Ich liebe die Vorweihnachtszeit. Meine Wohnung dekorieren, auf Weihnachtsmärkten rumspazieren und die Auslagen begutachten, Glühwein trinken, die Lichter anschauen, selber Guetzli oder Grittibänzen backen, bei Kerzenschein erste Weihnachtslieder hören, Geschenke basteln und für die Feiertage das Weihnachtsmenü zusammenstellen.

Bekanntlich rennt die Zeit vor Weihnachten ja nur so dahin, aber ich nehme mir immer bewusst Zeit und nicht viel vor. Ich will diese wenigen Wochen geniessen mit meinen Lieblingsritualen und mich bewusst einstimmen auf das Jahresende. Ich liebe es Weihnachtslichter anzuschauen in der Stadt, Glühwein zu trinken, zu basteln für Weihnachten mit meiner Süssen und mich in diesen dunkeln Wochen von warmem Licht in meiner Wohnung bei einer Tasse Tee und einem guten Buch auf dem Sofa gemütlich zu machen. Ich mag dieses Gehetze und Gerenne nicht und vermeide es auch, darauf einzusteigen.

Zofingen der Weihnachtsmarkt der Sinne als Geheimtipp

Einer meiner Lieblingsweihnachtsmärkte ist und bleibt der Christchindlimarkt in Bremgarten. Auch wenn nach vielen Jahren immer wieder die gleichen Stände am gleichen Ort zu finden sind, ist der Bummel durch die hübsche Altstadt über die überdachte historische Brücke an der Reuss jedes Jahr wieder ein Highlight. Vor allem am Donnerstagabend, wenn es noch nicht so viele Leute hat, ist es wunderschön. Ein Glühwein und etwas zu Essen darf natürlich nicht fehlen.

Auch nach Zürich gehe ich immer gerne vor Weihnachten und lasse mich treiben. Ich erinnere mich gut an letztes Jahr als ich diese Vorweihnachtszeit mit meinem Schatz ganz intensiv geniessen konnte. Es war einfach so gemütlich und wir haben einen kleinen Rundgang über die Bahnhofstrasse und die verschiedenen Märkte auf dem Bellevue, dem Werdmühleplatz und im HB von Zürich gemacht. Dieses Jahr hat uns besonders der Markt auf dem Münsterhof gefallen, einfach weils, als wir eintrafen, noch nicht so übervölkert war. Und weil der Dezember bei uns ja eben nicht voll verplant ist, reicht es immer für einen spontanen Abstecher nach Zürich. Im HB haben wir am Abend vor dem 4. Advent im Chäs-Atelier noch ein Raclette gegessen und zwei tolle Ladies kennengelernt. Und bereits ist abgemacht, dass wir uns auch dieses Jahr wieder dort treffen. Der Tisch ist bereits reserviert.

Mein persönlicher Geheimtipp für die Weihnachtsmärkte ist aber der Weihnachtsmarkt in Zofingen. In der hübschen alten Zähringerstadt hats noch Platz, eine Vielzahl richtig toller Stände und anständige Preise, was den Glühwein anbetrifft.

Weihnachtsdeko-Tipp zum Nachbasteln

Vor einigen Jahren habe ich für die Eingangstüre eine schöne und sehr einfache Wanddeko gebastelt. Dafür sind wir in den Wald und habe Äste gesucht und diese in Form eines Dreiecks aufgereiht und mit Hanfschnur mit immer gleichem Abstand an den Enden festgebunden. Zum Schluss haben wir es mit klein Christbaumkugeln, kleinen Glöckchen, Federn und einer Lichterkette dekoriert. Jedes Jahr, wenn ich diese Wanddeko wieder aufhänge, erfreue ich mich aufs Neue – weils nicht einfach gekauft ist, weils einfach schön und speziell aussieht.

Mit meiner Süssen zu basteln und backen ist auch immer ein Highlight in der Adventszeit. Für den Samichlaus-Tag haben dieses Jahr selber Grittibänzen gemacht aus einem einfachen Zopfteig. Es war schön zu sehen, wie sehr sie sich für alles interessiert und wie sie lernen wollte, wie man jetzt den Teig macht, knetet und mit welcher Freude sie dann die Bänzen verziert und mit Ei bestrichen hat. Ja, einen hat sie extra für den Samichlaus gemacht, den sie ihm dann am Abend geben wollte.

Mit meiner Süssen bastle ich in der Regel in den Wochen vor Weihnachten immer etwas für die Grosseltern, Papi, Götti und Gotti. Aber dazu später – wir wollen sie ja überraschen.

«Liebe ist, wenn es Spass macht, treu zu sein.»

Unbekannt

Dieser Spruch ist mir neulich aufgefallen. Ich hab ihn dann meinem Schatz vorgelesen und wir haben darüber diskutiert, dass es bei uns tatsächlich so ist. Aber weshalb ist diese Beziehung wohl so und weshalb empfinden wir heute so? Dass alles passt? Ok – aber was passt denn wirklich? Der Weg hierhin war steinig und schmerzhaft und es war jetzt auch nicht über Nacht so, dass ich nach der Trennung wieder jemanden gefunden hab. Nach der Trennung von meinem Ex-Mann war ich mehrere Jahre auf der Reise – auf der Reise zu mir. Ich war überzeugt, dass irgendwann wieder jemand auftaucht, bei dem alles passt und mit dem ich mein wunderbares, volles und reiches Leben teilen darf. Auch die Vorstellung noch länger allein zu sein hat mir keine Angst bereitet – denn die Arbeit an mir hat mir geholfen zufrieden und dankbar mit mir und meinem Leben zu sein.

Diese Reise zum Traumpartner beginnt – und davon bin überzeugt – mit der Reise zu sich. Und genau, das war der Schlüssel. Ich hab so viel gelernt, erfahren, erlebt – Glück und Schmerz. Es war wichtig herauszufinden: Wer bin ich denn? Was will ich denn? Wen will ich an meiner Seite? Neben viel darüber nachdenken, habe ich viel geredet und reflektiert. Ich habe endlich meine Werte formulieren können und auch, wie ich mein Leben leben und wen ich in meinem Leben haben will.

Auf dem Weg war es richtig und wichtig, dass ich allein war und mich nicht gleich wieder Hals über Kopf in eine Beziehung gestürzt hab. Ich hatte viel Zeit – Zeit für mich allein, Zeit mit meiner Süssen, Zeit für Ferien mit ihr, Zeit für Reisen allein. Ich konnte und musste alles selber entscheiden. Und das hat mich stark gemacht. Auch der Schmerz über vielleicht gescheiterte Liebschaften, der Schmerz aufgrund der Scheidung, der immer wiederkehrende Streit mit meinem Ex über die Betreuung. Das ewige Hin und Her. Ich hab selber gedacht, selber entschieden, selber bestimmt.

Und ich habe mir ein wunderbares Umfeld aufgebaut. Ich habe meine Freundschaften intensiv gepflegt, habe auch neue Freundschaften geknüpft und Menschen kennengelernt, die mich inspirieren, meinen Horizont erweitern, mich wahrnehmen, ernst nehmen und so akzeptieren, wie ich bin. Ich bin offen und interessiert. Und dies habe ich gefeiert. Mein 40. Geburtstag war ein Fest mit all den Menschen, die mich Jahrzehnte oder erst wenige Jahre begleiten. Menschen, die mir ganz viel bedeuten, ob sie erst kurz in meinem Leben sind oder mich schon ewig kennen. Es war mein Fest. So wie ich bin – fröhlich, lustig, mit viel Lachen und guter Stimmung. Feinem Essen und gutem Wein. Ich hab mir die Party gemacht, wie ich bin. Meinen Stempel aufgesetzt.

Und auch wenn ich bis vor 2 Jahren schon weit gekommen war, mich in meinem selbstbestimmten Leben eingerichtet hatte und glücklich und stolz war auf alles was ich erreicht hatte, so war ich allein. Niemand konnte mein Herz entflammen und keiner entsprach dem Mann, den ich im Universum bestellt hatte. Der Mann, der ja sagt zu mir – ohne wenn und aber. Der Mann, der mit mir reist, unterwegs ist, mit mir bei Wein und gutem Essen über Gott und die Welt philosophiert, der mit mir Sport treibt, der mich aber auch meine Süsse nimmt, wie wir sind, der mich unterstützt, gross macht und einfach liebt. Der Mann, mit dem ich Pferde stehlen kann. Der Mann, der mein bester Freund, mein Partner, mein Liebhaber ist.

Genau, dieser Mann und es ist kaum zu glauben, ist erst einige Monate später wieder in mein Leben getreten. Ich habe immer gewusst, wenn er denn mal vor dir steht, dann weiss ich es einfach und dann gibt’s auch keine Diskussionen, keine Unsicherheit und kein Ja, aber. Dann passts, dann muss ich nicht mehr darüber nachdenken. Und genau so war es. Ich weiss, wer ich bin, ich weiss, dass ich mein Leben alleine meistern kann und das erst noch gut und ich weiss, was ich will und wen ich an meiner Seite will. Als er endlich dastand – hab ich keinen Moment gezögert. Es war einfach klar und seit 1.5 Jahren gehen wir gemeinsam diesen Weg. Anfängliche Unsicherheiten konnten wir in der Zwischenzeit hinter uns lassen und ganz ehrlich – es wird immer intensiver, immer enger und vollkommener. Wir haben soviel Spass miteinander und wir verstehen uns zu zweit oder zu dritt wunderbar. Wir ergänzen uns, stützen uns und sind für einander da. Es ist alles im Fluss und es hat noch nie so mit jemandem gepasst wie mit ihm. Das Zitat am Anfang «Liebe ist, wenn es Spass macht, treu zu sein» passt voll. Und es macht alles Sinn. Der Weg hierher zu dieser selbstbestimmten Beziehung, in der wir beide Individuen bleiben, die gemeinsam den Weg gehen, in der jeder so sein darf, wie er ist, war notwendig. Denn ohne dieses «Mich-Kennenlernen» und verstehen, wen ich an meiner Seite will – hätte ich nie den Mann angezogen, der mir all das und viel mehr gibt, als was ich mir je geträumt hätte.

Die Reise beginnt in dir. Und erst wenn du gefestigt bist, bei dir, dich kennst und weisst, wer du bist und was du willst und weisst, du kannst es allein, dann bist du bereit für einen Partner. Ich habs erlebt.  

Hamburg war schon lange eine Wunsch-Städte-Reise-Destination von mir. Leider hat es erst jetzt im November geklappt. Mit einer Freundin bin ich für ein Weekend nach Hamburg gereist und habe diese wunderschöne und vielseitige Hansestadt kennengelernt. Auf dieses Mädelsweekend haben wir uns lange gefreut und viele Dinge schon von zu Hause aus geplant. Highlight war aber ganz klar die Morgenmatinee in der Elbphilharmonie.

Afternoon-Tea und Olivia Jones Bar

Am Freitagnachmittag hat sich uns Hamburg im schönen Herbstlicht präsentiert und wir sind zuerst zum Nachmittagstee, wie es Neudeutsch heisst. Im Eatons Place einem Kleinod im Altona-Viertel wird einem auf perfekt englische Art ein wunderbarer Afternoon-Tea serviert. Alles ist liebevoll englisch eingerichtet und die drei Herren hinter der Theke machen ihre Arbeit auch auf freundlich englische Art. Wir haben Sandwiches, Scones mit Clotted Cream und süsse Küchlein gegessen und viel sehr feinen Tee getrunken. Es war himmlisch so in Hamburg anzukommen. Nach dem vielen Essen sind wir zur Elbe runtergelaufen und dann alles entlang der Elbe bis nach St. Pauli und der Reeperbahn. Ich und Reeperbahn. Aber das gehört zu Hamburg wie der Fischmarkt, das Rathaus, die Speicherstadt und die Elbphilharmonie. Wir sind am Schluss in der Bar von Olivia Jones gelandet und es war echt lustig.

Historisches, Lustiges und eindrückliche Gebäude

Die Stadt wirklich erkundet haben wir dann am Samstag, bis am Abend hatten wir mehr als 20000 Schritte auf dem Zähler. Hamburg lässt sich gut zu Fuss erkunden. Zum Frühstück sind wir ins Café Mutterland Cöllns, gleich beim Rathaus. Eine Institution wie wir feststellen durften, denn bereits zum Frühstück geht nichts ohne Reservation. Was uns natürlich zuerst etwas irritiert hat. Wir haben uns dann am Tischchen im Eingangsbereich platziert. Das Frühstück und vor allem die Auswahl an verschiedenen Gerichten, feinen frischen Brötchen und Brotsorten ist toll und es hat sehr gut geschmeckt. Nach dem stärkenden Frühstück sind wir auf eine Free Walking Tour.

3 Stunden hat uns der Student Martin durch sein Hamburg geführt. Er studiert Stadtentwicklung und konnte uns viel Historisches mit auf den Weg geben und hat uns mit Gedichten, Witzen und lustigen Geschichten gut unterhalten. In den drei Stunden sind wir vom Rathaus, an die Binnen-Alster über den Domplatz zur St. Nikolai-Kirche vorbei am Nikolaifleet runter zur Deichstrasse und dann über die Fussgängerbrücke in die Speicherstadt, wo der Rundgang auf dem Sandtorhafen mit Blick auf die Elbphilharmonie endete. Wir haben uns danach im Alsterhaus eine kurze Pause im Café gegönnt und sind noch wie es sich gehört shoppen gegangen.

Mit den Restaurant-Tipps von Martin haben wir abends noch versucht ein Restaurant zu finden. Aber ohne Reservation mindestens 5 Tage im Voraus ist in Hamburg zur üblichen Essenszeit leider nichts zu machen. Erst nach 8 sind wir ins Portugiesen-Viertel und haben uns im «O Pescador» eine Tapas-Platte und Portugiesischen Wein gegönnt.

Bezaubernde Klänge in der imposanten Elbphilharmonie

Die Elbphilharmonie ist nicht nur von aussen imposant, sondern auch innen sehr eindrücklich. Wir hatten Tickets für die Matinée am Sonntag um 11. Und sind kurz vor Beginn nach dem Frühstück und mit Gepäck beladen noch in den kleinen Saal reingehuscht. Der koreanische Künstler Jongdo An hat ein atemberaubend schönes Klavierkonzert geboten. Ich bin sehr beeindruckt, wie seine Finger nur so über die Tasten flogen und er ganz ohne Noten wunderbare Musik von Bach, Chopin und Schumann gespielt hat.

Es war ein rundum harmonisches, abwechslungsreiches und tolles Wochenende. Und in Hamburg bin ich echt nicht zum letzten Mal gewesen. Wir haben uns oft gesagt, schade sind es nur so wenige Tage, wir hätten noch so viel sehen können und uns einfach mehr Zeit lassen wollen. Und deshalb sag ich auf ganz bald wieder im Norden.

Wenn mir jemand von einiger Zeit mal gesagt hätte, dass ich einmal 3 Kids im Alter von 3-10 Jahren übers Wochenende zu Besuch hab, den hätte ich laut gelacht. Doch es war sogar meine eigene Idee und übers Wochenende hatte ich eine fröhliche, laute Rasselbande bei mir Zuhause. Zusammen mit meiner Süssen also 4 Kids und diese alle zufriedenstellen und unterzubringen. Was für ein Job! Aber das schicke ich voraus – ich war einfach nur happy. Es hat voll viel Spass gemacht und ich konnte mich auch ganz darauf einlassen. Das musste ich auch, denn es herrschte Ausnahmezustand. Tatkräftig hat mich zum Glück mein Schatz unterstützt. Und ich kann mich jetzt zu den Mami-Bloggerinnen gesellen, die regelmässig über Tipps und Tricks zur Bespassung der Kids bei Regenwetter oder am Wochenende schreiben und ich kann nun auch die Mamis noch mehr bewundern, die tagein tagaus mehr als 1 Kind betreuen und nicht noch viel Zeit haben für ihre persönlichen Bedürfnisse. Denn eins ist klar, diese kann man eher hintenanstellen.

Hier meine eigenen Tipps, wenn so eine Rasselbande zum Übernachten kommt. Ich habe mir ja schon einige Wochen vorher Gedanken gemacht, wie ich das machen könnte. Ich hab mir da ja ziemlich was aufgehalst und bin es mir ja nicht gewohnt, so viele Kids bei mir zu haben. Aber wie heisst es so schön, kopfüber ins Abenteuer. Und mit der richtigen Grundeinstellung ist schon vieles erreicht. Ich hab mich zum Beispiel darauf eingestellt, dass nicht alles Picobello sauber ist oder ruhig und wir unseren gewohnten Wochenend-Rhythmus haben können. Der sieht ja eher so aus, dass wir ausschlafen, gemütlich frühstücken, dann etwas zu Hause wuseln, nach draussen gehen oder etwas unternehmen, Abends evtl. Besuch haben oder auf Besuch gehen und Sonntags dann im ähnlichen Stil.

In meiner Wohnung würde einem schnell die Decke auf den Kopf fallen, weil sie schlicht für 6 Köpfe zu klein ist, war auch klar: wir machen ein Outdoor-Programm. Auch ist die Frage nach dem Essen und was ich denn für alle kochen könnte bei mir ein Thema gewesen, ganz zu schweigen von der Schlafsituation. Wie bringe ich 3 Gäste bei mir zum Schlafen unter.

3 Schlafplätze und ein munteres Durcheinander

Ich habe für meine Süsse vor einem Jahr eine Matratze unter dem Bett gekauft, die für Übernachtungsgäste gedacht ist. Auch habe ich ein Ausziehsofa. Und für die kleine Bohne wurde das Kinderbett geliefert. Und die Bettwäsche für alle. Die Zuteilung war auch organisiert und dann wars dann doch nicht so…die Kleine lag im grossen Bett, die Grossen haben die Betten getauscht und letztlich lagen alle 3 im gleichen Bett. Aber alle waren erholt und am Sonntag haben sie sogar bis halb 9 Uhr geschlafen. Auch hat sich gezeigt, dass ich für ein Wochenende oder einige Nächte durchaus mehr Personen bei mir beherbergen kann. Und ich liebe ein volles Haus.

Pizza, Pasta & Wienerli im Teig

Essenstechnisch habe ich für die sichere Seite entschieden. Am Freitagabend gabs Spaghetti Bolognese mit viel Rüebli und Dinkel-Spaghetti. Highlight war dann die selbstgemachte Pizza für alle. Belegt haben wir den selbstgemachten Pizzateig nach Lust und Laune mit Peperoni, Oliven, Champignons, Salami, Schinken und natürlich Mozzarella. Dazu gabst Nüssli-Salat. Geschmeckt hats allen bestens. Und als schnelles Mittagessen habe ich dann für alle Wienerli im Teig und dazu Salat gemacht. Für eine solche Rasselbande zu kochen, ist für mich eine Herausforderung, schliesslich wollte ich alle satt und zufrieden sehen.

Im Wald bräteln – immer ein Hit

Um alle gut zu beschäftigen und auch müde zu kriegen, sind wir in den Wald und haben an einer Feuerstelle Würste gebraten, Marshmallows geröstet und waren somit eine gute Zeit beschäftigt. Im Rucksack habe ich neben Anzündhilfen fürs Feuer, Gurken, Peperoni, Brot, Cervelats, Mandarinen, Chips & Marshmallows auch Wasser, ein Sackmesser, Feuerzeug und Papier gepackt. Wir hatten Glück – es war zwar kühl, aber gross geregnet hat es nicht und später hat sogar die Sonne geschienen. Der Marsch hat alle hungrig gemacht und neben Holz suchen, Würste braten, essen und Marshmallows rösten, waren wir alle wunderbar den halben Tag beschäftigt. Es war toll und ich liebe es draussen zu sein und solche Dinge zu erleben, die mich doch sehr an meine Kindheit erinnern.

Abendprogramm mit DVD schauen und selbstgemachten Popcorn

Wir haben das den Kids versprochen, dass sie am Abend einen Film schauen dürfen. Dazu gabs selbstgemachtes Popcorn. Und später einschlafen war dann auch kein Thema mehr, auch wenn die Schlafplätze komplett neu verteilt wurden. Und weil alle so grogi und voll müde waren, haben sie bis um 8.30 Uhr geschlafen am Sonntagmorgen.

Das Weekend war ganz ganz toll und ich freue mich sehr, dass wir es so gut hingekriegt haben mit 4 Kids. Es hat Spass gemacht, mich voll auf sie einzulassen und ich konnte dadurch meinen Berufsalltag und Dinge, die mich zuweilen belasten, völlig vergessen. Nicht nur für die Eltern also Erholung, sondern auch irgendwie für mich.

Zum zweiten Mal innerhalb von 5 Monaten sind wir nach London geflogen. Weg von den berühmten Sehenswürdigkeiten wie Westminster Abbey, Big Ben, Tower of London, London Eye oder Covent Garden, haben wir es uns einfach gut gehen lassen und die gemeinsame Zeit genossen. So sind wir gediegen zum Afternoon-Tea im legendären Brown’s Hotel und sind durch Kew Gardens spaziert. Auch haben wir ganz oft den Bus genommen und natürlich haben wir Shopping gemacht.

Wir haben im Victory Services Club am Marble Arch an der Ecke zum Hyde Park gewohnt. Dabei handelt es sich um ein Hotel exklusiv für Member – der vor allem britischen Marine und Armee. Das Hotel ist voll in englischem Stil, sehr luxuriös und elegant. Das Zimmer war neu renoviert und für Londoner Verhältnisse auch sehr gross. In der Bar kriegt man für vernünftige Preise alles was das Herz begehrt und auch das Frühstücksbuffet ist grosszügig. Das Hotel bietet einen guten Ausgangspunkt für Erkundungen.

Notting Hill mit sündhaften Zimtschnecken

Als erstes sind wir nach unserer Ankunft nach Notting Hill an die berühmte Portobello Road. Das ist zwar ein Touristen-Magnet, aber am Nachmittag hielten sich die Menschenmassen in Grenzen. Die aufgrund des Hollywood-Films mit Julia Roberts und Hugh Grant bekannte Gegend hat mir schon immer total gut gefallen. Wir haben also bei regnerisch-stürmischem Wetter den Markt besucht, die Seitensträsschen angeschaut und die besten Zimtschnecken in einem süssen Café gegessen. Die Seitensträsschen sind malerisch und viele Boutiquen und Restaurants laden ein zum Wiederkommen. Auch wirkt dieses Quartier eher wie ein Dorf und nicht wie die Grossstadt. Was mir an London einfach immer noch am besten gefällt.

Goldener Herbst in Kew Gardens

Die Highlights folgten dann aber am Sonntag. Mit der Underground sind wir nach Kew Gardens gefahren. Der Botanische Garten von London – weit ausserhalb der City. Ich liebe es, wenn die Züge durch die Gegend fahren und man so schön sieht, wie sich die Quartiere oder Orte verändern. Die Station Kew Gardens ist dann auch ein hübscher kleiner Bahnhof und man fühlt sich eher auf dem Land als noch in der Stadt.

Der Garten oder Park ist riesig und lädt zum Flanieren und Wandern ein, vorbei an unzähligen Bäumen, Sträuchern und Pflanzen. Die beiden Gewächshäuser aus dem frühen 19. Jahrhundert bieten Platz für Palmen und andere Gewächse. Besonders jetzt im Herbst hat der Park seinen Reiz mit dem farbigen Laub und dem unvergleichlichen Licht. Ich war voll hingerissen von den vielen Fotosujets, die sich mir boten und hab den Spaziergang bei herrlichem Wetter sehr genossen. Ich liebe es zu fotografieren und das zeigt sich meistens auch in den vielen Fotos, die ich allein an so einem Tag mache.

Afternoon-Tea klassisch

Am späteren Nachmittag haben wir uns dann chic gemacht und sind zum Brown’s Hotel gefahren für den legendären und weitherum bekannten Afternoon-Tea. Es war einfach nur luxuriös. Wir haben Champagner getrunken und die feinen salzigen Häppchen und später die Scones mit Clotted Cream und die süssen Gebäcke genossen. Der perfekte Start in den Geburtstag. Und unbedingt empfehlenswert. Es gibt alles à Discretion. Und neben der Teemischung des Hauses ist die Auswahl der Afternoon Tea’s grossartig. Danach braucht man definitiv keinen Znacht mehr. Nur noch einen langen Verdauungsspaziergang zurück zum Hotel.

Die Tage in London sind verflogen. Die Momente beim Entdecken weiterer Ecken der Stadt haben mir sehr gut getan. Auch hatte ich Zeit genug um den 2. Roman von Lucinda Rileys Serie die sieben Schwestern fertig zu lesen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich die Serie über die sieben Schwestern so packen würde. Ich kann im Moment nicht genug davon kriegen.

Acht Quitten durfte ich von meinem Quittenbaum ernten. Und das schon im 2. Jahr, seit er in meinem Garten steht. Ich habe mich schon den ganzen Sommer über darüber gefreut, dass ich so viele Quitten am Baum hab. Und als ich sie dann endlich ernten durfte, habe ich mir einige Gedanken über schmackhafte Rezepte gemacht. Quitten gehören für mich zum Herbst. Genauso wie Kürbisse.

Aus den Quitten habe Quittenschnitze, Quittengelee und eine Quittenwähe gemacht. Die Rezepte dazu findet ihr hier:

Quittenschnitze

2-3 Quitten

0.5 dl Wasser

75 gr Zucker

2 TL Vanillepaste

2 Einmachgläser

Quitten abreiben und mit Schale in schmale Schnitze schneiden. Wasser, Zucker und Vanillepaste aufkochen, Quitten dazu geben, aufkochen. Dann in die Gläser abfüllen und sterilisieren, z.B. mit einem Dampfgarer.

Quittengelee

5-6 Quitten (ca. 1.5 Liter Quittensaft)

Wasser

750gr Gelierzucker 2:1

2 TL Vanillepaste

Marmeladegläser

Quitten abreiben und mit Schale in Stücke schneiden. In einen Topf füllen und mit Wasser auffüllen. Ca. 45 Minuten kochen, bis sie weich sind. Dann in ein Sieb mit einem Entsafter-Tuch umleeren und über Nacht stehen lassen.

Die Flüssigkeit mit Gelierzucker und Vanillezucker aufkochen. Gelierprobe machen, dann heiss in Marmeladegläser abfüllen und evtl. sterilisieren in einem Dampfgarer.

Aus dem Quittenmus lässt sich dann eine wunderbare Quittenwähe machen. Sie duftet herrlich nach Quitten.

Quittenwähe

600gr Quittenmus

2.5 dl Rahm

2 Eigelb

75 gr. Zucker

1 TL Zimt

2 EL Maizena

Wenig Wasser

2 Eiweiss steif geschlagen

1 Blätterteig oder Kuchenteig rund

Sultaninen

Quittenmus mit Rahm pürieren. 2 Eigelb, in Wasser aufgelöste Maizena, Zucker und Zimt vermischen. Steif geschlagenes Eiweiss darunterheben. Kuchenteig dicht einstechen, Sultaninen nach belieben darauf verteilen. Mus verteilen und im den auf 220°C vorgeheizten Ofen (Ober- und Unterhitze), 40 Minuten backen, bis er goldbraun ist. Mit Puderzucker bestreuen und lauwarm, evtl. mit einer Kugel Zimtglace servieren.

Was für ein ereignisreicher Sonntag. Wahltag. Als durch und durch politischer Mensch hab ich das intensiv verfolgt. Ich bin bis vor einigen Jahren selber in einer Partei tätig gewesen und habe sogar vor 4 Jahren für den Nationalrat kandidiert. Es war Leidenschaft pur. Ich habe sowohl meinen Job als meine politischen Ämter immer mit Herzblut gemacht. Bis zum Bruch. Denn manchmal treffen Persönlichkeiten aufeinander, die einfach nicht miteinander können, auch wenn sie noch dieselben Ziele verfolgen. Ich habe mich darauf zurückgezogen – beruflich umorientiert und geniesse seither viele freie Abende abseits des Rampenlichts. Und etwa zu 80% der Zeit stört es mich nicht, dass die Politik ohne mich weiterläuft. In den vergangenen Jahren habe ich mich auch bezüglich meiner Parteizugehörigkeit oder –gesinnung emanzipiert und gehe dezidiert meinen Weg – und äussere mich, falls notwendig auch dazu. Befreit hab ich mich dann vor gut einem Jahr ganz, als ich sogar den Austritt aus der Partei gegeben hab und nun als wachsames Zoon-Politikon das Geschehen beobachte.

Als Zoon-Politikon ist meine Leidenschaft für Politik ungebrochen.

Wie gross die Leidenschaft für die Politik ist, zeigt sich dann aber am Wahltag. Ich konnte nicht aufhören die News zu schauen – ungläubig über Wahlsiege, Sitzgewinne von gewissen Exponenten und Verlusten von andern. Es hab mich voll chribbelig gemacht und ich war ganz nervös. Verstehen tue ich die Resultate immer noch nicht ganz – und hoffe nun natürlich, dass diese grüne Welle uns einfache Bürgerinnen und Bürger im Mittelstand nicht finanziell völlig fertigmacht. Davor hab ich echt Angst. Ich hoffe, dass ich mich diesbezüglich wieder beruhigen kann, denn ich denke, dass die Mühlen in Bern langsamer malen als anderswo und bei uns zum Glück noch gefeilscht werden muss, bis ein Gesetz oder ein Vorstoss durchgewunken wird.

Restaurant Niesenberg – idyllisches Herbstambiente

Abgesehen von meiner Aufregung über den Wahlausgang hatte ich ein unspektakuläres Wochenende. Wir haben am Freitag Freunde getroffen zum Znacht in einem tollen Restaurant. Es ist immer wieder erstaunlich, an welchen Ecken die tollsten Restaurants im Aargau zu finden sind. Und ich hab auf meiner Restaurant-Liste einen weiteren Geheimtipp aufgenommen. Das Restaurant Niesenberg auf dem Niesenberg. Das Essen und der Wein waren sensationell, die Gespräche angeregt. Bestimmt werden wir im Sommer, wenn man schön draussen sitzen kann, wieder hierherkommen. Der Samstagabend und Sonntag stand im Zeichen der Familie mit einem gemeinsamen Znacht und die Ruhe vor dem Sturm am Sonntag haben wir bei der Schweizermeisterschaft im Steckenpferde-Rennen verbracht. So lustig, was es alles gibt. Hobby Horsing wie das offizielle genannt wird, ist anscheinend eine offizielle Disziplin und es gibt überall Turniere und Veranstaltungen. Wir haben zugeschaut wie Kinder – hochkonzentriert und voll bei der Sache entweder den Dressurkurs oder dein Spring-Parcours bestritten haben. Die Gewinnerinnen haben wie bei Reitturnieren üblich eine Rosette fürs Pferd erhalten. Lustig wars.

Heute finde ich mein Glück in mir.

Wie sehr ich auf dem Weg bin, habe ich dieses Wochenende auch wieder bemerkt. Es scheint Früchte zu tragen, dass ich so an mir gearbeitet hab, meine Grenzen, Werte verinnerlicht habe und für mich einstehe. Und ich habe auch erfahren dürfen, dass ich froh sein darf, mein Glück in mir zu finden, weil ich die Dinge tue, die mich zufrieden machen und weil ich jeden Tag diese Zufriedenheit und Dankbarkeit empfinden darf. Was ich nicht ausstehen kann, das ist Negativität und Gejammer immer und zu jederzeit. Ich kann das nicht ausstehen, wenn man nichts, aber gar nichts Schönes an seinem Leben finden kann, wenn alles nur schlecht oder negativ ist. Und noch weniger kann ich ausstehen, wenn man statt vor der eigenen Haustüre zu kehren, möglichst noch die vermeintlichen Probleme oder die Leben von anderen seziert, um möglichst nicht an sich selber zu arbeiten.

Letztlich war das Wochenende irgendwie aufwühlend, aufgrund all der verschiedenen Personen, Themen und Ereignisse. Am meisten aufgewühlt hat mich aber die Erkenntnis, dass nicht alle einfach bei sich, zufrieden mit sich und dankbar für ihr Leben sind. Und ich werde jetzt darüber nachdenken, wie ich solche Menschen oder ihr Verhalten nicht mehr zu sehr an mich ranlasse und wie ich Ruhe bewahren kann, auch wenn die Person mir sehr nahe steht. Achtsam. Wie immer. Ausatmen und einatmen. Dankbar für alles was ich hab.

Ach ja, diese farbigen Blätter und Bäume tun es mir gerade besonders an. Ich freue mich über die Fotos oder wenn ich in die schöne farbige Natur schaue.

Herbstfarben

Gerade läuft wieder viel bei mir. Eine gute Phase für mich, denn nach dem ich im September gefühlt keine kleinen Glücksmomente im Alltag gesehen hab, bin ich grad echt entspannt und sehr zufrieden im Hier und Jetzt. Die vielen kleinen Dinge sind es, die mich grad sehr glücklich machen. Der Kurztrip nach Nyon zu meinem Arbeitgeber, das verlängerte Weekend in meinem geliebten Nizza oder das VIP-Feeling in Mailand. Aber auch die Herbstfärbung der Bäume, die Rückkehr meiner Süssen nach den Ferien und ihre unbändige Energie oder die Verbundenheit mit meinem Schatz. Es läuft gerade wieder viel und es ist einfach wunderbar. Ich spüre so viel positive Energie und das macht mich total happy.

Stippvisite in der Romandie

Genferseeregion mit Weinbergen

Letzte Woche war ich beruflich in Nyon. Ich durfte für meinen Arbeitgeber eine Pressekonferenz organisieren und hab zum ersten Mal auch die Büros dort gesehen. Die Reise von mir nach Nyon ist ja eine halbe Weltreise – vor allem mit dem Zug, bereits um 5.15 hätte ich auf den Bus gehen müssen. Also habe ich mich entschieden bei meinem Schatz in Zofingen zu übernachten. An sich ja nichts Spezielles – aber ich hab alleine dort den Abend verbracht und dort geschlafen – er jettet grad auch um die Welt. Dies brachte mir 1.25 h mehr Zeit zum Schlafen. Dennoch musste ich um 6.32 Uhr den Zug Richtung Genf nehmen. Und trotz der frühen Morgenstunde, war ich voll motiviert, positiv und hab mich einfach auf den Tag gefreut. Die Fahrt nach Nyon entlang des Genfersees ist ja schon ein Highlight und ich hab mir fest vorgenommen mal einen City-Gourmet-Trip nach Lausanne zu machen inkl. dieser tollen Zugfahrt dorthin.

Meine Ode auf Nizza endet auch hier nicht

Leuchtturm und Hafen

Bereits am Freitagmorgen um 6 Uhr sind wir losgefahren, um ein verlängertes Weekend in Nizza zu verbringen. Und es ist unglaublich – aber die Entspannung hat sich sofort eingestellt. Nichts mehr tun. Abschalten. Geniessen. Wir haben auf dem Balkon ein kleines Zvieri gemacht, gelesen und die warme Sonne genossen. Und wir haben viel geschlafen – alle aufgeladene Energie war weg – keine Termine und schwupps wirst du einfach müde und der Körper nimmt sich was er braucht. Erholung pur ohne viel zu tun. Ganz herrlich. Abends sind wir draussen gesessen, haben Apéro getrunken, Moules et Frites gegessen in unserem Lieblingsrestaurant La Mama oder irgendwo sonst in einem unserer bevorzugten Restaurants.

Als VIP an der Piazza di tre Torri

Milano – Piazza dei tre Torri

Mein nächster Stopp war dann Milano – nicht wegen der Fashion, sondern wegen meines Jobs. Ich durfte den Hauptsitz meines Arbeitgebers besuchen. Was für ein Highlight. Ich hab mich gefühlt eine very important Person, die für eine very important Firma arbeitet – die Menschen, die dort arbeiten sind einfach nur stolz, das zu dürfen. Es war mega inspirierend. Und hat mich auch voll happy gemacht. Von Mailand hab ich wenig gesehen – aber die Gegend um die Piazza Tre Torri ist modern und sehr beeindruckend. Ich habe 1.5 tolle Tage in Mailand verbracht mit meiner Arbeitskollegin und viele neue Kollegen kennengelernt. Der Austausch war ja so spannend und hat meine Stimmung zusätzlich gehoben. Ausserdem hatten wir auf der Heimfahrt – zum ersten Mal bin ich regulär durch den neuen Gotthard-Tunnel gefahren – einfach viel Zeit, um uns besser kennenzulernen und uns auszutauschen.

Eine Million schöner kleiner Dinge – #onemillionlittlethings

Meine Stimmung hebt sich im Moment nur schon, wenn ich in die Natur schaue – die Blätter färben sich nun langsam und die satten orange und rot Töne lassen mein Herz höherschlagen. So habe ich meine Jogging-Runde verlängert, um Zeit zu haben die Farben einzufangen und am Mittag bin ich extra nach draussen gegangen, um die Sonne zu geniessen und die farbigen Laubbäume zu fotografieren. Was zählt sind die kleinen Dinge – die Augen offen zu halten für die Schönheit der Natur, den Moment wahrzunehmen und ihn zu geniessen. Ich fühle mich im Moment sehr geerdet und verbunden mit mir. Dies wirkt sich auch auf meine Umgebung aus. Mit meinem Schatz fühle ich diese Tiefe ebenfalls und auch die Flausen meiner Süssen, die nach den Herbstferien wieder zu Hause ist, bringen mich eher zum Lachen und Schmunzeln. Die vielen kleinen Dinge im Alltag machen das Leben so einzigartig und darüber bin ich grad einfach dankbar. Dankbar für alles was mir grad geschenkt wird.

Nach einer Woche auf der faulen Haut liegen und uns von vorne bis hinten bedienen lassen. Sind wir nun wieder zu Hause im Alltag. Es war ein Glücksgefühl die Türe aufzuschliessen und in die aufgeräumte und geputzte Wohnung zu kommen. Die Küche hat mich förmlich angelacht – komm koch endlich wieder mal was. Ich hatte tatsächlich riesig Lust zu kochen – bereits auf der Heimfahrt habe ich mir überlegt, was ich zum Abendessen zubereite und das Menü für Sonntag war auch schnell bestimmt.

Auf Wunsch gabs unsere „Liebes“-Pizza, die wir immer zusammen machen. Es mag komisch erscheinen, aber für uns hat zusammen selber Pizza machen, einfach eine besondere Bedeutung und diese selbstgemachte Pizza schmeckt einfach am besten. Wir stehen dann zusammen in der Küche, schnippeln das Gemüse und die Zutaten klein, belegen den Teigboden, reden und trinken ein Glas Wein, während die Pizza im Ofen ist. Auch beim Essen haben wir oft irgendeine Philosophische Diskussion über ein Thema – das unsere Welt bewegt und wir geniessen diesen Austausch immer sehr.

Weil ich so eine grosse Lust zum Kochen und Backen hatte, ist mir beim Durchblättern eines Kochmagazins auch eine tolle Idee für eine Maroni-Torte gekommen, die ich gleich ausprobiert habe.

Ein herbstlicher Hingucker Maroni-Torte

Zutaten:

75 gr. weiche Butter

100gr. Vermicelles

40 gr. Zucker

2 Eigelb

1 EL Haselnusslikör

150gr gemahlene Haselnüsse

50 gr Mehl

1 TL Backpulver

2 Eiweiss geschlagen

Dekoration:

75 gr. Vermicelles

2 EL Pekannüsse gehackt

1 Merengue zerbröselt

Etwas Haselnusslikör

So mache ich es:

Butter, Vermicelles und Zucker verrühren, Eigelb und Haselnusslikör dazurühren, Haselnüsse, Mehl und Backpulver darunterrühen, das geschlagene Eiweiss vorsichtig unterziehen. Alles in eine vorbereitete 20cm-Durchmesser-Springform geben und bei 180°C bei Ober- und Unterhitze 30 min. backen.

Für die Deko: Torte mit Likör beträufeln, Vermicelles durch einen Vermicelles-Bereiter auf die Mitte der Torte drücken, gehackte Pekannüsse und zerbröselte Merengue darüber verteilen.

Der Hafen von Marseille

Auf unsere Herbstferien haben wir uns schon länger, aber in den letzten 2 Wochen ganz besonders gefreut. Es war einfach Zeit für eine Pause, etwas Abstand und Erholung nach Wochen, die irgendwie stressig waren. Und diese Kreuzfahrt mit der MSC Fantasia war einfach der Hammer.

Eine Reise auf dem Meer

Letzten Herbst – ebenfalls in den Herbstferien habe ich mir den Traum einer Kreuzfahrt erfüllt – ein besonderes Geschenk an mich sollte es sein – sozusagen zum Abschluss einer langen Trennungs- und Scheidungszeit. Ich bin dann mit meiner Mutter, meiner Süssen und einer Freundin eine Woche auf der MSC Poesia auf dem östlichen Mittelmeer rumgeschippert und wir haben Bari, Olympia, Athen, Mykonos und Dubrovnik angeschaut. Mir gefallen die Städte und Orte mit viel Geschichte und somit bin ich mit Olympia und der Akropolis voll auf meine Kosten gekommen. Unsere Mädelsrunde war auch richtig toll und wir haben eine fantastische Zeit auf dem Schiff verbracht. Da es so toll war, hat mich das nicht mehr los gelassen und immer wieder habe ich nach einer Reise auf dem Meer für die Herbstferien geschaut.

MSC Yacht-Club vor Neapel

Im Juni hatte ich dann das ultimative Angebot und wir haben eine Suite auf der MSC Fantasia gebucht mit einer eigentlich unspektakulären Route auf dem Mittelmeer mit Marseille, Palma, Ibiza, Neapel und Livorno. Bereits in Genua bei der Einschiffung wurden wir von einem Butler bis zum Schiff begleitet und mit Prosecco willkommen geheissen. Statt langes Warten konnten wir gleich auf die Kabine. Und wir haben die Annehmlichkeiten und den Luxus des MSC Yacht Clubs geniessen dürfen. Und die Route, die ich zuerst als wenig spektakulär erachtet habe, war wahnsinnig abwechslungsreich.

Marseille – verrucht schön

Notre-Dame de la Garde

Marseille haben wir auf eigene Faust erkundet. Wir sind zur Basilika Notre-Dame de la Garde hoch und haben neben der imposanten Basilika auch die fantastische Aussicht genossen. Der Hafen von Marseille – früher als gefährlich und verrucht bekannt – zeigt sich heute strahlend und die Mole ist von vielen Restaurants und Cafés gesäumt. Das treiben am und ums Wasser ist emsig und es gibt viel zu entdecken. Wir werden bestimmt wieder kommen – eine Anreise von Nizza ist ja nur noch ein Katzensprung.

Ibiza – klein, wild und fein

Palma und Mallorca haben wir nur aus der Ferne vom Schiff aus betrachtet. Wir haben die Top Sail Lounge genossen, gebadet, gelesen, ausgeruht, gegessen und uns eine Massage gegönnt. Höhepunkt war das Buffet-Dinner unter den Sternen. In Ibiza sind wir dann auf eine Inselrundfahrt, um einen Eindruck von der Insel zu erhalten. Die malerischen Dörfchen, die schönen Strände und die unterhaltsame Erzählung des Reiseleiters haben den Aufenthalt auf Ibiza zu einem Highlight gemacht. Und es blieb genug Zeit, um die Sonne und das traumhafte Spätsommerwetter auf Deck zu geniessen.

Was dieses grosse Schiff zu bieten hat, merkt man erst, wenn man mal einen Tag auf See verbringt. Es war einfach nur beruhigend, sich nicht zwischen 10 andere im Wirlpool zu quetschen, am Buffet kein Gerangel, um das letzte Pommes Frites zu haben und jedem Dichtestress in der wunderbaren Kabine oder im Yacht-Club aus dem Weg gehen zu können. Erholung pur – während andere Ballermann-Feeling auf Deck 14 und 15 haben. Nicht ganz unseres.

Pompeji – ganz ohne Worte

Das absolute Highlight der Reise war aber Pompeji und die 2-stündige Führung durch die ausgegrabene Stadt. Die Geschichte ist wahnsinnig spannend und aufgrund der Überlieferung aus Aufzeichnungen kann heute gut rekonstruiert werden, wie das Leben damals 79 nach Chr. war. Ich bin tief beeindruckt, wie auch damals schon das Streben nach Glück wichtig war, zeigen die Relikte, die Ausgrabungen, die Zeichnungen und Funde.

Livorno haben wir dann sozusagen wieder links liegen gelassen und unseren letzten Tag auf dem Schiff verbracht. Beim Baden, Lesen, Zeichnen, Essen, Reden und schlicht Geniessen. Für jeden von uns hatte es was dabei. Die Zeit auf dem Schiff ist wie im Fluge vergangen. Die Annehmlichkeiten und der Luxus im Yacht Club waren wahnsinnig toll. Umso schwerer war es wieder heim zu fahren. Ich kann mir denken, dass nun viele sagen, dass Kreuzfahrtschiffe ökologische Dreckschleudern sind. Die Schiffe fahren, ob wir einsteigen oder nicht. Ich finde es grossartig von A nach B zu reisen, andere Städte und Regionen zu sehen ohne ständig den Koffer neu packen zu müssen. Und ganz ehrlich – ich werde wieder auf eine Kreuzfahrt gehen – das Fieber hat mich gepackt und ich freue mich drauf.

Heimkommen in mein schönes Zuhause macht mich glücklich.

Auch das Heimkommen in meine schöne aufgeräumte Wohnung, macht mir dann nach so einer Luxus-Woche wieder Freude. Nach einer Woche immer bedient werden, jeden Wunsch erfüllt zu bekommen, soviel zu essen und zu trinken wie man will, keinen Finger zu rühren, ist es schön, wieder mal selbst in der Küche zu stehen und wieder mal selbst den Kochlöffel zu schwingen, selber die Wäsche zu machen und nicht nur bedient zu werden. Auf Dauer würde man nämlich mistfaul und einfältig.