben mir sehr gefehlt.

Diese Blumensträusschen haben uns ein klein wenig Normalität beschert in diesen ausserordentlichen Zeiten. Normalität, die uns Stabilität gibt. Und sie bereiten letztlich einfach Freude.

Ich freue mich, jeden Dienstag auf den neuen Strauss.

Wir lieben ihn den Rhabarber. Er bringt den Frühling auf den Tisch und schmeckt herrlich frisch und saftig in der Wähe oder dem Kuchen. Die Rhabarberwähe ist im Frühling unsere absolute Lieblingswähe und auch bei meiner Süssen sogar der Kuchen für ihre Geburtstagsfeier.

Was auch wunderbar fruchtig schmeckt, wie die Rharbarberwähe, aber noch etwas festlicher wirkt, ist der Rhabarberkuchen. Er besteht aus einem feinen luftigen Biscuit-Rührteig und ganz viel Rhabarber. Dadurch wird er sehr saftig und schmeckt wunderbar.

350gr Rhabarber

150g weiche Butter

200g Zucker

1 TL Vanillepaste

3 Eier

200g Mehl

2 TL Backpulver

Puderzucker, zum Bestäuben

Springform (ca. 24cm Durchmesser)

Backpapier, Butter

So wird’s gemacht

Den Boden der Springform mit Backpapier auslegen und Rand gut einbuttern. Ofen auf 180° vorheizen. Rhabarber waschen und in Würfel schneiden.

Butter, Zucker und Vanillepaste gut verrühren und nacheinander die Eier dazu geben. Mehl und Backpulver vermischen und unter die Masse geben.

Den Teig in die Springform füllen, Rhabarber darüber verteilen. Dann auf der untersten Rille rund ca. 50 Minuten backen.

Den Kuchen herausnehmen und in der Form auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.

Wir haben 5 Wochen lang das Familienleben gemanagt. Wir haben uns organisiert, für meine Süsse haben wir täglich ein Tagesprogramm zusammengestellt. Wir haben jeden Tag strukturiert – es gab Lernphasen mit Rechnen, Lesen, Schreiben und Sport, genug Pausen, gemeinsamen Radtouren, Picknicks und Koch- und Backspass. Wir haben und das darf ich ganz ehrlich sagen, viele bereichernde Momente als Familie erlebt. Ich sehe diese Zeit nach wie vor als Chance. Diese Entschleunigung und das bewusste Innehalten. Ich gebe zu, es ist anspruchsvoll, vor allem nach so langer Zeit. Ich habe so viel Arbeit und so viele Pendenzen bei meiner Arbeit, ich bin überaus ausgelastet und auch belastet. Wenn ich nicht meinen Partner hätte, der mich in Bezug auf die Betreuung meiner Süssen unterstützt hätte, dann wäre das Arbeitspensum mit der Betreuung meiner Süssen zu Hause in der Katastrophe geendet und für mich unmöglich geworden. Und ich war voll ausgelastet mit der Corona-Krisenkommunikation für meinen Arbeitgeber. Dennoch, es war gut. Es war schön. Es war anspruchsvoll. Und es war eine Chance.

Fernunterricht als zusätzliche Herausforderung

Nun seit Montag haben wir neu den Fernunterricht. Nun kommt der Tagesplan von der Schule. Rechnen, Deutsch, Singen und Realien sind alles Fächer, die sich gut in unseren Tagesplan integrieren lassen. Jetzt geht die Schule «weiter», nun dürfen wieder neue Dinge gelernt werden. Neu wird wieder verlangt, dass strukturiert oder angeleitet gelernt werden soll. Und so heisst es, dass das Pensum oder die Aufgaben weitestgehend von den Kindern alleine und selbstständig erledigt werden können. Da tun sich meines Erachtens aber schon Gräben auf.

Welche 1. und 2. Klässler können selbstorganisiert Punkt für Punkt Aufträge erledigen?

Wie viele 1. und 2. Klässler können denn wirklich selbständig Aufträge Punkt für Punkt zu verschiedenen Fächern alleine erledigen? Meine Tochter benötigt eine genaue Führung und Anleitung. Ohne das geht’s einfach nicht. Und da ist die Herausforderung angesetzt. Ich sollte im Homeoffice arbeiten und gleichzeitig nun meine Tochter nach striktem Lern- und Fernunterrichtplan betreuen. Irgendwie geht das nicht auf. Und von der Schule wird jetzt erwartet, dass die Aufgaben nun erledigt werden. Sie sind nämlich nicht mehr freiwillig. Da ist nun auch der Haken. Rechnen, Deutsch, Singen und Realien sind als Kernfächer auch kein Problem. Hier haben wir schon immer ein grosses Engagement als Eltern geleistet und es macht auch Spass mit ihr zu arbeiten.

Werken als Beschäftigungsprogramm für Eltern

Doch was ist mit dem Fach Werken? Da hätte meine Tochter doch einen Hasenkopf modellieren sollen. Sie als knapp 8-Jährige kann das nicht allein. Es braucht intensive und gezielte Anleitung von mir. Das Problem – ihr machts keinen Spass und ich bastle nicht gern auf Auftrag für die Schule irgendwelche Dinge, die eh nur im Abfallkübel landen. Ich bastle mit meiner Süssen sehr gern. Wir haben zum Beispiel grad Betonhasen gegossen oder aus Aludosen Krönchen gemacht. Auch haben wir gekocht und gebacken. Aber ganz ehrlich ein Beschäftigungsprogramm für mich und auch uns beide brauche ich nicht. Ich bin gut ausgelastet mit meinem Job, dem Haushalt und der Betreuung und Begleitung meiner Süssen. Und wenn ich denn mal Zeit habe, werde ich bestimmt nicht auf Auftrag etwas basteln, das mir eh keine Freude macht. Das überträgt sich grad auch auf meine Süsse.

Gezielte Aufgaben – aber bitte mit Fokus auf Kernfächer

Ich kann grundsätzlich sagen, dass ich froh bin, dass jetzt gezielter und mehr Vorgaben von der Schule kommen. Ich bin aber sehr dezidiert der Meinung, dass man in diesen Fernunterricht klar auf die Kernfächer fokussieren sollte. Werken gehört nicht zu den Kernfächern und kann nach meinem Gutdünken auch gut aufgeschoben werden auf die Zeit, wenn der Unterricht wieder stattfindet.

Anpassung des 3-Phasenplans der Schule Aargau zwingend notwendig

Dass der Unterricht erst nach 5 Wochen strukturierter vorgegeben wird von der Schule und dass die Kinder wieder Neues lernen dürfen, finde ich super. Ich bin aber entsetzt, dass man vorher 3-5 Wochen einfach alleine gelassen wurde und selber die ganze Betreuungsaufgabe inkl. Freiwilliger Repetition übernehmen und organisieren musste. Der Kontakt zu den Lehrpersonen war minimal. Mich erstaunt dies. Und ich sehe diese 3 Phasenplanung, die vom Kanton vorgegeben wurde, sehr kritisch. Diese Notfallphasenplanung muss auf politischer Ebene zwingend angepasst werden. So eine struktur- und organisationslose Situation der Aargauer Schulen ist in Zukunft zu vermeiden. Der Kanton hat das Gesetz entsprechend anzupassen und die Schulen sind angehalten Konzepte zu entwickeln, dass der Unterricht jederzeit und kurzfristig auf Fern- und Online-Unterricht umgestellt werden kann.