Was für ein ereignisreicher Sonntag. Wahltag. Als durch und durch politischer Mensch hab ich das intensiv verfolgt. Ich bin bis vor einigen Jahren selber in einer Partei tätig gewesen und habe sogar vor 4 Jahren für den Nationalrat kandidiert. Es war Leidenschaft pur. Ich habe sowohl meinen Job als meine politischen Ämter immer mit Herzblut gemacht. Bis zum Bruch. Denn manchmal treffen Persönlichkeiten aufeinander, die einfach nicht miteinander können, auch wenn sie noch dieselben Ziele verfolgen. Ich habe mich darauf zurückgezogen – beruflich umorientiert und geniesse seither viele freie Abende abseits des Rampenlichts. Und etwa zu 80% der Zeit stört es mich nicht, dass die Politik ohne mich weiterläuft. In den vergangenen Jahren habe ich mich auch bezüglich meiner Parteizugehörigkeit oder –gesinnung emanzipiert und gehe dezidiert meinen Weg – und äussere mich, falls notwendig auch dazu. Befreit hab ich mich dann vor gut einem Jahr ganz, als ich sogar den Austritt aus der Partei gegeben hab und nun als wachsames Zoon-Politikon das Geschehen beobachte.

Als Zoon-Politikon ist meine Leidenschaft für Politik ungebrochen.

Wie gross die Leidenschaft für die Politik ist, zeigt sich dann aber am Wahltag. Ich konnte nicht aufhören die News zu schauen – ungläubig über Wahlsiege, Sitzgewinne von gewissen Exponenten und Verlusten von andern. Es hab mich voll chribbelig gemacht und ich war ganz nervös. Verstehen tue ich die Resultate immer noch nicht ganz – und hoffe nun natürlich, dass diese grüne Welle uns einfache Bürgerinnen und Bürger im Mittelstand nicht finanziell völlig fertigmacht. Davor hab ich echt Angst. Ich hoffe, dass ich mich diesbezüglich wieder beruhigen kann, denn ich denke, dass die Mühlen in Bern langsamer malen als anderswo und bei uns zum Glück noch gefeilscht werden muss, bis ein Gesetz oder ein Vorstoss durchgewunken wird.

Restaurant Niesenberg – idyllisches Herbstambiente

Abgesehen von meiner Aufregung über den Wahlausgang hatte ich ein unspektakuläres Wochenende. Wir haben am Freitag Freunde getroffen zum Znacht in einem tollen Restaurant. Es ist immer wieder erstaunlich, an welchen Ecken die tollsten Restaurants im Aargau zu finden sind. Und ich hab auf meiner Restaurant-Liste einen weiteren Geheimtipp aufgenommen. Das Restaurant Niesenberg auf dem Niesenberg. Das Essen und der Wein waren sensationell, die Gespräche angeregt. Bestimmt werden wir im Sommer, wenn man schön draussen sitzen kann, wieder hierherkommen. Der Samstagabend und Sonntag stand im Zeichen der Familie mit einem gemeinsamen Znacht und die Ruhe vor dem Sturm am Sonntag haben wir bei der Schweizermeisterschaft im Steckenpferde-Rennen verbracht. So lustig, was es alles gibt. Hobby Horsing wie das offizielle genannt wird, ist anscheinend eine offizielle Disziplin und es gibt überall Turniere und Veranstaltungen. Wir haben zugeschaut wie Kinder – hochkonzentriert und voll bei der Sache entweder den Dressurkurs oder dein Spring-Parcours bestritten haben. Die Gewinnerinnen haben wie bei Reitturnieren üblich eine Rosette fürs Pferd erhalten. Lustig wars.

Heute finde ich mein Glück in mir.

Wie sehr ich auf dem Weg bin, habe ich dieses Wochenende auch wieder bemerkt. Es scheint Früchte zu tragen, dass ich so an mir gearbeitet hab, meine Grenzen, Werte verinnerlicht habe und für mich einstehe. Und ich habe auch erfahren dürfen, dass ich froh sein darf, mein Glück in mir zu finden, weil ich die Dinge tue, die mich zufrieden machen und weil ich jeden Tag diese Zufriedenheit und Dankbarkeit empfinden darf. Was ich nicht ausstehen kann, das ist Negativität und Gejammer immer und zu jederzeit. Ich kann das nicht ausstehen, wenn man nichts, aber gar nichts Schönes an seinem Leben finden kann, wenn alles nur schlecht oder negativ ist. Und noch weniger kann ich ausstehen, wenn man statt vor der eigenen Haustüre zu kehren, möglichst noch die vermeintlichen Probleme oder die Leben von anderen seziert, um möglichst nicht an sich selber zu arbeiten.

Letztlich war das Wochenende irgendwie aufwühlend, aufgrund all der verschiedenen Personen, Themen und Ereignisse. Am meisten aufgewühlt hat mich aber die Erkenntnis, dass nicht alle einfach bei sich, zufrieden mit sich und dankbar für ihr Leben sind. Und ich werde jetzt darüber nachdenken, wie ich solche Menschen oder ihr Verhalten nicht mehr zu sehr an mich ranlasse und wie ich Ruhe bewahren kann, auch wenn die Person mir sehr nahe steht. Achtsam. Wie immer. Ausatmen und einatmen. Dankbar für alles was ich hab.

Ach ja, diese farbigen Blätter und Bäume tun es mir gerade besonders an. Ich freue mich über die Fotos oder wenn ich in die schöne farbige Natur schaue.

Herbstfarben

Gerade läuft wieder viel bei mir. Eine gute Phase für mich, denn nach dem ich im September gefühlt keine kleinen Glücksmomente im Alltag gesehen hab, bin ich grad echt entspannt und sehr zufrieden im Hier und Jetzt. Die vielen kleinen Dinge sind es, die mich grad sehr glücklich machen. Der Kurztrip nach Nyon zu meinem Arbeitgeber, das verlängerte Weekend in meinem geliebten Nizza oder das VIP-Feeling in Mailand. Aber auch die Herbstfärbung der Bäume, die Rückkehr meiner Süssen nach den Ferien und ihre unbändige Energie oder die Verbundenheit mit meinem Schatz. Es läuft gerade wieder viel und es ist einfach wunderbar. Ich spüre so viel positive Energie und das macht mich total happy.

Stippvisite in der Romandie

Genferseeregion mit Weinbergen

Letzte Woche war ich beruflich in Nyon. Ich durfte für meinen Arbeitgeber eine Pressekonferenz organisieren und hab zum ersten Mal auch die Büros dort gesehen. Die Reise von mir nach Nyon ist ja eine halbe Weltreise – vor allem mit dem Zug, bereits um 5.15 hätte ich auf den Bus gehen müssen. Also habe ich mich entschieden bei meinem Schatz in Zofingen zu übernachten. An sich ja nichts Spezielles – aber ich hab alleine dort den Abend verbracht und dort geschlafen – er jettet grad auch um die Welt. Dies brachte mir 1.25 h mehr Zeit zum Schlafen. Dennoch musste ich um 6.32 Uhr den Zug Richtung Genf nehmen. Und trotz der frühen Morgenstunde, war ich voll motiviert, positiv und hab mich einfach auf den Tag gefreut. Die Fahrt nach Nyon entlang des Genfersees ist ja schon ein Highlight und ich hab mir fest vorgenommen mal einen City-Gourmet-Trip nach Lausanne zu machen inkl. dieser tollen Zugfahrt dorthin.

Meine Ode auf Nizza endet auch hier nicht

Leuchtturm und Hafen

Bereits am Freitagmorgen um 6 Uhr sind wir losgefahren, um ein verlängertes Weekend in Nizza zu verbringen. Und es ist unglaublich – aber die Entspannung hat sich sofort eingestellt. Nichts mehr tun. Abschalten. Geniessen. Wir haben auf dem Balkon ein kleines Zvieri gemacht, gelesen und die warme Sonne genossen. Und wir haben viel geschlafen – alle aufgeladene Energie war weg – keine Termine und schwupps wirst du einfach müde und der Körper nimmt sich was er braucht. Erholung pur ohne viel zu tun. Ganz herrlich. Abends sind wir draussen gesessen, haben Apéro getrunken, Moules et Frites gegessen in unserem Lieblingsrestaurant La Mama oder irgendwo sonst in einem unserer bevorzugten Restaurants.

Als VIP an der Piazza di tre Torri

Milano – Piazza dei tre Torri

Mein nächster Stopp war dann Milano – nicht wegen der Fashion, sondern wegen meines Jobs. Ich durfte den Hauptsitz meines Arbeitgebers besuchen. Was für ein Highlight. Ich hab mich gefühlt eine very important Person, die für eine very important Firma arbeitet – die Menschen, die dort arbeiten sind einfach nur stolz, das zu dürfen. Es war mega inspirierend. Und hat mich auch voll happy gemacht. Von Mailand hab ich wenig gesehen – aber die Gegend um die Piazza Tre Torri ist modern und sehr beeindruckend. Ich habe 1.5 tolle Tage in Mailand verbracht mit meiner Arbeitskollegin und viele neue Kollegen kennengelernt. Der Austausch war ja so spannend und hat meine Stimmung zusätzlich gehoben. Ausserdem hatten wir auf der Heimfahrt – zum ersten Mal bin ich regulär durch den neuen Gotthard-Tunnel gefahren – einfach viel Zeit, um uns besser kennenzulernen und uns auszutauschen.

Eine Million schöner kleiner Dinge – #onemillionlittlethings

Meine Stimmung hebt sich im Moment nur schon, wenn ich in die Natur schaue – die Blätter färben sich nun langsam und die satten orange und rot Töne lassen mein Herz höherschlagen. So habe ich meine Jogging-Runde verlängert, um Zeit zu haben die Farben einzufangen und am Mittag bin ich extra nach draussen gegangen, um die Sonne zu geniessen und die farbigen Laubbäume zu fotografieren. Was zählt sind die kleinen Dinge – die Augen offen zu halten für die Schönheit der Natur, den Moment wahrzunehmen und ihn zu geniessen. Ich fühle mich im Moment sehr geerdet und verbunden mit mir. Dies wirkt sich auch auf meine Umgebung aus. Mit meinem Schatz fühle ich diese Tiefe ebenfalls und auch die Flausen meiner Süssen, die nach den Herbstferien wieder zu Hause ist, bringen mich eher zum Lachen und Schmunzeln. Die vielen kleinen Dinge im Alltag machen das Leben so einzigartig und darüber bin ich grad einfach dankbar. Dankbar für alles was mir grad geschenkt wird.

Nach einer Woche auf der faulen Haut liegen und uns von vorne bis hinten bedienen lassen. Sind wir nun wieder zu Hause im Alltag. Es war ein Glücksgefühl die Türe aufzuschliessen und in die aufgeräumte und geputzte Wohnung zu kommen. Die Küche hat mich förmlich angelacht – komm koch endlich wieder mal was. Ich hatte tatsächlich riesig Lust zu kochen – bereits auf der Heimfahrt habe ich mir überlegt, was ich zum Abendessen zubereite und das Menü für Sonntag war auch schnell bestimmt.

Auf Wunsch gabs unsere „Liebes“-Pizza, die wir immer zusammen machen. Es mag komisch erscheinen, aber für uns hat zusammen selber Pizza machen, einfach eine besondere Bedeutung und diese selbstgemachte Pizza schmeckt einfach am besten. Wir stehen dann zusammen in der Küche, schnippeln das Gemüse und die Zutaten klein, belegen den Teigboden, reden und trinken ein Glas Wein, während die Pizza im Ofen ist. Auch beim Essen haben wir oft irgendeine Philosophische Diskussion über ein Thema – das unsere Welt bewegt und wir geniessen diesen Austausch immer sehr.

Weil ich so eine grosse Lust zum Kochen und Backen hatte, ist mir beim Durchblättern eines Kochmagazins auch eine tolle Idee für eine Maroni-Torte gekommen, die ich gleich ausprobiert habe.

Ein herbstlicher Hingucker Maroni-Torte

Zutaten:

75 gr. weiche Butter

100gr. Vermicelles

40 gr. Zucker

2 Eigelb

1 EL Haselnusslikör

150gr gemahlene Haselnüsse

50 gr Mehl

1 TL Backpulver

2 Eiweiss geschlagen

Dekoration:

75 gr. Vermicelles

2 EL Pekannüsse gehackt

1 Merengue zerbröselt

Etwas Haselnusslikör

So mache ich es:

Butter, Vermicelles und Zucker verrühren, Eigelb und Haselnusslikör dazurühren, Haselnüsse, Mehl und Backpulver darunterrühen, das geschlagene Eiweiss vorsichtig unterziehen. Alles in eine vorbereitete 20cm-Durchmesser-Springform geben und bei 180°C bei Ober- und Unterhitze 30 min. backen.

Für die Deko: Torte mit Likör beträufeln, Vermicelles durch einen Vermicelles-Bereiter auf die Mitte der Torte drücken, gehackte Pekannüsse und zerbröselte Merengue darüber verteilen.

Der Hafen von Marseille

Auf unsere Herbstferien haben wir uns schon länger, aber in den letzten 2 Wochen ganz besonders gefreut. Es war einfach Zeit für eine Pause, etwas Abstand und Erholung nach Wochen, die irgendwie stressig waren. Und diese Kreuzfahrt mit der MSC Fantasia war einfach der Hammer.

Eine Reise auf dem Meer

Letzten Herbst – ebenfalls in den Herbstferien habe ich mir den Traum einer Kreuzfahrt erfüllt – ein besonderes Geschenk an mich sollte es sein – sozusagen zum Abschluss einer langen Trennungs- und Scheidungszeit. Ich bin dann mit meiner Mutter, meiner Süssen und einer Freundin eine Woche auf der MSC Poesia auf dem östlichen Mittelmeer rumgeschippert und wir haben Bari, Olympia, Athen, Mykonos und Dubrovnik angeschaut. Mir gefallen die Städte und Orte mit viel Geschichte und somit bin ich mit Olympia und der Akropolis voll auf meine Kosten gekommen. Unsere Mädelsrunde war auch richtig toll und wir haben eine fantastische Zeit auf dem Schiff verbracht. Da es so toll war, hat mich das nicht mehr los gelassen und immer wieder habe ich nach einer Reise auf dem Meer für die Herbstferien geschaut.

MSC Yacht-Club vor Neapel

Im Juni hatte ich dann das ultimative Angebot und wir haben eine Suite auf der MSC Fantasia gebucht mit einer eigentlich unspektakulären Route auf dem Mittelmeer mit Marseille, Palma, Ibiza, Neapel und Livorno. Bereits in Genua bei der Einschiffung wurden wir von einem Butler bis zum Schiff begleitet und mit Prosecco willkommen geheissen. Statt langes Warten konnten wir gleich auf die Kabine. Und wir haben die Annehmlichkeiten und den Luxus des MSC Yacht Clubs geniessen dürfen. Und die Route, die ich zuerst als wenig spektakulär erachtet habe, war wahnsinnig abwechslungsreich.

Marseille – verrucht schön

Notre-Dame de la Garde

Marseille haben wir auf eigene Faust erkundet. Wir sind zur Basilika Notre-Dame de la Garde hoch und haben neben der imposanten Basilika auch die fantastische Aussicht genossen. Der Hafen von Marseille – früher als gefährlich und verrucht bekannt – zeigt sich heute strahlend und die Mole ist von vielen Restaurants und Cafés gesäumt. Das treiben am und ums Wasser ist emsig und es gibt viel zu entdecken. Wir werden bestimmt wieder kommen – eine Anreise von Nizza ist ja nur noch ein Katzensprung.

Ibiza – klein, wild und fein

Palma und Mallorca haben wir nur aus der Ferne vom Schiff aus betrachtet. Wir haben die Top Sail Lounge genossen, gebadet, gelesen, ausgeruht, gegessen und uns eine Massage gegönnt. Höhepunkt war das Buffet-Dinner unter den Sternen. In Ibiza sind wir dann auf eine Inselrundfahrt, um einen Eindruck von der Insel zu erhalten. Die malerischen Dörfchen, die schönen Strände und die unterhaltsame Erzählung des Reiseleiters haben den Aufenthalt auf Ibiza zu einem Highlight gemacht. Und es blieb genug Zeit, um die Sonne und das traumhafte Spätsommerwetter auf Deck zu geniessen.

Was dieses grosse Schiff zu bieten hat, merkt man erst, wenn man mal einen Tag auf See verbringt. Es war einfach nur beruhigend, sich nicht zwischen 10 andere im Wirlpool zu quetschen, am Buffet kein Gerangel, um das letzte Pommes Frites zu haben und jedem Dichtestress in der wunderbaren Kabine oder im Yacht-Club aus dem Weg gehen zu können. Erholung pur – während andere Ballermann-Feeling auf Deck 14 und 15 haben. Nicht ganz unseres.

Pompeji – ganz ohne Worte

Das absolute Highlight der Reise war aber Pompeji und die 2-stündige Führung durch die ausgegrabene Stadt. Die Geschichte ist wahnsinnig spannend und aufgrund der Überlieferung aus Aufzeichnungen kann heute gut rekonstruiert werden, wie das Leben damals 79 nach Chr. war. Ich bin tief beeindruckt, wie auch damals schon das Streben nach Glück wichtig war, zeigen die Relikte, die Ausgrabungen, die Zeichnungen und Funde.

Livorno haben wir dann sozusagen wieder links liegen gelassen und unseren letzten Tag auf dem Schiff verbracht. Beim Baden, Lesen, Zeichnen, Essen, Reden und schlicht Geniessen. Für jeden von uns hatte es was dabei. Die Zeit auf dem Schiff ist wie im Fluge vergangen. Die Annehmlichkeiten und der Luxus im Yacht Club waren wahnsinnig toll. Umso schwerer war es wieder heim zu fahren. Ich kann mir denken, dass nun viele sagen, dass Kreuzfahrtschiffe ökologische Dreckschleudern sind. Die Schiffe fahren, ob wir einsteigen oder nicht. Ich finde es grossartig von A nach B zu reisen, andere Städte und Regionen zu sehen ohne ständig den Koffer neu packen zu müssen. Und ganz ehrlich – ich werde wieder auf eine Kreuzfahrt gehen – das Fieber hat mich gepackt und ich freue mich drauf.

Heimkommen in mein schönes Zuhause macht mich glücklich.

Auch das Heimkommen in meine schöne aufgeräumte Wohnung, macht mir dann nach so einer Luxus-Woche wieder Freude. Nach einer Woche immer bedient werden, jeden Wunsch erfüllt zu bekommen, soviel zu essen und zu trinken wie man will, keinen Finger zu rühren, ist es schön, wieder mal selbst in der Küche zu stehen und wieder mal selbst den Kochlöffel zu schwingen, selber die Wäsche zu machen und nicht nur bedient zu werden. Auf Dauer würde man nämlich mistfaul und einfältig.

Im September ist der Alltag so vor uns hingeplätschert mit Arbeit, Schule, Haushalt. Eigentlich ein ganz normaler Monat, der mich aber nicht so inspiriert hat. Ich konnte irgendwie das kleine Glück nicht einfangen, festhalten und dankbar dafür sein. Und doch im Rückblick bildet der September ein Monat voller kleiner feiner Glücksmomente.

Mädelswochenende auf dem Jochpass

So waren wir mit einer Studienfreundin und ihren beiden Mädels unterwegs. Wir haben aus unseren jährlichen Zusammentreffen mit Ausflügen in der Zentralschweiz eine Tradition werden lassen, die letztes Jahr mit der Wanderung zum Seealpsee und dem Äscher ein absolutes Naturhighlight war. Da uns diese atemberaubende Bergkulisse und das Zusammensein so gefallen hat, haben wir für dieses Jahr wieder ein solches Wanderwochenende eingeplant. Diesmal wollten wir von Melchseefrutt über den Jochpass nach Engelberg wandern. Niemand hätte gedacht, dass genau unser Wochenende von einem Schnee- und Wintereinbruch geprägt war und wir die Wanderung absagen mussten. Auf den Berg rsp. den Jochpass sind wir trotzdem und haben einen gemütlichen Nachmittag und Abend in diesem schönen Berggasthaus verbracht beim Reden, Spielen, Apéro trinken und einem feinen Znacht sind alle auf ihre Kosten gekommen. Und auch bereits für nächstes Jahr haben wir unser Wanderwochenende wieder eingeplant. Wohin es geht, wissen wir zwar noch nicht, aber aufs Zusammensein freuen wir uns bereits alle.

Inspiriert vom Golfschnupperkurs

Ein weiteres kleines Glück war unser Golfschnupper-Kurs. Diesmal hat die Sonne geschienen und zwar so richtig. Mitte September haben wir den Sonntag somit auf dem Golfplatz in Holzhäusern verbracht und uns die Technik des Golfspiels zeigen lassen. Vor Jahren habe ich ja schon mal einen Golfkurs besucht und nach zig Abschlägen und vielen Versuchen den Golfball richtig zu treffen, entnervt aufgegeben. Es fehlte mir am Pfiff und auch wünschte ich mir schneller zu erfahren, was denn genau notwendig ist, um die Platzreife zu erlangen. Mit typisch englischem Humor hat uns der Golfpro in Holzhäusern aber die notwendigen Informationen erteilt und man könnte in einem Intensiv-Training die Spielreife für die Plätze der Migros bereits nach 2 Grundkursen und dem Knigge-Kurs erlangen. Das nach 5 Tagen. Wenn das keine Aussicht ist. Uns hats jedenfalls gefallen und wir überlegen im Frühling 2020 den Intensiv-Kurs zu machen und dann die Migros-Golfplätze unsicher zu machen.

Grosse Hochzeitssause

Das grosse Highlight des Septembers war aber die Hochzeit eines befreundeten Paares in Deutschland. Wir sind bereits am Freitag hingefahren und haben das Brautpaar am Samstag im Rathaus empfangen. Da wir so früh angereist sind, konnten wir am Vorabend noch gemütlich zu dritt Znacht essen und das Wochenende einläuten. Am Samstag gingen wir noch auf Shopping-Tour und haben für meine Süsse ihr ultimatives Hochzeits- und Festkleid gefunden im H&M. Auch ich wollte dann noch etwas im H&M schnuppern und mir eine so schicke karierte Hose kaufen. Doch keine wollte passen. Ganz frustriert – ich trage definitiv nicht Grösse 44 – bin ich aus dem Laden raus. Die Shopping-Laune war weg. Ich war dann auch nicht sicher, ob ich mein Glück im S. Oliver nochmals versuchen soll. Reinschnuppern und die Karo-Hosen bestauenen, das wollte ich dann doch und habe doch tatsächlich eine Hose gefunden – in einer akzeptablen Grösse – nämlich 36. Puh. Der Tag war also gerettet und wir konnten uns schön zurechtgemacht auf zur Hochzeit machen. Es war alles so herrlich liebevoll. Die vielen Kids hatten einen eigenen riesigen Kindertisch mit mindestens 5 verschiedenen Gerichten auf der Kinderkarte. Dazu gabs eine tolle Tanzband und sogar einen Zauberer. Wir haben viel und fein gegessen, bei guter Musik getanzt und uns wunderbar mit unseren Tischnachbarn unterhalten. Der Abschied am anderen Mittag – nach einer kurzen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück ist uns wie immer sehr schwer gefallen.

Und wenn man diese drei Highlights meiner kleinen Glücksmomente nimmt und ich mich noch daran erinnere, dass ich ja noch meinen Geburtstag gefeiert habe und ihn im Wellness verbringen durfte, dann war es ein toller Monat. Und genau daran will ich mich erinnern. Lustigerweise kann man sich zum Glück relativ schnell nicht mehr an die Alltagsunannehmlichkeiten erinnern, die Probleme im Job, in der Schule, der Streit dort oder die Meinungsverschiedenheit da. Und wenn ein Monat einfach so dahinplätschert, einfach so vergeht, ist es umso wichtiger, sich die guten Dinge, die schönen Momente und die positiven Erlebnisse in Erinnerung zu rufen und sie dort zu bewahren. Ich habe mich im September viel zu sehr von den negativen oder schweren Dingen beeinflussen lassen. Ich war angespannt, gereizt und fühlte mich gestresst. Habe mir über Dinge den Kopf zerbrochen, die jetzt gar nicht mehr der Rede wert sind. Dabei sollte ich ja wissen, dass mit etwas Distanz, mit etwas mehr Gelassenheit und weniger Gedankenkarussell alles viel einfach wäre. Aber wenn man so gestresst oder genervt ist, man viele Termine hat oder viele Steine auf dem Weg liegen, ist das ja leider leichter gesagt als getan.

Sport für Körper und Geist

Erstaunlicherweise konnte ich meinen Fitness- und Jogging-Rhythmus ohne Probleme einhalten. Ich gehe seit Anfang Schuljahr einmal die Woche ins Pilates und jogge 2-3 mal die Woche. Und wenn ich es nicht tue, dann fehlt mir etwas. Und eigentlich freut mich diese Entwicklung sehr. Wie wichtig Sport sein kann und welchen Effekt regelmässiger Sport haben kann, hat uns die Begegnung mit der ehemaligen Olympionikin Almut Brömmel gezeigt, welche wir im Hotel in Deutschland kennengelernt haben. Sie trainiert heute mit 84 Jahren noch junge Leichtatletik-Talente und nimmt sogar noch an Landesmeisterschaften teil. An jenem Wochenende in Deutschland hat sie einmal mehr einen Wettbewerb in der Kategorie Ü80 gewonnen.

Zwetschgen-Kuchen macht glücklich

Im September habe ich es auch kaum geschafft zu backen oder mir Zeit genommen etwas Feines zu kochen. Was geblieben ist, ist der Zwetschgen-Kuchen, den ich für unseren Besuch gebacken habe. Mein Zwetschgenkuchen war nicht so eine grosse Sache, da ich einen einfachen Gleichschwer-Rührteig mit Vanille verfeinert gemacht und die Zwetschgen darin versenkt habe. Geschmeckt hat es allen trotzdem gut.

In den letzten Tagen war ich nicht so glücklich, ehrlich gesagt richtig down und mir haben die Worte gefehlt. Ich konnte nichts Schönes mehr erkennen. Mir fehlten auch Ideen für meinen Blog – alles war irgendwie öde. Ich konnte nicht erkennen, wo denn die schönen oder tollen Dinge sind in meinem Alltag. Gut, es muss ja nicht alles immer heiter Sonnenschein sein. Aber ich bin doch immer so positiv und fröhlich und kann andere damit anstecken – ich sprudle über vor Ideen und Plänen und Dingen, die ich machen möchte. Ich hab ja sowas von gelernt, dankbar zu sein, zufrieden mit mir. Und doch – ich wars einfach nicht.

Leben und leben lassen

Erstaunlich – Ende letzter Woche war plötzlich alles weg davon. Und jetzt nach einigen Tagen des Grübelns und In-mich-gekehrt-seins fliesst plötzlich alles wieder und vieles ist klar. Ich kann die Lösung oder die Richtung der Lösung sehen und letztlich formulieren. Und dann kommt mein Lachen wieder, meine generelle Fröhlichkeit und Zufriedenheit. Dieses feine Lachen im Hintergrund in meinem Inneren. Dieses leichte Strahlen. Und dann die Frage, wie konnte mich das Erlebte so runterziehen. Ich weiss doch wer ich bin, was ich erreicht hab und was ich kann. Eigentlich sollte mich daher das Erlebte ja nicht so leicht aus der Bahn werfen.

Ich hab ja gelernt, andere so zu lassen wie sie sind – mein Kredo lautet «Leben und leben lassen» – doch was wenn die anderen einem einfach nicht leben lassen wollen? Ich reagiere dann nicht souverän und direkt, sondern verhalten und es zieht mich runter. All die Stärke und positive Einstellung oder Laune geht um solche Menschen flöten. Und ich werde zu der Person, die ich nicht bin oder sein will. Und es erstaunt mich, dass ich mich so runterziehen und fertigmachen lasse und eigentlich all die Prinzipien und Werte, die mir so wichtig sind plötzlich völlig vergesse.

Lernen genau hinzuschauen

Jetzt im Nachhinein sehe ich, was mich hätte glücklich machen können und irgendwie auch gemacht hat: Zum Beispiel das Wiedersehen mit meiner Freundin – ja ich wollte sogar absagen und mich unter die Wolldecke aufs Sofa verkriechen. Und der Ruck trotzdem zu gehen, etwas Hübsches anzuziehen und mich chic zu machen, hat viele Überwindung gekostet. Und dann – es hat so gut getan sie zu sehen, fein zu essen, etwas Gutes zu trinken und auch ihre Geschichten zu hören und auszutauschen, Pläne zu schmieden und Zeit zusammen zu verbringen. Diese Freundschaft zu pflegen. Ich durfte wieder erkennen, wie wichtig Freundschaften sind und dass es eben unsere engen Freundschaften, unsere Familie, der Partner, das Kind sind, die das Leben so lebenswert machen. Und dass man genau darauf bauen sollte. Darauf basiert unser Seelenwohl. Das hat mich gerade dazu bewogen, einer anderen Freundin ein kurzes Hallo zu schreiben und zu fragen, wann wir uns sehen.

Auch die Zeit übers Wochenende mit meinem Schatz – Einkaufen, Kaffee trinken, gemeinsam Joggen gehen, die Wohnung in Herbst-Stil zu dekorieren, abends Freunde zum Znacht treffen. Zuhören, reden, lachen – sich Zeit nehmen und es geniessen. Das hat mir geholfen Abstand zu finden. Oder etwas völlig anderes zu machen – einen Golf Schnupperkurs – einige Stunden in eine andere Welt eintauchen und den Kopf mit anderen Dingen als dem drängenden, ungelösten Gedankenkarussell zu beschäftigen.

Irgendwann hatte ich dann den Plan. Den habe ich aufgeschrieben. Die Dinge, die mich beschäftigen, formuliert und dann war sie wieder da die positive Einstellung, die gute Laune, die innere Zufriedenheit. Alles war plötzlich wieder im Fluss.

Finde deine Energie und schwimm darin

Es wird viel über die Energie gesprochen, in der man selber schwimmt, lebt oder die einem Umgibt. Diese Energie scheint uns zu beeinflussen. Wenn ich also in einer negativen Energie bin oder mein Umfeld, dann zieht mich das runter. Wenn ich aber mich nicht davon beeinflussen lasse – kann mich diese negative Energie nicht runterziehen und ich evtl. andere sogar positiv beeinflussen. Doch wie grenze ich mich ab. Wie lasse ich diese Energie nicht zu? Obwohl ich die Dinge kenne, die mir guttun, um mich abzugrenzen. Auch ich hab nicht immer den Fokus. Daran muss ich noch arbeiten…

Mein Partner hat mir gestern gesagt, es sei wahnsinnig mit wie viel Freude und positiver Energie ich doch meinen Job erledige, wie freundlich ich am Telefon sei, wie hilfsbereit und gut gelaunt für jeden ein nettes Wort hätte. Das ist es was ich ausstrahlen will und ich muss mich selber an der Nase nehmen, dass die Menschen um mich – ich habe mir ja nicht alle ausgesucht – mich so runterziehen und mich partout nicht sehen wollen. Dieses Verhalten irritiert mich dermassen, dass ich selbst mit der Erledigung ganz simpler Aufgaben und der Wahrnehmung meiner Fähigkeiten durcheinandergerate und unsicher werde.

Die Frage lautet also, in welcher Energie möchte ich leben? Dieser Frage gehe ich jetzt nach.

Wenn Gedanken schweifen…

Ihr kennt bestimmt alle das Sprichwort – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold – man lernt uns ja seit klein auf, mal still zu sein, den Mund zu halten, zu schweigen. Ich muss mich ständig an der Nase nehmen, denn auch ich tendiere dazu meiner Süssen zu sagen, sie soll doch mal ruhig sein. Und ja, es gibt Momente, da ist es tatsächlich besser man schweigt. Momente, in denen es einfach nichts bringt, seinen Senf noch dazuzugeben und somit eine Diskussion anzuheizen oder nochmals zu entfachen. Ich habe gelernt zu schweigen. Als ich klein war, hab ich auch kaum was gesagt – vor allem nicht in der Schule. Und wenn ein Lehrer mich aufgefordert hat, mich zu irgendwas zu äussern, habe ich höchstens gesagt, dass ich mich nicht gemeldet hätte und dann wieder geschwiegen.

Eigentlich erstaunt es daher umso mehr, dass ich heute in der Kommunikation arbeite und somit von Berufes wegen schon viel reden sollte. Ich diskutiere und philosophiere fürs Leben gern. Ich kann das stundenlang. Hingegen sind politische Diskussionen nicht so mein Ding – wenn ich auch dazu eine sehr dezidierte Meinung habe. Aber politische Diskussionen geraten meist schnell unter die Gürtellinie und das mag ich nicht.

Wie wichtig es ist – statt zu schweigen zu reden – habe ich in den letzten Jahren immer wieder erfahren. Ich tendierte dazu eben zu wenig zu sagen, runterzuschlucken, mich rumschubsen zu lassen und dem Konflikt, der Konfrontation oder dem Problem so aus dem Weg zu gehen. Das hat dann dazu geführt, dass ich irgendwann explodiert bin und alles ungefiltert, emotional und in einem Schwall ohne Weg zurück oder nur erschwert aus mir rausgekommen ist. Aus Angst, das Gegenüber könnte mich ablehnen oder aus Angst vor den Konsequenzen bin ich still gewesen. Angst war ein zentraler Treiber. Und egal ob im Job oder privat, das war nicht gut und hat mich zum Teil fast krankgemacht. Ich bin so an Burnouts- oder Depressionen vorbeigeschrammt.

Zum Glück vorbeigeschrammt. In der Zwischenzeit habe ich gelernt meine Meinung zu sagen und nicht mehr einfach still zu sein. Ich kann es nicht mehr und es ist viel besser so. Geholfen hat mir die Erfahrung aus den letzten 5 Jahren. Der Schmerz, die Tränen, die Verzweiflung, die Ratlosigkeit, die Hilflosigkeit. Ich hatte Angst. Doch heute ist die weg. Ich bin gewachsen und stärker geworden an allem was ich durchlebt hab und ich weiss heute – ich kanns allein. Ich brauche niemanden und muss auch vor niemandem Angst haben. Und egal was kommt – ich schaffs! Diese Erkenntnis macht mich noch stärker.

Für mich und meine Bedürfnisse einstehen, meine Meinung sagen – das ist wohl meine grosse Leistung in den letzten Jahren. Und wenn mich etwas beschäftigt oder bedrückt nicht zuwarten, sondern es direkt ansprechen – egal wers ist und was passieren könnte. Puh, das kostet mich immer noch Überwindung. Aber dieses Verhalten zeigt mir, es ist der bessere Weg, als alles in mich hineinzufressen. Und der glücklichere. Denn ich ernte Verständnis. Ich erlebe, dass ich erreiche, was ich will. Dass ich so authentisch bin und ganz ich.

Mein Partner und ich reden ständig. Seit wir uns kennen, ist das Reden eine wichtige Basis unserer Beziehung. Es fasziniert und begeistert mich, wie gut wir miteinander reden können. So offen, direkt und ehrlich war noch keine meiner Beziehungen. Und egal wann und wo, wir haben uns immer etwas zu erzählen, etwas zu besprechen oder uns gemeinsam weiterzuentwickeln, wenn wir unterschiedliche Bedürfnisse oder Wünsche abstimmen, verstehen und ernstnehmen müssen. In der Beziehung zu schweigen, wenns mal nicht so läuft, oder wenn latent etwas in der Luft liegt, geht bei mir gar nicht mehr. Und ich kann nicht anders als es ansprechen. Und auch wenn es mich auch Überwindung kostet, diese Harmonie und Entspannung, die sich nach einem Gespräch ausbreiten, ist unglaublich wertvoll.

Entspannen an der Promenade des Anglais

Im August war ich noch voll im Ferienmodus – gestartet sind wir in den Monat mit den Tagen am Gardasee. Nochmals Zweisamkeit, entspannen, erholsame Tage im schönen Italien mit feinem Essen und gutem Wein. Im Büro ging es gemächlich zu – Ferienstimmung und meine Süsse war noch beim Papa. Und beendet haben wir den Monat und wohl den Sommer mit 2 Tagen am Meer in Nizza. Ein Kraft-Tank-Energie-Auflade-Wochenende in meinem 2. Zuhause. Wir waren an der Promenade des Anglais am Castel Plage – einem Privat-Strand vor allem bei Schwulen beliebt und haben einfach nichts getan. Gelesen, gebadet, geredet, gesünnelet und genossen. Es war perfekt. 2 Tage Sommer, Sonne, Meer – mehr brauch ich nicht. Abends sind wir in unser Lieblingsrestaurant und haben Moules et Frites gegessen. Und am Sonntag sind wir nach dem Aufstehen nach Villefranche gejoggt. Erst abends sind wir wieder heimgefahren. Das Wochenende war wunderbar erholsam.

Mitte August ging die 2. Klasse los und meine Süsse war recht aufgeregt. Aber sie ist toll gestartet. Halt schon ne Grosse. Die Abläufe sind jetzt bekannt, die Klassenkameradinnen und –kameraden kennt sie und sie läuft wieder mit den Nachbarsmädchen in die Schule. Halleluja und bin ich dankbar. Ich begleite sie nur noch kurz nach draussen – sage Tschüss und sie marschiert los. Ich bin schon sehr stolz auf meine Süsse. Und ich hoffe, dass sie sich weiter so entwickelt.

Gute Vorsätze bis Ende Jahr

Ich habe einiges neu angefangen, zusammen mit dem neuen Schuljahr. So habe ich mir vorgenommen wieder mehr Sport und Fitness zu machen und auch mit dem monatlichen MBSR-Training begonnen. Dieser Moment der Ruhe mit Meditation, Gedanken und Yoga hat mir im August geholfen mich ganz auf den Augenblick zu fokussieren. Einfach mal eine Stunde praktisch ohne Gedanken nur für mich. Zeit für keine Gedanken. Zeit einfach am Körper zu arbeiten, hineinzuhören wie es gerade ist und zu spüren, dass es eben gerade gut ist. Ich freue mich bereits auf den nächsten MBSR-Moment. Im Alltag mache ich seit 4 Wochen neu Pilates. Auch dort erstaunt mich im Moment noch, dass ich eine Stunde lang Körperarbeit machen kann ohne gross zu denken oder abzuschweifen und ich spüre bereits wie gut mir diese Bewegungen tun. Wie ich sicherer, stärker und stabiler im Rumpf werde. Gleichzeitig habe ich mein Jogging-Programm intensiviert und gehe nun 2-3 Mal die Woche meine Runden drehen in der Reussebene. Ich habe dies jetzt 4 Wochen durchgezogen und bereits stellt sich eine schöne Routine ein und mein körperliches Wohlbefinden ist gestiegen.

Wenn man versteht wie man sich verhält, kann man entsprechend lenken und dirigieren.

Nach den Sommerferien sind nun alle wieder zurück bei der Arbeit – erholt und voller Energie. Bei meiner Arbeit merkt man auch, dass alle wieder mit Volldampf das 2. Halbjahr in Angriff nehmen. Und ich muss mir im Arbeitsumfeld noch einige strategische Gedanken machen, wie ich mich selber positioniere und wohin ich in den nächsten 6 Monaten noch gehen rsp. welche Prioritäten ich setzen möchte. Ich lerne beständig – wie ich mich in der Organisation orientiere, welche Vorgaben nun mal im Grossunternehmen vorgegeben sind, wie ich mich da einbringen oder dort zurücknehmen kann. Es waren Monate der Eingewöhnung seit April. Die groben Rahmenbedingungen stimmen für mich als Mami. Homeoffice und das 80%-Pensum sind mir wichtig, damit ich genügend Zeit für meine Süsse habe und doch eine Tätigkeit in der ich gefordert und gefördert werde. Grundlegend habe ich mir in den letzten Tagen aber Überlegungen zu meinem Verhaltensstil und dem von anderen gemacht. Wer bin ich im Beruf, wer bin ich privat? Nur allein diese Erkenntnis bestätigt auch meine Sicht von mir – über die Adjektive, wer ich denn bin – habe ich hier schon einige Male geschrieben. Zusammengefasst zeigen die Adjektive meinen Verhaltensstil. Ich weiss jetzt, weshalb ich mich wann wie einbringe oder weshalb ich wann wie reagiere. Und das konnte bereits erfolgreich umsetzen – wenn man versteht wie man ist, kann man sich entsprechend einbringen und lenkend in die richtige Richtung dirigieren. Geholfen bei meiner Selbsterkenntnis hat mir mein Schatz und ein Buch, das er mir freundlicher weise geschenkt hat.

Es darf auch leicht sein

Im Moment läuft es gerade sehr ruhig. Sozusagen im Westen nichts Neues – und wenn alles so im Fluss ist, fehlen einem manchmal etwas die Worte. Alles ist im Fluss – keine gröberen Probleme im Job, kein Streit wegen der Betreuung oder der Scheidung – die ist ja durch. Kein Stress sonst wo, die Beziehung ist im Fluss, wir verbringen schöne Momente zusammen, aber auch mit vielen Freunden und Bekannten. Wir sind offen und knüpfen schnell Kontakte. Ja, wir fühlen uns wohl zusammen. Und das sich wohl fühlen, trifft auch auf mich alleine zu. Ich fühle mich wohl, geerdet, ruhig, bei mir und reagiere gelassener auf Dinge, die mich vor einigen Monaten noch völlig aus der Bahn geworfen hätten. Ich weiss wer ich bin, ich kenne meine Grenzen, habe eine klare Meinung und vertrete diese. Das gibt mir ein Gefühl der Stärke ohne zu kämpfen. Ich bin bei mir. Ja, es ist gerade leicht. Und es darf leicht sein. Nach Jahren, die gespickt waren mit Problemen, Schmerz und Tränen, ist dieses Gefühl der Leichtigkeit, des Angekommen seins und des inneren Friedens – wunderschön und gleichzeitig nicht fassbar.

Bereit für einen gemütlichen Abend

Am Samstag war es wieder mal Zeit für eine weitere tolle Essenseinladung. Ich habe unsere Gäste mit einem sommerlich-provenzalischen Menü verwöhnt. Und so fein es war, so einfach und schnell lässt es sich zubereiten. Mir ist es immer wichtig, Zeit für meine Gäste zu haben, nicht noch stundenlang in der Küche oder beim Abwasch zu stehen, während sie am Tisch sitzen und reden. Ich möchte dann gerne bei ihnen am Tisch sitzen. Deshalb bereite ich nachmittags immer alles soweit wie möglich vor, damit die Küchenzeit am Abend möglichst kurz ist.

Und wie so oft ist auch beim Kochen die gute Planung und Vorbereitung das halbe Leben. Ich bereite mich schon rund eine Woche vor dem Anlass darauf vor. Schmökern in Kochbüchern, Kochheften oder Online-Rezepten gehören sozusagen zu meinem Hobby und Ideen begleiten mich drum ständig etwas. Ich stelle etwa eine Woche vor dem Anlass das Menü zusammen, suche nach Rezepten, verfeinere Rezepte oder integriere meine Ideen. Dann kaufe ich meist am Vortag frische, lokale Produkte ein. Zur genauen Zeitplanung hilft mir, dass ich die Rezepte genau studiere, damit ich etwa weiss, wie viel Zeit ich einplanen muss, wie schwierig die Zubereitung ist und welche Gerichte ich wann zubereite. So hat sich die Zubereitungszeit für das Menü vom Wochenende auf 2.5 Stunden beschränkt.

Mein Schatz ist beeindruckt, wie ich da wie ein emsiges Bienchen, Schritt für Schritt aus einem grossen Berg Zutaten die einzelnen Gerichte zubereite und dies still für mich, ganz vertieft in die Arbeit. Für mich ist Kochen wie Yoga oder Meditation. Ich kann darin völlig aufgehen. Die Handgriffe sitzen und mit Geduld, Freude und Ausdauer stört es mich daher nie stundenlang in der Küche zu stehen. Ich habe einfach unglaublich grosse Freude dabei. Und wenn es dann allen noch schmeckt und wir uns gut unterhalten, dazu ein feines Glas Wein trinken, dann bin ich einfach sehr happy- meist noch Tage danach. Ich liebe es und je länger je mehr wünsche ich mir, in gezielter Regelmässigkeit Rezepte auszuprobieren, Menüs zu kochen und Gäste zu bewirten. Wie hat doch Aristoteles gesagt: das höchste Glück ist im Tun. Und so happy wie ich bin, ist es unbeschreiblich.

Das sommerlich-provenzalische Menü sah so aus:

Apéro mit Oliven & Flammkuchen-Schnecken dazu Prosecco

Peperoni-Tonnato mit Nussbrot

Thymian-Schweinefilet aus dem Ofen mit Ratatouille und neuen Kartoffeln

Marinierte Aprikosen mit Mascarpone-Haube

Apéro

Flammkuchen-Schnecken (vier Personen)

1 Flammkuchenteig

Wenig Crème Fraiche bestreichen

2 kleine rote Schalotten in feinen Streifen verteilen

1 Päckchen Speckwürfel verteilen

Denn Flammkuchen aufrollen und dann in 1 cm breite Rädchen schneiden.

Backen bei 200°C, Ober- / Unterhitze

Noch warm servieren

Vorspeise

Peperoni-Tonnato (vier Personen)

4 rote Peperoni halbieren, kerne entfernen, mit Schnittfläche nach unten bei 250° C backen bis sich dunkle Blasen bilden

Für das Tonnato

1 Dose Thon, abgetropft

2 Sardellen-Filet, abgespühlt, getrocknet in groben Stücken

1 EL Kapern

1 EL Zitronensaft

2 EL Olivenöl

0.5 dl Gemüsebouillon

Salz und Pfeffer

Alle Zutaten fein pürieren

Peperoni häuten, in 2cm breite Streifen schneiden, auf Platte verteilen, Tonnato darüber verteilen, mit Schnittlauch dekorieren. Dazu Baguette oder Nussbrot servieren

Hauptgang

Thymian-Schweine-Filet

Klarsichtfolie

Roh-Essspeck

600 gr. Schweine-Filet

Salz und Pfeffer

1.5 Bund Thymian

Blätter fein hacken und auf ein Stück Klarsichtfolie verteilen. Filet drauflegen und Thymian gut andrücken. Roh-Essspeck ums Filet wickeln und mit Küchenschnur anbinden und in eine feuerfeste Form legen. Dann 20 Minuten bei 200°C, Unter- & Oberhitze, backen, Temperatur erhöhen auf Grill-Funktion grossflächig, ca. 5 Minuten braten.

Ratatouille

1 Mittlere Zucchetti

2 Auberginen

2 farbige Peperoni                               

Alles in mittelgrosse Stücke schneiden

2 kleine Zwiebeln fein hacken

2 Knoblauch fein hacken

Rosmarin fein hacken

1-2 EL Tomatenpüree

1 dl Gemüsebouillon

Salz und Pfeffer

Zwiebeln und Knoblauch andämpfen, Gemüse dazugeben und stark andämpfen, Rosmarin und Tomatenpüree beigeben, ablöschen mit Gemüsebouillon, 20-25 Minuten, zugedeckt bei mittlerer Hitze kochen, Abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Gedämpfte neue Kartoffeln dazu servieren

Dessert

Marinierte Aprikosen mit Mascarpone-Haube (vier Personen)

500 gr. Aprikosen, entsteint halbiert

75 gr. Rohzucker

1 TL Vanillepaste

Alles mischen und 30 min marinieren

250 gr. Mascarpone

200 gr. Magerquark

1.5 dl Halbrahm geschlagen

50 gr. Rohzucker

1 TL Vanillepaste

Alles verrühren und kühl stellen.

20 gr. Butter in Bratpfanne erwärmen, Aprikosen 3-4 Minuten anbraten 1 dl Dessertwein dazu giessen, kurz kräftig aufkochen 2 EL Pistazien beigeben, etwas auskühlen lassen.

Lauwarm in Gläser oder Dessertschalen füllen, Mascarpone-Creme darauf verteilen.

Das Dessert lässt sich im Herbst auch wunderbar mit Zwetschgen zubereiten oder im Winter mit Mandarinen oder Orangen.

Ich wünsche viel Freude beim nachkochen und selber experimentieren. PS. Für die Weinberatung ist mein Schatz zuständig.

Der malerische Hafen von Torri

Ich habe so eine Bucket- oder Wunschliste von Orten, die ich einmal sehen möchte und Dingen, die einmal machen möchte.

Einmal an den Gardasee fahren, war schon länger der Plan. Überhaupt Italien bereisen und mehr vom Dolce Vita kennenlernen. Mit dem Zug kommt man in Italien zwar sehr weit, aber es gibt Orte oder Gegenden, die bereist man besser mit dem Auto. Und alleine stundenlang im Auto sitzen, finde ich irgendwie nicht so toll, deshalb musste der Gardasee warten. Einzig Verona hatte ich schon mal gebucht und dann wieder abgesagt, das Bauchgefühl hat irgendwie nicht gestimmt damals. Letztes Jahr bin ich dann endlich in diese Gegend gekommen – unsere ersten Pärchen-Ferien haben wir über den 1. August dort verbracht mit dem Höhepunkt Aida in der Arena in Verona. Richtig, das stand auch auf der Liste!

Über den 1. August verreise ich gerne einige Tage – um meine Sommerferien zu verlängern, so war ich schon in Lissabon oder eben letztes Jahr am Gardasee und in Verona.

Während der Gardasee vor allem im Norden für Wandertouren und Mountainbike-Trails bekannt und im Süden mit Freizeitparks auftrumpft, gibt es auch die weniger Massentouristen-Orte. Genau das wollte ich sehen.

Die Burg von Torri

Wie letztes Jahr haben wir wieder im Hotel Lido in Torri del Benaco übernachtet. Das Hotel liegt gleich an der Fähranlegestelle und man hat einen tollen Blick auf den See und das Dorf. Es hat viele Restaurants an der Seepromenade, einige kleine öffentliche Strände und Einkaufsmöglichkeiten. Alles ist noch ruhiger und beschaulicher als im Nachbarsdorf Garda. Dort wimmelt es vor allem am Freitag, dem Markttag von Autos und Menschen und ein Durchkommen ist fast unmöglich.

Garda

Wir haben letztes Jahr die Gegend noch erkundet und sind mal halb um den See gefahren, auch ins bekanntere Sirmione. Wurden aber eher enttäuscht vom Tourismus und den vielen Leuten und Autos. Wir mögens lieber ruhig und schätzen es, wenn wir mit Einheimischen in Kontakt kommen und nicht von der Schwemme an Touristen mitgesogen werden.

Klein aber fein – in einer Seitengasse ganz unscheinbar gibts wunderbaren Wein und Bresola-Flammkuchen statt Chips.

Für uns ist es am Gardasee einfach zum Geniessen und Erholen. Abends in den Apéro und dann fein essen. Gemütlich die Stunden zu zweit verbringen, ohne grosses Programm. Und so sind wir auch ganz früh morgens schon auf unseren Abstecher nach Garda an den Markt und haben den Rest des Tages im Hotel rsp. in Torri verbracht.

In der Umgebung gibt es natürlich viele Dinge zu entdecken und Verona ist nicht weit weg und lässt sich wunderbar kombinieren. Wer einmal in der Arena eine Oper schauen möchte, sollte dies unbedingt tun. Wir haben Aida geschaut. Bei 30 Grad nachts um 10 eher ungewohnt und doch herrlich. Aber die Aufführung, das Bühnenbild, die Musik und die Choreographie waren unglaublich eindrücklich. Und wir erzählen immer noch mit Begeisterung davon. Die Aufführung war lang und wahnsinnig farbig und schön. Wir werden bestimmt mal wieder dorthin fahren.