Seit neuestem mache ich wöchentlich einen Kochplan und kaufe noch gezielter ein. Mein Kühlschrank ist gut gefüllt mit Gemüse, Salat, Fleisch, Käse und Milchprodukten sowie Eiern. Ich hatte auch schon vorher einen gut bestückten Vorratsschrank und bei mir kriegt jeder, der spontan auf Besuch kommt, immer Spaghetti oder Risotto.

Ich liebe es schon immer zu kochen und fein zu essen, doch seit wir jetzt gar nicht mehr ins Restaurant können, hat sich meine Einstellung nochmals geändert. Kochen ist für mich wie Yoga. Ich kann stundenlang in der Küche stehen und kreativ neue Rezepte ausprobieren. Hier kann ich abschalten und mich entspannen. Und da ich selber sehr gern gut esse, tut sich mir gerade eine riesige Vielfalt an feinen Gerichten, neuen Rezepten und Ideen auf. Und das gemeinsame Essen hat auch an Bedeutung gewonnen. Wir essen seit 3 Wochen noch besser. Hinzukommt, dass das gemeinsame Kochen auch meinen Schatz und meine Süsse in die Küche lockt und sie mir 2x pro Woche auch etwas zum Znacht zaubern. Dass sich beide so unkompliziert ans kochen wagen und die Küche auf ihre Art erobern, freut mich ganz besonders.

Die Mittagessen fallen bei uns immer klein aus. Meine Süsse braucht etwas in den Magen. Wir grossen können mit späten Frühstück nach der Joggingrunde oder einem kleinen Salat bis abends gut über die Runden kommen. Und für meine Süsse gibt es leichte und einfache Mahlzeiten. Abends ist dann die Zeit für feine Gerichte, neue Rezepte und gemeinsame Zeit in der Küche und dann am Esstisch. Es ist wie ein noch bewussteres gemeinsames Ritual und diese gemeinsamen Momente ohne Schulaufgaben, Pendenzen im Job und sonstige Ablenkung tun uns gut.

Was ich in den letzten 3 Wochen neues entdeckt habe und was definitiv auf unseren regelmässigen Kochplan kommt, habe ich hier zusammengefasst:

Tagliatelle mit Poulet und Spinat

Tagliatelle mit Fenchel

Ricotta-Gnocchi

Orangencrème

Mandel-Makrönli

4 Eiweiss steif schlagen, 100 gr. Zucker dazugeben, schlagen bis es glänzt. Dann 300 gr. Mandeln beifügen. Entweder mit einem Spritzsack Makrönchen auf ein Blech drücken oder mit 2 Löffeln Makrönchen formen. 5-6 Stunden trocknen lassen, backen: Ober- und Unterhitze, 8-12 min. bei 180°C.

5 Blutorangen

4 Blätter Gelatine

4 Eigelb

4 EL Zucker

1 TL Vanillepaste

1 dl Rahm

1 Becher Crème fraîche (180 g)

Eine Orange gründlich heiss spülen und mit Küchenpapier trockenreiben. Die Schale der Orange abhobeln. Die Gelatine in reichlich kaltem Wasser einweichen. Die restlichen Orangen auspressen; man braucht 4 dl Saft.

Abgemessenen Orangensaft sowie Orangenschale in eine Pfanne geben. Die Eigelb sowie den Zucker dazurühren. Die Vanillepaste beifügen. Alles langsam unter ständigem Rühren aufkochen lassen. Die Pfanne vom Feuer nehmen. Die Gelatine ausdrücken und unter Rühren in der heissen Creme auflösen. Dann die Schüssel in ein kaltes Wasserbad stellen und die Creme kalt schlagen.

Den Rahm steif schlagen. Zuerst die Crème fraîche unter die Creme rühren. Dann den Rahm sorgfältig unterziehen. Die Orangencreme vor dem Servieren mindestens 2 Stunden kalt stellen. Mit gehackten Pistazien garnieren.

Aus den 4 Eiweiss habe ich Mandelmakrönli gemacht. Man kann daraus auch Baiser oder andere Eiweiss-Gebäcke herstellen.

500 gr Ricotta

2 Eigelb

160 gr Dinkel und Halbweissmehl gemischt

50 gr geriebener Parmesan

1 TL Salz

Mehl

Ricotta mit den Eigelben verrühren. Das Mehl mit dem Parmesan und Salz mischen. Die Ricotta-Masse mit der Mehlmischung gut verrühren.

Den Teig auf ein gut bemehltes Holzbrett stürzen und ich acht Teile schneiden. Jeden Teil zu einer langen Wurst rollen und jeweils 2 cm lange Stücke abschneiden. Mit einer Gabel leicht eindrücken.

Wasser mit dem Wasserkocher aufkochen, salzen. Portionenweise Gnocchi ins kochende Salzwasser geben. Mit einer Schaumkelle herausnehmen, sobald sie an die Oberfläche steigen. Wamstellen.

Dazu passt: Tomaten-Gemüse-Sauce, Pesto-Sauce, o.ä.

300 gr Tagliatelle

2 Zwiebeln

2 Fenchel

Olivenöl

1 dl Bouillon

1 dl Weisswein

2.5 dl Halbrahm

2 EL Crème Fraiche

½ Saft einer Zitrone

Salz und Pfeffer

Muskatnuss

Wenig Peterli

Zwiebeln in feine Streifen schneiden, Fenchel dünn hobeln. Olivenöl in einer grossen Pfanne heiss machen. Die Zwiebeln andünsten, dann Fenchel hinzugeben. Tagliatelle al dente kochen.

Den Fenchel mit Bouillon und Weisswein ablöschen. 5 Minuten stark kochen lassen, gelegentlich umrühren. Crème Fraiche und Halbrahm über den Fenchel giessen, Zitronensaft beifügen. Mit Muskat, Salz und Pfeffer würzen.

Tagliatelle mit Fenchel gut mischen. Peterli darüber streuen. Parmesan dazu servieren.

250 g Poulet-Minifilets

200 g Spinat frisch

0.5 dl Noilly Prat

1 dl Gemüsebouillon

75 g Crème fraîche

Salz

schwarzer Pfeffer aus der Mühle

etwas frisch geriebene Muskatnuss

200 g Dinkel-Tagliatelle

Wasser im Wasserkocher für Nudeln aufkochen. Inzwischen die Mini-Filets in mundgerechte Würfel schneiden. Den Spinat gründlich waschen und abtropfen lassen.

In einer kleinen Pfanne den Noilly Prat und die Gemüsebouillon 2–3 Minuten lebhaft kochen lassen. Die Hitze zurückstellen, die Crème fraîche beifügen und gut verrühren. Die Sauce wenn nötig mit Salz sowie reichlich Pfeffer und Muskat abschmecken. Warm halten.

Das Nudelkochwasser salzen und die Tagliatelle darin nach Packungsangabe bissfest garen. Gegen Ende der Kochzeit den Spinat beifügen und kurz mitgaren.

Inzwischen in einer Bratpfanne die Bratbutter gut erhitzen. Das Pouletfleisch mit Salz und Pfeffer würzen und kräftig braten. Nudeln und Spinat abschütten. Dann Pouletfleisch dazugeben und mit der Sauce gut mischen. Sofort in einer vorgewärmten Schüssel anrichten und servieren.

In der Glücks-Forschung gibt es fünf Pfeiler, die dazu beitragen, dass man dauerhaft glücklich ist:

Soziale Kontakte zu Freunden und Familie, Gesundheit (Sport und Ernährung), einen Job, der einem Freude bereitet, dankbar sein, Realitätssinn und im Hier und Jetzt leben. Gerade in den Zeiten des Verzichts ist es für das persönliche Glück wesentlich, wie man gelernt hat Glück zu empfinden und zu leben.

Hier einige Gedanken, weshalb ich mich trotz Krise glücklich und zufrieden fühle.

Wir müssen derzeit auf einiges verzichten – vor allem auf den grenzenlosen Konsum. Wir haben in einer Zeit gelebt, in welcher wir übersättigt waren an Konsummöglichkeiten – Einkaufen, Shoppen, Reisen, Unterhaltungsangebote ohne Grenzen und Limit. Alles war möglich und es gab keinen Stillstand. Ich für mich befasse mich schon länger mit dem Bewusst leben. Was macht mich glücklich? Wann empfinde ich Freude? Vielleicht hilft mir dieses Bewusstsein jetzt, doch auch ich bin und war nicht gefeit auf all die Konsummöglichkeiten zu verzichten.

Freude an den kleinen Dingen

Ich reise fürs Leben gern. Nizza als meine 2. Heimat ist einer Lieblingsorte und schnell bekomme ich jeweils Fernweh nach Nizza. Es fehlt mir auch jetzt. Die Vorstellung in den Frühlingsferien nicht nach Nizza zu können, löst eine gewisse Wehmut aus. Andere haben vielleicht ein Problem damit, dass sie nicht zum Coiffeur können, in die Maniküre oder Kosmetik. Wieder andere kochen vielleicht nicht gern und sehnen sich nach den offenen Restaurants. Wir gehen auch gern im Restaurant essen oder unternehmen am Wochenende regelmässig Dinge wie in den Zoo gehen, ins Kino, ins Schwimmbad oder machen einen Ausflug auf einen Berg. Ab und zu unternehmen wir einen Weekendtrip ins nahe Ausland, gehen einkaufen und shoppen. Ja, einfach was jeder gern tut. Aber im Moment erfreue ich mich, in meiner Küche feine Gerichte zu zaubern oder meinem Schatz und meiner Süssen beim gemeinsamen Kochen zuzuschauen. Und ich bin voll zufrieden damit.

Gemeinsame Zeit bekommt mehr Bedeutung

Wir treffen auch uns sehr gern mit Freunden und Familie, laden sie zu uns ein und verbringen so unvergessliche Momente und gemeinsame wertvolle Zeit. Das ist war schon länger in unserer Familie ein Credo – keine Geschenke, sondern wir schenken einander gemeinsame Zeit. Im Moment können wir unsere Freunde und Familie nicht treffen, bleiben wie vorgeschrieben zu Hause und versuchen den Kontakt über Video-Telefonie oder Telefon aufrecht zu erhalten. Das hat uns schon viele lustige Momente beschert, aber es wird nie ein Ersatz sein für das persönliche Beisammensein.

Ich habe mich gefragt, was ich denn für ein zufriedenes und glückliches Leben brauche und worauf ich verzichten kann.

Der bewusste Verzicht in einer von Konsum und Unterhaltung orientierten Gesellschaft überlebt das vielleicht auch die Corona-Krise?

Freunde und Familie helfen das Wohlbefinden zu steigern

Ich merke derzeit, wie wichtig mir Freundschaften, Familie, mein Schatzu und meine Süsse sind und dass mir die gemeinsame Zeit heute noch wertvoller erscheint. Der Moment, wenn man gemeinsam lachen kann, einfach unbeschwert sein. Wenn meine Süsse wieder mal den Clown macht und wir gemeinsam einfach Tränen lachen. Oder wie bedeutend plötzlich ein Telefon mit einer Freundin wird oder das Video-Telefon mit dem Bruder der Ersatz wird für die Diskussion bei guten Essen und einem Glas Wein am Esstisch. Ich freue mich jetzt schon darauf alle wieder in die Arme zu schliessen, mit meiner Familie am Tisch zu sitzen und zu diskutieren. Auch stelle ich mir jetzt vor, wie ich eine Festbank in den Garten stelle und eine Grillparty nach der anderen schmeisse, um das Leben und die Gesundheit zu feiern mit den Menschen, die mir so viel bedeuten.

Ein Rückzugs- und Kraftort schaffen

Was mir in dieser Zeit auch bewusst wird, ist wie wichtig mir ein schönes Zuhause ist. Meine Wohnung ist unser Kraft- und Rückzugsort. Und gerade jetzt, da wir alle zu Hause bleiben und kaum rausgehen können, ist es wunderbar, dass wir uns in die Zimmer zurückziehen können, jeder wuselt was und wir treffen uns in der Stube zum gemeinsamen Spielen, TV schauen, Essen und Beisammen sein. Auch der Garten ist gerade ein Segen und eignet sich als 5. Zimmer zum Durchlüften, Entspannen, Spielen und Sport machen. Wenn es draussen sonnig und warm ist – ein Glücksort. Mir war schon immer wichtig schön zu wohnen und gerade jetzt bekommt dies noch mehr Bedeutung. Wir verpassen echt gerade nichts da draussen – aber auch zu normalen Zeiten sind wir einfach wahnsinnig gern zu Hause.

Und ganz wichtig und für mich fast das Zentrum ist meine Küche. Hier verbringe ich gerade sehr viel Zeit beim Kochen und Backen. Ich probiere viele neue Rezepte aus und werde auch von meiner Süssen und meinem Schatz verwöhnt. Sie kochen nämlich jetzt ein Mal pro Woche gemeinsam etwas für mich.

Im Hier und Jetzt leben, um bei sich anzukommen

Mehr bei mir zu sein und nicht das Gefühl zu haben, da draussen etwas zu verpassen. Das spüre ich schon länger. Ich bin bei mir in meinen vier Wänden glücklich und zufrieden – und das nicht erst seit dem Lockdown des Bundesrates. Für mich ist Lebensqualität bewusst zu entscheiden auch mal zu Hause zu sein und mich an den kleinen Dingen zu erfreuen. Genau das versuche ich ja mit meinem Blog hier immer wieder hervorzuheben. Es hat mit Einfachheit zu tun und auch Konsumverzicht. Worauf kann ich also verzichten und was fällt mir schwer?

Dinge, Orte und Menschen, die mir fehlen

Wie eingangs erwähnt – auf Nizza und die Wohnung und Zeit dort verzichten zu müssen, löst eine gewisse Wehmut aus. Aber darauf zu verzichten ist irgendwie kein Weltuntergang, es besteht ja die Möglichkeit wieder dorthin zu reisen, wenn es möglich ist. Hätte ich die Wahl nur noch 1x pro Jahr an einen Ort reisen zu können, wäre das wahrscheinlich schwieriger, aber ich denke auch das wäre keine Katastrophe. Mir fehlt es zwar, aber im Moment gehe ich davon aus, dass ich irgendwann wieder reisen werde und auch nach Nizza fahre.

Langfristig wird mir die Familie und das Treffen von Freunden fehlen. Aber mir fehlt zum Beispiel nicht, dass ich gerade nicht ausgehen und im Restaurant essen kann oder mal in einen Café sitzen und dort einen Kaffee trinken.

Aufgefallen ist mir allerdings, dass es keine frischen Blumen mehr zu kaufen gibt und ich doch frische Blumen liebe und eigentlich auch immer einen Strauss zu Hause habe. Ich werde mir aber nun ein Blumenabo machen und von einem Blumengeschäft wöchentlich Blumen liefern lassen.

In der Zwischenzeit bastle ich mit meiner Süssen zum Beispiel haben wir tolle Osterhasen aus Beton gegossen. Wir haben Kresse gesäht und schauen ihm beim Wachsen zu oder haben statt im Wald gebrätelt, das Picknick mit Grillwurst im Garten gemacht.

In der Küche bin ich auch sehr kreativ und hab nun viel Zeit und Musse zu kochen und zu backen. Die kulinarischen Erlebnisse freuen meine Süsse und meinen Schatz.

Diese Zeit als Chance sehen

Wir müssen gerade auf so vieles verzichten und doch – ich kann sagen, es geht mir ausgezeichnet. Ich bin glücklich und voller Energie, habe in meinen eigenen vier Wänden viele Ideen und Projekte, bin kreativ und entdecke vom Sofa aus viele neue Möglichkeiten – die uns die digitale Welt ja auch grad liefert. Ich habe auch nicht Angst, dass mir die Decke auf den Kopf fällt. Sondern ich sehe diese Zeit als Chance für mich, um zur Ruhe zu kommen, noch mehr bei mir zu sein. Ganz egal, was da draussen passiert und das hoffentlich auch für die Zukunft. Das ist für mich Lebensqualität.

Zuhause bleiben. Das hat der Bundesrat verordnet. Nur noch falls nötig nach draussen gehen. Es ist doch eine einfache Ansage. Oder? Parties sind abgesagt, Restaurants, Läden und Freizeitangebote zu. Es gibt dafür ja offensichtlich Gründe. Und doch, irgendwie scheinen es viele nicht zu begreifen. Jetzt versammelt man sich auf Spielplätzen, am See und an Feuerstellen – in Horden! Wartet ab. Die Ausgangssperre ist nur eine Frage der Zeit und dann bestraft ihr auch die, die sich jetzt an die Regeln halten. Egoismus ist jetzt fehl am Platz.

Ich bin oft zu Hause, nicht erst seit der Bundesrat uns aufruft zu Hause zu bleiben und mehr oder weniger alle Freizeitmöglichkeiten beschränkt oder unterbunden hat. Und ja, Ich bin sehr gern unterwegs, ich reise auch sehr gerne, aber gerade so schön finde ich es zu Hause zu sein. Bei mir muss nicht immer etwas laufen und wir haben bewusst nicht immer Programm. Einfach mal sein und nichts tun. Einfach mal zu Hause wuseln, lesen, auf dem Sofa sitzen, Tee trinken, kochen, backen, den Sitzplatz geniessen. Das schöne Zuhause geniessen. Auch das kann ich. Ich habe die Vorzüge von Zuhause sein – auch mit Freunden und Familie – schon lange erkannt und ich verpasse nichts da draussen und jetzt erst recht nicht. Nur das begreifen das nicht alle.

Ich kann mir vorstellen, dass dies nicht jedem gleich leichtfällt und einem durch diese drastische Anordnung des Bundesrats plötzlich die Decke auf den Kopf fällt. Wenn man sich nicht mit sich selbst beschäftigen kann, ständig unterwegs ist und immer Programm hat, kann dies Anordnung doch sehr einschneidend sein. Man weiss plötzlich nicht mehr, was mit sich und der Zeit anfangen. Man fühlt sich schlecht, weil man sich plötzlich mit dem eigenen Dasein, dem Partner und der Beziehung auseinandersetzen muss, da ausweichen, davonlaufen und wegschauen nicht mehr möglich ist. Aber jetzt ist echt nicht die Zeit, um Parties zu feiern und sich in Menschenhorden in der Öffentlichkeit rumzutreiben. Jetzt ist die Zeit zu Hause zu bleiben. Sich zurückzuziehen und auszuhalten.

Es ist die Zeit des Innehaltens. Was kann uns jetzt besseres passieren?

Es ist die Zeit des Innehaltens. Was kann uns Besseres passieren. Wir kriegen Zeit mal nichts zu müssen und doch die Freiheit innerhalb der eigenen vier Wände alles zu dürfen. Ich versteh nicht, wie die Leute das nicht begreifen. Und wenn uns die Ausgangssperre auferlegt wird, weil es immer noch Hirnlose gibt, die Parties veranstalten, dann krieg auch ich dann den Koller – weil ich doch gerne am Morgen in Ruhe meine Runde jogge in der Reussebene. Wohlgemerkt allein und es sind auch nicht viele Leute unterwegs morgens.

Dass mir Zuhause die Decke auf den Kopf fällt, wird schwer. Ich habe immer genug Ideen und Pläne, die nicht mir Reisen und Unterwegs sein zu tun haben. Es gibt unzählige Dinge, die mich die Zeit vergessen lassen und erst noch Freude machen.

Hier meine 10 Inspirationen

1. Gemeinsam Kochen und Backen

Ich koche und backe fürs Leben gern. Gerade jetzt, wenn wir zu dritt immer zu Hause sind, essen wir natürlich dreimal am Tag. Das gibt viel Gelegenheit um zu gemeinsam zu kochen und backen. Das ist daher eine gute Beschäftigung für alle. Ich kann meiner Süssen das Kochen beibringen und neue Rezepte ausprobieren. Hier sind schon einige Inspirationen abgelegt. Und nicht nur das Kochen und Backen macht gemeinsam mehr Freude, auch gemeinsam am Tisch sitzen und zusammen zu essen, zu reden und sich auszutauschen, ist ein wichtiger Familienbestandteil. Den wir hochhalten und sehr schätzen.

2. Basteln mit Kids

Unsere Bastelbox steht bereit. Und im Frühling gibt es unzählige Bastel-Ideen – Wie wärs mit Ostereier bemahlen oder Osternestchen basteln? Im Internet gibt es unzählige Anleitungen und Ideen zum Basteln mit Kindern.

3. Spiele spielen

Wie wärs, wieder einmal zusammen ein Uno, ein Eilemitweile oder ein anderes Gesellschaftsspiel zu spielen? Das Vertreibt die Zeit und macht gute Laune. Wir spielen regelmässig mit unserer Süssen.

4. Lesen oder einander vorlesen

Lesen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Gerade habe ich die 6-Teilige Reihe über die 7 Schwestern von Lucinda Riley fertiggelesen. Und nun werden meine Süsse und ich gemeinsam ein Buch lesen. Sie wird in der Online-Bibliothek – die bleibt ja zugänglich ein Buch auslesen und wir werden jeden Tag darin lesen – sozusagen unser Corona-Lese-Projekt.

5. Wieder mal einen Brief schreiben

Und weil wir jetzt unsere Liebsten nicht mehr einfach so und so oft sehen können, habe ich mir überlegt, endlich mal wieder Briefe zu schreiben. Meine Süsse wird dazu Zeichnungen machen und wir werden hoffentlich viele Menschen damit überraschen können.

6. Gärtnern auf dem Balkon oder im Garten

Gärtnern und den Garten auf Vordermann bringen, ist auch eine gute Beschäftigung mit Kindern. Zwar ist es noch etwas früh für die Bepflanzung von Gemüse, aber man könnte jetzt mit der Aufzucht beginnen und die Samen ansähen. Auch eignet sich das Wetter, um den Sitzplatz und Balkon zu reinigen, die Gartenmöbel zu putzen, die Lounge herauszuholen und das 5. Zimmer zu eröffnen. Wir haben das bereits gemacht und geniessen nun die Sonne in unserem Garten.

7. Fotos bearbeiten und Fotobücher erstellen

So banal es tönt, jetzt ist auch endlich Zeit, um Fotos zu sortieren und Ordnung in die Bildersammlung zu bringen. Und wenn man alles schön sortiert und geordnet hat, kann man aus den tollsten Bildern pro Jahr oder Ereignis tolle Fotobücher erstellen. Und in Erinnerungen schwelgen, von Ferien oder Ausflügen Träumen und sich an den schönen Bildern erfreuen, was passt besser in diese Zeit. Fotos sortieren und Fotobücher erstellen, ist ja definitiv etwas, was ich immer auf der ToDo-Liste habe, aber stets vor mir her schiebe.

8. Die Sonne auf dem Balkon/im Garten geniessen

Was gibt es schöneres als im Garten zu sitzen, zu lesen, zu spielen, die warmen Sonnenstrahlen zu geniessen und sich auszuruhen? Es ist gerade die perfekte Zeit, um alles für den Frühling draussen zu starten und den Grill anzuschmeissen. Es ist nie zu früh dafür.

9. Frühlingsputz und Entrümpelungs-Aktion

Wenn man dann gar nichts mehr zu tun weiss und vor lauter herumliegen einem langweilig wird, wie wärs mit Frühlingsputz? Fensterputzen? Vorhänge waschen, mal gründlich reinigen, ausmisten und entsorgen. Jetzt oder nie! Ich habe bereits damit begonnen – der Backofen hat schon eine Reinigung erhalten. Fenster und Vorhänge folgen. Und das lässt sich doch durchaus mit den Kindern machen. So können sie grad lernen, was es heisst zu putzen und reinigen. Und gleich danach kann mit der schon längst überfälligen Entrümpelungsaktion fortgefahren werden. Alter Ballast kann abgeworfen und Raum für Neues geschaffen werden.

10. Nach draussen gehen zum Spielen, Radfahren, Spazieren oder Wandern und Bräteln im Wald

Und zu guter Letzt, so lange es noch möglich ist, ist durchaus auch Zeit, um nach Draussen zu gehen zum Joggen, Velofahren, Spazieren, Bräteln. Einfach weils grad schön ist. Aber Achtung – auch hier gilt: Abstand halten. Menschen-Massen vermeiden und nicht in Reih und Glied am See sitzen. Das war ja nicht die Idee hinter der Notlage, die das Corona-Virus mit sich gebracht hat. Drum – Frische Luft und Bewegung ja, aber keine Parties und Menschen-Massen meiden.

Vollstopp. Endlich. Der Bundesrat hat entschieden. Nachdem wir am Freitag nur ausgebremst wurden – wir wollten für ein Weekend nach Davos zum Ski fahren und daraus wurde nix. Wir sind zwar nach Davos gefahren, aber Ski fahren ist seit Samstag nicht mehr möglich. Und das bei besten Schneeverhältnissen und Traumwetter. Jammerschade. Und doch bin ich über all diese getroffenen Massnahmen froh. Ich bin auch froh, dass andere Regierungen wie zum Beispiel Österreich sehr klar und unaufgeregt, aber schnell und fürs ganze Land einheitliche und drastische Regeln und Massnahmen beschliessen und kommunizieren. Ganz ehrlich – das habe ich vom Bundesrat vermisst. In der momentanen Situation ist es absolut unangebracht, dass jeder Kanton selber entscheidet. Aber sie tun es, weil der Bundesrat nicht klar und schnell kommuniziert. Und wir sind zu lasch, was das Abriegeln der Grenze betrifft. Hätte man da auf den Schutz, die Gesundheit und die Sicherheit der eigenen Bevölkerung geschaut, wie dies andere Länder sehr dezidiert getan haben, dann würde die Schweiz heute nicht abgeriegelt, sondern hätte proaktiv grad selber abgeriegelt. Die Wirkung: Die Schweiz hätte aus einer Position der Stärke gehandelt. Nun denn, der Vollstopp ist nun kommuniziert und wir können und müssen uns organisieren.

Den Alltag neu organisieren

Ich stehe nun vor der Herausforderung den Alltag neu zu planen. Homeoffice ist grundsätzlich kein Problem. Ich bin mich das gewohnt, da ich es bis anhin schon 2 Halbtage pro Woche gemacht habe. Ich selber bin im Krisenstab und allzeit verfügbar, wir haben uns über Microsoft Teams organisiert und werden ab sofort so miteinander kommunizieren und arbeiten. Das grundsätzlich Neue an der Situation ist, dass meine Süsse nun auch daheim ist und ich in meinem Homeoffice meine Süsse beschäftigen muss.

Tipp 1: Ein bisschen Lernen muss sein

Ich habe mir also überlegt, wie wir die Tage füllen können und am Abend beide müde und zufrieden sind. Ich weiss auch noch nicht, welche Informationen oder Materialien von der Schule kommen, damit sie etwas üben und lernen könnte. Schulisch dürfen wir definitiv nicht stehen bleiben und es gibt im Internet Unterrichtsmaterial zum Downloaden oder Apps mit Übungen nach Schulklasse und Fach geordnet und auch SRF/myschoool hat das Angebot ausgebaut. Wir werden also sicher etwas rechnen, schreiben und lesen. Fürs Lesen werden wir gemeinsam eine gemütliche Leseecke einrichten und wir werden gemeinsam ein Buch lesen, das uns über die nächsten Wochen begleiten soll.

Tipp 2: Bewegung in den eigenen vier Wänden

Bewegung muss auch in den eigenen vier Wänden sein. Wir werden singen und tanzen – als Hobby gehört das sowieso zu den Lieblingsbeschäftigungen meiner Süssen. Vielleicht wird sie uns eine Vorstellung vorbereiten. Fantasie hat sie ganz viel und wir freuen uns auf die Tanz- und Singvorführung. Solange es möglich ist, werden wir natürlich nach draussen gehen zum Velo fahren, spazieren, bräteln oder in unserem Garten spielen. Müssen wir dann unsere Aktivitäten nach innen verschieben, werde ich ihr Decken und Stühle zur Verfügung stellen, dass sie Hütten bauen kann und sich mit Kasperli verkriechen. Oder wir werden gemeinsam basteln und malen, um all den lieben Menschen, die wir jetzt nicht sehen können, selbstgemachte Dinge zu schicken.

Tipp 3: Gemeinsam kochen und backen

Eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit wird gemeinsames Backen und Kochen sein. Meine Süsse interessiert sich immer sehr mit mir zusammen in der Küche zu stehen. Ob Guetzli, Cookies, Waffeln oder Kuchen, wir werden beschäftigt sein und auch werde ich in Zukunft unter der Woche Mittagessen und Abendessen vorbereiten – am liebsten zusammen mit ihr. Dafür haben wir auch einige Kinderkochbücher oder neu littlefooby.ch, das Coop-Rezeptangebot für die Kleinen mit einfachen Anleitungen und Ideen.

Tipp 4: Putzen und entrümpeln

Und zu guter Letzt werden wir alle zu Hause auch mehr Dreck und Schmutz veranstalten. Was mich zu meinem letzten Beschäftigungspunkt bringt. Ab sofort werden wir gemeinsam putzen. Mit etwas Augen zu und durch wird’s auch sauber und meine Süsse ist mit etwas Neuem beschäftigt – denn bisher hat einfach die Putzfrau für Sauberkeit gesorgt. Auch der Frühlingsputz als Erweiterung kann daher zum gemeinsamen Beschäftigungsprogramm werden. Weiter bietet sich nun die beste Gelegenheit endlich mal alten Gerümpel auszumisten und Spielsachen auszusortieren, mit denen meine Süsse nicht mehr spielt oder aus denen sie herausgewachsen ist.

Eine aussergewöhnliche Zeit als Chance für jeden einzelnen

Ich denke, man darf diese ausserordentliche Zeit und doch ungewohnte Situation als Chance nutzen. Als Chance sich auf das Kleine zu konzentrieren im engsten Familienkreis, in den eigenen vier Wänden. Wir dürfen uns jetzt bewusst werden, was wirklich wichtig ist im Leben. Wir dürfen jetzt achtsam sein mit uns, denn alles wird langsamer, alles wird in einem viel kleineren Umkreis stattfinden, unser Leben wird sich auf das wesentliche im Aussen beschränken – einkaufen, arbeiten, Familienzeit, daheim in den eigenen vier Wänden. Wir dürfen lernen, wie wir ohne all die Unterhaltung und die Konsummöglichkeiten uns selber beschäftigen können. Welch eine Chance, bei all dem Schlimmen und Beängstigenden, das derzeit draussen passiert. Bleibt gesund und munter.

Ich habe keine Panik, aber Moment kommt man nicht am Coronavirus vorbei. Informationen und Nachrichten dazu sind omnipräsent. Ich selber bin im Krisenstab bei meinem Arbeitgeber involviert und informiere täglich die Arbeitskolleginnen und -kollegen mit Updates dazu. Es ist eine neue Situation und der Bundesrat hat mit seinem Verbot von Grossveranstaltungen und dem ganzen Krisenplan in dieser besonderen Lage klar und unmissverständlich kommuniziert. Es ist super, dass von Oben klare Anordnungen und Informationen verbreitet werden. Das gibt Sicherheit.

Regeln vom BAG sind einfach

Die Regeln sind einfach und verständlich. Auf den ersten Blick schränken sie uns wenig in unserem täglichen Leben ein und bei uns kommt bisher auch keine Panik auf. Wir achten auf gute Hygiene, waschen ganz oft die Hände, Husten in die Armbeuge, geben die Hand nicht mehr und bewegen uns effektiv weniger im öffentlichen Raum. Ich musste vorher schon mit dem Auto pendeln und habe auch hier keine Einschränkung, ausser dass ich feststelle, dass jetzt mehr Personen im Auto unterwegs sind. Meine Anfahrtszeit zur Arbeit hat sich so um 10 Minuten pro Weg verlängert.

„Nicht-Hände-Schütteln“ muss geübt sein

Soweit so gut, mit einigen Hürden in der Anfangszeit. So klappt es mit dem «Nicht-Hände-Schütteln» gerade auf der Arbeit – und ich arbeite im Gesundheitsbereich – noch nicht wirklich. Es ist üblich und auch sehr ausgeprägt, dass man sich die Hand gibt beim Hallo und Tschüss sagen. Und da ich erst seit rund 2 Monaten auf dieser Stelle arbeite habe ich immer noch Kennenlern-Treffen und auch da ist es üblich sich zur Begrüssung die Hand zu geben. Als ich letzte Woche die «Nicht-Hände-Schütteln»-Regel anwenden wollte, ist so einiges schiefgelaufen. Entweder wurde ich schief angeschaut, als ich verkündet hab, ich geb nicht die Hand oder mir wurde mitgeteilt, dass man sich nicht daranhalte, das sei ja doof. Das hat dazu geführt, dass ich 5x innerhalb von 2 Stunden die Hände desinfiziert oder gewaschen habe.

Virus bremst unsere Konsumgesellschaft und macht Panik

Was ich gar nicht nachvollziehen kann, ist diese Panikmache. Jede Grippe-Epidemie hat mehr Todesopfer und Grippeerkrankte. Neu ist ja, dass dieser Virus bis zu uns gekommen ist. Es ist doch keine Endzeitstimmung. Dass er so schnell bis nach Europa gekommen ist, hat ja auch mit unserem Lebenswandel zu tun. Möglichst viel reisen, möglichst viel unterwegs. Man will frei sein, man ist voll verplant und hat immer Programm. Zuhause in den eigenen vier Wänden sein – unvorstellbar. Genau deshalb denke ich jetzt ja auch darüber nach. Menschen kriegen Panik, weil wir alles haben. Wir können überall hin, können uns alles leisten, können tun und lassen was wir wollen und jetzt sollen wir plötzlich gewisse Dinge nicht mehr. Das schränkt ein. Etwas, was sich unsere Gesellschaft, die voll auf Konsum aus ist, gar nicht mehr gewohnt ist. Eine Verordnung von Oben gabs noch nie. Und anstelle sich endlich mal auf das was wirklich wichtig ist im Leben zu konzentrieren, herrscht Panik. Hamsterkäufe, Hamsterrei von Desinfektionsmitteln und Atemschutzmasken, überrennen von Notfallstationen in Spitälern. Irgendwie frage ich mich, wo denn hier und heute der gesunde Menschenverstand abgeblieben ist. Oder einfach die Achtsamkeit. Braucht man denn immer in Bewegung zu sein, immer etwas unternehmen, immer Programm? Geht auch Verzicht? Ist gerade im Moment nicht vielleicht der Zeitpunkt für mehr Achtsamkeit? Mehr bei sich sein? Ich bin gern zu Hause. Wir haben nicht immer Programm und verfallen auch nicht dieser ständigen Konsumlust. Heute überlege ich mir zusätzlich einmal mehr, ob es nun wirklich notwendig ist, die Wohnung zu verlassen oder dies und jenes zu machen. Alles hat Zeit und so dringend ist effektiv nichts.

Etwas mehr denken, bevor man rausgeht hilft

Ich überlege ich mir, wenn ich raus gehe, wen ich treffen könnte, worauf ich achten muss, damit ich nicht in brenzlige Situationen komme. Gut, ich gehe auch selten an Grossveranstaltungen und plane auch keine Reise in vom BAG deklarierte Krisengebiete. Bisher.